Freitag, 18. Januar 2008

Uerdinger

Schon bei Goethes Faust schlugen bekanntlich zwei Herzen in einer Brust. Warum soll das nicht auch bei Pete Doherty, den exzentrischen britischen Barden, möglich sein. Der war zwar wortspielerisch gesagr schon immer irgendwie ein Libertine (Freigeist), auf die Loyalität zu seinen Lieblingsfußballklubs lässt Doherty offenbar nichts kommen.

Dass die Queens Park Rangers in seiner englischen Heimat Dohertys Leib- und Magen-Verein sind, wurde den werten Lesern dieses kleinen Blogs bereits erschöpfend aufs Butterbrot geschmiert. Doherty bekannte nun allerdings, dass in Deutschland ausgerechnet der KFC Uerdingen, der früher als Bayer 05 Uerdingen anno '85 einen DFB-Pokalsieg feierte, sein Klub sei. „Mein Club in Deutschland ist Bayer Uerdingen. Leider krebsen die jetzt ziemlich weit unten rum. Aber das ist ein netter kleiner Betrieb“, erläuterte der 28-Jährige jüngst in einem Interview. Mit seinen Eltern wohnte Doherty, dessen Vater als Major der britischen Streitkräfte am Niederrhein stationiert war, seinerzeit an der Gutenbergstraße in Krefeld.

Als Siebenjähriger soll Doherty im Frühjahr 1986 auch das „Wunder von Uerdingen“, den 7:3-Europapokal-Triumph über Dynamo Dresden selbst live in der Grotenburg-Kampfbahn miterlebt haben. Die Initiatoren des Bündnis zur Rettung des kurz vor der Insolvenz stehenden KFC Uerdingen, „Krefeld wählt“, haben bereits Kontakt zum Management des Skandal-Rockers aufgenommen, um Doherty, der im Rahmen seiner Deutschland-Tournee ohnehin in seiner alten Heimat weilt, zu einem Kommen zu den beiden Benefiz-Partie am 19. und 21. Januar gegen Rot-Weiß Oberhausen und den MSV Duisburg zu bewegen.