Mittwoch, 31. Dezember 2008

Quo vadis, Arminia?

Im Gästeblock von THOR WATERSCHEI erzählen Fußball-Fans von ihrem Lieblingsverein. Heute blickt Torsten Bunde als leidenschaftlicher Anhänger des fünftklassigen Traditionsklubs Arminia Hannover besorgt in die Zukunft. Auslöser dieses Gastbeitrags war im Übrigen der TW-Beitrag „Und Meppen zeigt nicht mal was!“ über die 0:6-Pleite von Arminia Ende September beim SV Meppen, bei der Bunde als fleißiger Livetickerer des Arminia-Fanklubs 77 den Betrieb des Tickers 30 Minuten vor dem Schlusspfiff entnervt einstellte.

Mittlerweile steht der Jahreswechsel kurz bevor und beim SV Arminia Hannover geht es aktuell (mal wieder) etwas drunter und drüber. Trainer Bernd Krajewski hat nach dem letzten Spiel im Jahr 2008 (0:2 gegen den SC Langenhagen) sein Amt niedergelegt. Ein paar Tage später folgte ihm Fußball-Obmann Wolfgang Lange, der sein Amt ebenfalls abgab.

Immerhin steht schon fest, wer das Training ab dem 1. Januar 2009 leiten wird: Stefan Gehrke, der bis zum September 2008 als Übungsleiter beim SC Langenhagen angestellt war. Und auch für die Position des Liga-Obmanns wird sich hoffentlich schnell eine Lösung finden. Denn Unruhe können wir nicht unbedingt gebrauchen.

In der Oberliga Niedersachsen West (5. Liga) steht die Arminia aktuell auf dem 15. von 18 Plätzen. Absteigen werden zum Saisonende mindestens die letzten fünf Teams. Absteiger aus den Regionalligen Nord und West, wo der BV Cloppenburg spielt, noch nicht berücksichtigt. Und ein Ligaerhalt ist eigentlich Pflicht. In der Saison drauf wird es dann aber noch einmal schwerer.

Es ist die Qualifikationssaison für die beiden dann je 16 Mannschaften starken Niedersachsenligen. Ab der Saison 2010/11 gibt es nur noch eine eingleisige Staffel. Auch hier wird dann noch einmal die Hälfte der Mannschaften wegfallen. Wer den Ligaerhalt dann nicht schafft wird wohl über längere Zeit weg vom Fenster sein. Sofern dies nicht schon vorher aus finanziellen Gründen geschieht. Aber leider scheinen vor allem auch die Verbände den nicht nur von mir geliebten Amateurfußball nach und nach abschaffen zu wollen.

Von der Mannschaft her müsste für die "Blauen Jungs mit den grün-weiß-grünen Vereinsfarben" des SV Arminia der Klassenerhalt in dieser Saison mit einigen erfahrenen Spielern wie Garip Capin, Marko Schwabe, Florian Toussaint und Tugay Tasdelen sowie jungen Spielern wie zum Beispiel Maximilian Maczuga, Marian Pingel oder Sven Riedel, um nur einige zu nennen, durchaus möglich sein. Bei einem Abstieg wäre es für den Verein sicherlich mehr als schwer...

So werden wir Fans (http://www.bischofshol.de) des SVA auch weiterhin zu allen Heim- und Auswärtsspielen fahren. Sei es mit Autos, Bus oder dem Zug. Egal ob nur mit einer Autobesatzung (wie zum Beispiel nach Rehden) oder aber mit teilweise mehr als 400 (wie zu den Pokalhalbfinals nach Cloppenburg und Lüneburg in den letzten Jahren). Und auch den Liveticker, womit wir wieder beim Ausgangspunkt der Geschichte wären, wird es weiter geben.

Montag, 29. Dezember 2008

Zlatanisiert

Schenkt man den Zeilen von Sportswire.de Glauben, dann ist Zlatan Ibrahimovic im schwedischen Königreich wichtiger als IKEA. Schließlich Zlatan belegt auf der alljährlich von der Zeitung Aftonbladet erstellten Liste der wichtigsten Personen des Landes den sechsten Rang. Ausgedribbelt hat Zlatan dabei offenbar den IKEA-Gründer, Schwedens Monarchen Carl XVI Gustaf, dessen Tochter Prinzessin Madeleine oder Volvo-Chef Leif Johansson. Offenbar leben wir in völlig zlatanisierten Zeiten.

Selbst der kauzige Jose Mourinho ließ jüngst verlauten, dass er seinen schwedischen Superstar von Inter Mailand als „Besten der Besten“ ansehe. Puh, dieser völlig lobhudelnde zlatanisierte Eintrag lässt sich jetzt wahrscheinlich nur noch mit einem „The winner takes it all“ beenden. Doch hier kommt der olle Zlatan allmählich an seine Grenzen. Besser als ABBA ist er offenbar nicht...

Sonntag, 28. Dezember 2008

No Phil-Harmonie

Für Hull City führte ehedem der unvergessene Jay-Jay Okocha seine letzten Tänze auf. Mittlerweile kicken die Tigers bekanntlich in der englischen Premier League und kommen dort nach anfänglicher Aufsteigeraufmischerei allmählich auf den Boden der Tatsachen an, obschon Rang sieben für die Emporkömmlinge selbstredend noch ne außerordentlich gute Hausnummer darstellt.

Am Boxing Day lief es freilich für die Schützlinge von Coach Phil Brown bei Manchester City nicht so gut wie in den vorherigen 18 Partien. Nach 45 Minuten und unterirdischer Vorstellung lag Hull bereits mit 0:4 zurück, was Brown derart auf die Palme brachte, dass er seine Spieler anstelle sie in die Kabine zu schicken im Strafraum vor den 4.000 mitgereisten Schlachtenbummlern versammelte und ihnen dort die so genannte Kabinenpredigt verabreichte.

Das erklärte der neue T(h)or der Woche folgendermaßen: „Ich versuchte sie am Leben zu halten, denn sie sahen tot aus.“ Weiter fuhr er fort: „Die Fans verdienten eine Erklärung für den Auftritt in der ersten Halbzeit und das ist schwierig von der Garderobe aus.

Am Ende der 90 Minuten blinkte dann lediglich ein 1:5 aus Sicht der Tigers von der Anzeigetafel des Stadiums of Manchester, welches im Alltagsgeschäft der Premier League sicher schnell abgehakt wird. Browns beeindruckende Aufweckmaßnahme dürfte sich seinen verdienten Platz in den Annalen dieses Fußballjahres gerade noch gesichert haben.

Den zu erwartenden und wohl unvermeidbaren Schreikrampf des zuständigen DSF-Reporters in der Spieltags-Summary des Senders Brown betreffend wird daher zu verkraften sein.

Über den T(h)or der Woche

Samstag, 27. Dezember 2008

Kräftige Karikatur

In Bremen dürfte man sich dieser Tage etwas wärmer anziehen. Es ist freilich nicht so, dass die Schaaf-Elf in dieser Saison nicht genügend Anlass für die Anwendung des Bildnisses der Werder-Wundertüte gibt. Da wurde nun bekannt, dass zu allem Überfluss Bremens brasilianische Skandalnudel Carlos Alberto, die im Laufe diesen Jahres gefühlt quer durch Brasilien verliehen wurde, von der Copacabana an den Weserstrand zurückkehren könnte.

Bei seinem letzten brasilianischen Klub Botafogo hat Alberto angeblich wegen ausstehender Gehaltszahlungen seinen Dienst quittiert. Hat schon etwas von einem verirrten Silvesterkracher, sofern Alberto, mit schnöden zwei Bundesligapartien in der Saison 2007/08 und einer Ablösesumme von 8,5 Millionen Euro zum Bremer Transfer-Flop avanciert, wieder bei Werder auf der Matte stehen sollte.

Die Herren Schaaf und Allofs werden sich gewiss an die unglücklichen Verletzungen und Schlafstörungen ihres vermeintlichen Vorzeigesambakickers nicht gern erinnern. Hätten sie im Sommer 2007 nur schon einen gewissen Ailton als treffsicheren Scout für den brasilianischen Markt im Dienst gehabt, dem Werder ein entsprechendes Angebot unterbreitet haben soll.

Wie Ailton bescheiden kund tat, hätte er das Unglück dank offenbar bereits vorhandener für einen Scout unabdingbarer seherischer Fähigkeiten orakeln können: „Carlos Alberto ist ein super Spieler, aber er passt von seiner Mentalität her nicht nach Deutschland. Hätte man mich vorher gefragt, hätte ich das vorhergesagt.

Damit den Herren Schaaf und Allofs an diesen kalten letzten Tagen des Jahres 2008 noch einmal beim Gedanken an den zurückkehrenden Carlos Alberto warm ums Herz wird, soll ihnen von THOR WATERSCHEI den als „das perfekte Tor“ in die Fußballgeschichte eingegangenen Treffer von Carlos Alberto aus dem WM-Endspiel 1970 nicht vorenthalten. Findige Zeitgenossen werden gewiss erkennen, dass es sich um einen Carlos Alberto aus einer anderen Generation handelt, der seinerzeit aus etwas anderem Holz geschnitzt war als jener Sambakicker, durch den derweil sein Name kräftig karikiert wird.


Freitag, 26. Dezember 2008

Old Firm International?

Die Festtage sind beinah vorüber. Allerdings ist mit Erschreckem zu vernehmen, dass in Schottland an diesen Tagen offenbar gerne kalter Kaffee aufgewärmt und schließlich serviert wird. Kein Geringerer als Walter Smith, Trainer der Glasgow Rangers, plädierte nun wenige Tage vor dem Old Firm am Samstag erneut für die Einführung einer Europaliga. An dieser sollen gemäß der fußballdarwinistischen Fasson des Mr. Smith lediglich Europas Topklubs eine Eintrittskarte erhalten.
„Die Rangers und Celtic Glasgow sind großartige Klubs, die mehr verdienen als den Titelkampf in Schottland. Anderen großen Klubs in Europa geht es genauso!“
Da Smith die beiden Vorzeigevereine aus Glasgow ohnehin im Konzert der Großen mitspielen sieht, geizte der ehemalige schottische Nationalcoach nicht mit Nächstenliebe für die übrigen Klubs aus dem Land der Kilts:
„Unsere Reservemannschaft kann dann um die schottische Meisterschaft spielen, sie dafür stark genug. Außerdem können dann auch andere Vereine mal Meister werden.“
Man stelle sich das mal vor. Ganz klischeebeladen geflunkert verbietet man dem Volk nördlich der englischen Grenze schließlich auch nicht seine Dudelsäcke. Nachfolgende fast beruhigende Monotonie* hätte dann im schottischen Fußball vielleicht ein Ende:

2008 - Celtic Glasgow
2007 - Celtic Glasgow
2006 - Celtic Glasgow
2005 - Glasgow Rangers
2004 - Celtic Glasgow
2003 - Glasgow Rangers
2002 - Celtic Glasgow
2001 - Celtic Glasgow
2000 - Glasgow Rangers
1999 - Glasgow Rangers
1998 - Celtic Glasgow
1997 - Glasgow Rangers
1996 - Glasgow Rangers
1995 - Glasgow Rangers
1994 - Glasgow Rangers
1993 - Glasgow Rangers
1992 - Glasgow Rangers
1991 - Glasgow Rangers
1990 - Glasgow Rangers
1989 - Glasgow Rangers
1988 - Celtic Glasgow
1987 - Glasgow Rangers
1986 - Celtic Glasgow
1985 - FC Aberdeen
1984 - FC Aberdeen

1983 - Dundee United
1982 - Celtic Glasgow
1981 - Celtic Glasgow
1980 - FC Aberdeen
1979 - Celtic Glasgow
1978 - Glasgow Rangers
1977 - Celtic Glasgow
1976 - Glasgow Rangers
1975 - Glasgow Rangers
1974 - Celtic Glasgow
1973 - Celtic Glasgow
1972 - Celtic Glasgow
1971 - Celtic Glasgow
1970 - Celtic Glasgow
1969 - Celtic Glasgow
1968 - Celtic Glasgow
1967 - Celtic Glasgow
1966 - Celtic Glasgow
1965 - FC Kilmarnock
1964 - Glasgow Rangers
1963 - Glasgow Rangers
1962 - FC Dundee
1961 - Glasgow Rangers
1960 - Heart of Midlothian
1959 - Glasgow Rangers
1958 - Heart of Midlothian
1957 - Glasgow Rangers
1956 - Glasgow Rangers
1955 - FC Aberdeen
1954 - Celtic Glasgow
1953 - Glasgow Rangers
1952 - Hibernian Edinburgh
1951 - Hibernian Edinburgh

1950 - Glasgow Rangers
1949 - Glasgow Rangers
1948 - Hibernian Edinburgh
1947 - Glasgow Rangers
1939 - Glasgow Rangers
1938 - Celtic Glasgow
1937 - Glasgow Rangers
1936 - Celtic Glasgow
1935 - Glasgow Rangers
1934 - Glasgow Rangers
1933 - Glasgow Rangers
1932 - FC Motherwell
1931 - Glasgow Rangers
1930 - Glasgow Rangers
1929 - Glasgow Rangers
1928 - Glasgow Rangers
1927 - Glasgow Rangers
1926 - Celtic Glasgow
1925 - Glasgow Rangers
1924 - Glasgow Rangers
1923 - Glasgow Rangers
1922 - Celtic Glasgow
1921 - Glasgow Rangers
1920 - Glasgow Rangers
1919 - Celtic Glasgow
1918 - Glasgow Rangers
1917 - Celtic Glasgow
1916 - Celtic Glasgow
1915 - Celtic Glasgow
1914 - Celtic Glasgow
1913 - Glasgow Rangers
1912 - Glasgow Rangers
1911 - Glasgow Rangers
1910 - Celtic Glasgow
1909 - Celtic Glasgow
1908 - Celtic Glasgow
1907 - Celtic Glasgow
1906 - Celtic Glasgow
1905 - Celtic Glasgow
1904 - Third Lanark
1903 - Hibernian Edinburgh

1902 - Glasgow Rangers
1901 - Glasgow Rangers
1900 - Glasgow Rangers
1899 - Glasgow Rangers
1898 - Celtic Glasgow
1897 - Heart of Midlothian
1896 - Celtic Glasgow
1895 - Heart of Midlothian
1894 - Celtic Glasgow
1893 - Celtic Glasgow
1892 - FC Dumbarton

1891 - FC Dumbarton und Glasgow Rangers

*Quelle: Wikipedia

Donnerstag, 25. Dezember 2008

Boxing Day Massacre

Trommelwirbel, Spannung. Zwischen sämtlichen weihnachtlichen Festessen und Zusammenkünften muss schließlich noch Platz bleiben für die Vorfreude auf den morgigen Boxing Day. Boxing Day? So bezeichnet man laut Wikipedia in England sowie in zahlreichen Ländern des Commomwealth den zweiten Weihnachtstag.

Fußballverrückt wie die Briten halt so sind, strömen sie an diesem Tag vorzugsweise in ihre Fußballtempel. So wie übrigens am 26. Dezember 1979 in Sheffield, als zwischen Sheffield Wednesday und Sheffield United das Steel City-Derby (→ The Steel City Clash) auf dem Festtagsprogramm stand und letztlich nach dem 4:0-Kantersieg von Wednesday, mit unangenehm blutigem Begleitvokabular, sogar als „Boxing Day Massacre“ in Sheffields Derby-Annalen eingehen sollte.

Dienstag, 23. Dezember 2008

Lottokönig

Im Land des Europameisters ist zu Weihnachten richtig etwas los. Denn was wäre das spanische Königreich ohne seine Weihnachtslotterie, angeblich der größten Lotterie der Welt mit seiner Gesamtausschüttungssumme von rund 2,3 Milliarden Euro. Da fast 80 Prozent der Spanier an ihrer Sorteo de Navidad teilnehmen, hatte sich auch Mario Martinez, Stürmer des spanischen Erstligisten Numancia nicht lumpen lassen und sich einen Lottoschein zugelegt.

Die Teilnahme sollte sich für Senor Martinez lohnen, wie heute im Netz zu lesen ist, sahnte Martinez einen stolzen Gewinn von 150.000 Euro in der Sorteo de Navidad ab. Und dass alles, obwohl er wie die spanischen Sportzeitung Marca zu berichten weiß, „nur zu Weihnachten“ Lotto spielt. Wie erwähnt, für Senor Martinez hat sich die Teilnahme gelohnt, soll Martinez' Gewinn doch laut der offenbar gut informierten Marca nur unwesentlich unter seinem Jahresgehalt liegen.

Seinen sportlichen Sechser legte Martinez übrigens bereits in der Auftaktpartie seines Klubs CD Numancia in dieser Saison hin, als er beim Sieg über den FC Barcelona zum Matchwinner avancierte.

Sonntag, 21. Dezember 2008

Benvenuto Becks

Benvenuto, Mr. Beckham. Das Ballyhoo, was der AC Mailand bei der Vorstellung seines neuen englischen Superstars am Samstag aufzog, war ebenso wie die Schlagzeilen im Blätterwald dazu doch etwas unappetitlich. Eine Handvoll beispielhafte Schlagzeilen gefällig? Die WELT feierte etwa Mailands neues Fußball-Model und sah Mailand im David-Beckham-Fieber glühen. Laut kicker.de lag Mailand Beckham zu Füßen. Die kritische Süddeutsche sah dazu gar den B-Day angebrochen.

Zu allem Überfluss ließ es sich der wohlgepriesene frühere Flankengott nicht nehmen, sich stilecht bei den stolzen Rossoneri einzuschmeicheln: „Ein sehr emotionaler Moment für mich. Eine große Ehre, hier zu sein und für einen der besten Vereine der Welt zu spielen. Ich bin bereits in Mailand verliebt.

Bei dem Süßholzgeraspel musste man beinah Angst haben, Zahnschmerzen zu bekommen. Unabhängig dessen und von Beckhams Funktion als marketingträchtiger Werbe-Ikone darf der skeptische Zeitgenosse allerdings durchaus gespannt sein, ob der alternde Star in dem dreimonatigen Zeitraum des Ausleihgeschäfts zwischen LA Galaxy und Milan in Milans rot-schwarzen Dress überhaupt noch den Ball treffen wird.

Zuletzt war es schließlich Beckhams Leistungen auf dem Rasenrechteck betreffend verdächtig ruhig geworden. Freilich sein 100. Länderspiel hat er für das Fußballmutterland in 2008 absolviert und weiter wurde ihm mit einem 10-Minuten-Einsatz während des englischen 5:1-Kantersieges in der WM-Qualifikation gegen Kasachstan gehuldigt.

Doch Beckham als vermeintlichen Ersatzmann für Milans Oberbeißer Gattuso aufzutreten zu lassen, wie sich in diesen Tagen so liest, das wird doch nicht der Ernst dieser Rossoneri sein. Diese Angelegenheit klarzustellen, dazu sah sich bei aller Beckham-Mania der malade Gattuso selbst mit Anflügen gewisser Besorgnis offenbar veranlasst und zischte: „Beckham kann mich nicht ersetzen. Ich weiß, dass Milan nach einem Ersatzmann für mich sucht, aber dieser wird nicht Beckham heißen.

Gattuso hin, Gattuso her. Immerhin findet sich Beckham, der neue T(h)or der Woche, beim AC Mailand, der sich derzeit anscheinend als Hort für alternde Stars und Sternchen aus der weiten Welt des Fußballs wie Ronaldinho oder etwa Andreij Schewtschenko ganz gut gefällt, sozusagen in einem recht schmucken Sanatorium für Denkmalpflege wieder. Welch Wunder, sollte Becks dort nicht für das englische Rückspiel im Juni in Kasachstan die richtige Betriebstemperatur erreichen. Selbst wenn Fabio Capello ihm dann lediglich fünf Minuten Einsatzzeit gestatten sollte...

Über den T(h)or der Woche

Samstag, 20. Dezember 2008

„Das ist ein Nein!“

Die Posse um einen Wechsel Cristiano Ronaldos von Manchester United zu Real Madrid war schon im vergangenen Sommer zuweilen recht stark zum Gähnen. Nun können die Königlichen offenbar nicht ihre Finger von dem Portugiesen mit den Zauberfüßen und dem eitlen Pfauenkleid mit der Nummer 7 lassen. Das veranlasste spanische Gazetten nunmehr zu titeln, dass beide Klubs eine Art Gentlemen's Agreement getroffen haben, nach dem Ronaldo im Sommer 2009 nach Madrid wechseln darf.

Angesprochen auf dieses Agreement ließ sich Sir Alex Ferguson nicht lange bitten nachfolgende deftige verbale Grätsche auszupacken: „Glauben Sie, ich würde in einen Vertrag mit diesem Mob einsteigen. Keine Chance. Ich würden denen nicht einmal ein Virus verkaufen.“ Sicher, nicht die feine englische (schottische) Art No zu sagen. Aber frei nach Ferguson: „Das ist ein Nein! [...] Wir kennen ihr Spiel. Ich glaube, wir sollten unseres spielen und sie ignorieren.“

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Panorama-Experte

Was macht eigentlich...Christoph Metzelder? Der Turnierverteidiger von Real Madrid ist ein tatsächlich Profiteur. Ein Profiteur, weil er zuletzt beim Klassiker beim FC Barcelona den Platz seines portugiesischen Rivalen Pepe in der Innenverteidigung einnahm und in einer schwachen Eleven von Real so etwas wie den Fels in der Brandung gab.

Hätte man Metzelder gar nicht zugetraut. Vielleicht steht der Real-Coach Juande Ramos auf den Westfalen, der bei Bernd Schuster aus verschiedensten Gründen nicht zum Zuge kam. So etwas drückt Metzelder übrigens ein wenig bedeutungsschwanger so aus: „Es gibt ein neues Panorama für diejenigen, die zuletzt nicht so viele Minuten bekommen haben.“ Für ein neues Panorama sorgte vermeintliche Panorama-Experte ebenfalls bei seinem Heimatverein, dem TuS Haltern.

Wie Udo Muras in seiner Abseits-Kolumne in der WELT zu berichten weiß, soll sich Metze dort als weitsichtiger Mäzen verdingt haben und dem finanziell in die Bredoullie geratenen Bezirksligisten 10.000 Euro zugeschossen haben. Dank dieses Betrages soll der TuS Haltern nun schuldenfrei sein und gerät nun womöglich etwas stärker in den öffentlichen Fokus, wenn Metze samt Bruder Malte, der Zweitligaprofi in Ingolstadt ist, im Gepäck einen Tag vor Heiligabend in der Stadtsparkasse zu Haltern zu diesem Thema eine einstündige Pressekonferenz abhalten wird.

Laut Herrn Muras wurden hierfür sogar bundesweit Einladungen verschickt, die in Anflügen schon einen Metzelder-Mäzen-Masterplan offenbaren: „Während des Pressegesprächs möchte ich Sie über die Neuausrichtung der Abteilung Fußball informieren und mit Ihnen über meine persönlichen Beweggründe des Engagements beim TuS Haltern sprechen.“ In toto riecht das Geplänkel schon stark nach dem klammheimlichen Aufbau eines zweiten Standbeins oder wie es im Metzelder-Jargon hieße, nach ein bißchen Hopp-Panorama...

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Auf Knopfdruck

Na, was ist das denn? Da verirrt sich der VfL Wolfsburg in den Europapokal und jagt offensichtlich sogar dem AC Milan in Persona von Andrej Schewtschenko den Schrecken in die Knie. Welch Highlight wäre es zudem für die (V)Wölfe, wenn im Falle eines Tores der Niedersachsen bei ihrem UEFA-Pokal-Gastspiel in San Siro jeder rund um das Meazza-Stadion parkende Golf, Jetta oder Polo plötzlich wie auf Knopfdruck anfinge, zu hupen...

Wimpel-Wednesday # 15: Steaua Bukarest

Wimpel-Wednesday, 15. Ausgabe. Eine Beschreibung, die gerne über das leidliche Tun von Steaua Bukarest auf dem berühmt berüchtigten internationalen Parkett verwurstet wird, lautet: nur noch ein Schatten früherer Tage. Fast schon folgerichtig mögen sich die Vereinsoberen Steauas sicher in ihrem Tun bestätigt fühlen, sozusagen alle Nase lang ihre Trainer auszutauschen. Die Herrschaften von kicker.de bescheinigen dem schlingernden FC Bayern Rumäniens schon „italienische Verhältnisse“ und lassen sich folgend zitieren :
„Vor knapp eineinhalb Monaten hatte Trainer Marius Lacatus seinen Hut genommen und wurde durch den Ex-Wolfsburger Dorinel Munteanu ersetzt. Am Dienstag hieß es jedoch "Kommando zurück": Munteanu wurde wegen anhaltender Erfolglosigkeit vor die Tür gesetzt, ihm folgte - richtig - Lacatus.“
„Rumänische Rolle rückwärts“ hätte es daher auch wohl getroffen. Das Spielchen ist im Übrigen bei Steaua nicht ganz unbekannt, bestieg die selige Klub-Ikone Emerich Jenei doch gleich sechsmal zwischen 1975 und 2000 das Steaua-Trainerkarussell. Lacatus hat also noch ein paar Versuche offen...

Wer Interesse daran hat, die Wimpelromantik bei THOR WATERSCHEI aktiv mitzugestalten und z. B. möchte, dass ein Foto eines Wimpels seines Lieblingsklubs veröffentlicht wird, der möge mit dem Betreff WIMPELECKE eine Mail nebst entsprechender Anlage an thor-waterschei@web.de schreiben.

Kurze Etappe?

Als Rafael van der Vaart noch Skipper an Bord des HSV war, da konnte man sich zuweilen an den Wechselavancen des Niederländers die Finger wund schreiben. Im Sommer 08 hatte sich die gesamte Wechselzeterei ja durch den Transfer zu Real Madrid eigentlich erledigt. Wie man jetzt so liest, hat Van der Vaart bei Real nicht den besten Stand.

Die spanische Gazette As weiß etwa davon zu berichten, dass Van der Vaart Übergewicht habe und zudem die notwendige Motivation vermissen lasse. Nach gutem Einstand war Van der Vaart bei den Madrilenen zuletzt nur noch zweite Wahl. Hört sich etwa so an wie: am Ende der Träume oder die Made im Speck. As tat jedenfalls schon mit prophetischen Anflügen kund, wo für Van der Vaart die Reise hingehen wird:
„Im Juni wird seine kurze Etappe bei den Weißen zu Ende gehen.“

Sonntag, 14. Dezember 2008

Herbstmeister Hoffenheim



Hoffenheim ist Herbstmeister! Puh, wo mag das wohl enden? PUMA kommt angeblich wegen der imensen Nachfrage mit der Produktion von Hoffenheim-Fanartikeln gar nicht mehr hinterher. TSG-Trainer Ralf Rangnick, der Asterix-Anspieler, blickt gar schon in die Ferne:
„Wir wollen dafür sorgen, dass die Geschichte etwa so ausgeht wie in den Asterix-Heften“.
Heißt das nun, dass das ganze Dorf zum (etwaigen) glücklichen Ende (der Meisterschaft) sich an einem Wildschweinfestbankett begeht? Wehe dem Schreckensszenario, dass den 1899ern in der Rückrunde tatsächlich der Himmel auf den Kopf fallen sollte.

Zu Gast bei Leyton Orient

Am 20.Spieltag der drittklassigen englischem League One unterlag gestern der Londoner Traditionsklub Leyton Orient seinem Gast Cheltenham Town mit 1:2. Grund genug für Kristof Mithöfer in einem Gastbeitrag für den THOR WATERSCHEI-Gästeblock sich an einen ereignisreichen Stadionbesuch im Herbst 2006 bei Leyton Orient zu erinnern, als jene Kicker aus Cheltenham an der Brisbane Road auf keinen so erfolgreichen Abstecher im Londoner Osten zurückblicken konnten.

Erst in unmittelbarer Nähe der Brisbane Road mehren sich die Anzeichen, dass an diesem Samstagnachmittag im östlichen Londoner Stadtteil Leyton das Kellerduell der dritten englischen Liga, der „Football League One“, stattfindet. Die erste größere Ansammlung von Fans des Leyton Orient Football Club, dem nach Fulham zweitältesten Londoner Fußballclub, findet sich mit einem Pint Bier in der Hand vor dem Supporters Club an der Rückseite einer der beiden Haupttribünen.

In das sich im Umbau befindliche Matchroom Stadium gelangt der geneigte Fan durch einen Eingangsbereich, der sich seit dem Baujahr 1937 nicht verändert haben dürfte. Für die erste Unterhaltung des sehr familiären Publikums im Stadion sorgt das Maskottchen der Heimmannschaft, ein Drache namens Theo. Dessen fußballerische Qualitäten lassen jedoch erahnen, warum der Aufsteiger Leyton Orient den letzten Platz der 24er Liga belegt.

Zu Beginn der Partie übt vor allem der Drittletzte aus Cheltenham Druck auf das von Glyn Garner, der bereits einen Länderspieleinsatz für Wales aufzuweisen hat, gehütete Tor aus. Nach kurzer Zeit nehmen jedoch die „O´s“ das Heft des Handelns in die Hand. Dies gelingt vor allem durch das schnelle Überbrücken des Mittelfeldes – man könnte auch sagen: durch das traditionelle englische Kick and Rush. Folgerichtig fällt nach einer feinen Einzelleistung des bulligen Stürmers Gary Alexander im Anschluss an eine Ecke in der 6. Minute das 1:0.

Zu Ende der ersten Halbzeit verflacht die Partie jedoch zusehends und es kommen leichte Zweifel am Fitnesszustand der 22 Akteure auf dem Platz auf. Dagegen zeigt sich das Schiedsrichtergespann während der gesamten 90 Minuten äußerst spritzig. So ist bei-spielsweise ein Ergänzungsspieler von Cheltenham beim Aufwärmen an der Seitenlinie nicht vor dem Elan des Schiedsrichterassistenten sicher und wird von diesem sehr zur Freude der heimischen Fans einfach über den Haufen gelaufen.

Die zweite Hälfte beginnt mit einem Handelfmeter für die Gästeelf. Wie es sich sich für eine englische Mannschaft beinahe schon gehört, wird die Chance auf den Ausgleich jedoch vergeben, da Glyn Garner in die richtige Torecke abtaucht. Besser macht es auf der Gegenseite der Orient-Spieler Matt Lockwood, der in der 66. Spielminute einen ebenso berechtigten Elfmeter sicher verwandelt. Nachdem die Partie somit mehr oder weniger entschieden ist, zeigen die „O´s“ unter dem anerkennenden Raunen ihrer Fans mehrmals ihr fußballerisches Können durch flüssige und schnelle Kombinationen, verpassen jedoch die Gelegenheit, ihr Torverhältnis weiter zu verbessern.

Die 90 Minuten enden in einem englischen Platzregen, der einen Regenbogen über die Londoner Brisbane Road zaubert, was sich als ein gutes Zeichen für den weiteren Saisonverlauf des traditionsreichen Londoner Klubs herausstellen sollte.

Freitag, 12. Dezember 2008

„36 Jahre Torschreie sind genug!“

Bochum gegen den 1. FC Köln: so lautet das morgige finale Spiel von Radio-Ikone Manni Breuckmann, der nach dem Credo „36 Jahre Torschreie sind genug!“ nach den 90 Minuten im Ruhrstadion das Radio-Mikro beiseite legenwird. Oder wie formulierte es Breuckmann selber: „Im Januar beginnt meine passive Altersteilzeit. Das heißt: Ich darf dann nicht mehr für den WDR arbeiten. Mit 60 trage ich dann die irreführende Bezeichnung 'Rentner'.“

Bei THOR WATERSCHEI wird morgen jedenfalls das gute alte Radio etwas lauter gedreht, wenn der gute alte Manni Breuckmann seine letzten verbalen Treffer versenken wird. Damit vor diesem 13. Dezember auch nochmals ordentlich Wehmut aufkommt, hat TW ein kleines Abschiedspaket mit elf feinsten Breuckmann-Zitaten zusammengestellt:

1. „Bochum gegen Cottbus, das ist eh kein Straßenfeger. dann auch noch keine Tore - ich kenne Reporter, die wären da persönlich beleidigt.“

2. „Hertha BSC und VfL Wolfsburg, die Eunuchen der Liga. Sie wollen, aber sie können nicht.“

3.
„Ein Hackentrick von Jürgen Kohler - das kann ja nicht gut gehen.“

4. „Und nun ein Einwurf. Nein, ein Eckball. Nein, ein Einball.“

5. „Holt die Antidepressiva raus, Fortuna Düsseldorf spielt!“

6.
„Es kommt Diego Klimowicz. Ein Name wie Winnetou Koslowski.“

7. „Auch beim Pfostenbruch in Madrid war ich dabei. Da war ich mindestens so witzig wie Marcel Reif. Nur hat es keine Sau gehört.“

8. „Jetzt schaut euch dieses Weichei an. Als einziger Feldspieler läuft der mit Handschuhen auf; und das bei geschlossenem Dach.“ [über Kevin Kuranyi beim Spiel Schalke gegen Mönchengladbach]

9.
„Jetzt kommt Asamoah auf den Platz. Das bedeutet Schalke liegt zurück und daran wird sich auch nichts ändern.“

10. „Im Gegensatz zu vielen Kollegen ging ich nie vom Radio zum Pay-TV, weil ich dort das Revierderby Schalke gegen Dortmund aus einer Art Taubenschlag in Ismaning hätte kommentieren müssen.“

11.
„Wenn die Eckfahne Nutella-Fahne heißt, höre ich auf.“

Tschüss, Manni!

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Glückpilz

Timo Hildebrand hat in Valencia, dem Verein mit der Fledermaus im Emblem, endgültig die Flatter gemacht. Die pfeifenden Spatzen von den Dächern sollten Recht behalten. Herr Hildebrand wird neuer Torwächter der TSG 1899 Hoffenheim. Die FAZ kürte Hildebrand daher schon zum Glückpilz der Woche. Kein Wunder, wenn angeblich sogar der strenge Jogi Löw schon dem kritisch beäugten Zögling zum Wechsel gratuliert haben soll.

Wie dem auch sei, THOR WATERSCHEI vergnügt sich derweil mit seiner Top Five an verzichtbaren Wortspielereien, die sicher auch als alternative Überschriften für diesen kleinen Eintrag über den einstigen Reserveportero des FC Valencia mit dem nun wohl betonsicheren Stammplatz im Kraichgau hätten durchgehen können.

1. „HOPPla, Hoffenheim!“
2. „1899 %-iger Stammtorwart“
3. „Gerangnickt“
4. „GroundHOPPer“
5. „Allez Hopp!“

Dienstag, 9. Dezember 2008

König ohne Königreich

Adios, Señor Schuster! Dieser Dienstag, der 9. Dezember, wird sich als der Tag im Fußballalamanach 2008 eingehen, in dem Real Madrid Bernd Schuster nach der jüngsten sportlichen Talfahrt und galaktischen neun Punkten Rückstand auf seinen Erzrivale Barca vor die Tür gesetzt hat.

Die Krone soll „exzentrische Engel“(DIE ZEIT) der königlichen Krise obendrein noch selbst aufgesetzt haben, indem er betreffend des Duells am kommenden Samstag beim FC Barcelona doch gewagt hatte zu behaupten, Real habe beim FC Barcelona keine Chance und müsse sich darauf beschränken, einen „guten Eindruck“ zu machen. Kam bei den ungeduldigen Vereinsoberen um den Real-Präsidenten Ramón Calderón natürlich nicht gut an.

Laut kicker.de, dass gar Schusters Ära bei den Königlichen zu Ende gehen sieht, drückte ihm Real-Sportdirektor Mijatovic nun heute Mittag in einem halbstündigen Gespräch die Papiere in die Hand. Doch mit Verlaub, wie schmeckt den kicker-Herren denn eine Ära?

Freilich holte Real unter dem großen blonden Bernardo Meistertitel und Supercup. Sicher, Schuster mutierte nach der Verpflichtung von Herrn Huntelaar mit seiner mehr als einer Handvoll Oranje-Kickern zuletzt beinah zum niederländischen Bondscoach (→ Bondscoach?). In der Rückschau bleibt indes wenig stilbildendes der Schuster'schen Ära. An regelmäßige königliche Eleganz wie bisweilen im Meisterjahr gezeigt kann man sich retrospektiv daher nicht großartig erinnern.

Schade eigentlich. Und dass im doppelten Sinne, hatte TW doch als Appetizer auf Reals Gastspiel bei Barca ein paar Schuster'sche Glanzstücke aus alten Zeiten in blau-roter Barca-Kluft aus dem schier endlosen You-Tube-Fundus herausgepickt. Der „Blonde Engel“ wirkt nun etwas wie ein König ohne Königreich...




Lesetipp: Ronald Reng in seinem Blog auf footbo.com über Bernd Schuster

Sonntag, 7. Dezember 2008

Kanonade

Ehedem gehörte der große Thierry Henry zu Arsenal wie einst die Stadionuhr zu Highbury. Mit Verlaub, seit seinem spektakulären Wechsel 2007 zum FC Barcelona wurde es um Monsieur Henry jedoch ungewöhnlich still, dass beinah schon die „Was macht eigentlich…?“-Kategorie grüßte.

Der Rekordtorschütze Arsenals und der französischen National-Equipe schien trotz aller Vorschusslorbeeren irgendwie noch nicht im Camp Nou angekommen, was für angesichts der hohen Ansprüche an Henry schmale zwölf Ligatörchen in dessen mittelmäßig verlaufener Debütsaison für Barca belegen sollten.

Anders im gestrigen Spitzenspiel der Primera Division, in dem Henry mit Barca auf den FC Valencia traf. Wie zu besten Zeiten spielte sich Henry mit beinah arsenaleskem Verve vor über 82.000 berauschten Zuschauern im Camp Nou ins Rampenlicht und feuerte mit seinen drei Treffern gegen den Ex-Klub von Timo Hildebrand eine richtige Kanonade ab.

Die wird von THOR WATERSCHEI selbstredend gewürdigt und Thierry Henry zum neuen T(h)or der Woche ernannt. Vielleicht besteht ja Hoffnung, dass noch weitere Kanonaden von Thierry Henry folgen werden. Dann hat die „Was macht eigentlich…?“-Kategorie für nostalgische Ausflüge sicher noch Zeit.

Über den T(h)or der Woche

Abschied einer reifen Kirsche

Der Samstag besitzt im Fußball beinahe sakrale Bedeutung. THOR WATERSCHEI pickt sich regelmäßig in seiner Rubrik SATURDAY ein samstägliches Spiel aus der weiten Welt des Fußballs heraus. Heute: AFC Bournemouth gegen Chester City oder die märchenhafte Abschiedsvorstellung des englischen Altstars Darren Anderton.

Samstag, 6. Dezember 2008. Zugegeben, der Sound der an diesem Nikolaustag stattfindenden Partie AFC Bournemouth gegen Chester City klingt nicht gerade verlockend. Schließlich empfängt Bournemouth, der 23. und Vorletzte der League Two, die im Tabellenkeller dieser vierten englischen Profiliga gerade einmal vier Ränge besser postierten Kicker aus Chester. Chester? Oh no, wir wollen uns nicht lange mit dem gleichnamigen Käse aus Kuhmilch aufhalten, der regelmäßig beim Einkauf aus dem Kühlregal grüßt.

Denn an diesem Samstag wird in Dean Court, dem zugigen Schmuckkästchen des AFC Bournemouth, Altstar Darren Anderton gegen die Käsekicker die finale Partie seiner Karriere bestreiten. Jener Anderton mit dem Milchgesicht und scharfen Kinn ist mittlerweile 36 Jahre alt und machte 2006 den Klub aus dem südenglischen Seebad, der angesichts seiner rot-schwarzen Kluft The Cherries (die Kirschen) genannt wird, zu seinem Altersitz. Letzten Dienstag kündigte Anderton, die reife Kirsche, nun an, dass die Partie gegen Chester das Endspiel seiner 18 Jahre andauernden Profilaufbahn sein werde.

Es sei a day to say goodbye und thank you ließ der Vorstand der Cherries, die infolge einiger finanzieller Kalamitäten in der jüngeren Vergangenheit mit einem 17-Punkte-Abzug in diese Saison starten mussten, auf der Klub-Webseite schon im Vorfeld mit einem Anflug von Melancholie in Anspielung Andertons finalen Kick verlauten.

Darren Anderton - so manchem deutschen Fußballfan wird womöglich noch das Herz anfangen zu flattern, wenn er an das sagenhafte Halbfinale der Euro 1996 zurückdenkt, bei dem sich England und Deutschland im alten Wembleystadion einen wahrhaftigen Krimi lieferten. Jener Darren Anderton, der Filigrantechniker von Tottenham auf Englands rechtem Flügel, war es, der in der Verlängerung beim Stand von 1:1 das englische Golden Goal auf dem Fuß hatte. Dem deutschen Dusel sei Dank verhinderte der Innenpfosten jedoch Schlimmeres.

Das Ende ist hinlänglich bekannt. Es ging ins Elfmeterschießen, in dem sich die Elf von Berti Vogts durchsetzte und ins EM-Finale einzog, in dem ein gewisser Oliver Bierhoff zum Helden werden sollte. Der Darren Anderton dagegen sollte danach im Dress der Three Lions nie wieder derart im Rampenlicht stehen. Das lag zum einen an dem aufstrebenden David Beckham und vor allem an der Verletzungsanfälligkeit Andertons, der er seinen ungeliebten von Fans verpassten Spitznamen „Sicknote“ verdankte.

Die Maladitäten des hochbegabten Mannes vor Mr. Beckham auf Englands rechter offensiver Mittelfeldseite verbauten ihm letztlich eine größere internationale Karriere sowie mehr als die 30 bestrittenen Länderspiele. Vielleicht mag es auch an Beckham größerem boulevardesken Glanz gelegen haben. Denn so mancher skeptischer Zeitgenosse im Fußball-Mutterland sprach dem eleganten Anderton bisweilen größere Fähigkeiten als Beckham zu.

Wie dem auch sei, es mutet gleichwohl wie ein Treppenwitz von Andertons Vita an, dass er es dennoch auf inzwischen über 600 Profipartien gebracht hat. Inklusive der gestrigen Abschiedsvorstellung gegen Chester City. Er habe nie daran geglaubt, jemals in der League Two zu enden, hatte Anderton, der in zwölf Jahren im Tottenham-Trikot fast alle Höhen und Tiefen der Premier League miterlebte, noch jüngst in einem Interview mit dem Independent offenbart.

Doch so schlimm wie erwartet, sei es für Anderton in der vierten englischen Profiliga nach eigenem Bekunden nicht gewesen. Denn schließlich würden, wie er augenzwinkernd verriet, auch in dieser Liga alle versuchen, Fußball zu spielen. Eben so wie der Altstar aus Bournemouth, dem Tottenham-Coach Harry Redknapp vor kurzer Zeit bescheinigte, noch immer in der Premier League mithalten zu können. Andertons Abschied ist daher zweifellos einer der geräuschlosen Sorte, vielleicht auch würdiger als jenes unter großem Getöse inszenierte Beckham'sche Abschiedsgetingel durch die weite Welt des Fußballs.

Erwähnung finden sollte übrigens noch der Ausgang des Endspiels von Anderton, der nach einer guten Stunde unter dem tosenden Applaus der anwesenden 4.152 Zuschauer in Dean Court eingewechselt wurde. Andertons finaler Akt mutet fast ein wenig märchenhaft an, schoss er Bournemouth mit einem Volleyschuss zwei Minuten vor dem Schlußpfiff tatsächlich zum 1:0-Siegtreffer gegen die Kicker aus Chester. Einige englische Gazetten und Fußballportalen im Internet sollten daher heute anerkennend titeln: „ANDERTON ENDS CAREER IN STYLE“.

Der Artikel ist ebenso auf Goal.com und footbo.com zu finden.

Donnerstag, 4. Dezember 2008

De Pfaff

Jean-Marie Pfaff, na wer kennt ihn noch? Zwischen 1982 und 1988 hütete der joviale Belgier mit den blonden Locken die Pfosten des FC Bayern. Mittlerweile befindet sich Pfaff selbstredend in der wohlverdienten Torwächter-Rente. THOR WATERSCHEI anlässlich des 55. Pfaff'schen Geburtstages mit elf Anekdoten aus dessen bewegten Leben.

1. Unvergessen ist sicherlich Pfaffs Einstand im Tor des FC Bayern. An jenem 21. August 1982, ließ sich Pfaff bei seiner Bundesliga-Premiere durch Uwe Reinders das legendäre Einwurf-Tor ins Netz legen.

2. Nach seinem Wechsel vom SK Beveren nach München sollte sich Pfaff auch musikalisch in Bayern einzufügen. Nicht ganz so wortkarg wie der holde Gerd Müller in dessen Kracher „Dann macht es Bumm!“ lieferte Pfaff unter tapferer Akkordeonbegleitung im stilechten Marschmusik-Takt mit leichtem Genuschel den Gassenhauer: „Ich war ein Belgier und jetzt bin ich ein Bayer. Ich trinke Bier und esse Leberkäs mit Eiern. Und jeden Samstag stehe ich vor meinem Tor und kein Stürmer macht dem Jean-Marie was vor…“

3. Die sechs folgenden Jahre konnte da fast nur prächtig verlaufen. Und wie kicker-Almanache bestätigen werden, Pfaff kann immerhin auf drei deutsche Meisterschaften und zwei Pokalsiege zurückblicken, die er mit dem FC Bayern feierte.

4. Neben musikalischen Abstechern ließ sich Pfaff auch kleinere Stippvisiten auf die Mattscheibe nicht nehmen. Beispielsweise mit einem Gastauftritt in dem schier in der Versenkung der Archive der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten verschwundenem Streifen „Zärtliche Chaoten“. Übrigens an der Seite von Thomas Gottschalk oder der amerikanischen Mundorgel Michael Winslow.

5. Etwas mehr als eine Stippvisite war 2007 dagegen die verzichtbare Daily Soap „De Pfaffs“, die Pfaff allerdings dereinst im Stern-Interview sogar selbst als „sterbenslangweilig“ etikettieren sollte. Mit dieser wandelten Pfaff und seine Familie offensichtlich auf den Spuren Ozzy Osbournes und öffneten den interessierten Betrachtern Tür und Tor zu der Familienranch nahe Antwerpen.

6. 20 Jahre zuvor waren solche Seifenopern auch dem stets umtriebigen Pfaff noch fremd. Vielmehr durfte er sich 1987 als sein annus mirablis ins Jahrbuch schreiben. Schließlich wurde „de Pfaff“ anno 87 zum „weltbesten Torwart“ gekürt.

7. Weltweite Anerkennung hatte sich Pfaff zuvor unter anderem in zahllosen Europapokalspielen und als belgischer Torsteher bei jeweils zwei Weltmeister- und Europameisterschaften verdient. 1986 wurde Pfaff mit Belgien sogar WM-Dritter.

8. Pfaff war übrigens jener Torwart, gegen den sich Horst Hrubesch mit seinem Doppelpack im EM-Endspiel von 1980 sozusagen auf seine eigene Art unsterblich machte.

9. Das alles entging offenbar auch nicht einem gewissen Pelé, der mit seiner strengen Feder Pfaffs Namen auf seine Liste der 125 besten lebenden Fußballer notierte.

10. Notieren ließ sich Pfaff außerdem für kurze Zeit in das Mitgliedsregister vom (ehemaligen Stasiklub) BFC Dynamo Berlin. Diese wenig ruhmreiche Episode sollte Pfaff im Nachhinein aber als missratene PR-Aktion abhaken.

11. Zum Abschluß hat sich THOR WATERSCHEI im Übrigen noch eine fundamentale Wahrheit über den der Lockenkopf mit der Kirmes-Attitüde vorbehalten: Jean-Marie Pfaff ist keine Nähmaschine…

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Wimpel-Wednesday # 14: NEC Nijmegen

Wimpel-Wednesday, Folge 14. Bei allem Abgesang auf den UEFA-Cup existieren tatsächlich noch Klubs, für die ein Erfolg in diesem Europapokal noch eine wahre Wonne darstellt. So wie beim NEC Nijmegen (deutsch: Nimwegen) aus den Niederlanden, der sich heute Abend im Schneetreiben bei Michael Laudrups (!) Spartak Moskau zu einem 2:1-Triumph watete und sich damit die Tür zur Zwischenrunde gewaltig aufschlug.

Löblich, wenn im Übrigen wie im Falle von NEC schon allein der Einzug in diese nervende Gruppenphase als Grund aufgefasst wird, von diesem historischen Ereignis malerische Wimpel anfertigen zu lassen, die selbstredend in der THOR WATERSCHEI-Wimpelecke nicht fehlen dürfen. Irgendwie kann der olle UEFA-Cup also doch nicht so schlecht sein.

Wer übrigens Interesse daran hat, die Wimpelromantik bei THOR WATERSCHEI aktiv mitzugestalten und z. B. möchte, dass ein Foto eines Wimpels seines Lieblingsklubs veröffentlicht wird, der möge mit dem Betreff WIMPELECKE eine Mail nebst entsprechender Anlage an thor-waterschei@web.de schreiben.

Bondscoach?

Tot ziens in Madrid? Welt Online wähnt Bernd Schuster als verkappten Bondscoach recht kühn auf den Spuren der Rinus Michels, Leo Beenhakkers, Dick Advocaats und wie sie alle heißen. Oder hat sich der eigentlich amtierende Bondscoach Bert van Marwijk etwa eine maßgeschneiderte Maske des Blonden Engels geschustert? Dann wird dieser van Marwijk doch nicht etwa demnächst auch noch seinen Schwiegersohn Herrn van Bommel Bernabeu-Luft schnuppern lassen, oder? Pfff...was Herr Metzelder wohl zu alledem sagt? Tot ziens Madrid?

Dienstag, 2. Dezember 2008

Panenka

Was macht eigentlich...Antonin Panenka? Jener Filou aus Prag, der im 76er EM-Endspiel von Belgrad den entscheidenden Elfer für die damalige CSSR zum EM-Sieg gegen Sepp Meyer in die Maschen lupfte. Spaßvogel Meyer war danach wenig zum Lachen zumute, von Uli Hoeneß nach seinem fulminanten Schuss in den Belgrader Nachthimmel mal ganz abgesehen.

Panenka feiert heute seinen 60. Geburtstag und ist im Übrigen Präsident des Pragers Traditionsklubs Bohemians 1905, der sich in Tschechiens 2. Liga leider trotz grünem Känguruh im Vereinsemblem nach dem Abstieg aus der sagenumwobenen erstklassigen Gambrinus Liga keine besonders großen Sprünge machen kann.Bei dieser Gelegenheit dürfte es zu erwähnen sein, dass sich unlängst mit dem FC Střížkov Praha 9 ein Klübchen aus der Prager Nachbarschaft ähnlich schlitzohrig wie ehedem Panenka anno 76 gegen Meyer zeigte.

Erwarb der FC Střížkov doch im Sommer 2005 die Logo- und Namensrechte des sich in Konkurs befindlichen Panenka-Vereins FC Bohemians und tritt nach einigem Namenszwist seither unter der Bezeichnung FC Bohemians Prag als Epigone des vermeintlich großem Nachbarn, der jetzt Bohemians 1905 Prag heißt, auf. Unter anderem seit Beginn dieser Saison in jener sagenumwobenen erstklassigen Gambrinus Liga, verachtenswerterweise ebenso mit grünem Känguruh im geklontem Wappen. Aber dafür ohne den echten Panenka auf der Ehrentribüne.



[P.S.: Den Ton bitte ausstellen. Ansonsten droht Tina Turner...]

Sonntag, 30. November 2008

Black Babbel

Blickt man auf Markus Babbels Tage als Spieler zurück, erinnert man sich zwar einen durchaus erfolgreichen wie zuverlässigen Kicker. Doch so ein bißchen bieder kam der zuverlässige Herr Babbel doch immer etwas rüber, auch wenn er dereinst zu seinen allerbesten Tagen im deutschen Nationalteam sogar die Cruyffsche Numero 14 über die rechte Außenbahn trug. Dachte sich offenbar auch die BILD-Zeitung und verpasste dem einstigen Rechtsverteidiger nach seiner Inthronisierung beim VfB Stuttgart vom Assistenten von Ex-Coach Armin Veh zum VfB-Teamchef angesichts seiner Affinität zu schwarzer Kleidung den Spitznamen Black Babbel.

Meine Güte, auf eine gewisse kitschige Art und Weise lässt sich das sogar hören. Sehen lässt sich übrigens die Bilanz von Black Babbels Brustring-Boys nach dessen Debüt-Woche. Zunächst rangen die Schwabenam Donnerstag im UEFA-Pokal Sampdoria Genua ein unerwartetes 1:1-Remis ab. Dann bekam am heutigen Sonntag zusätzlich das schlingernde Schalke 04 mit Zwo zu Null eins auf die blau-weiße Mütze.

In der anschließenden Pressekonferenz überzeugte Babbel, der 96er Europameister und neue T(h)or der Woche, gleich im schönsten Teamchef-Sound und relativierte wider der im Ländle womöglich aufkommenden Black Babbel-Euphorie: „Trotz allem liegt noch viel Arbeit vor uns.“ Riecht im übertragenen Sinne etwas nach „schaffe, schaffe, Häusle baue“. Jaja, Black Babbel beeindruckt...

Über den T(h)or der Woche

Don't look back in anger

Dieser Super-Sunday, wie es im gemeinsten DSF-Jargon heißt, war für die Gebrüder Gallagher, seines Zeichens unverwüstliche Edelsupporter von Manchester City, ja wohl richtig zum Abgewöhnen.

Da hieß es doch heute Mittag in Manchester Derby-Time und ausgerechnet Citys rastloser Robinho himself sprudelte im Vorfeld des Duells von United und City einem findigen Journalisten in den Notizblock, dass United ein Klub sei, den man auf der ganzen Welt kenne und dass Manchester United sein Lieblingsklub sei. Musste für die Gebrüder Gallagher und sämtliche City-Daumendrücker ja schon fast den Anschein haben, als hätte Robinho im Sommer nur deshalb mit ihren Citizens angebandelt, um an die hübschere Nachbarin United heranzukommen.

Gleichwohl, es kam noch schlimmer für die Gallaghers. Wayne Rooney drückte drei Minuten vor der Halbzeit des Derbys den Ball über die City-Torlinie, sorgte für den Treffer des Tages und damit für Citys Heimniederlage, die City selbst trotz 20-minütiger Überzahl in der zwoten Hälfte nicht verhindern konnte. Für die ollen Gebrüder Gallagher mag es da bei der schmerzlichen Rückschau auf diesen vermeintlichen Super Sunday nur heißen: Don't look back in anger...

Kein Klassiker

HOPPla! Empörte Gemüter im THOR WATERSCHEI-Klubhaus: die verehrten Damen und Herren von SPOX schaffen schon Klassiker aus der (Tastatur-)Retorte...

Sonntag, 23. November 2008

Richtiger Super Eagle

Die weite Welt des Fußballs kann bisweilen doch recht klein sein. Vor wenigen Wochen hätte beispielsweise der gute Ngemba Evans Obi, seines Zeichens Torsteher des zehntklassigen Kreisligisten SV Heimstetten II aus dem Speckgürtel Münchens, nicht vermutet, wie schnell ihn doch eine Nominierung für ein Länderspiel seines Heimatlandes Nigeria erreichen könnte.

Denn nach Absagen der drei etatmäigen Ersatzleute von Nigerias Stammkeeper Austin Ejide wegen Visa-Problemen schlug Ejide Glückspilz Obi für eine Nominierung für Nigerias anstehendes Gastspiel am letzten Mittwoch im kolumbianischen Cali vor. Da Nigerias Fußballverband es aussichtslos erschien , ein Visum für einen nicht in Europa beschäftigten Torwart zu beschaffen, folgte diesem Vorschlag sodann überraschend Nigerias Coach Shaibu Amodu und machte Obi damit zur nigerianischen Lars-Leese-Ausgabe.

Zu einem Einsatz kam Obi bei der 0:1-Niederlage zwar nicht, durfte sich gleichwohl als richtiger Super Eagle führen. Dass der kurze Ruhm dieser bewegenden Tage für Obi recht schnell vergeht, lässt sich übrigens auf der entsprechenden Wikipedia-Seite von Ngemba Evans Obi feststellen. Ziemlich erbsenzählerisch schrieb sich ein überkorrekter Wiki-Schreiber dort einen Löschantrag auf die Agenda, in dessen Begründung es wenig fußballromantisch heißt: Erfüllt momentan kein Relevanzmerkmal. Kein Profieinsatz, kein Länderspieleinsatz.

Im TW-Klubhaus gab es hierfür nur kollektives Kopfschütteln und für Ngemba Evans Obi, diesen nigerianischen Lars Leese, die Ernennung zum neuen T(h)or der Woche.

Über den T(h)or der Woche

Samstag, 22. November 2008

Wenn der Hahn kräht, kacken die Hennen

Morgen findet im hochmodernen Rund der Hamburger Uwe-Seeler-Kampfbahn das 167. Nordderby zwischen dem HSV und Werder Bremen statt. Selbstredend, dass dies die Anhänger beider Klubs ziemlich elektrisiert. Im HSV-Mikrokosmos schart so mancher erfolgsverwöhnter HSV-Fan nicht nur wegen der Begegnung mit den ungeliebten Bremern ordentlich mit den Hufen.

Im HSV-Forum wird schon vor diesem 14. Spieltag von einigen ungeduldigen Skeptikern der erst seit dem Sommer diensthabende HSV-Coach Martin Jol durch Eröffnung des bezeichnenden Threads Jol Raus Oder Was? wie eine Sau durchs Dorf gejagt. Trotz Rang sechs in der Bundesliga mit direktem Kontakt zur Spitzengruppe, Auftaktsieg in der UEFA-Pokal-Gruppenphase, Erreichen des Pokalachtelfinales sowie offenbar schneller Überwindung des Van-der-Vaart-Syndroms.

So mancher Meinungsträger sah daher schon wieder eine neue Futterkrippe für die Presse entstehen. Manch anderer verging sich resignierend sogar Seite Jols stehend in apokalyptischen Anflügen nach zuletzt drei Auswärtspleiten: „Kein Trainer dieser Welt kann diesen Sauhaufen trainieren! Seit Jahren merkt man, dass diese jämmerliche Truppe kein Charakter hat, kein Arsch in der Hose und der einfach alles egal ist, außer der eigene Gewinn! Jol ist die ärmste Sau der Welt!

Andere wiederum sehen ihre Rothosen auf dem Boden der Tatsachen angekommen, während weitere Protagonisten „das Panikorchester mit dem allseits bekannten titel “ spielen hören. Diese orchestrale Panikschieberei könnte allerdings schnell ein Ende nehmen, sollte die Prophezeiung von User EwigHSV stimmen: „Es ist völliger quatsch zum jetzigen zeitpunkt mit einer trainerdiskussion anzufangen.am sonntag wird bremen weggehauen und alles ist wieder gut“.

Freitag, 21. November 2008

„Deutscher als Deutschland“

Deutschland - England, Eins zu Zwei. Soweit so gut. Doch über die rumpelige Vorstellung von Jogis vermeintlichen Löwen musste man erst einmal gut zwei Nächte überschlafen, bevor man sich nochmals mit nachfolgenden elf Impressionen aus dem Blätterwald martern kann.
1. „Terry leistet Wiedergutmachung und England strahlt. Capello hat England deutscher als Deutschland gemacht: Nur ein Team war effizient, stark und bissig in der Verteidigung - und das war nicht die Heimmannschaft.“ (INDEPENDENT)

2.
„Fabio feiert ein Traumjahr. Terry macht Durcheinander mit Carson wieder gut. Gut dass wir nicht unser A-Team geschickt haben, sonst wäre der 'alte Fritz' erniedrigt worden.“ (SUN)

3.
„Fabios Löwen-Welpen zeigen, dass sie es ernst meinen. Jetzt kann Capello die Welt angreifen, nachdem Terry den Sieg sicherte.“ (DAILY MAIL)

4.
„Terry macht seinen Schnitzer wieder gut und stürmt die Festung Berlin. Es unmöglich zu sagen, wohin Englands Reise unter Fabio Capello hinführen wird, aber ein Blick über die Schulter verrät, dass bereits eine große Strecke absolviert wurde.“ (GUARDIAN)

5. „Terry zeigt den fehlenden Stars, wie es gemacht wird. Was ein Jahr für einen Unterschied machen kann, was ein neuer Trainer für einen Wechsel herbeiführen kann. Unter Fabio Capello wächst etwas, das die Zukunft erhellt.“ (DAILY MIRROR)

6. „Ohne Ballack, ohne Ordnung.“ (FOCUS)

7. „Diesmal hatte der Klassiker keine Klasse.“ (WELT)

8. „Ohne Ballack und Lahm löwt's nicht rund“ (BILD)

9. „Zwei Sieger auf dem Sofa. Die deutsche Nationalmannschaft wurde im ewigen Klassiker gegen England phasenweise vorgeführt. Löws Experiment "Jugend forsch" ging bei der 1:2-Blamage gründlich daneben. Der aus deutscher Sicht so unangenehme Abend brachte vor allem eine Erkenntnis: Ballack und Frings sind für dieses Team unersetzlich.“ (STERN)

10. „Deutschland verabschiedete sich mit einer peinlichen 1:2-Heimniederlage gegen eine englische Not-Elf in die Winterpause. Oh, no Jogi! Das war gar nichts.“ (EXPRESS)

11. „Überwältigt von Englands zweiter Garde. Was für eine Enttäuschung: Das deutsche Team spielte die schlimmste Halbzeit, die es unter Joachim Löw gab, und die Engländer ganz großartigen Fußball - mit ihrer B-Auswahl. Die Mannschaft von der Insel hat eine Revolution geschafft.“ (SPIEGEL)

Mittwoch, 19. November 2008

Wimpel-Wednesday # 13: FC Santos

Wimpel-Wednesday, 13. Folge. Heute wirds historisch an diesem 19. November. Denn anno 1969 schoss ein gewisser Pelé für seinen FC Santos den 1.000 Treffer (→ 1000-Tore-Trainer)seiner Karriere. Im Übrigen per verwandeltem Elfer gegen Vasco da Gama vor 120.000 Zuschauern im Maracanã-Stadion, nach dem in ganz Brasilien die Kirchenglocken läuten sollten.

Bei THOR WATERSCHEI läuten jetzt zwar keine Glocken. Dafür wird aber ein stilechter Santos-Wimpel mit watteartigem Fransengedöns in die TW-Wimpelecke gehängt.

Wer übrigens Interesse daran hat, die Wimpelromantik bei THOR WATERSCHEI aktiv mitzugestalten und z. B. möchte, dass ein Foto eines Wimpels seines Lieblingsklubs veröffentlicht wird, der möge mit dem Betreff WIMPELECKE eine Mail nebst entsprechender Anlage an thor-waterschei@web.de schreiben.

Ohrenlangzieher?

Jogis Löwen wollen heute Abend im Berliner Olympiastadion den Three Lions die Ohren lang ziehen. Ganz im Gegensatz z. B. zu 1966...

Montag, 17. November 2008

Ende der Sendepause

Die zweitklassigen Duisburger Zebras können sich jetzt wahrscheinlich ab sofort auf etwas gefasst machen. MSV-Big Boss Walter Hellmich hat Peter Neururer von dessen Sofa geholt und dem schnauzbärtigen Trainerurgestein mit dem Lautsprecherhabitus nach dunkler Bommer-Ära die Zebra-Peitsche in die Hand gedrückt. Dass alles, nachdem Herr Neururer wohl geschätzte zwei Millionen Fliegen an seiner Wohnzimmerwand gezählt hat.

Nun soll der frühere Bochumer Eintänzer mit dem Feuerwehrmann-Etikett den Zebras ordentlich Beine machen und doch noch zum erhofften Bundesligaaufstieg treiben. Die vorläufige Sendepause des Lautsprechers ist damit mal wieder vorbei. Aus diesem Anlass ist THOR WATERSCHEI sich nicht zu schade, elf Neururerische Dampfplaudereien hervorzuwühlen.:

1. „Wir fahren hin, hauen die weg und fahren wieder zurück.“

2. „Ich bin ein Idealist. Wenn das Leben nicht so teuer wäre, würde ich alles umsonst machen.“

3. „Ich werfe 11 Trikots hoch - Wer eins fängt, darf spielen.“


4.
„Wir fahren ins Trainingslager - Ihr könnt schon mal Eimer zum Kotzen mitnehmen!“


5.
„Ich beherrsche die Verbalerotik.“


6. „Die Droge Fußball fasziniert und finanziert mich.“


7. „Ich bin ne Weichbirne!“


8. „Wir waren alle überzeugt, dieses Spiel zu gewinnen. So haben wir auch gespielt - In der ersten zweieinhalb Minuten.“


9. „In Offenbach brauchst Du eher einen Wohnwagen als eine Wohnung, so schnell bist Du wieder weg.“

10. „Warm gemacht hab ich mich wie Maradona, aber gespielt hab ich wie Katsche Schwarzenbeck.“ [HERR NEURURER ÜBER SEINE EIGENEN KICKER-QUALITÄTEN]

11. „Dass es im Trainerberuf leider nicht mehr um Qualitäten geht, ist richtig. Bei der Jobvergabe entscheidet die Reputation und nicht das Wissen. Trainingsprogramme, Analyse, Mannschaftsführung... Dieses ganze Know-How wird doch nirgends abgeprüft. Und da habe ich mal gesagt: Wenn es nach diesen Kriterien gehen würde, und wir dann ein Quiz machen würden, dann könnte ich mir Vereine aussuchen wie Real Madrid oder Bayern München.“

Sonntag, 16. November 2008

Outstanding

Goodbye! Der olle Andy Cole, mit 181 Treffern hinter Alan Shearer zweitbester Torschütze der englischen Premier League, hat in der vergangenen Woche ja beinah derart klammheimlich seinen Rücktritt erklärt, dass sein Stiefel-an-den-Nagel-hängen fast im alltäglichen Stakkato der Schlagzeilen untergegangen wäre.

Ironischerweise tat Cole dies bei Nottingham Forest, dem einstigen Europapokalsieger der Landesmeister. Wie Forest war Cole früher im Fußballmutterland eine richtig große Nummer und feierte während seiner 19-jährigen Profilaufbahn u. a. fünf englische Meisterschaften, zwei Pokalsiege und einen Champions League-Sieg.

Sowohl für Cole als auch für Forest änderten sich allerdings die Zeiten. Forest rangiert nach seinem Aufstieg aus der dritten englischen Liga in der zweiten englischen Division derzeit auf dem vorletzten Platz und hatte mit Goal King Cole eigentlich im Sommer einen Einjahresvertrag vereinbart. Nach elf torlosen Partien im roten Forest-Dress wurde der Kontrakt jedoch aufgelöst. Der inzwischen 37-Jährige erkannte offenbar die Zeichen der Zeit und erklärte sodann seinen Rücktritt.

Coles 12 Klubs lesen sich dabei wie das Who is Who des englischen Fußballs. Arsenal, Fulham, Bristol City, Newcastle, Manchester United, Blackburn Rovers, Manchester City, Portsmouth, Birmingham, Sunderland, Burnley und schließlich Nottingham Forest. Es fehlen in dieser tor- und titelreichen Vita eigentlich nur noch Stippvisiten bei Liverpool, Chelsea und Tottenham. Mit einer Stippvisite vergleichen lässt sich wohl ebenfalls Coles Laufbahn im englischen Nationalteam, die mit mickrigen 15 Einsätzen und einem Tor freilich wenig spektakulär verlief .

Statt als hochprofilierter Nationalkicker in die Ehrengalerie der Three Lions fügte sich Cole im Übrigen in eine ganz andere Ehrengalerie ein. In die Reihe jener englischer Profis um den unverwüstlichen Ober-Barden Chris Waddle ein, die es sich nicht haben nehmen lassen neben dem Rasenrechteck zusätzlich zum Mikro zu greifen und ohne Rücksicht auf fremde Ohren und sonstige Verluste verzichtbare Songs zu schmettern, zu rappen oder zu schnattern.

Andy Cole, den THOR WATERSCHEI zum neuen T(h)or der Woche ernennt, tat dies anno 1999. Offenbar euphorisch angeheizt von den drei Titeln, die er mit Manchester United in jenem Jahr gewann, veröffentlichte Cole die Single Outstanding, die zwar zum Ladenhüter avancierte. Das wird Mr. Cole sicher verkraftet haben, wenn man sich anschaut, wie viele Treffer Goal King Cole auf dem Rasenrechteck bekanntlich gelandet hat. Wie resümierte etwa ein kritischer YouTube-Kommentator mit der Treffsicherheit von Andy Cole in dessen besten Tagen: „Terrible song, brillant player.“



Über den T(h)or der Woche

Reale Krise

Hat es sich bei Real Madrid bald ausgeschustert? Die Spatzen pfeifen es ja quasi vom Dach des Bernabeus, dass sich Bernd Schuster nach dem Abrutschen auf Rang vier in der Meisterschaft und der gestrigen 0:1-Pleite bei Valladolid und der jüngsten Pokalblamage gegen einen Drittligisten offensichtlich seine künftigen Tage als Trainer von Real Madrid an einer Hand abzählen kann. Da ist bei den Königlichen wohl ein waschechter Feuerwehrmann notwendig. Bitter für Peter Neururer, dass er sich offenbar schon entschieden hat, ab sofort die wildgewordene Duisburger Zebra-Herde anzuführen.

Samstag, 15. November 2008

My Arsenal # 23: Arsène, ärgere dich nicht!

Arsenals gibt es in der weiten Welt des Fussballs viele. Unter anderem Arsenal Kiew, Arsenal Tula, Arsenal Berekum aus Ghana oder Arsenal de Sarandì aus Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires entstanden in Gefolgschaft des ehrwürdigen Arsenal Football Clubs aus London, der allerdings und das weiß nicht nur Nick Hornby das einzig wahre Arsenal ist…

Arsenal London besitzt in dieser Saison wahrlich die Qualitäten einer Wundertüte. Wurde am vergangenen Samstag beim bravourösen 2:1-Heimsieg gegen Manchester United (→ Nas(s)ri gemacht) noch gemeinhin mit Zunge geschnalzt und schossen die von Arsene Wenger unter der Woche im englischen Ligapokal losgelassenen Young Guns gegen Wigan noch ein Kanonade feinsten Fußballs ab, gab es heute nach den 90 Minuten gegen Aston Villa im Emirates Stadium lange Gesichter.

Dieses Emirates Stadium, als Bollwerk bekannt, eroberte Villa locker und leicht mit Zwo zu Null. Und all das gegen Arsène Wengers erste Garde, die noch Rooney, Ronaldo und Konsorten das Fürchten gelehrt hatte. Für Arsenal ist die Pole Position in der Premier League mit mittlerweile neun Zählern Rückstand schon fast Lichtjahre entfernt.

Dabei hatte Arsenals legendärer Eisenfuß Nigel Winterburn unlängst in seiner Mittwochs-Kolumne in der Islington Gazette davon geschwafelt, dass Arsene Wenger momentan fast nichts falsch machen könne. Doch Konstanz lässt sich schließlich nicht herbeireden. Auch nicht von Monsieur Wenger. Daher: Arsène, ärgere dich nicht.

Arsenal London - Aston Villa 0:2 (0:0))
Emirates Stadium London: 60.046 Zuschauer

Tore 0:1 Clichy (70.), 0:2 Agbonlahor (80.)

Arsenal: Almunia, Sagna (ab 71. Toure), Gallas, Silvestre, Clichy, Walcott, Fabregas, Denilson, Nasri, Diaby (ab 61. Adebayour), Bendtner (ab 68. Vela)

Aston Villa: Friedel, Cuellar, Laursen, Davies, Luke Young, Ashley Young, Sidwell, Petrov, Barry, Milner, Agbonlahor

Abschiedsspiel

Heute vor 30 Jahren feierte der Mann mit der Mütze, Helmut Schön, Abschied. Schön wurde im Vorfeld des Länderspiels gegen Ungarn im Berliner Olympiastadion offiziell vom DFB nach 14-jähriger Amtszeit und 139 Länderspielen (87 Siege, 30 Remis, 22 Niederlagen) als Bundestrainer verabschiedet. In Erinnerung geblieben sind selbstredend nicht nur die tollen Triumphe wie etwa der EM-Titel '72 oder der Gewinn der WM '74 und denkwürdige Niederlagen wie gegen die DDR, im Wembley-Finale, im Jahrhundertspiel gegen Italien oder das Cordoba-Fiasko. In Erinnerung bleiben sollte ebenfalls Schöns Philosphie des Spiels, denn die war wirklich schön:

„Fußball ist, auf seine Weise, ein spielerisches Modell unserer gesellschaftlichen Verhältnisse: so einfach, dass jeder es verstehen kann, so variationsreich, dass – wie im Leben – immer neue Konstellationen entstehen können.“

Donnerstag, 13. November 2008

WEISse Weste

Chapeau, Jogi Löw hat wahrlich ein Talent dafür, Überraschungen aus dem Hut zu zaubern. Am nächsten Mittwoch geht bekanntlich in Berlin gegen England und heute gab Herr Löw sein Aufgebot für das Prestigeduell im Olympiastadion bekannt, in dem sich drei Neulinge tummeln. „Wir wollen das letzte Spiel des Jahres noch einmal dazu nutzen, um das eine oder andere auszuprobieren." Einer von ihnen ist übrigens ein gewisser Tobias Weis, seines Zeichens Mittelfeldspieler von den 1899ern aus Hoffenheim. Klingelts?

Arbeitsnachweis dieser Saison? 12 Bundesligaspiele, in der Aufstiegssaison der 1899er in der zwoten Liga satte 15 Partien. Der kicker nannte Weis in Anlehnung an den ollen Gennaro Gattuso liebevoll Kampfzwerg und benotete ihn nach einem tollen Derbykick gegen den KSC vor wenigen Wochen mit 1,5. Am letzten Sonntag bei der 0:1-Pleite wurde Weis übrigens in der 68. Minute eingewechselt. Ist es jetzt reaktionär zu fragen, ob Herr Borowski aus terminlichen Gründen am Abend des England-Länderspiels verhindert war?

Mittwoch, 12. November 2008

Wimpel-Wednesday # 12: FC Metz

Wimpel-Wednesday, 12. Folge. Dass sich Franck Ribery vor gut vier Jahren noch beim FC Metz verdingte, ist kaum zu glauben. Der fußballerische Leuchtturm Lothringens hat zwar einst den großen Robert Pires in die weite Welt des Fußballs geschickt, war jedoch zumeist Stammgast im Fahrstuhl zwischen der ersten und zweiten französischen Liga. Wie zum Beispiel im vergangenen Sommer, als die Granatroten mal wieder aus der Ligue Un abstiegen.

Gestern gab es gleichwohl im französischen Ligapokal endlich mal wieder bei dem Klub, für den der KSC-Edelholzfäller der Neunziger, Gunter Magic Metz, leider nie die Stiefel geschnürt hat, ein echtes Highlight zu bejubeln. Bei Olympique Lyon, Frankreichs Serienmeister, siegte Metz glatt mit 3:1 und durfte sich nach den erfolgreichen 90 Minuten im gefürchteten Stade Gerland ziemlich stolz auf die Schenkel klopfen.

Diesen Triumph will auch THOR WATERSCHEI würdigen. Mit einem kurzen Dank an Wimpeleinsender Carsten Pilger wird daher ein recht schlicht gehaltenes Wimpelexemplar des FC Metz , auf dem offenbar der Fokus vollkommen auf die Ausstellung der kompletten Pokalvitrine des Traditionsklubs gelegt wird, in die TW-Wimpelecke gehängt.

Wer übrigens Interesse daran hat, die Wimpelromantik bei THOR WATERSCHEI aktiv mitzugestalten und z. B. möchte, dass ein Foto eines Wimpels seines Lieblingsklubs veröffentlicht wird, der möge mit dem Betreff WIMPELECKE eine Mail nebst entsprechender Anlage an thor-waterschei@web.de schreiben.

I prefer bowling

Prince Charles, der ewige britische Thronfolger, feiert Freitag seinen 60. Geburtstag. Mit dem runden Leder hatte der Jubilar in seinen sechs Jahrzehnten seines bisherigen Lebens ja nicht allzu viel am Hut. Und dass im Fußball-Mutterland mag sich so mancher kritische Geist nun denken. Ganz im Gegensatz im Übrigen zu seiner Mum, die ihre königlichen Daumen angeblich Arsenal halten soll.


„I prefer bowling“, soll Charles einmal auf seine Beziehung zum Fußball angesprochen lakonisch geantwortet haben. Das hielt dereinst jedoch nicht ab, seinen Kaffee aus einer stilechten Liverpool-Tasse zu trinken. Ob da jemand etwa eine kleine Leidenschaft (→ Von den Kötern gebissen) geheim halten wollte? Für den Prince of Wales heißt es daher wohl liverpoolesk: You'll never drink alone...

Sonntag, 9. November 2008

My Arsenal # 22: Nass(ri) gemacht

Arsenals gibt es in der weiten Welt des Fussballs viele. Unter anderem Arsenal Kiew, Arsenal Tula, Arsenal Berekum aus Ghana oder Arsenal de Sarandì aus Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires entstanden in Gefolgschaft des ehrwürdigen Arsenal Football Clubs aus London, der allerdings und das weiß nicht nur Nick Hornby das einzig wahre Arsenal ist…

Regen und London gehören bekanntlich zusammen. So an die 200 Regentage sollen es laut kühnster Regenstatistiken in der englischen Kapitale pro Jahr geben. Ein typischer Regentag war im Übrigen auch am gestrigen Samstag. An diesem empfing Arsenal London, das schließlich ebenso wie der Regen oder Big Ben zu London gehört, Manchester United. Sowohl die Gunners als auch ManU waren vor dieser Spitzenpartie der 12. Premier League-Runde auf einen Dreier angewiesen, sollte der Rückstand zum Führungsduo Chelsea und Liverpool nicht weiter anwachsen.

In dem temporeichen Kick standen jedoch letztlich die Gäste aus Manchester in Londoner Regen. Verantwortlich hierfür war ein Doppelschlag von Arsenals Samir Nasri, dank dessen die Mannen von Sir Alex Ferguson nass gemacht werden konnten. Dem knorrigen Schotten wird sich wahrscheinlich nicht damit trösten lassen, dass angeblich in Schottland rund 300 (!) Begriffe existieren sollen, die dazu dienen, sämtliche vorherrschende Regenarten zu beschreiben.

Arsenal nahm jedenfalls dank des wichtigen Sieges ManU den dritten Rang ab und hat laut Monsieur Wenger die Kritiker, die sogar angesichts der Launen der Gunners-Eleven vereinzelt ein Ende der Ära Wenger heraufbeschworen, zum Schweigen gebracht. Was mitunter wohl ebenso ein sogenanntes nass machen, bedeuten kann.

Arsenal London - Manchester United 2:1 (1:0)
Emirates Stadium London: 60.106 Zuschauer

Tore 1:0 Nasri (22.), 2:0 Nasri (48.), 2:1 Da Silva (90.)

Arsenal: Almunia (ab 78. Fabianski), Sagna, Gallas, Silvestre, Clichy, Walcott (ab 77. Song Billong), Fabregas, Denilson, Nasri, Diaby (ab 86. Toure), Bendtner.

Man Utd: Van der Sar, Neville (ab 63, Rafael Da Silva), Ferdinand, Vidic, Evra, Ronaldo, Anderson (Gab 72. Giggs), Carrick, Park, Rooney (ab 77. Tevez), Berbatov

Vaduz

Littbarski in Liechtenstein! Wer hätte gedacht, dass es einmal so weit kommt. Littis Entscheidung, das Angebot des FC Vaduz , Liechtensteins Vorzeigeklub, anzunehmen, ist jedoch gewissermaßen folgerichtig für die Tingeltour Littbarskis über die Trainerbänke der weiten Welt des Fußballs, die ihn via Japan, Australien, Leverkusen, Duisburg-Meiderich, zuletzt Iran nun ins Alpen-Fürstentum geführt haben.

Beim FC Vaduz, der seit seinem sommerlichen Aufstieg in der erste Schweizer Division, in die sagenumwobene Axpo Super League, kickt, wurde Littbarski als Nachfolger des erfolglosen Schweizer Rekordinternationalen Heinz Hermann zum Teamchef ernannt, der laut der entsprechenden Pressemitteilung des Klubs „die Funktionen des Sportdirektors und Cheftrainers gleichzeitig übernimmt“. Lässt sich ja wohl auf eine gewisse Weise hören, oder? Zumal der kleine Litti von Vaduz' Präsidenten Schädler nach seiner Schilderhebung zusätzlich als „große Lösung“ gepriesen wurde.

Fremdschämen war dagegen bei der Lektüre der stiefmütterlichen Abarbeitung des Klubs von Littbarskis Trainervitain in jener Presseinfo angesagt. So vergaß der gute FC Vaduz freilich nicht jede von Littis Stippvisiten als Trainer kurz und knackig zu erwähnen. Als kleine Kompensation für die offensichtlich nicht recherchierten Meistertitel Littbarskis in Japan und Australien ließ es sich der FC Vaduz allerdings nicht nehmen, die promentesten Trainer aufzuzählen, die Littbarski in seinen aktiven Tagen begleitet haben. Insofern kann sich der FC Vaduz ab sofort damit rühmen, einen Teamchef engagiert zu haben, der dereinst Franz Beckenbauer als Teamchef hatte.

Der 90er Weltmeister verlor sein heutiges Premierenspiel zwar im heimischen Rheinpark-Stadion mit Null zu Zwo gegen den FC Basel, kann sich gleichwohl mit der Ernennung zum neuen T(h)or der Woche etwas trösten. Denn so viele Protagonisten aus der weiten Welt des Fußballs, die dereinst Franz Beckenbauer als Teamchef hatten und zum T(h)or der Woche ernannt worden sind, existieren beileibe noch nicht.

Über den T(h)or der Woche

Freitag, 7. November 2008

Yes, we can

Yes, we can“, dachte man sich offensichtlich recht wagemutig bei West Ham United. Denn wie sich auf dem gut informierten Webportal der BBC nachlesen lässt, beabsichtigt der Traditionsklub aus dem Londoner East End Barack Obama, wenn dieser das nächste Mal im Fußballmutterland zu Gast ist, zu einem West Ham-Heimspiel einzuladen.

Anlass für die Hammers auf den fahrenden Obama-Zug zu springen, ist eine Stadionvisite Obamas im Upton Park, die er während eines Urlaubs bei seiner in London lebenden Halbschwester anno 2003 durchführte. Die Sun hatte die Geschichte schon im Januar aufgewärmt und orakelt, ob vielleicht irgendwann die West Ham-Hymne I’m Forever Blowing Bubbles von Obama inbrünstig geschmettert aus dem Westflügel des Weißen Hauses ertönen könnte. Doch vielleicht ist Obamas West Ham-Platte schon ausgespielt, bevor sie richtig aufgelegt wird.

Denn der englische West Ham-Blogger Iain Dale, der in seinem Hammers Diary angeblich das Gras des Upton Parks wachsen hört, wusste in diesem jüngst über „Bad news on Obama“ zu berichten. Angesprochen auf seine vermeintliche West Ham-Daumendrückerei, soll der designierte US-Präsident diese nämlich einfach dementiert haben. Von wegen also I’m Forever Blowing Bubbles oder gar West Ham till I die...

Teuflischer Plan


Mittwoch, 5. November 2008

Wimpel-Wednesday # 11: FC Basel

Wimpel-Wednesday, elfte Ausgabe. Der Eidgenosse Hans Gamper gründete 1899 den FC Barcelona. Der Legende zufolge stand der FC Basel mit seinen rot-blauen Farben als Vorbild für die Vereinsfarben der Katalanen sozusagen Modell. Ganz belegbar scheint dieser Mythos jedoch nicht, verweisen Kritiker dieser Theorie doch glatt auch auf Gampers so genannten Heimatverein FC Zürich als vermeintliche farbliche Inspirationsquelle für die Barca-Kluft. Belegbar ist gleichwohl, dass der FC Basel gestern Abend in der Champions League einen Paukenschlag landete.

Es gab ein Eins zu Eins, ausgerechnet im Camp Nou beim FC Barcelona. Farbenlehre hin, Farbenlehre her. Trotz jeweils rot-blauer Kluft strahlen beide Klubs natürlich dennoch nicht die gleiche Couleur aus, wenns um den allgemeinen internationalen Knieschlotterfaktor geht. Durch das ehrwürdige Remis im Camp Nou, hat es sich der FC Basel aber redlich verdient, dass ein schnörkelloses Wimpelexemplar des FCB in die THOR WATERSCHEI-Wimpelecke gehängt wird.

Wer übrigens Interesse daran hat, die Wimpelromantik bei THOR WATERSCHEI aktiv mitzugestalten und z. B. möchte, dass ein Foto eines Wimpels seines Lieblingsklubs veröffentlicht wird, der möge mit dem Betreff WIMPELECKE eine Mail nebst entsprechender Anlage an thor-waterschei@web.de schreiben.