Montag, 31. Dezember 2007

L'Equipe

Zum Jahresausklang präsentiert THOR WATERSCHEI noch eine kleine neue Rubrik. ELEVEN heißt sie und in ihr werden demnächst elf Weisheiten zu einem Thema aus der weiten Welt des Fußballs oder einfach tolle Mannschaften vorgestellt. Wie zum Beispiel die von der französischen Zeitung L'Equipe in diesen Tagen ernannte Elf des Jahres 2007...

Siebziger

Die englische Torwart-Legende Gordon Banks feierte gestern seinen 70. Geburtstag. THOR WATERSCHEI-Blogchef Björn Hoeftmann gratuliert dem bescheidenen Torwart der englischen Weltmeistermannschaft von 1966 nachträglich, der sich selbst kein besonders großes Talent bescheinigte: „Ich kam nicht als guter Torwart auf die Welt. Ich wurde das durch harte Arbeit.“

Der gelernte aus einfachen Verhältnissen stammende Maurer gilt als der beste englische Torhüter aller Zeiten. Das englische Tor mit Banks zwischen den Pfosten galt dabei als ebenso sicher wie die Bank of England, was insbesondere sein Spitzname „Banks of England“ treffend beschreibt.

Gelber Sweater als Markenzeichen

Zwischen 1963 und 1972 bestritt Banks, dessen Markenzeichen der unverkennbare gelbe Sweater war, 73 Länderspiele, in denen er lediglich 57 Tore kassierte, und stand ebenso im legendären Wembley-Finale 1966 zwischen den englischen Pfosten. In diesem triumphierte England bekanntlich mit 4:2 nach Verlängerung über Deutschland und holte zum bisher ersten und einzigen Mal den Weltmeisterpokal.

Verpasst hat Banks hingegen wegen einer Magenverstimmung die sogenannte deutsche Revanche im Viertelfinale der WM 1970 in Mexiko, bei der Beckenbauer, Seeler, Müller & Co. den englischen Titelverteidiger mit einer denkwürdigen 2:3-Niederlage im Gepäck zurück auf die Insel schickten.

Banks ohne Meistertitel

Der Jubilar, der seit einem tragischen Autounfall 1972 auf dem rechten Auge blind ist, wurde während seiner für Chesterfield, Leicester City und Stoke City absolvierten 487 Erstligaspiele zwar nie englischer Meister, gewann aber zumindest zweimal (1964 und 1972) den englischen Ligapokal.

Zweitbester Torhüter des 20. Jahrhunderts

Hinter dem legendären russischen Torsteher Lew Jaschin wurde Banks, der nach seinem 60. Länderspiel von der Queen zum Officer of the Britisch Empire ernannt wurde und den Deutschen Bert Trautmann als sein Vorbild bezeichnet, übrigens zum zweitbesten Torhüter des 20. Jahrhunderts gekürt. Einer Ehre, von der seine englischen Nachfolger derweil doch weit entfernt sind.

Dieser Artikel ist ebenfalls auf Goal.com zu finden.

Sonntag, 30. Dezember 2007

In Gedenken


Der schottische Fußballspieler Phil O'Donnell ist gestern Nachmittag im Punktspiel seines Klubs FC Motherwell gegen Dundee United zusammengebrochen und wenig später auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben. O'Donnell wurde nur 35 Jahre alt und hinterlässt eine Frau und vier Kinder.

Kasernen-Kicker?

Alpay Özalan ist 90-maliger türkischer Nationalspieler und gehörte nach einer grandiosen WM 2002 dem FIFA-Team dieses World Cups an. Zurzeit ist der mittlerweile 34-jährige Verteidiger, mit dem schmeichelnd gesagt, ab und zu sein Temperament mit ihm durchgeht in Diensten des 1. FC Köln. Nachdem Alpay im Herbst allerdings öffentlich feststellte, dass Christoph Daum, nicht mehr das Feuer habe, was ihn früher ausgezeichnet habe, befindet sich Alpay am Rhein auf dem Abstellgleis. Das ist für Alpay natürlich nicht gerade optimal, da er sein Land im Sommer Nullacht bei der Euro in den Alpen vertreten will.

Auch wenn der Halbmond derzeit nicht auf seiner Brust prangt, hat man ihn in seiner türkischen Heimat natürlich nach all den glorreichen Taten und Grätschen in seiner Karriere nicht vergessen. In der Türkei schlummert nämlich ein Einberufungsbescheid zum Militär. Demnach muss Alpay Anfang Januar in einer Kaserne in Südwestanatolien seinen noch nicht abgeleisteten Wehrdienst antreten. Die gute Nachricht: die reguläre Dauer von acht Monaten bleibt ihm erspart, da im Ausland lebende Türken gegen eine Ausgleichszahlung von rund 5.000 Euro den verkürzten Dienst leisten können. Dennoch kommt Alpay der Euro 2008 dadurch nicht unbedingt näher...

Skipper

That's football! Da haben sich die Fußballjournalisten in aller Welt und insbesondere auf der Insel seit Michael Ballacks Ankunft in London im Sommer 2006 die Finger wund geschrieben und mitunter recht hanebüchne Gründe aus dem Rasen der ehrwürdigen Stamford Bridge ausgegraben, um dem zurückhaltenden Sachsen aufzuzeigen, dass Chelsea mit einem Ballack in seinem Mittelfeld keinen Blumentopf gewinnen kann.

Wie gut, dass Jose Mourinho, der liebe Fußball-Gott habe ihn selig, Ballack seinerzeit unter Artenschutz stellte. Den hob der extravagante Portugiese jedoch in diesem Sommer nach einer durchschnittlichen Saison Ballacks und Chelseas wieder auf. Der deutsche Nationalmannschaftskapitän, der stets die Dreizehn trägt, wurde damit den besonders im Mutterland des Fußballs bereits Messer wetzenden und zumeist gnadenlosen Tabloids quasi zum Fraß vorgeworfen.

Kaum ein Hahn krähte mehr im Londoner Westen nach dem seit April am Knöchel verletzten Ballack - bis zum sogenannten Boxing Day, an dem Ballack für die Blues in der Premier League ein beeindruckendes Comeback gab und beim Stand von 3:3 in einem berauschenden Match gegen Aston Villa wenige Minuten vor dem Abpfiff mit seinem Treffer beinahe zum Held dieses Boxing Days avancierte. Beinahe, weil Villa doch noch ausglich. Aber nun, Ballack war wieder da.

Und durfte drei Tage später überraschenderweise den Chelsea Football Club wegen der verletzungsbedingten Abwesenheit der etatmäßigen Spielführer John Terry und Frank Lampard gegen Newcastle erstmals als Kapitän aufs Feld führen. That's football! Mit einem überzeugenden "Skipper" Ballack schlug Chelsea die Nordengländer mit 2:1. Michael Ballack hat sich damit, wie THOR WATERSCHEI meint, in der 52. und letzten Woche diesen Jahres wohl ausreichend profiliert, um zum T(h)or der Woche ernannt zu werden.

Samstag, 29. Dezember 2007

Schuster, Schuster, Schuster

Immer wieder Bernd Schuster. Vor ein paar Tagen vermutete THOR WATERSCHEI noch, dass der Blonde Engel aus Augsburg für Real Madrid der blonde Weihnachtsengel sei und Real deshalb beim Erzrivalen Barca in dessen Camp Nou einen 1:0-Triumph gelandet hätte. Eine "taktische Meisterleistung" bescheinigte ihm daher tags darauf die spanische Presse. Wenige Tage später erfuhr Schuster nun eine weitere Ehrung, wurde er von den Hörern des populären spanischen Radiosenders Cadena Ser zu Spaniens Trainer des Jahres 2007 gewählt. Schuster, Schuster, Schuster, die Lobeshymnen wollen einfach nicht abklingen...was wird erst sein, wenn Real das anvisierte Triple gewinnt?

Donnerstag, 27. Dezember 2007

Albanischer Haan

Nach opulenten Festtagen mit Puten, Gänsebraten oder sonstigen Geflügeldelikatessen zeigte sich doch heute in den medialen Schlagzeilen ein Haan unverwüstlich. Genauer gesagt, Arie Haan, der so kultiviert anmutende Trainer-Weltenbummler aus dem nord-niederländischen Örtchen Finsterwolde .

Auf niederländischen Internetseiten war dabei schlichte und Vollzug meldende Headline zu lesen: Arie Haan bondscoach Albanië! Der 59-Jährige hat also wieder eine Anstellung auf einer Trainerbank in der weiten Welt des Fußballs gefunden. Im Februar des noch frühen 2007 kündigte der joviale Arie, der eigentlich Arendt heißt und bei Ajax Amsterdam (in Gefolgschaft des großen Johan Cruyff), dem RSC Anderlecht und Standard Lüttich auf eine famose Spielerkarriere mit insgesamt fünf Europapokalsiegen zurückblicken kann, bekanntlich seinen letzten Job als Nationaltrainer Kameruns schlichtweg per E-Mail.

Doch der auf seinen 14 Trainerstationen weitgereiste frühere niederländische Nationalspieler, der mit der Elftal zweimal Vizeweltmeister wurde, sagte nun dem albanischen Fußballverband als Nachfolger des glücklosen Kroaten Otto Baric seine Dienste für die kommenden zwei Jahre zu. In dem Land der Skipetaren war jener Verband zwar ausgerechnet vom albanischen Ministerpräsidenten nach der jüngsten Blamage in der Quali für die Euro 2008 wegen angeblicher Spielschiebereien als Mafia bezeichnet worden. Das Krähen des niederländischen Haans auf Tiranas Trainingsplätzen soll derlei Gerüchte nunmehr übertönen und die Kuq e zinjtë, die Rot-Schwarzen, am besten zur WM-Endrunde nach Südafrika lotsen.

Montag, 24. Dezember 2007

Blonder Weihnachtsengel?

Blonder Weihnachtsengel? THOR WATERSCHEI ist zwar nicht bekannt, ob Bernd Schuster wie 80 Prozent der spanischen Bevölkerung an der traditionellen spanischen Weihnachtslotterie teilgenommen und dort sogar einen kleinen Gewinn eingeheimst hat. Mehr wert als ein schnöder kleiner Lottogewinn in der Sorteo de Navidad zählt aber für den Blonden Engel aus Augsburg sicherlich der gestrige 1:0-Triumph seines weißen Weihnachtsballetts im Clasico beim FC Barcelona.

Real hat Henry, Ronaldinho & Co. damit im Camp Nou mit seinem Sieg wohl nicht nur den Appetit auf den weihnachtslichen Gänsebraten etwas verdorben. Barca liegt nun wohl ebenso der mittlerweile beträchtliche Rückstand von sieben Zählern auf Real im Magen. Ein bißchen, ein blonder Weihnachtsengel scheint Bernd Schuster, immerhin noch bekennendes Barca-Mitglied nach seinen acht Jahren im blau-roten-Dress der Katalanen, mit seiner brillanten Bilanz als Real-Trainer also doch irgendwie zu sein. Feliz Navidad!

THOR WATERSCHEI über Bernd Schusters REALität:
Teil 1 - Schuster zurück zu seinen Leisten
Teil 2 - Von Münster nach Madrid
Teil 3 - Händchen
Teil 4 - Barbier vom Bernabeu?
Teil 5 - Falscher Idealismus?
Teil 6 - Königstransfer

Sonntag, 23. Dezember 2007

Tassen im Schrank?

Der englische Traditionsverein Queens Park Rangers macht weiter von sich reden. Nachdem im September die beiden Formel 1-Mogule Flavio Briatore und Bernie Ecclestone bei QPR einstiegen und den Klub, dem nicht nur Skandalnudel Pete Doherty seit Kindesbeinen die Daumen drückt, mit ihren Finanzspritzen entschuldeten, verkauften und Flav und Bernie nun 20 Prozenz der Anteile von QPR an den indischen Stahlmogul und Milliardär Lakshmi Mittal, einst von der Süddeutschen Zeitung als moderner Maharadscha gepriesen und immerhin fünftreichster Mann der Erde.

Mit Mittals Millionen will QPR, das momentan in Englands 2 Liga tapfer die Rote Laterne des Tabellenletzten in Händen hält, kurzfristig wieder zurück in das Geheiligte Land der Premier League. Das ist natürlich durchaus legitim, durften die Fans der Super Hoops schon lange im Stadion an der Loftus Road im West-Londoner Stadtbezirk Hammersmith keinen Erstligafußball bewundern. Langfristig wollen die Hoops sogar ihrem ewigen Lokalrivalen Chelsea das Wasser reichen.

Bei aller Euphorie über mögliche indischen Geldmonsun fragt man sich aber, ob man an der Loftus Road noch alle Tassen im Schrank hat. Chelsea ist wohl derweil genauso weit von QPR entfernt, wie Pete Doherty davon mit klarem Kopf auf Mittals indischem Privatelefant über den Rasen an der Loftus Road zu reiten. Denn erst einmal glüht dort wahrscheinlich weiter die Rote Laterne...

Wiedersehen

März 1983. Der FC Aberdeen schlägt den großen FC Bayern München im Achtelfinalrückspiel des Europapokals der Pokalsieger trotz zwischenzeitlichem 1:2-Rückstand noch mit 3:2 und zieht ins Viertelfinale des heutzutage nicht mehr ausgespielten Pokalsieger-Cups ein. Noch heute gilt der Triumph im altehrwürdigen Pittodrie Stadium der damals von Alex Ferguson trainierten "Dons" als bestes Heimspiel der langen Vereinsgeschichte.

In der Zwischenrunde des von den Bayern nicht übermäßig geschätzten UEFA-Pokals darf der deutsche Rekordmeister nun abermals nach Aberdeen, im Volksmund Granit City genannt, reisen. Die Niederlage im März 83 war übrigens, wie der große Paule Breitner sich dieser Tage auf der Homepage der Bayern erinnerte, sein letztes Europapokalspiel. Beißen die Bayern gegen Aberdeens 2007er Generation ebenfalls auf Granit, dann hat Torwart-Titan Olli K. ja möglicherweise mit Afro-Paule etwas gemeinsam...

Die Legende vom Heiligen Ewald

Die Barden von den Wise Guys forderten in ihrer Sangeskarriere nicht nur traurige Mädchen auf zu lachen. Auch die Legende vom Heiligen Ewald wurden von den bekennenden Anhängern des 1. FC Köln schon besungen, der einst in die Domstadt kam und den Geißbock Hennes wieder munter machte.

Die Kölner Zeit ist für Ewald Lienen freilich schon ein paar Jährchen Geschichte, hat es ihn doch ins griechische Exil verschlagen. Dort sorgt er seit dem Sommer 06 als Trainer des Athener Klubs Panionos für Aufruhr und führte den einstigen Abstiegskandidaten bravourös in den UEFA-Pokal. Dort wurde Ewald aber ebenfalls, wie THOR WATERSCHEI erst jüngst besorgt in diesem kleinen Blog berichtete, nach dem Gastspiel von Panonios in Saloniki durch unmotivierte Steinwürfe von Hooligans auf den Panonios-Bus leicht verletzt.

Etwaige Rücktrittsgedanken dürften sich bei den von dem formidablen Fußball-Magazin 11 Freunde kürzlich zum Zettel-Zeus erkorenen gebürtigen Ostwestfalen aber spätestens zu Anfang der vergangenen Woche erledigt haben. Denn die griechische Spielervereinigung PSAP kürte Lienen zum Trainer der Saison 2006/2007. Allen Grund also für Lienen die steinige jüngere Vergangenheit zunächst ruhen zu lassen. Und vielleicht begründet diese Ehrung ja auch eine weitere Legende vom Heiligen Ewald. Für THOR WATERSCHEI ist dies übrigens Anlass genug, Lienen ebenso zum neuen T(h)or der Woche zu ernennen...

Über den T(h)or der Woche

Samstag, 22. Dezember 2007

Handtuch

Erdbeben am Betzenberg? Klaus Toppmöller, der ehrenamtlche Sportchef des 1. FC Kaiserslautern, hat bei seinem Leib- und Magenverein das Handtuch geworfen. Grund für seinen Rückzug sei die wankelmütige und unprofessionelle Klubführung gewesen.

"Nachdem die finanziellen Zusicherungen seitens des Vorstandes, die zur Verwirklichung dieser Transfers erforderlich waren, nicht eingehalten wurden, habe ich mich zum Rücktritt entschlossen. Da leidet meine Glaubwürdigkeit, " so das FCK-Idol, das noch immer mit 108 Treffern in 204 Spielen Rekordtorschütze des Vereins ist.

Freitag, 21. Dezember 2007

My Arsenal # 11: Milleniumsieg?

Arsenals gibt es in der weiten Welt des Fussballs viele. Unter anderem Arsenal Kiew, Arsenal Tula, Arsenal Berekum aus Ghana oder Arsenal de Sarandì aus Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires entstanden in Gefolgschaft des ehrwürdigen Arsenal Football Clubs aus London, der allerdings und das weiß nicht nur Nick Hornby das einzig wahre Arsenal ist…

Im Norden Londons ist es am morgigen Samstagmittag für rund 90 Minuten wohl vorbei mit der besinnlichen vorweihnachtlichen Stimmung. Denn um 12.45 Uhr Ortszeit, eine Viertelstunde bevor Big Ben zur 13. vollen Stunde an diesem 22. Dezember schlägt, dann wird Referee Rob Stiles das 157. North London Derby seit 1909 zwischen Arsenal und Tottenham Hotspur anpfeifen.

Die Rollen in diesem Duell der beiden Nordlondoner Erzrivalen sind verteilt. Arsenal ist als Spitzenreiter der Premier League klarer Favorit in diesem Derby gegen Tottenham, das nach zwei fünften Rängen in den beiden abgelaufenen Jahren mit dem Ansinnen in die Saison gestartet war, Arsenal sprichwörtlich das Wasser abzuschöpfen.

Arsenal und Tottenham trennen satte 22 Punkte

Aber überhaupt die Hoffnungen hierauf zu hegen, stellte sich an der White Hart Lane schnell als Trugschluss dar. Denn nach einem überaus dürftigem Saisonstart dümpelt der UEFA-Pokalteilnehmer in seinem 125. Vereinsjahr nur auf einem ernüchternden 12. Rang und satte 22 Punkte hinter den „Gunners“ in der Premier League herum. Für den Anhang Tottenhams sind dies nicht nur gefühlte Lichtjahre sein.

Dass die „Spurs“ zumindest am Samstag dem ungeliebten Arsenal Football Club aus dem Londoner Stadtbezirk Islington das Wasser reichen können, dafür steht bei den Tottenhams Anhängerschaft der Ende Oktober für den glücklosen Niederländer Martin Jol verpflichtete spanische Startrainer Juande Ramos.

Ramos hatte sich bekanntlich durch seine beiden UEFA-Pokalsiegen mit dem FC Sevilla internationales Renommee erworben und hat auch an der White Hart Lane für einen Aufschwung, mit nur einer Niederlage in den ersten elf Pflichtspielen unter seiner Regie, gesorgt.

„Spurs“ seit 19 Spielen sieglos gegen Arsenal

Inwiefern dieser so genannte Aufschwung seinen „Spurs“ um das bulgarisch-irische Torjägerduo Dimitar Berbatow und Robbie Keane jedoch insofern Flügel verleiht, dass ausgerechnet bei den heimstarken „Gunners“ die zuletzt nicht besonders rosige Bilanz etwas aufgebessert wird, erscheint trotz des spanischen Hoffnungsträgers fraglich. Denn alle englischen Wettbewerbe zusammengenommen wartet Tottenham bereits seit 19 Partien auf einen Sieg gegen den Erzrivalen. Das Datum des letzten Erfolges ist übrigens der 7. November 1999 - lang, lang ist es her.

Wie dem auch sei, lassen sich die „Spurs“ jedenfalls am Samstag im Emirates Stadium erneut von Arsenals schnellem Kombinationsfußball derart überrollen, wie im Hinspiel bei der besorgniserregenden 1:3-Pleite am 15. September diesen Jahres vor eigenem Publikum, wird Tottenhams nicht unumstrittener Keeper Paul Robinson wahrscheinlich ebenfalls das eine oder andere Mal gegen Fabregas & Co. hinter sich greifen müssen.

Wann gelingt Tottenham der Milleniumsieg?

Aber selbst wenn es für Tottenham am Samstag wieder nicht zum ersten Sieg im neuen Jahrtausend reichen sollte, im Januar kommenden Jahres gibt es zwei weitere Gelegenheitten, den herbeigesehnten so genannten Milleniumsieg zu landen.

Dann dürfen sich die beiden Rivalen, wie im Januar diesen Jahres, in den beiden Halbfinalspielen des englischen Ligapokals abermals miteinander messen. Im besagten Januar 2007 schaltete Arsenal übrigens Tottenham in der Vorschlussrunde aus und zog schließlich ins Ligapokalfinale anno 07 ein. Aber, mit der von Arsene Wenger im Ligapokal schon traditionell eingesetzten zweiten Garde versteht sich, während Tottenhams jeweils seine beste Elf auf seine Feld schickte.

Kein Wunder, dass Arsenals Fans sich schon besonders auf die morgige Begegnung freuen, wenn Arsene Wenger seine beste Equipe auf den Rasen des Emirates Stadium schicken wird. Aber Hochmut kommt ja bekanntermaßen vor dem Fall, vielleicht hat ja am Samstag, wenn Big Ben zur 15. Stunde schlägt, ebenso die Stunde von Tottenhams Milleniumsieg bereits geschlagen…

Dieser Artikel ist ebenfalls auf Goal.com zu finden.

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Schalker

Radioreporter-Legende Manni Breuckmann hat sich im Interview* mit der WELT geoutet. Der gelernte Jurist, der seit 1972 den Samstagnachmittag mit seinen Radioreportagen von den Spielfeldern des Ruhrgebiets bereichert und nie so richtig die Katze aus dem Sack lassen wollte, welchem Klub er tatsächlich die Daumen drückt, gab nun zu, eine Schwäche für Schalke 04 zu haben.

"Mir ist der FC Schalke 04 am liebsten. Ich bin aber nicht fanatisch, also auch kein Fan. Ich habe eine Schwäche für die Schalker, aber ich mag auch die anderen Vereine im Revier. Ich bin ein Anhänger des Ruhrgebietsfußballs." THOR WATERSCHEI gibt zurück ins Funkhaus...

*Das Interview mit der WELT in voller Länge

Aufs Butterbrot

Im wahren Leben wie in der weiten Welt des Fußballs gibt es so genannte neverending stories. Eine davon ist sicher diejenige von Rafael van der Vaart, seines Zeichens genialer und überaus torgefährlicher HSV-Spielmacher. Den guten Rafael ereilt bekanntermaßen regelmäßig das Fernweh, das ihn wehmütig ins Grübeln kommen lässt, ob sein Dasein beim HSV noch seinen eigenen (und denen natürlich auch von Sylvie) Vorstellungen gerecht wird. Das unsägliche von ihm betriebene Hamburgische Wechseltheater aus dem Sommer konnte VdV mit seiner tollen Hinrunde den HSV-Anhang zwar insofern verdrängen lassen.

Vergessen machen konnte VdV seinen heftigen Flirt mit Valencia aber noch nicht, bekam er ihn doch nun bei der HSV-Weihnachtsfeier nochmals schön von seinen Mitspielern aufs Butterbrot geschmiert. Denn überreichten dem niederländischen Fußball-Nationalspieler ein orangefarbenes Valencia-Trikot mit dem Schriftzug «Van der Verrat». Das sei Humor, reagierte VdV auf diese ironische Geste gelassen und ließ wissen, dass er das Trikot aufgehoben habe. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott freilich nicht zu sorgen...

Dienstag, 18. Dezember 2007

Packung

Wenn das mal keine Packung war! Der THOR WATERSCHEI-Nachfolgeklub vom Koninklijke Racing Club Genk hat es am Wochenende in der belgischen Jubiler League gleich fünfmal so richtig knallen lassen. Ist zwar auch im Limburgischen noch kein Silvesterfeuerwerk angesagt gewesen. Den 5:2-Kantersieg des KRC Genk gegen den SV Zulte-Waregem, einer der vielen belgischen Vereine wie der KRC, die in ihrem langen Vereinsleben mit einem anderen Klub irgendwann einmal fusioniert sind, kann man wohl getrost als solches ansehen.

In der Cristal Arena, die zu Tagen von THOR WATERSCHEI noch Fenix Stadion hieß, konnten sich Genks Anhänger damit bei ihren Jubelfeiern mindestens fünf stilechte Cristal Alken gönnen. Vielleicht haben sie ebenfalls nochmals auf Genks Israeli Elyaniv Barda angestoßen, der nicht weniger als drei Treffer an diesem für ihn glänzenenden Tag beisteuerte...

Montag, 17. Dezember 2007

Numero 94

Das österreichische Fußballherz hat es weiter nicht leicht. Nach den leidigen Vorwochen gab es bekanntlich jüngst Licht am österreichischen Fußballhimmel zu erblicken, als ganz Austria sich nach der Gruppenauslosung zur Euro 2008 ein neues Cordoba gegen die "Piefkes" wünschte. Da nahm man es in Wiens Kaffeehäusern auch nicht so ernst, als Lothar Matthäus wenig charmant über die aus dem Rasen derweil arg kranklnden Krankl-Nachfahren in der deutschen Presse plauderte und freute sich darüber, dass Torwart-Titan Kahn ein neues Cordoba sogar höflich für möglich hielt.

Bei aller nonchalanter Plauderei des deutschen Rekordinternationalen, den man einst bei Rapid vom Hütteldorfer Hof jagte - die FIFA servierte Österreich nun nach den fußballerisch überaus mageren letzten Jahren eine weitere Rechnung und führt die Rot-Weiß-Roten inzwischen in seiner Weltrangliste auf dem 94. Rang. Was wirkt da schlimmer? Dass dies der historische Tiefpunkt für Austrias Fußball ist oder dass Uganda, Tansania, Kongo und der Sudan die ÖFB-Kicker überholt haben? THOR WATERSCHEI ruft einmal ins Fußball-Nirvana: Ihr Krankls und Prohaskas, wo seid Ihr?

Sonntag, 16. Dezember 2007

Kein ewiger Paolo

„Jetzt bin ich mit dem zufrieden, was ich erreicht habe. Ich habe Schmerzen, aber liebe es zu spielen. Doch der Schmerz war in letzter Zeit größer als der Spaß,“ sprach Milan-Urgestein Paolo Maldini nach Milans heutigem Gewinn des Weltpokals in Yokohama gegen die Boca Juniors aus Buenos Aires. Nach dieser Saison will der inzwischen 39-Jährige seine Stiefel tatsächlich an den Nagel hängen...

Über Schuld und Sühne

Kokettierte THOR WATERSCHEI noch vor einer guten Woche mit einer Rückkehr von Oliver Kahn ins deutsche Nationalteam, straften die Ereignisse der abgelaufenen Woche die Anwandlungen des gemeinen Betrachters des bayerischen Fußball-Mikrokosmos Lügen.

Belehrte Kahn nach zuletzt etwas dürftigen Leistungen seiner hochgelobten Vorderleute vor allem seine renommierten Kollegen Luca Toni und Franck Ribery, dass spielen alleine nicht reiche und man auch kämpfen müsse. Ferner befände man sich in der bajuwarischen, Fußballhochburg freilich in Dimensionen von ManU, Milan, Barca und Real und nicht mehr etwa in Florenz oder Marseille.

Weiter soll Kahn die Weihnachtsfeier, heuer wurden dort keine kaiserlichen Nachkömmlinge gezeugt, unter dem Vorwand, sich um seine Kindern kümmern zu müssen, verlassen haben und wurde allerdings ärgerlicherweise mit seiner feschen Verena bei der abendlichen Vesper erwischt...die Quittung? Ottmar Hitzfeld suspendierte Kahn für das gestrige Münchner Gastspiel bei der Alten Dame in Berlin und brummte Kahn obendrein ne Geldbuße von satten 25.000 Euro auf. Als wenn Ottmars Bannstrahl nicht schon Strafe genug gewesen wäre, ließ ein gewisser Günter Netzer zusätzlich verlauten, dass er seinen Sühnevorstellungen entsprechend Kahn sogar die Kapitänsbinde abgenommen hätte.

Die darf Kahn indes am kommenden Mittwoch im UEFA-Cup wieder tragen, wenn er erneut das Münchner Tor gegen Aris Saloniki hütet. Dann als ganz normaler Torwart. Denn ein Titan sei er ,wie die taz unlängst scharfzüngig bemerkte, schon lange nicht mehr. Aber immerhin, wie THOR WATERSCHEI hinzufügen möchte, ist Kahn dann zumindest amtierender T(h)or der Woche...

Samstag, 15. Dezember 2007

Zweitausendsiebenhundertfünfzig

Die FIFA hat nun bei einer Sitzung ein Höhenlimit für Fußballspiele festgesetzt. Im Rahmen von Fifa-Veranstaltungen darf nur noch auf einer Höhe von maximal 2750 Metern gekickt werden. Eine Ausnahme wird einzig dann gemacht, wenn die betroffenen Gästeteams im Vorfeld einer Begegnung ausreichend Gelegenheit zur Akklimatisierung haben. In den Andenstaaten wird jetzt sicherlich dicke Luft herrschen. Am Betzenberg und Bieberer Berg wird derweil hingegen erst einmal durchgeatmet und ein leises Merci für Monsieur Blatter nach Tokio gehaucht...

Capello-Coup

Ich hätte nie gedacht, dass ich eines Tages England trainieren würde. Vor einiger Zeit war ich schon einmal nahe dran, aber nichts passierte. Diesmal wurde der Traum wahr. Allerdings ist es ein anderes Arbeiten in einen Land, in dem Fußball als Religion angesehen wird. Jeder fragt sich in England, warum das Nationalteam nicht in der Lage ist, zu gewinnen“, sagte Fabio Capello über seine Berufung zum Nationaltrainer des Mutterlands des Fußballs. Nach dem Ende seines Engagements will der 61-jährige Capello übrigens in Rente gehen.

Freitag, 14. Dezember 2007

Mein Leben als leidender Bergsteiger

Im Gästeblock von THOR WATERSCHEI erzählen Fußball-Fans von ihrem Lieblingsverein. Heute berichtet Dennis Weinacht von seinem entbehrungsreichen Leben als fanatischer Anhänger des einst so ruhmreichen 1. FC Kaiserslautern...

Da mache ich schon Urlaub im Süden Frankreichs, weil mir das schöne Deutschland im Sommer schlichtweg zu verregnet ist, und trotzdem werde ich angesprochen. Mir gegenüber steht ein älterer Herr, der mich amüsiert anlächelt. „Na? Wirst du deinen FCK auch in der Regionalliga unterstützen?“, fragt er mit süffisantem fast schon schadenfrohem Blick und einem Fingerzeig auf das Nummernschild. KL! Schon das Kürzel bringt mich immer wieder in Erklärungsnot. Wie soll man diese Liebe erklären? Wahrlich ist es für mich keine Schande ein Fan der „Roten Teufel“ zu sein, aber irgendwie ist es dennoch schwierig diese Tatsache einleuchtend zu begründen.

Manchmal ist der 1.FC Kaiserslautern für mich schon so ein großer Teil des Lebens, dass ich gar nicht bemerke was um mich herum passiert. Da betrete ich einen Raum und ca. 30 junge Damen und Herren beginnen zu pfeifen und zu toben. Und das nicht etwa in einem Stadion, sondern in der Humboldt-Universität zu Berlin bei einem Presse Kongress. Zunächst beziehe ich die Reaktionen natürlich nicht auf mich. Bis mir plötzlich eines auffällt: Ich trage meinen roten FCK-Schal. Im Hotelzimmer ist mir nicht einmal aufgefallen, dass ich den angezogen hatte. Ich nehme es mit Fassung und freue mich, dass man meinen FCK überhaupt noch an einem Schal erkennt, bevor ich damit beginne meinen Klub zu verteidigen. Wie ein Tiger werfe ich mich vor die Mannschaft. Nicht nur gegenüber Fremden. Mittlerweile muss ich mich schon im eigenen Bekanntenkreis erklären.

Und mit jenem Schal begann auch alles. Vor einigen Jahren war es ein Weihnachtsfest, dass für mich Folgen haben sollte. Mein Vater schenkte mir besagtes Fan-Souvenir und zwei Eintrittskarten für die Partie 1. FC Kaiserslautern – VfL Wolfsburg. Und nach langem zittern und fiebern war es dann am 8. Mai 2004 so weit. Zum ersten Mal in meinem Leben -zugegeben als Spätsünder- bestieg ich den höchsten Berg Fußball-Deutschlands. Ich erinnere mich noch als wäre es gestern gewesen. Zwei Mal hatten meine Teufel einen Rückstand gedreht. Die ersten beiden Tore erzielte Vratislav Lokvenc, das letzte Nenad Bjelica, der anschließend mit einem Baby-Schnuller im Mund jubelte. 3:2 gewann der FCK am Ende. Seitdem war es für mich das Größte Spiele dieses Vereins zu besuchen. Man verzeihe mir den Ausdruck, aber der FCK ist einfach geil!

Das Match ging mir sogar so unter die Haut, dass ich eine gewisse Hass-Liebe zum Gegner dem VfL Wolfsburg entwickelte. Wenn ich heute an die „Wölfe“ aus Niedersachsen denke, dann kommt mir nur noch ein sehr, sehr schmerzhaftes Bild vor Augen, dass sofort meinen ganzen Körper durchfährt: Florian Fromlowitz steht vor seinem Tor weint bittere Tränen in den Armen Wolfgang Wolfs. Wenige Minuten zuvor war der 1.FC Kaiserslautern zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte abgestiegen. Das 2:2 in der VW-Stadt reichte an diesem 13. Mai 2006 (also fast genau drei Jahre nach meinem ersten Kontakt) nicht aus. Und mit unserer verjüngten Mannschaft weinte eine ganze Region. Mich eingenommen!

An diesem Tag weinte ich selbst wegen roter Gelatine, die mir meine Schwester bewusst provozierend zeigte. Vielleicht waren es auch schon Tränen für die Zukunft, denn seither ging es für das „Herz der Pfalz“ stetig bergab. Man fragt sich als Fan immer und immer wieder, wieso es gerade der eigene Verein ist, der eine solche Entwicklung durchläuft?! Die Momente die den FCK in meinem Kopf prägen, sind zumeist traurig. Aber es ist eine Trauer, die auch meine Verbundenheit zu diesem Team zeigt.

Sicherlich wäre mein Leben unproblematischer und vielleicht sogar phasenweise glücklicher verlaufen, wäre ich an jenem 8. Mai 2004 nicht im Fritz-Walter Stadion gewesen. Vermutlich wäre diese Liebe zum Verein nie entstanden. Und damit die Trauer ausgeblieben. Auch deshalb sagen heute viele, im Hinblick auf meine fanatische Art, zu mir: „Es wäre besser gewesen du wärst damals zuhause geblieben!“ Und ich? Ich würde es wieder tun!

My Arsenal # 10: Boden der Tatsachen

Arsenals gibt es in der weiten Welt des Fussballs viele. Unter anderem Arsenal Kiew, Arsenal Tula, Arsenal Berekum aus Ghana oder Arsenal de Sarandì aus Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires entstanden in Gefolgschaft des ehrwürdigen Arsenal Football Clubs aus London, der allerdings und das weiß nicht nur Nick Hornby das einzig wahre Arsenal ist…

Im Nordlondoner Stadtteil Islington, wo der FC Arsenal bekanntlich seine Heimat hat, ist man wieder auf den vielgerühmten Boden der Tatsachen angelangt. Nach dem sensationellen Saisonstart der Gunners, inklusive 15 Ligaspielen ohne Niederlage und der Eroberung der englischen Tabellenspitze, war es am vergangenen Sonntag das Middles-Class-Team des FC Middlesbrough, das den Verein von Arsenals verhinderten Torsteher Jens Lehmann mit seinem 2:1-Triumph zurück auf den Boden der Tatsachen holte.

Dort angekommen ist jener Lehmann schon lange, nachdem ihn Arsene Wenger seit 4 Monaten den Verve von Arsenals zumeist so erfrischendem Offensivspiel von der harten Ersatzbank verfolgen lässt. Die Spekulationen um Lehmanns Zukunft im Arsenal-Tor wuchsen daher in den letzten Woche quasi gen Himmel, da Lehmanns gefährdete EM-Teilnahme wie ein Damoklesschwert über den Herbsttagen im Londoner Norden schwebte. Anstatt sich auf jedwede Spekulationen einzulassen, ob ihn sein Weg kurzfristig nach Wolfsburg oder zu Manchester City führen könnte, schob Lehmann selbst in einem sehr lesenswerten Interview mit der ZEIT nun einen Riegel vor.

Unabhängig davon, ob ihm Jogi Löw einen Einsatz bei der bevorstehenden Euro zusichere, werde Lehmann wegen seiner Familie bis zum Sommer 2008 in London bleiben. Selbst wenn er bei Arsenal nicht spiele. Diese Konstellation könnte aber leider für Lehmann durchaus wahr werden, wenn man zumindest nach den Abgesängen der englischen Tabloids geht. Denn Arsene Wenger dankte Lehmann am vorgestrigen Mittwoch dessen "professionelle Einstellung" in Arsenals unbedeutenden und finalen Spiel der Champions League-Grunppenphase gegen Steaua Bukarest, bei der der ansonsten beschäftigungslose Lehmann in der 68. Minute den 1:2-Ehrentreffer der Rumänen kassierte.

Die gnadenlose englische Presse wertete diesen Einsatz als Lehmanns so genanntes Abschiedsspiel und schrieb Lehmann einen Fehler bei dem Gegentor zu. Der sonst so seriöse Guardian schrieb beispielsweise, dass er sich den Spielberichtsbogen er sich als Souvenier aufheben solle. Der Daily Mirror befand weiter, dass Lehmann viel zu langsam, schwerfällig und bleifüßig sei. THOR WATERSCHEI dagegen erinnert sich noch gut an die letzten Generationen englischer Torhüter, die mit einem zwinkernden Auge gesagt, bisweilen sogar Probleme hatten, Fliegen zu fangen. Ob auf auch auf der Insel das Sprichwort gilt, dass man im Glashaus sitzend, nicht mit Steinen schmeißen sollte?

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Nackter Grotifant

Im Krefelder Stadtteil Uerdingen ist schon lange nichts mehr, wie es einmal war. Einmal? Das bedeutete, dass das Bayer-Kreuz das rot-blaue Trikot der Matthias Hergets, Wolfgangs Schäfers und Funkel-Brüder säumte und in der Grotenburg-Kampfbahn Bayer 05 Uerdingen Bundesligafußball und mitunter Sternstunden im Europapokal bot. Wer erinnert sich dort nicht gern an das glorreiche 7:3 der 05er im März 86 gegen Dynamo Dresden im deutsch-deutschen Pokalsiegerduell im damals noch ausgespielten Europapokal der Pokalsieger.

Mitte der Neunziger führte Uerdingen-Idol Friedhelm Funkel den mittlerweile in KFC Uerdingen umbenannten Klub nach zwischenzeitlichem Abstieg zwar noch einmal zurück in die Bundesliga. Der KFC und sein dumboeskes Maskottchen, der Grotifant, hatten seither aber nicht mehr allzu viel zu lachen. Unterdessen findet sich der KFC nach sportlichen Zwischenstationen und der Zweit- und Drittklassigkeit und Lizenzentzug in der 4. Liga, der Oberliga Nordrhein, wieder. Dort ist der Trainer mit dem schlagfertigen und bonbonverschenkenden Aleks Ristic freilich überaus namhaft, hat der kauzige Bosnier doch einst dem Großen Ernst Happel assistiert. Gegen die chronische Klammheit des KFC nach dem Bayer-Ausstieg kann allerdings auch Ristic nicht viel ausrichten.

Der hat vielmehr damit zu tun, dass er seine Spieler überhaupt noch bei Laune halten kann. Die Mannschaft von König Aleks beschloss nämlich beim vorgestrigen Training einstimmig, mit sofortiger Wirkung vorerst nicht mehr zu trainieren und reagierte darauf, dass der Verein neben den Novembergehälter auch weitere Beträge, wie Fahrkosten, über einen längeren Zeitraum nicht gezahlt worden sein. Am Sonntag, im letzten Pflichtspiel des Jahres, beim VfB Speldorf wollen die Kicker zwar noch einmal antreten. Wie das Leben in der ehrwürdigen Grotenburg danach weitergeht, steht aber noch in den Sternen. Man kann einem nackten Grotifanten ja auch schlecht in die Tasche greifen...

Der Eintrag ist ebenfalls auf Soccerboards, der offenen Fußballzeitung, zu finden.

Dienstag, 11. Dezember 2007

Abgetempelt?

In der türkischen Stadt Smirne nahm es nun der türkische Advokat Baris Kaska mit dem Dress von Italiens Meister Inter Mailand doch sehr genau. Beim Anblick des weißen mit einem roten Kreuz versehenen (Auswärts-)Trikot der Italiener, das Inter bei seinem 3:0-Triumph Ende November in der Champions League beim türkischen Meister Fenerbahce Istanbul getragen hatte, fühlte sich der Anwalt ziemlich auf den Schlips getreten und reichte bei dem zuständigen Gericht in Smirne einen Antrag gegen Inter ein, da Inters Dress Kaska an das rote Kreuz auf den Rüstungen der alten Tempelritter bei ihren Kreuzzügen in der Türkei erinnere .

„Dieses Kreuz erinnert mich an blutige Tage unserer Vergangenheit. Während ich das Match verfolgte, spürte ich einen tiefen Schmerz in der Seele. Inter wollte mit diesem Trikot auf explizite Weise die Überlegenheit einer Religion manifestieren“, sagte Kaska nach Angaben der römischen Tageszeitung La Repubblica am Dienstag. Den Antrag von Kaska reichte das Gericht in Smirne übrigens zuständigkeitshalber an die FIFA und UEFA weiter.

Kaska fordert in seinem Antrag nicht nur einen Punkteabzug, sondern auch eine Strafe für Inter. Das rote Kreuz auf weißen Hintergrund ist im Übrigen das Symbol der Stadt Mailand und vieler anderer Gemeinden in Italien. Ob sich solch Kaskaeske Verschwörung mit einem horizonterweiternden Urlaub im Stiefelland wohl vermeinden ließen?

Über ein echtes Arminenherz

Verschwörerische Zeitgeister behaupten ja tatsächlich standhaft, dass es das Städtchen Bielefeld im Ostwestfälischen gar nicht gibt. Das würde einerseits bedeuten, dass weder die Bielfelder Alm, die heute im Fußballmarketingsprech schlicht Schüco Arena heißt, noch das Fahrstuhlcharisma der Bielefelder Arminia existieren würde. Ferner hätte dies zur Folge, dass der aus dem Emsland stammende Pädagoge Ernst Middendorp niemals von dem Anhang der Arminia zum Bielefelder Jahrhunderttrainer gekürt worden wäre.

Doch dem ist ja Gott sei Dank nicht so. Dann hätte der werte 11 Freunde-Chefredakteur Philipp Köster in seinem ostwestfälischen Heimatlandstrich ja noch etwa dem Nachbarn aus Paderborn, wo nicht nur Roggenmischbrot gebacken werden, sondern auch dem TuS Schloß-Neuhaus und seinen im Hermann-Löns-Stadion ansässigen Nachfolgevereinen, die Daumen drücken müssen. Arminia-Edelfan Köster musste dieser leidigen Tage bekanntlich hinnehmen, dass sein DSC wieder einmal (s)einen Trainer vor die Tür gesetzt hat. Das haben die Spatzen zwar in Bielefeld nach der satten 1:6-Packung vom letzten Freitag beim eigentlich kriselnden BVB aus Dortmund irgendwie von den Dächern gepfiffen.

Seinen eigenen Jahrhunderttrainer entlässt ein Verein aber wohl auch nicht alle Tage. So kam es also, dass der gestrenge Ernst Middendorp und sein resolutes Power Ernst-Prinzip nach hart erkämpftem Klassenerhalt zum Ende der Saison 06/07, kurzzeitigem FC Bayern-Verfolger-Status zuletzt nach insbesondere in der Fremde erlittenen derben Pleiten ausgedient hatte. „Das Jahrhundert ist zu Ende“, titelte da gleich etwas hämisch der Tagesspiegel, kann sich des Wahrheitsgehalts seiner prophetischen Anwandlungen jedoch nicht gänzlich sicher sein, als der just vor die Tür gesetzte Middendorp ungewohnt lächelnd gegenüber einem Lokalschreiberling drohte, sich vorstellen zu können, auch noch ein viertes Mal auf der Alm Station machen zu wollen.

Ganz von der Arminia Abschied zu nehmen fällt da wohl recht schwer, zumal Middendorp ja für sich im Gegensatz zu seinem ihm nicht wohlgesonnenen Geschäftsführer Sport der Arminia, Reinhard Saftig, beansprucht, ein richtiges Arminenherz zu haben. „Wer hat denn das Arminenherz? Herr Saftig? Frank Geideck hat es, ich habe es, Kauf, Böhme auch - und die anderen verpissen sich“, sprach Middendorp nach dem Dortmund-Debakel und kündigte nach seiner Entlassung nun an, bei Bielefelds letztem Heimspiel des Jahres seine Arminia aus dem Bielefelder Fanblock heraus anfeuern zu wollen. Die Arminia werde immer in meiner Brust eintätowiert bleiben. Daran werde sich laut Middendorp nie etwas ändern. Das riecht also wirklich nach einem echten Arminenherz...

Der Eintrag ist ebenfalls auf Soccerboards, der offenen Fußballzeitung, zu finden.

Sonntag, 9. Dezember 2007

Party-Peruaner


Super, Pippo!

Wie gut Filippo Inzaghi tatsächlich Fußball spielen kann, da kann man sich trefflich drüber streiten. Zungenschnalzer wie Ballvirtuosen a la Zinedine Zidane hinterlässt der kleine italienische Weltmeister nicht allzu oft. Die Bühne des schlitzohrigen 34-jährigen Angreifers, dem man schmeichelnd das Prädikat "mit allen Wasser gewaschen" verleihen dürfte, ist wohl eher der Strafraum, den der Vollblutstürmer des AC Mailand wirklich sehr oft in Jubelpose mit offenem Mund und wedelndem Arm verlässt.

So auch in der 70. Minute der Champions League-Partie seiner Rossonerie gegen die kessen Schotten von Celtic Glasgow am vergangenen Dienstag. Der große Cafu legte den Ball von der rechten Seitenlinie aus zurück zum völlig ungedeckten Inzaghi, den die Tifosi Superpippo nennen, der ausgerechnet im heimischen San Siro keine Mühe hatte zu vollenden. Ein Moment mit historischer Dimension, wie es tags darauf die WELT formulierte. Denn Inzaghi holte sich in typisch kaltschnäuziger Abstaubermanier mit seinem nunmehr 63. Europapokaltor den von Gerd Müller schon scheinbar ewig bestehenden Europapokaltorrekord von 62 Treffern und gab zu danach, eine Träne vergossen und sich nicht dafür geschämt zu haben.

Seinen ersten Treffer auf europäischer Bühne erzielte der wuselige Sognore Inzaghi übrigens schon am 28. September 1995 im Dress des AC Parma gegen den albanischen Klub KS Teuta und gab jüngst keines seiner Europapokaltore vergessen zu haben. Spätestens jetzt hat Inzaghi sich als Torjäger unsterblich gemacht. Auch wenn kritische Zeitgenossen mitunter meinen, dass er den deutschen Bomber der Nation zwar überholt habe, aber niemals übertreffen werde. THOR WATERSCHEI ehrt den neuen Rekordhalter allen Unkenrufen zum Trotze zum neuen T(h)or der Woche.

Reiner Kahnsinn

Ja, soll das einer verstehen. Der Platz zwischen den beiden Torpfosten ist eigentlich eine deutsche Bastion. Man kann die Männer mit den Handschuhen aufzählen und einfach kein Ende finden. Toni Turek, der Fußball-Gott, Sepp Maier, die Katze von Anzing, Toni Schumacher, der Tünnes vom Rhein, Oliver Kahn, der Torwart-Titan, oder Jens Lehmann, der intelligente Elfmetertöter aus Essen. Letzterer hat aber bekanntlich in London ebenso wie sein Vertreter Timo Hildebrand in Valencia damit zu kämpfen, überhaupt wieder den Torwächter geben zu dürfen.

Erscheint im Falle Lehmann in Britannien, im mitunter als Mutterland der Fliegenfänger anmutenden England, natürlich etwas zynisch. Doch Deutschlands Torwart Nummer eins wird den Kampf um den Kasten bei Arsenal sicher nicht aufgeben, auch wenn es da mit Arsene Wenger doch mal öfter im Gebälk knirscht. Sofern es zwischen der Latte und den Pfosten im Norden Londons indes tatsächlich nur im Gebälk knirscht, hat sich nebenbei gesagt, kein Geringerer als Uli Stein Gedanken gemacht.

Der schlagfertige Jahrhunderttorhüter von Arminia Bielefeld stand ja bekanntermaßen selbst sechsmal im deutschen Tor und servierte dem Bundes-Jogi nun quasi direkt aus dem deutschen Torwart-Olymp seine favorisierte Lösung, falls insbesondere Lehmann und sein schwäbischer Stellvertreter nicht zur Euro im kommenden Sommer nicht mehr pünktlich die Kurve in irgendein Klub-Tor Europas kriegen. Nicht etwa den hochgeschätzten Robert Enke sieht der angehende Adjutant von Berti Vogts in Nigeria im deutschen Tor in Österreich und der Schweiz stehen.

Nein, Stein forderte Jogi Löw nun auf, sich wieder mit keinem Geringeren als Oliver Kahn zu befassen: „Man muss sich ganz klar mit der Variante Oliver Kahn beschäftigen. Bei der Leistung die er wieder bringt, ist er absolut ein Kandidat. Er ist super drauf, hat eine wirklich gute Phase bei Bayern München. Ich sage ja, der Beste muss spielen.“ Interpretiert man Steins Äußerung richtig, gilt in Deutschland, wenn man so will, weiter der sogenannte Torwart-Darwinismus. „Man sollte ihn wenigsten ansprechen und versuchen, ihn für die Nationalmannschaft zu reaktivieren. Er hätte die EM verdient. Es wäre der perfekte Abschluss einer tollen Karriere,“ schlug Stein ferner vor.

Und der dreimalige Welttorhüter des Jahres mit den unverkennbaren blonden Haaren, der im nächsten Sommer doch in seine wohlverdiente Torwartrente gehen will, hat sich selbst, tatsächlich auch schon mit der Euro 2008 beschäftigt. Zwar nach seinem vermeintlich endgültigen Rücktritt anno Nullsechs nicht mit einem Comeback im Dress mit dem Bundesadler. Vielmehr damit, dass Jogis Löwen in der Vorrunde gegen die derweil nicht allzu formstarken Gastgeber aus Österreich womöglich so wie einst anno 1978 ein zweites Cordoba blühen könne. Das ließ Kahn jedenfalls dieser Tage in einem Interview mit der Wiener Tageszeitung Österreich durchblicken.

Kahns höfliche Bemerkungen sind kein sogenannter Schmäh. Wäre ja wirklich was, wenn Steins Visionen vom deutschen Torwart-Darwinismus zu Gunsten von Kahn wahr würden und dieser obendrein noch das zweite Cordoba verhindern dürfte. Das wäre nicht nur was, das wäre, mit zwei zwinkernden Augen gesagt, ja reiner Kahnsinn.

Freitag, 7. Dezember 2007

Kein gutes Haar

Wie es einem hochverehrten Ehrenspielführer wie Lothar Matthäus gebührt, hat THOR WATERSCHEI "LM" in seinem Klubhaus eine gemütliche Loge eingerichtet und lässt den einstigen Weltmeister und Weltfußballer dort seine Bonmots zum Besten geben...

Lothar Matthäus und der österreichische Fußball. Das passt irgendwie nicht. Bei Rapid Wien, dem traditionsreichen österreichischen Vorzeigeklub, ist man gar nicht gut auf „LM“ zu sprechen. Bei Red Bull Salzburg wuchsen Matthäus nach einem recht erfolgreichen Gastspiel als Assistent von Giovanni Trapattoni nach einem Zwist mit dem italienischen Maestro Flügel.

Der derweil als Privatier mit neuer hübscher Flamme an seiner Seite fungierende Ex-Nationaltrainer Ungarns ließ nun jedoch in seinem Leib- und Magenblatt Sport Bild an Österreichs Nationalteam nach erfolgter EM-Auslosung kein gutes Haar. Die österreichische Liga sei zweit-, wenn nicht drittklassig, die Nationalelf bei den Fans untendurch.

Österreichische Topspieler seien zudem für Matthäus außer Kapitän Andreas Ivanschitz und Russland-Legionär Martin Stranzl kaum zu sehen. Und an ein zweites Cordoba will Matthäus bei dem anstehenden deutsch-österreichischen Duell im Übrigen auch nicht glauben. Denn es stünden da nicht mehr Prohaska oder Krankl in der Mannschaft. Mehr als der letzte Platz sei damit für Österreich nicht drin. Mal sehen, ob Österreichs Anti-Topelf nach Matthäus' Verlautbarungen zumindest topmotiviert sein wird.

No breakfast, please!

Der feingliedrige französische Nationalspieler Florent Malouda hat im Sommer, angelockt von einigen Millionen Pfund, den Sprung aus Lyon über den Ärmelkanal nach London zum großen FC Chelsea gewagt und dort dem Anschein nach einen kleinen Kulturschock erlebt.

Neben des Umstandes, dass es auf der Insel auch etwas rauer zu geht, was Malouda zu dem Schluss gegenüber dem britischen Sender Sky Sports kommen ließ, dass einige Spieler während einer Partie ihr Hirn abschalten würden und es sogar im Training mitunter furchteinflößend zugehe, stieß sich Malouda auch an den britischen Ernährungsgeflogenheiten: „Du kannst essen, was du willst, und Cola trinken, so viel du willst, ohne dass einer vom Verein es kontrolliert.“

Malouda dagegen will weiter auf seine Ernährung achten und wird wohl anstelle des traditionellen englischen full breaksfasts, inklusive Bacon, gebratenen Würstchen, Spiegeleier und Bohnen in Tomatensauce, eine etwas leichtere Cuisine vorziehen. THOR WATERSCHEI empfiehlt Monsieur Malouda im Übrigen die schmackhaften englischen Hartkäsesorten sowie die aus Kuhmilch hergestellten Käsesorten Cheddar und Chester.

Vielleicht kann ja zumindest der englische Käse die Ernährung des Gourmets von der Stamford Bridge bereichern. Wie schade, dass Malouda mit seinem FC Chelsea nicht in nächster Zeit ein Gastspiel bei Chester City geben kann. Denn Chester kickt in Englands vierter Profiliga, die übrigens bezeichnenderweise Coca Cola League Two heißt...

Getürkt?

Dienstag, 4. Dezember 2007

Neue Umgebung

Marco van Basten hatte in seiner großen Zeit als Torjäger nen ganz schön großen Torriecher. Da hat nicht nur Vorstopperlegende Jürger Kohler mit zu kämpfen. Als Trainer, besser gesagt als Bondscoach der ruhmreichen Elftal, konnte van Basten bislang trotz zweier erreichter EM- und WM-Qualis nicht ganz einen ähnlichen Riecher nachweisen.

Vor allem weil MVB sich auch gerne mit den Stars der Elftal, wie z. B. Ruud van Nistelrooy anlegte, und sich durch anhaltende Zwistigkeiten nicht überall bei den Untertanen der werten niederländischen Königin Beatrix Freunde wie seinen allgegenwärtigen Ziehvater Johan Cruyff verschaffte.

Auch die Oranje-Fans verloren offenbar das Vertrauen in ihren einstigen Liebling. Nach einer Umfrage des Fachblattes Voetbal International rechnen 60 Prozent der Anhänger mit einem Vorrundenaus bei der EM in Österreich und der Schweiz, bei der die Niederlande auf Weltmeister Italien und "Vize" Frankreich treffen. 47,5 Prozent forderten sogar den sofortigen Rücktritt des Bondscoaches.

20 Jahre nach dem Gewinn der Europameisterschaft von München, kündigte van Basten nun an, seinen auslaufenden Vertrag mit dem Koninklijke Nederlandse Voetbalbond nicht verlängern zu wollen. Nach vier Jahren werde es laut des zweimaligen Weltfußballers des Jahres Zeit für eine neue Umgebung. Ob es der richtige Riecher war?

Freund auf Zeit

Was ist bloß aus Steffen Freund geworden, dem deutschen Europameister von 1996 und WM-Teilnehmer von 1998, den damals in Frankreich so mancher Zeitgenosse als Gute-Laune-August abtat. Der gebürtige Brandenburger wurde Trainer, und zwar Assistenztrainer des deutschen U 20-Nationalteams.

Nun geht Freund allerdings bei seinem alten Trainer Berti Vogts in die Lehre und geht für die Zeit des Afrika-Cups im Januar als Assistent des "Terriers vom Niederrhein" ein befristetes Engagement bei der nigerianischen Nationalmannschaft ein. Den legendären Okocha-Trick wird der Fußball-Wasserträger und um jeden Grashalm-Kämpfer Kanu & Co. zwar nicht beibringen, sofern diese vergessen haben sollten, wie der funktioniert. Denn dafür wäre natürlich auch Nigerias Techniktrainer Icke Häßler zuständig.

Stattdessen soll Freund den an der Seite von Vogts den juvenilen Taktik-Fuchs geben und sei laut Vogts aufgrund seiner Erfahrung als Spieler gerade im taktischen Bereich eine große Unterstützung. Das hat Vogts' Freund im Übrigen ja auch schon an diversen DSF-Taktiktischen hinlänglich bewiesen...

Sonntag, 2. Dezember 2007

Goldener Ball



An die Nieren

Der große Kaka wurde heute von Journalisten aus 96 Ländern zu Europas Fußballer des Jahres gekürt. Davon war Werder Bremens kroatischer Stürmer Ivan Klasnic in diesem Jahr weit entfernt. Dem leidenschaftlichen gebürtigen Hamburger gelangen zwar nicht Kakaeske Ballstafetten und Kabinettstücken.

Dafür überstand Klasnic ein Jahr, welches ihm nicht nur sprichwörtlich an die Nieren ging. Gleich zwei Nierentransplantationen musste der Kämpfer über sich ergehen lassen und wurde im gestrigen Nord-Derby gegen den HSV unter großem Jubel zum zweiten Mal nach seinem Comeback in der Vorwoche in Cottbus eingewechselt.

Ivan Klasnic ist nach überstandener Leidenszeit also wieder da - welch eine hervorragende Leistung. Kaka ist Europas Fußballer des Jahres. THOR WATERSCHEI ernennt den großen Kämpfer Ivan Klasnic nun zum T(h)or der Woche, der die Fußballwelt hoffentlich bald wieder mit seinen Toren bereicher wird. Vielleicht springt der Hamburger ja auch noch auf Kroatiens EM-Zug auf. Slaven Bilic soll seinem Stürmer übrigens dessen Rückennummer 17 weiter reserviert haben...

PS.: Auf seiner Homepage veröffentlichte Klasnic übrigens nachstehenden Brief an seine Fans. Für THOR WATERSCHEI Grund genug diesen auch in seinem Klubhaus auszuhängen.

Hallo Fußballfans,

ich bin in der Bundesliga zurück und danke allen Fans. Ihr habt mich nicht vergessen.

Es ist schon sehr komisch, wie sich die Dinge so wiederholen. Ich habe gegen Pauli mein erstes Fußballspiel bestritten, wo ich angefangen habe Profifußball zu spielen und ausgerechnet gegen Cottbus habe ich mein Comeback für Werder in der Bundesliga gefeiert. Damals war mein erstes Spiel für Werder auch gegen Cottbus. Ich habe hierfür keine Worte.

Lebt mit mir meinen Traum! Danke!

Euer IVAN

Bergtour' 08 # 1: Bergfest

Im schönen Luzern wurden heute Mittag die vier Vorrundengruppen für die Euro 2008, dem Bergfest im kommenden Sommer in Österreich und der Schweiz ausgelost.

Deutschland wurde in die Gruppe B Polen, Kroatien sowie Gastgeber Österreich zugelost. Droht Jogis Löwen etwa ein neues Cordoba im Juni 2008 in Wien? I werd narrisch...

Samstag, 1. Dezember 2007

Pro Poldi

Warum Olaf Thon, Schalkes Urgestein und Weltmeister von 1990, Spitznamen „Professor“ genannt wird, liegt eigentlich auf der Hand bzw. bei Thon besser gesagt auf der Zunge. Mitunter im Ansatz eloquent schildert Thon dann, auch wenn er nicht von Reporter-Legende Rolf Töpperwien höchstpersönlich befragt wird, seine Sicht der Dinge und plaudert über dies und das.

Schalkes Vordenker, ebenfalls Mitglied im Schalker Aufsichtsrat, formulierte jetzt übrigens in der öffentlich in der Bild-Zeitung den Schlachtplan, den bei Bayern aus München etwas unglücklichen Lukas Podolski nach Schalke zu holen. „Lukas Podolski passt hundertprozentig auf Schalke. Den würde ich höchstpersönlich bei den Bayern abholen. Er wäre bei uns sofort ein Reißer und Publikumsliebling.“

„Kevin Kuranyi ist im Augenblick unsere Lebensversicherung im Angriff. Da würde uns ein Lukas Podolski definitiv weiterbringen. Zwar weiß ich auch, dass der Transfer schwer darstellbar ist. Aber warum sollten wir es nicht versuchen...“, sprach der Professor vom Schalker Markt, der übrigens Lothar Matthäus auch den Trainerschein schenken würde und ja auch Rudi Assauer schon mal mit Flaschen bewarf...

Adieu

An die Freunde des Strohhalms...ein herzliches Adieu!