Sonntag, 13. Januar 2008

Einwerfer

FIFA-Präsident Sepp Blatter ist der weltweit höchste Fußball-Funktionär und meldet sich demgemäß gerne auch einmal ungefragt zu Wort. Entweder um als sogenannter Vertreter der Fußball-Avantgarde den Fußball stets weiter zu bringen (oder etwa mehr Einnahmen zu generieren?) oder um sich mit Dingen zu beschäftigen, die ihn als grundsätzlich neutralen Schweizer mitunter gar nichts angehen sollten.

Gelinge gesagt, etwas unverfroren warf Monsieur Blatter daher zu Anfang dieser Woche in einem Interview mit der BBC ein, dass England mit der erneuten Verpflichtung eines ausländischen Trainers ein nach Blatters Ansicht bestehendes „ Grundprinzip im internationalen Fußball gebrochen“ habe. Deutschland, Italien, Brasilien oder Argentinien hätten nie Trainer aus dem Ausland verpflichtet. Er sei sehr verwundert, dass das Mutterland des Fußballs dieses eigentlich unantastbare Gesetz ignoriere, echauffierte sich der Schöpfer des dereinst so grandiosen Silver Goals über die armen Engländer, die sich unlängst Fabio Capello als ihren neuen Nationalcoach auserkoren hatten.

Mon dieu! Ob Monsieur Blatter etwa bei seinem Antrittsbesuch im neuen Londoner Wembley-Stadions kein Pints gereicht wurden? Wo hat sich denn dieser Verdruss aufgestaut? Vor allem scheint Monsieur Blatter ja entgangen zu sein, dass sein Schweizer Heimatfußballverband zurzeit gewaltig um Ottmar Hitzfeld als Nachfolger des Trainer der Nati Köbi Kuhn buhlt.

Jaja, da möchte THOR WATERSCHEI durchaus den Finger in die Wunde legen. Freilich, nur weil Hitzfeld jahrelang in der Schweiz gearbeitet hat, besitzt er noch weiter die deutsche Staatsbürgerschaft. Und was tat denn der Portugiese Artur Jorge bei der Euro 96 etwa auf der Trainerbank der Eidgenossen...Wer im Glashaus sitzt, gell! Ganz nonchalant ernennt THOR WATERSCHEI Sepp Blatter daher zum neuen T(h)or der Woche...

Über den T(h)or der Woche

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