Samstag, 19. Januar 2008

Einwurfkönig

Uwe Reinders ist ja eigentlich der ungekrönte Einwurfkönig der Fußball-Welt. Hach, wie gerne erinnert man sich an jenen Tag im Sommer 1982, als Reinders Bayern-Keeper Jean-Marie Pfaff bei dessen Bundesliga-Debüt im Bremer Weserstadion einfach ins Tor warf. Gut, hätte der Belgier den Ball einfach ins Tor trudeln lassen, dann wäre dem Tor die Anerkennung versagt geblieben.

So ist aber der Verlauf dieser kleinen Geschichte. Etwas anders verlaufen ist übrigens die Geschichte der Nationalmannschaftskarriere des Bremer Einwurfkönigs. Anno 1982 nominierte Jupp Derwall, der liebe (Fußball-) Gott hab ihn selig, Reinders für die anstehende WM in Spanien. Wie das hochverehrte VFLog hat THOR WATERSCHEI Michael Schanzes formidables (*Hüstel*) WM-Liedchen Olé Espana übrigens ebenso noch im Ohr.

Und offensichtlich, frei nach Cindy und Bert, angetrieben von wohlklingenden spanischen Gitarren sollte Reinders schließlich in Espana drei seiner vier Länderspiele bestreiten. Ein Einsatz in dem deutsch-französischen Elfmeter-Thriller von Sevilla sowie im Finale gegen Italien blieb dem späteren Frankreich-Legionär aber verwehrt. Denn der Legende zufolge war der gebürtige Essener mit dem kultig-buschigen Schnauzbart kurz vor dem WM-Halbfinale gegen Platinis Equipe auf seinen Adiletten in der Dusche seines Hotelzimmers ausgerutscht und hatte sich dabei schwer verletzt.

Das hatte für Deutschlands damaligen Dreizehner (ja Reinders war ein "numerischer" Nachfolger des Bombers der Nation) leider zur Folge, dass die WM und letztlich auch Karriere des unglücklichen "Adiletten-Uwe" mit dem Adler auf der Brust beendet war. Nichtsdestotrotz feiert Reinders heute übrigens seinen 53. Geburtstag und ist "eigentlich" Mitglied in der Trainergilde. Dort ist ihm aber schon lange kein großer Wurf mehr gelungen, anders als 1982 gegen Monsieur Pfaff...

Keine Kommentare: