Mittwoch, 31. Oktober 2007

Zuschlag für den Zuckerhut

Die FIFA hat sich entschieden und überaus überraschend Brasilien, dem einzigen Kandidaten, den Zuschlag für die Ausrichtung der Weltmeisterschaft im Jahr 2014 erteilt. Letztmals war eine WM-Endrunde anno 1950 am Zuckerhut ausgetragen worden. „Brasilien ist Fußball“, hatte Sepp Blatter schon nach der Bewerbungsshow in Zürich vielsagend angedeutet.

Gleichwohl mahnte der skeptische Schweizer nach der Entscheidung zu Gunsten der Südamerikaner in deren Richtung, dass Brasilien nicht nur das Recht bekomme, sondern auch die Verantwortung zur Ausrichtung. Brasilien ist halt Fußball...

Pro Raute

Der deutsche Albundeskanzler und ZEIT-Herausgeber Helmut Schmidt hat in seinem wöchentlichen Interview im ZEIT-Magazin Leben bei der obligatorischen Zigarette eingeräumt, kein großer Fußballanhänger zu sein.

Trotz fehlendem Fußballinteresse würde es der Ur-Hamburger jedoch ungern sehen , „wenn der HSV aus der Bundesliga absteigen würde“. In seiner Generation sei es darum gegangen, „wo man aufgewachsen ist. Mein Freund Hans Apel war immer Anhänger von St. Pauli, und ich bin immer ein ganz weit entfernter Anhänger des HSV gewesen“.

Seinem entfernten Anhänger entsprechend stellt es der HSV als aktueller Tabellenzweiter der Bundesliga bekanntermaßen zurzeit ganz pragmatisch an, um nicht abzusteigen. Der große Helmut Schmidt kann somit getrost seine Reyno-Zigaretten in Ruhe weiterrauchen...

Sonntag, 28. Oktober 2007

17 Jahr, blondes Haar...

...so stand er vor uns. Seit mit Toni Kroos, das neue Supertalent des ruhmreichen FC Bayern, bei der diesjährigen U 17-WM zum besten Spieler des Turniers gekürt wurde, kommt Bayerns Trainer-Legende Ottmar Hitzfeld an dem filigranen wie torgefährlichen gebürtigen Mecklenburger nicht mehr vorbei. Seitdem brennen bei Uli Hoeneß allerdings auch auf Kroos angesprochen regelmäßig die Geduldsglühlämpchen durch.

Kein Wunder, Hoeneß beabsichtigt doch Bayerns größtes Juwel behutsam mit seinen 17 Jahren aufzubauen. Lässt Kroos im Verbund mit Hitzfeld sich zunächst in den Untiefen der Regionalliga Süd beweisen anstatt ihn als das neue bajuwarische Jahrhunderttalent feilzubieten. Manchmal schlägt Kroos in seinem juvenilem Leichtsinn, mit einem zwinkernden Auge gesagt, seinen Ziehvätern Hoeneß und Hitzfeld, wie am letzten Donnertag im UEFA-Pokal bei Roter Stern Belgrad, aber einfach ein Schnippchen.

Der Rekordmeister lag auf dem Rübenacker Belgrader Maracanas gut neun Minuten vor dem Abpfiff mit 1:2 hinten. Dieser unbefriedigende veranlasste Hitzfeld, seine blutjunge Nummer 39 an Stelle des international bewährten belgischen Rammbocks van Buyten dennoch ins bitterkalte internationale Wasser zu stürzen. Die 39 schwamm sich jedoch schnell frei und besorgte sodann durch einen butterweich getretenen Freistoß zunächst die Vorarbeit zum Klose-Ausgleich. Beim nächsten Freistoßversuch gelang Kroos gar, diesen direkt mit Hilfe jenes Rübenackers zum duseligen 3:2-Sieg der Bayern zu verwandeln.

Schweini und Poldi waren gestern. Ab sofort werden die medialen Hohelieder auf Toni Kroos gesungen. Uli Hoeneß wird es nicht gerne sehen, THOR WATERSCHEI ernennt Toni Kroos dennoch zum T(h)or der Woche...

Mit der Fähre nach Göteborg und zurück

THOR WATERSCHEI erinnert an den Europapokalsieg des zuletzt leicht in der Versenkung verschwundenen schottischen Traditionsklubs FC Aberdeen anno 1983, der am vergangenen Donnerstag sein Auftaktspiel in der UEFA-Cup-Gruppenphase mit 0:3 bei Panathinaikos Athen verlor.

1983. Man muss nicht unbedingt den heute so angesagten britischen Barden James Blunt beauftragen, um die Höhepunkte eines Jahres zu besingen. Das können im Falle des FC Aberdeen die Fans des schottischen Traditionsklubs, der auf den Spitznamen „The Dons“ hört, gewiss selbst.Aberdeen spielte damals zu Anfang der achtziger Jahre im schottischen Fußball eine außerordentlich gute Rolle. Gleich dreimal wurden die „Dons“ zwischen 1980 und 1985 schottischer Meister und sicherten sich somit den für die beiden Glasgower Old Firm-Klubs scheinbar exklusiv reservierten Platz an der schottischen Tabellenspitze.

Gleich viermal feierte Aberdeen jedoch in jenen Tagen auch den Gewinn des schottischen Pokals, was aufgrund des Titelhattricks von 1982-84 sowie 1986 zugleich die Teilnahme am mittlerweile „verstorbenen“ Europapokal der Pokalsieger bedeutete.Die Teilnahme an diesem Europapokal trug insbesondere in der Saison 1982/83 für den Aberdeen Football Club, bei dem damals ein gewisser und weitaus jüngerer Alex Ferguson in einer beinahe pittoresk anmutenden bordeaux-roten Trainingsjacke mit drei weißen Streifen Kicker wie Gordon Strachen, Alex McLeish, Willie Miller oder Torwart Jim Leighton über die Spielfelder Schottlands und Europas scheuchte, Früchte.

Die Schützlinge des seinerzeit also schon gestrengen „Fergie“ standen nach den Stationen Sion, Tirana sowie dem polnischen Vertreter Posen, im Viertelfinale des Wettbewerbs plötzlich dem ruhmreichen FC Bayern München gegenüber. Und nach einem torlosen Remis im Münchner Olympiastadion gingen die Bayern in einer wahren Regenschlacht im Pittodrie Stadium zu Aberdeen mit 2:3 geradezu unter.

Besser erging es im Halbfinale allerdings auch nicht dem damaligen belgischen Pokalsieger Thor Waterschei. Den besiegte Aberdeen im Hinspiel gleich mit 5:1, so dass eine 0:1-Niederlage im Rückspiel nicht mehr ins Gewicht fiel.Aberdeen stand damit im Endspiel des Europapokals der Pokalsieger und traf im Finale an jenem 17. Mai 1983 im Ullievi Stadion in Göteborg, zu dem die Mannschaft aus der schottische Hafenstadt mit der Fähre über die Ostsee anreiste, auf Real Madrid. Nicht nur das Wetter präsentierte sich dort mit starkem Regen ziemlich schottisch, auch lag das Stadion, das knapp 18.000 Zuschauer säumten, fest in schottischer Hand.

Und dieser „schottische Abend“ sollte gegen die von Alfredo Di Stéfano betreuten „Königlichen“ zusätzlich von dem überraschenden 2:1-Finalsieg der „Dons“ gekrönt werden. Aberdeens „Mr. Europacup“ John Hewitt, schon gegen den FC Bayern umjubelter Matchwinner, drückte in der Verlängerung auch gegen Real den Ball auf dem vom Regen tiefen Rasen des Ullievis über die Linie und bescherte Aberdeen damit den bis heute größten Triumph der Vereinsgeschichte.

Ein strahlender Alex Ferguson sollte dann übrigens tags darauf mit dem „Pokalsiegerpokal“ in der Hand unter dem frenetischen Getöse des Nebelhorns der Fähre aus Göteborg wieder in den Hafen Aberdeens eintrudeln…

Der Artikel ist ebenso bei Goal.com zu finden.

Samstag, 27. Oktober 2007

Akquise à la Benin

Der Fußball-Verband des afrikanischen Staates Benin geht bei der Suche nach neuen Spielern einen überaus innovativen Weg. Auf seiner Homepage (http://www.febefoot.net/) sucht die Federation Beninoise de Football nach talentierten Spielern mit der passenden Staatsbürgerschaft, die die „Basis für eine erfolgreiche Teilnahme“ an der Afrika-Meisterschaft 2008 in Ghana legen sollen.

Bis zum 20. November können sich bei dem Verband solche Kicker melden und für einen entsprechenden Sichtungslehrgang bewerben. Das Meldeformular steht dort zum Download bereit.

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Falscher Deckel?

Ist Chelsea also nicht der passende „Deckel“ für den „Topf“ Michael Ballack. Wenn es nach Chelseas ebenso wortgewaltigen wie zurzeit abwanderungswilligen Goalgetter Didier Drogba geht, passt der derzeit noch verletzte Michael Ballack nicht zum FC Chelsea.

„Chelsea ist speziell. Für Michael ist das sehr schwierig. In einem funktionierenden und harmonischen Team wie ManU hätte er es wesentlich einfacher haben können. Bei Chelsea geht viel zu sehr um den Einzelnen. Wir leben mehr von den Individualisten. Und darum hat es Michael auch bislang so schwer.“

Der 1000-Tore-Trainer

Der große Romário, mittlerweile 41 Jahre alt, hat in seiner ach so langen Karriere (hat er eigentlich noch mit Pele zusammengespielt?) drei Dinge bewiesen, die er besonders gut kann. Herr de Souza Faria kann ziemlich gut rechnen. So zimmerte er eigenständig seine in seinen 22 Profijahren geschossenen Treffer zu einer gewaltigen Summe von 1000 Toren zusammen, wobei Schlitzohr Romario auch nicht halt davor machte, Treffer aus seiner Jugendzeit sowie aus Benefizspielen und Freundschaftskicks mitzuzählen.

Die Addition seiner Treffer und das kaltschnäuzige Erzielen selbiger sind somit zwei Fähigkeiten. Fähigkeit Nummer drei ist diejenige, sich schnell an den unterschiedlichen Orten der Welt in den jeweils ortsansässigen Fußballklubs zu integrieren. Demnach ging Romário unter anderem für mehrere brasilianische Vereine wie Vasco da Gama, Flamengo und Fluminense Rio de Janeiro, den PSV Eindhoven, den FC Barcelona oder auch Klubs in Asien, Australien und in den USA auf Torejagd.

Wie es das Schicksal so wollte, kehrte Romario mit gräulich melierten Schläfen bekanntermaßen zu seinem Stammverein Vasco da Gama nach Rio zurück, um am 20. Mai diesen Jahres nach einem verwandelten Strafstoß den nach seiner Rechnung 1.000 Torjubel gen Himmel zu schreien.

Seine Torjägerstiefel hat der gute Romário deshalb aber noch lange nicht an den berühmten Haken gehängt. Vielmehr trägt er weiter Vasco da Gamas weißen Dress mit der chicken schwarzen Schärpe und darf sich inzwischen in einer weiteren Funktion bewähren. Nach dem Rücktritt von Vascos Cheftrainer Celso Roth, unter dessen Regentschaft Vasco in Brasiliens erster Liga in die Abstiegszone gerutscht war, darf sich Romário interimsweise als Spielertrainer versuchen und soll mit seinen Entscheidungen als Verantwortlicher seines Leib- und Magenvereins seit vergangenen Montag etliche Treffer landen.

Der erste sogenannte Treffer auf der Trainerbank blieb dem großen Romário, ansonsten eher von kleiner Gestalt, bei seinem Debüt in der südamerikanischen Ausgabe des UEFA-Cups, der Copa Sudamericana, jedoch trotz eines 1:0-Sieges im Viertelfinalrückspiel gegen den mexikanischen Klub America verwehrt. Hatte America das Hinspiel noch mit 2:0 gewonnen und zog nun glücklich ins Halbfinale der Copa Sudamericana ein. Wenn man so will, hat der sonst so treffsichere Romário somit zumindest bei seiner Trainerpremiere nur den Pfosten getroffen...

Mittwoch, 24. Oktober 2007

Keine neuen Galaxien

Was eine kurze Saison für David Beckham. War die englische Kicker-Ikone erst im Laufe der nordamerikanischen Saison mit großem Brimborium zu den L.A. Galaxy gestoßen, endete Becks' Auftaktsaison in der MLS schon vor den Play-Offs. Die verpasste Galaxy nämlich nach verkorksten Start zuletzt durch eine 0:1-Pleite bei Chicago Fire.

Beckham brachte seinem neuen Klub somit bislang keine neuen Galaxien hat jetzt erst Mal bis April spielfrei. Zwar will sich Tom Cruise nun dem kleinen David in seiner Freizeit annehmen. Aber vielleicht zieht der ja ein Winterexil in seiner englischen Heimat vor...

L. A. Galaxy = Thekentruppe?

Good bye

Irland sucht einen neuen Nationaltrainer, nachdem sich der irische Rekordinternationale Steve Staunton im wahrsten Sinne des Wortes als zu grün für den Posten erwies und mit seinen Nachfahren fahrlässig die Qualifikation für die Euro 2008 verpasste. Irlands Verband entließ nun den Rotschopf, dessen dunkelste Stunde unter anderem jener Abend im Herbst 2006 war, als Irland mit 2:5 auf Zypern unterging.

Sonntag, 21. Oktober 2007

Mensch Meyer

Dass Hans Meyer, Nürnbergs weitgereister Fußballtrainer aus dem Thüringischen, dem gemeinen Bla Bla nach Spielschluss am Spielfeldrand eine etwas intelligentere und hintergründige Note verlieh, lässt sich nicht bestreiten. Denn ein eloquenter Satz Augenzwinkern gegenüber einem bissigen Reporter wirkt dabei schon beinah wie ein gelungener Hackentrick.Doch weder von seinem „Club“ noch von ihm selbst gab er in letzter Zeit kaum Hackentricks jeglicher Art zu bewundern.

Als Hüter der Trainerbank des amtierenden Pokalsiegers musste Meyer zuletzt mitansehen, wie seine Schützlinge nach ihrer grandiosen und stimmungsvollen Vorsaison einfach nicht mehr gewinnen wollten. Der (noch)64-Jährige, als Trainer von Carl-Zeiss Jena anno 1981 schon einmal im Finale des Europapokals der Pokalsieger unterlegen, behielt jedoch die Ruhe und verfiel ebenso wie Nürnbergs einstiger Patriarch Michael A. Roth, früher auch als Trainerkiller bekannt, nicht in Panik.

Musste Herr Roth ja auch nicht. Hat ja den Hans Meyer auf der Bank sitzen, der entgegen der kritischsten Stimmen geradeaus seinen eingeschlagenen Weg weiterging. Zu dem zählte auch der schlaksige Grieche Angelos Charisteas, immerhin Europameister 2004, der zuletzt noch nicht einmal einen Blumenwagen traf. Das änderte sich gestern im Frankenstadion. Charisteas erzielte für Nürnberg gegen Frankfurt den Ausgleich, Nürnberg spielte sich danach wahrlich in einen Rausch und durchschlug mit seinem 5:1-Triumph über Charly Körbels Nachfahren den dicken Knoten des dürftigen Saisonstarts.

Wie gut, dass der Club Hans Meyer als Trainer hat. Zur Belohung ernennt THOR WATERSCHEI den Trainerhaudegen zum T(h)or der Woche...

Rote Karte

Die Bundesliga setzt derzeit ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Spieler, Trainer und Schiedsrichter werden am 10. und 11. Spieltag der beiden deutschen Bundesligen gemäß der Initiative „Zeig dem Rassismus die Rote Karte“ eine Rote Karte in die Höhe halten und damit wie schon im Vorjahr die internationale Aktionswoche des Netzwerks Football Against Racism in Europe (FARE) unterstützen.

THOR WATERSCHEI macht hier ebenfalls mit und zeigt Rassismus und Fremdenfeindlichkeit Walter Eschweileresk die Rote Karte.

Samstag, 20. Oktober 2007

My Arsenal # 8: Nummer Three

Arsenals gibt es in der weiten Welt des Fussballs viele. Unter anderem Arsenal Kiew, Arsenal Tula, Arsenal Berekum aus Ghana oder Arsenal de Sarandì aus Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires entstanden in Gefolgschaft des ehrwürdigen Arsenal Football Clubs aus London, der allerdings und das weiß nicht nur Nick Hornby das einzig wahre Arsenal ist…


Für Jens Lehmann ist in dieser Saison ja irgendwie der Wurm drin. Zunächst passierten dem guten Jens als unangefochtene Nummer eins der Gunners zwei haarsträubende Fehler. Dass ein Torwart nach zwei aufeinanderfolgenden Patzern sogleich in die Schublade Fliegenfänger geschoben ist anscheinend mittlerweile normal, so dass vor seiner Ellenbogenblessur schnell Diskussionen über seine Ablösung bei Arsenal und im deutschen Nationalteam aufkamen waren vorhersehbar.

Zu allem Überfluß verletzte sich der Routinier anschließend am Ellenbogen und musste gut 5 Wochen deswegen aussetzen. Eine gute Gelegenheit daher für Arsene Wenger in der Zwischenzeit seiner etatmäßigen Number Two, dem flatterhaften spanischen Torero Almunia, zu vertrauen. Der vertrat Lehmann zwar nicht mit Bravour, aber immerhin blieben die Gunners in den neun Spielen mit Almunia zwischen den Pfosten ungeschlagen.

Und nun? Ist Lehmann wieder fit und hechtete, faustete und parierte im deutschen EM-Qualifikationsspiel in Irland wie zu besten Tagen im altehrwürdigen Highbury. Dennoch hat Lehmann leider zurzeit bei Wenger keine Chance, der ihn für Arsenals heutigen Schlagabtausch gegen die Bolton Wanderers noch nicht einmal in den Kader berief und auf Stabilität setzten will.

„Jens hat zuletzt nicht gespielt für uns, obwohl er für Deutschland im Einsatz war. Er wird zurückkommen und um seinen Platz kämpfen. Das ist die beste Lösung.“
Jens Lehmann,von den englischen Tabloids einst Mad Jens getauft, bleibt nun der Platz auf der Tribüne in Arsenals neuen schmucken Fußball-Tempel. Vielleicht findet er ja den Weg durch das Hintertürchen, welches Wenger ihm offen ließ, zurück zwischen Arsenals Pfosten. „Er ist intelligent und weiß, was er zu tun hat“, so der weise Elsässer...

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Abgelöst


Der große Thierry Henry hat den einst noch größeren Michel Platini als Rekordtorschützen der Grande Nation abgelöst. Bei dem kargen französischem Kick gegen Litauen, den les Bleus mit 2:0 gegen die mauernden Balten gewannen, erzielte Henry beide französischen Tore. Der Lohn neben nun besten französischen Aussichten, das EM-Ticket nach Österreich und in die Schweiz zu lösen?

Monsieur Henry ist mit 43 Treffern und zwei Törchen mehr als Monsieur Platini auf dem Torekonto nunmehr alleiniger französischer Rekordschütze. Das Gefühl Rekordschütze zu sein, dürfte er indes noch von seiner Zeit bei Arsenal kennen. Ob er es etwa auch noch beim FC Barcelona wird? THOR WATERSCHEI haucht jedenfalls ein charmantes Chapeau!

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Pro Austria

In Österreich schlagen derzeit zwei Fußballherzen gleichzeitig. Austria-Idol Toni Polster bezeichnete das aktuelle österreichische Nationalteam gar als schlechtestes aller Zeiten. Damit spielte der lebenslustige Toni mit der Initiative „Österreich zeigt Rückgrat“ Doppelpass, die aus ästhetischen Beweggründen derweil fordert, dass der EM-Gastgeber seinen Startplatz bei der Euro 2008 für eine wahrlich fußballspielende Equipe räumt und im eigenen Land nicht zur internationalen Lachnummer wird.

Diesen Doppelpass wollen jedoch nicht alle Fußballanhänger aus der Alpenrepublik auf sich sitzen lassen und grätschen nun energisch durch Gründung einer Gegeninitiative dazwischen. „Pro Nationalteam“ heißt diese und wurde vom niederösterreichischen Bankbeamten Reinhard Goisauf ins Leben gerufen, der seinen zweifelnden Landsleuten mit der Petition sozusagen ins Gewissen redet und für eine Teilnahme der Ivanschitz', Aufhausers und Stranzls bei der Euro plädiert.

„Stärken wir gemeinsam das Rückgrat UNSERER ELF. Stehen wir in guten und in schlechten Zeiten voll und ganz hinter unserer Mannschaft. Und sollte wirklich der Fall eintreten, dass wir keine Punkte und auch kein Tor bei der EURO 2008 erzielen, zeigen wir trotzdem, dass eine Nationalmannschaft nicht nur aus 11 Mann besteht. Zeigen wir, dass der 12. Mann aus einem ganzen Land bestehen kann.“

THOR WATERSCHEI will diesen Mut und Aufrichtigkeit gegenüber Hickes Schützlingen (oder ist es doch Masochismus?) mit einem der größten Momente der kranklnden österreichischen Fußballgeschichte würdigen:

Dienstag, 16. Oktober 2007

Träume wie George Best

Der viel zu früh verstorbene George Best ist sicherlich nicht nur der beste Kicker des nordirischen Fußballs gewesen, sondern ist auch wohl sein bekanntester. Ganze 39 Mal spielte „Georgie“, der dem leichten Leben neben dem Rasenrechteck ebenso zugeneigt war wie dem runden Leder, dabei zwischen 1964 und 1977 für sein Heimatland.

Best bei keiner WM oder EM mit dabei

In seiner besten Zeit in den sechziger Jahren gewann der dribbelstarke Frauenschwarm mit Manchester United bekanntermaßen unter anderem 1968 den Europapokal der Landesmeister und avancierte im selben Jahr zu Englands und Europas Fußballer des Jahres. Für Best war 1968 damit wahrlich ein traumhaftes Jahr. Wenn man soll will, sah man anno ´68 „the best of the Best“ – Best sprühte vor Spielwitz, vernaschte auf seinem rechten Flügel seine Gegenspieler reihenweise und ließ obendrein wie neben dem Spielfeld auch vor dem gegnerischen Tor nicht viel anbrennen.

Den Traum, das grün-weisse nordirische Trikot dagegen bei einer WM- oder EM-Endrunde zu tragen, konnte sich der erste Pop-Star des Fußballs in seiner turbulenten Karriere indes nie erfüllen. Dieses Schicksal teilt Best freilich in der Fußballgeschichte mit Genies wie dem großen Alfredo di Stefano oder etwa seinem potenziellen Nachfolger bei Manchester United Ryan Giggs.

Wobei, beinah wäre Bests Traum für ihn doch noch in Erfüllung gegangen. Es war vor der WM 1982 in Spanien. Nach seinem Abschied bei ManU 1974 tingelte Best, den man einst huldvoll den „fünften Beatle“ nannte, durch die weite Fußballwelt spielte vor jener WM nach den Stationen, den den Lesern dieser Kolumne an dieser Stelle nicht unterschlagen werden sollen, Jewish Guild of Johannesburg (Südafrika), Dunstable Town, Stockport County, Cork Celtic, Los Angeles Atztecs (3 Mal), Fulham (2 Mal), Fort Lauderdale Strikers (2 Mal), Hibernian Edinburgh (2 Mal) mittlerweile zum sechsten Mal in seiner Laufbahn in der nordamerikanischen Operettenliga bei den San Jose Earthquakes.

Bests Nachfahren leben seinen Traum nun weiter

Sein unsteter Lebenswandel, inklusive exzessiven Alkoholkonsums, und sein fußballerisches Rentenalter von 36 Jahren, machten Best allerdings nur noch zu einem Schatten früherer Tage und für den damaligen nordirischen Nationaltrainer Billy Bingham der tatsächlich eine Nominierung erwogen hatte, untragbar.

George Bests großen Traum leben seine sogenannten Nachfahren in der „Green and White Army“ nun weiter. Das tun sie nunmehr insbesondere im Hinblick auf die bevorstehende Euro 2008 in Österreich und der Schweiz. In den vergangenen Jahren war von Bestscher Brillanz bei den nordirischen Kickern zwar überaus wenig zu sehen. In der laufenden Qualifikation wiesen sie jedoch entgegen der wenig glanzvollen vergangenen Leistungen ihre Klasse durch großen Einsatz und mannschaftliche Geschlossenheit nach. Man kann sogar mit Fug und Recht behaupten, dass die wackeren Nordiren den drei Gruppenfavoriten Spanien, Schweden und Dänemark in der Gruppe F mitunter das Fürchten lehrten.

Nach furiosem Auftakt in der Qualifikation...

Speziell Nordirlands Rekordtorschütze David Healy, mittlerweile beim FC Fulham aktiv, nahm dabei am 2. Qualifikationsspiel im Windsor Park zu Belfast die hochfavorisierten Spanier sozusagen höchstpersönlich auf die Hörner, als er beim sensationellen nordirischen 3:2-Triumph im Herbst 2006 über die Iberer alle drei Treffer Nordirlands erzielte.

Auch die nicht minder favorisierten Schweden litten ein gutes halbes Jahr später unter dem Torinstinkt Healys bei ihrer 1:2-Pleite in Belfast. Dass er gegen Ljungberg, Ibrahimovic & Co. erneut beide Treffer markierte, dürfte kaum noch erwähnenswert sein. Doch trotz aller nicht möglich gehaltenen nordirischen Höhenflüge, auch Dänemark wurde ein Remis abgerungen, scheint die erste Qualifikations Nordirlands überhaupt für eine EM-Endrunde mit nunmehr acht Punkten Rückstand auf Rang zwei drei noch ausstehenden Spielen doch wohl nur ein Traum zu bleiben.

...platzte der nordirische EM-Ballon

Denn im Laufe der Qualifikation folgte Nationaltrainer Lawrie Sanchez nach den ganzen Erfolgen auf dem Qualifikationsparkett dem Ruf des FC Fulham in die Niederungen der englischen Premier League und seither erweckt „Norn Iron“ den Anschein, als wenn plötzlich aus dem prallen grün-weissen nordirischen EM-Ballon die Luft herausgelassen wurde. Unter Sanchez‘ Nachfolger Nigel Worthington konnten schlichtweg nicht mehr an die Triumphe unter Sanchez angeknüpft werden.

In den drei bisher absolvierten Partien unter dem nordirischen Altinternationalen (66 Einsätze) gelang einzig gegen Liechtenstein ein Sieg. Die wichtigen Gastspiele in Lettland und auf Island Anfang September wurden hingegen fahrlässig verloren und die das EM-Ticket damit vor den drei finalen Spieltagen in der Gruppe F, an denen die Elf um Goalgetter Healy nun zu allem Überfluß die Rückspiele in Schweden, das am morgigen Mittwoch stattfindet, daheim gegen Dänemark und in Spanien bestreiten muss, leichtfertig verspielt.

Krachen gelassen haben Nordirlands Kicker es zuletzt auch vielmehr neben dem Spielfeld. Nach der Pleite auf Island, das dank eines Eigentores von Keith Gillespie in der Schlussminute noch siegte, gerieten beispielsweise der Eigentorschütze und sein Teamkollege George McCartney im Flugzeug auf dem Rückflug von Reykjavik nach London zunächst verbal aneinander, um schließlich die Fäuste den kleinen Hahnenkampf entscheiden zu lassen…

Damit haben beide freilich etwas mit jenem George Best gemeinsam, der es bekanntlich auch gern abseits des Spielfelds krachen lassen konnte. Doch das ist ja nicht das einzige, was Bests Nachfahren mit dem großen Georgie gemein haben. Dieselben Träume haben sie ja auch noch…

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Montag, 15. Oktober 2007

Tottenham Klinsspurs

Jürgen Klinsmann steht womöglich vor einer Rückkehr an die Londoner White Hart Lane zum Traditionsverein Tottenham Hotspur. Die englische Sonntagszeitung Observer will nun erfahren, dass Klinsmann zu Tottenham zurückkehren will, sofern die Rahmenbedingungen stimmen. An der White Hart Lane avancierte Ex-Bundestrainer Klinsi bei seinen zwei Gastspielen in den Neunzigern bekanntlich zur Kultfigur.

In der Premier League spaziert der nunmehr 125 Jahre alte Klub zurzeit nur auf Rang 17 an der Abstiegszone entlang, was den hohen Ansprüchen im Londoner Norden zum Leidwesen von Tottenhams niederländischem Coach Martin Jol natürlich nicht genügt. Unter stimmigen Rahmenbedingungen versteht der eigenwillige Klinsmann, dass die Investmentfirma ENIC ihre Anteile von 82 Prozent am börsennotierten Club innerhalb der nächsten drei Jahre nicht verkauft und er garantierte völlige Freiheit von Einflussnahme durch Besitzer oder Präsidium erhält.

Sollte der Schwabe auch bei Tottenham freie Hand bekommen, und zudem ein großzügiges Transferbudget, wäre Klinsmann laut Observer bereit, mit seiner Familie aus Kalifornien nach London überzusiedeln. Ob sich die strauchelnden Spurs an ihr Vereinsmotto erinnern? Audere est Facere - es zu wagen, ist es zu tun.

Mir wëlle bleiwe wat mir sinn

Im weltweit einzigen Großherzogtum Luxemburg kann man sich nicht so recht entscheiden. Spricht man jetzt Französisch, Deutsch oder den Dialekt Lëtzebuergesch. Schon durch seine Historie begründet versuchte sich der zweitkleinste Staat Europas von den großen Nachbarn Frankreich und Deutschland abzugrenzen, was sich vor allem im Leitspruch der Monarchie äußert: Mir wëlle bleiwe wat mir sinn.

Im Fußball ist die Abgrenzung für die Luxenburger dagegen etwas einfacher. Das zeigt sich für die Roten Löwen speziell durch ihre Erfolglosigkeit. Bis zum vergangenen Samstag waren die krallenlosen Raubtiere aus dem Großherzogtum beispielsweise in über 50 Pflichtspielen ohne Sieg und diente seinen Gegnern in den dunklen WM- und EM-Qualifikationen zumeist als Kanonenfutter. Daran konnte auch nicht das energische Auftreten des einzigen luxemburgischen Vollprofis Jeff Strasser etwas ändern.

Anno 1995 hatten die Roten Löwen auf Malta letztmals einen Pflichtsieg gelandet. Im weißrussischen Gomel sollte nun jedoch an diesen Triumph angeknüpft werden. Trotz der Abwesenheit von Idol Strasser errangen die tapferen Luxemburger im Regen von Gomel den nächsten Sieg und beendeten damit dank des Kopfballtreffers von ihre Alphonse Leweck zwölf Jahre andauernde Durststrecke, was für einen wahren luxemburgischen Freudentaumel an diesem denkwürdigen Abend sorgen sollte.

Nur zur Fußballgroßmacht wird es für das kleine Luxemburg wohl nicht reichen. Aber vielleicht wollen die stolzen Roten Löwen das ja auch gar nicht. Da heißt es womöglich wieder: Mir wëlle bleiwe wat mir sinn. Obschon es zum nächsten Sieg ja nicht unbedingt noch mal zwölf Jahre dauern muss. Mit oder ohne Jeff Strasser.

Sonntag, 14. Oktober 2007

Von Abstechern auf die „Grüne Insel“

Abstecher der deutschen Nationalmannschaft nach Irland sind zumeist von Erfolg gekrönt, das schon seit über 50 Jahren. Einen Abstecher auf die „Grüne Insel“ machte übrigens auch ein gewisser Uwe Seeler, das eigentlich für seine Verbundenheit zum Hamburger SV bekannte deutsche Fußball-Idol. Über „Uns Uwe“ und Cork Celtic…

Der Abstecher der deutschen Nationalmannschaft auf die „Grüne Insel“ brachte in vielerlei Hinsicht Erkenntnisse. Zum einen qualifizierte sich die DFB-Equipe nach der Nullnummer im Croke Park zu Dublin eindrucksvoll als erstes Team für die Endrunde der Euro 2008. Zum anderen unterstrichen Lehmann, Frings & Co. auch, dass sich deutsche Mannschaften durch an anhaltenden Erfolg bei ihren Gastspielen in Irland auch überaus wohl fühlen.

Das verpasste Gastspiel in Irland

Schließlich ist der dreimalige Weltmeister bereits seit über 50 Jahren, genauer seit dem 25. November 1956, auf dem satten irischen Grün ungeschlagen. Mit 3:0 fertigten seinerzeit die irischen Kicker in Dublin die Herberger-Elf, damals nach dem „Wunder von Bern“ noch amtierender Weltmeister, ab.

Die Reise nicht mit in die irische Hauptstadt angetreten hatte übrigens ein gewisser Uwe Seeler. Denn der legendäre Sepp Herberger hatten dem Hamburger Jungstürmer und späteren deutschen Ehrenspielführer nach zuvor vier torlosen Länderspielen eine schöpferische Pause verordnet, die von März 1956 bis Juni 1958 reichen sollte.

Dass die Bilanz des deutschen Fußball-Idols im Nachhinein mit 43 Treffern in seinen weiteren 68 Länderspielen bleiben sollte, wird die Seelers eindrucksvolle Länderspielbilanz belegen. Die Legende der Vita des Seeler besagt allerdings auch, dass „Uns Uwe“ stets seinem HSV treu ergeben und auch treu geblieben ist. Nicht einmal ein überaus lukratives Angebot von Inter Mailand 1961 konnte den Hamburger Jung dazu bewegen, seinem Wohnzimmer Volksparkstadion den Rücken zu kehren.

Untreuer „Uns Uwe“

Nicht von ungefähr kam angesichts seiner Bodenständigkeit und Aufrichtigkeit in der Öffentlichkeit seinem Hamburger SV und im Allgemeinen die Verehrung für den heute 70-Jährigen. Gleichwohl ist das mit der Treue „Uns Uwes“ zu seinem HSV so eine Sache. Denn, glaubt man der mannigfaltigen Informationsfülle des Internets hat Seeler lange nach seinem offiziellen Abschied vom Rasenrechteck, den er anno 1972 mit einem Spiel seines HSV gegen eine Weltauswahl feierte, neben dem Dress des HSV doch ein Trikot eines anderen Klubs getragen.

Ausgerechnet in Irland bei dem mittlerweile aufgelösten Klub Cork Celtic ging Seeler in einem Spiel auf Torejagd. An jenem 23. April 1978 empfing Cork die Shamrock Rovers und fertigte diese gar mit 6:2 ab. Zu Seelers sogenannter „Rehabilitierung“ soll zwar gesagt sein, dass er dem Anschein nach glaubte, dass es sich bei der Partie nur um ein Freundschaftsspiel handelte. Seiner Motivation tat in der sich nachträglich als Abstiegsduell herauskristallisierenden Begegnung allerdings keinen Abbruch. Vielmehr machte er machte er seinem Ruf als Torjäger alle Ehre und traf wie in besten Tagen gleich zweimal.

In bester Gesellschaft

Im Nachhinein befindet sich Seeler in der Ahnengalerie von Cork Celtic sogar in bester Gesellschaft. Keine Geringeren als der Schütze des Wembley-Tores Geoff Hurst und der unvergessene George Best schnürten ebenfalls in den letzten Tagen ihrer erfolgreichen Laufbahnen für den Verein aus der Stadt, die für ihre Butter berühmt ist, die Stiefel.

Die infolge von Sepp Herbergers Nichtberücksichtigung anno 1956 verpasste Reise nach Irland hat der gute Uwe Seeler also nachgeholt, was ihm, mit einem zwinkernden Auge gesagt, sicherlich zu gönnen ist. Dennoch „Uns Uwe“, darauf nun aber erst einmal ein zünftiges Guinness.

Der Artikel ist auch auf Goal.com zu finden.

Zu Ernsthaft

Was hat sich Fabian Ernst, der Schalker Mittelfeldmotor, denn da wohl gedacht. Da spielt sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft derweil wieder zurück in die Weltspitze und hat sich gestern nach der Nullnummer von Dublin als erstes Nation für die Euro 2008 qualifiziert.

Ernst wird hingegen bei der Alpen-Euro nicht mit von der Partie sein. Nach den ganzen Nichtnominierungen der letzten Monate und bei der WM anno 2006 erklärte er in einem Interview das Kapitel Nationalmannschaft als beendet. Speziell will der frühere Bremer unter Bundestrainer Jogi Löw, bei dem offensichtlich im defensiven Mittelfeld Torsten Frings von Werder Bremen, der Stuttgarter Thomas Hitzlsperger und der Leverkusener Emporkömmling Simon Rolfes bessere Karten besitzen, nicht mehr auflaufen. Demnach würde der 28-Jährige gar freiwillig auf eine Berufung verzichten. „Sollte Löw doch noch anrufen, sage ich ihm freiwillig ab.“

„Sollte Löw doch noch anrufen, sage ich ihm freiwillig ab.“

24 Länderspiele hat Ernst bislang bestritten. Angesichts von Ernsts derzeitiger Formstärke hatten sich zuletzt insbesondere Schalke-Manager Müller und Schalkes Coach Slomka für eine Rückkehr in den Kreis der DFB-Elf stark gemacht. „Ich möchte von niemandem in die Mannschaft reingesungen werden“, stellte Ernst auf Stur: „Der Bundestrainer sollte schon selbst hinter mir und meiner Leistung stehen. Wäre das aber der Fall, hätte er sich längst bei mir gemeldet.“

Dass Fabian Ernst offenbar ein reflektierender Mensch ist, diesen Eindruck vermittelte er schon länger. Doch fraglich ist jedoch, ob er seine Entscheidung nicht auf einem Denkfehler gründet. Überragt er weiter bei Schalke und glänzt obendrein in der Champions League, würde der gute Jogi Löw womöglich erst gar nicht an ihm vorbeikommen. Wieso er ein mögliches EM-Ticket insofern vorschnell sozusagen aus dem Fenster wirft, wird wohl nur er selbst und seine verletzte Eitelkeit wissen.

Aus der nicht glücklichen Ehe Nationalmannschaft und Fabian Ernst bleibt damit weiter nur sein Faux-Pas aus dem deutschen Auftaktspiel in der Vorrunde der unterirdischen Euro 2004 gegen die Niederlande in Erinnerung, als Ernst nur zwei Minuten nach seiner Einwechselung fahrlässig den flinken Andy van der Mende flanken ließ und ein gewisser Ruud van Nistelrooy die Flanke abgebrüht zum Ausgleich im Kasten von Oliver Kahn unterbrachte, der den Niederländern doch noch das Remis sicherte.

Mit einem Erfolg im deutsch-niederländischen Prestigeduell hätte die aus deutscher Sicht schmachvolle Euro in Portugal, ohne Ernst hier Böses zu wollen, vielleicht eine andere Wendung für die DFB-Equipe genommen. Dieser 15. Juni 2004 wird daher weiter wie ein Damoklesschwert über der Nationalmannschaftskarriere des Fabian Ernst schweben. Fabian Ernst, der neue T(h)or der Woche.

Der Artikel ist ebenfalls auf Goal.com zu finden.

Samstag, 13. Oktober 2007

Peng! Peng!

Bei Vizeweltmeister Frankreich kribbelt es in der Quali für Euro 2008 gewaltig, muss die Equipe Tricolore doch in seiner Gruppe B im Dreikampf mit Weltmeister Italien und Schottland fürchten, nicht das Ticket nach Österreich und in die Schweiz lösen zu können. Les Bleus sind mit 19 Zählern hinter Italien (20 Punkte) und den überraschend starken Schotten nur Dritter in der Gruppe B.

Frankreichs Nationaltrainer Raymond Domenech stimmte seine Equipe daher gewohnt drastisch auf die Quali-Partien auf den Faröer-Inseln und gegen Litauen ein. „Wir haben eine Pistole direkt an unserem Kopf“, sagte Domenech, um der Grande Nation zu bescheinigen: „Aber das ist gut. Wir wissen, dass wir jedes Spiel gewinnen müssen.“ Nicht nur Zinedine Zidane wird hoffen, dass es für les Bleus bald nicht „Peng! Peng!“ macht...Bonne Chance!

Freitag, 12. Oktober 2007

Aus der Welt der Lokomotiven

Die deutschen Lokomotivführer haben heute den Leitspruch der deutschen Bahn „Die Bahn kommt“ eindrucksvoll ad absurdum geführt. Kurzum: sie haben gestreikt. Von wegen also „Tut, tut.“ oder „Alles einsteigen!“. Doch THOR WATERSCHEI kann gegen den Lokführerstreik natürlich wenig ausrichten und will hier auch keine unnötigen Parolen herausposauen.

Vielmehr hat THOR WATERSCHEI sich aber in der Welt des Fußballs mal genauer umgesehen und eine beeindruckende Entdeckung gemacht. In der weiten Welt des Fußballs wimmelt es nur so vor Lokomotiven, aber auch nur an bestimmten Ecken und Enden. Vorwiegend in Osteuropa war dem Anschein zu Zeiten des Eisernen Vorhangs durchaus en Vogue sogenannte Betriebsmannschaften fußballspielender Eisenbahner schnörkellos mit den Vornamen Lokomotive zu versehen.

Ein wahrer Klassiker in der Lokomotive-Familie ist dabei der russische Traditionsklub Lokomotive Moskau, einst als Klub der Oktoberrevolution hervorgegangen und in die freiwillige Sportlergemeinschaft der Eisenbahner „Lokomotive“ umbenannt. Doch dem Lokomotivdasein nicht genug, trägt sogleich das Stadion des Vereins den Namen „Lokomotive“. Und der Verein selbst hört zudem auf den Spitznamen „Parowos“, was nicht weniger als Dampflok bedeutet. Ein gewisser Jim Knopf hätte an dem zweimaligen russischen Meister sicher seine wahre Freude.

Nicht nachstehen würde da grundsätzlich der russische Lokomotivengenosse FC Lokomotive Nizhny Novgorod wollen, der vom Ural kommend zumeist in seiner 90-jährigen Klubsgeschichte durch die unteren russischen bzw. sowjetischen Ligen rauschte. Doch die Lok aus Nizhny Novgorod steht seit 2006 auf dem Abstellgleis, da der Verein sich aufgelöst hat. Beinahe dort gelandet wäre auch der 1. FC Lokomotive Leipzig, der sich nach der Auflösung des VfB Leipzig den guten alten Namen zugelegt hat. Vom Glanz früherer Tage ist bei der Leipziger Lokomotive jedoch nicht viel übrig geblieben, zuckelt sie nunmehr durch Sachsens Amateurligen.

Deshalb sollen im Weiteren nicht die bulgarischen und georgischen Lokomotiven unterschlagen werden, die ihre Hauptgleise in Sofia, Plowdiw und Tiflis besitzen und insbesondere in Bulgarien ihre Stadien der Einfachheit halber ebenso benannt haben wie ihr Pendant in Moskau. Etwas einfallsreicher sind die beiden bulgarischen Lokomotive unterdessen im Hinblick auf ihren Spitznamen. Während sich die Lokomotive aus Sofia allerdings fnoch schlicht die „Eisernen“ nennen lässt, zettelt diejenige aus Plowdiw mit ihrem sozusagen beinah eine Revolution auf dem Bahnsteig an. Wagt es der Klub wegen seiner Spielkleidung doch glatt sich „das Plowdiwer Juve“ zu nennen.

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Dienstag, 9. Oktober 2007

Unsexy?

Die Ansichten von HSV-Aufsichtsrat und 11 Freunde-Kolumnist Alex Formeseyn trieben zuletzt sicherlich so manchem heißblütigen Anhänger des Bundesligadinos Hamburger SV die Zornesröte ins Gesicht. Wagte es Formeseyn doch seinen HSV vor dem HSV-Gastspiel am vergangenen Wochenende in Bielefeld im Bielefelder Stadionheft „Halbvier“ als „unsexy“ zu bezeichnen.

Formeseyn sprach: „Mit dem HSV ist es da übrigens, glaube ich, ganz ähnlich wie mit Bielefeld. Es ist, wenn man so will, ein eher unsexy Verein, den man sich eben nicht selber aussucht. In Hamburg entscheiden sich die Leute eher für St. Pauli, und diejenigen, denen es um Fußball geht und der Lifestyle weniger wichtig ist, gehen halt zum HSV. Kann man gar nichts gegen tun. Sag ich jetzt einfach mal so ...“

Also, HSV-Fans, lest vorgenannte Zeilen noch einmal mit Verstand. Zum einen darf der gute Herr Formeseyn, auch in seiner Funktion als Aufsichtsratmitglied, ja wohl seine freie Meinung äußern. Andererseits ist hoffentlich gegen eine kritische Auseinandersetzung mit seinem Klub nichts auszusetzen. Und jeden seiner „verräterischen“ Sätze nur von einer Seite der Medaille zu betrachten, wäre gleichlautend mit dem lustigen von dem guten Herrn Formeseyn seinerzeit veröffentlichten Fußballbüchlein, ja irgendwie „voll die Latte“, oder?

Was HSV-Edelfan DITTSCHE davon wohl in seinem Stammimbiss in HH-Eppendorf am Sonntagabend hält?

My Arsenal # 7: Fan mit reinem Herzen

Arsenals gibt es in der weiten Welt des Fussballs viele. Unter anderem Arsenal Kiew, Arsenal Tula, Arsenal Berekum aus Ghana oder Arsenal de Sarandì aus Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires entstanden in Gefolgschaft des ehrwürdigen Arsenal Football Clubs aus London, der allerdings und das weiß nicht nur Nick Hornby das einzig wahre Arsenal ist…

Bei Arsenal läuft es in der laufenden Saison weiter überaus rund. Vor Manchester United behaupten die Kanoniere souverän Rang eins in der Premier League und auch in der Champions League befinden sich die kombinationsfreudigen Kicker aus Islington nach zwei Siegen vollends in der Spur. Solche Phasen sind natürlich günstig, neue Fans zu generieren.

Als solcher geoutet hat jüngst der bei Arsenal nicht mehr ganz unbekannte russische Unternehmer Alischer Usmanow. Der einstige Schrotthändler hatte in den vergangenen Monaten 23 Prozent der Arsenal-Aktien, für die er 120 Millionen Pfund (175 Millionen Euro) zahlte, erworben und ist dadurch inzwischen zum zweitgrößten Aktionär der „Gunners“ avanciert. „Ich komme als Fan und mit reinem Herzen“, hatte Usmanow zwar seinen Kritikern entgegnet.

Doch rund um das schmucke Ashburton Grove macht sich allerdings allmählich die Angst vor einem endgültigem Prankehieb des wohlbeleibten gebürtigen Usbeken, seit dem dieser vor Kurzem nicht ausschloss, den Traditionsklub künftig voll und ganz besitzen zu wollen.„Wir brauchen sein Geld nicht, und wir wollen Usmanow nicht“, polterte erst letztens Arsenal-Präsident Peter Hill-Wood, der ebenso wie seine Vorstandskollegen bei Arsenal abramowitscheske Verhältnisse wie beim Nachbarn Chelsea verhindern will. Quo vadis, gutes altes Arsenal?

Kirchspiel

Der Medienunternehmer Leo Kirch kehrt zurück ins Big-Business Fußball-Bundesliga. Der 81-Jährige wurde von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) nach einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Dienstag mit der Vermarktung der Fernsehrechte von der Saison 2009/2010 an beauftragt.

Der Mogul garantiere der Bundesliga Einnahmen aus der Verwertung der Fernsehrechte im Inland von durchschnittlich mindestens 500 Millionen Euro je Saison. Der DFL-Auftrag soll zunächst eine Dauer von sechs Jahren haben. Unterdessen ist im Übrigen der Aktienkurs des Pay-TV Senders Premiere um 8,3 Prozent auf 14,57 Euro eingebrochen. Geht es mit Herrn Kirch etwa gemeinsam ins Grab?

Sonntag, 7. Oktober 2007

Neun Piekser für Piecke

Dass der deutsche Torhüter an sich, gemessen seiner hohen Qualität, ein guter Exportartikel ist, hat sich übrigens schon bis in die nahen Niederlande herumgesprochen. Dort hütet der ehemalige Bundesligatorsteher Martin Pieckenhagen die Pfosten, muss sich jedoch heute vorgekommen sein, wie in einer Schießbude.

Beim Gastspiel seines Klubs Heracles Almelo beim SC Heerenveen in der Ehrendivisie fing sich Piecke gleich neun Gegentore, gleich siebenmal trug sich dabei Heerenveens Torjäger Afonso Alves in die Torschützenliste ein. Die neun Pieksern werden also wohl nicht allein ein Piecke gelegen haben. Bekanntlich hat der deutsche Torwart an sich ja eine hohe Qualität....

Treter

Sonntag für Sonntag den T(h)or der Woche zu ernennen, ist eigentlich ein kleines Vergnügen. Zum einen würdigt THOR WATERSCHEI mit jener kleinen Auszeichnung solche Personen vom grünen Rasen oder aus dem Umfeld des Rasenrechtecks, die im positiven Sinne sich in einem Moment um den Fußball verdient gemacht haben oder die eine Aufmunterung benötigen.

Andererseits sollen, gelinde gesagt, gewisse Chuzpes einzelner Akteure auch nicht „ungesühnt“ bleiben. Das gilt damit auch für Dida, den brasilianischen Weltmeistertorwart von 2002 und Torsteher des AC Mailand. Didas überraschender Schwächeanfall am vergangenen Mittwoch im Champions League-Gastspiel bei Celtic Glasgow nach Celtics vielumjubelten Siegtreffer in der Schlussminute sowie einem Patzer von ihm, hinterlässt im THOR WATERSCHEI-Klubhaus dabei noch immer offene Münder.

Gut, dass ein übermütig gewordener Celtic-Fan in der allgemeinen Siegeseuphorie überhaupt auf das Spielfeld des Celtic Parks stürmen konnte, dass wird und sollte Celtic eine saftige Strafe einbringen. Gleichwohl hat Dida mit seinem Umfaller infolge des Tätschlers des Celtic-Fans, der sich anscheinend persönlich bei dem Brasilianer bedanken wollte, den Fußball mit Füßen getreten.

PS.: Außerdem hat Dida mit seiner Aktion seinem Landsmann Ailton den Titel „T(h)or der Woche“ vor der Nase weggeschnappt. Wollte THOR WATERSCHEI dem guten Ailton mit dem Titel doch eigentlich etwas Aufmunterung verschaffen...

Auf Augenhöhe

Beim Hamburger Sportverein scheint nach dem guten Saisonstart, inklusive des Einzugs in den UEFA-Pokal sowie in dessen Gruppenphase, alles in bester Ordnung zu sein. Das Hamburgische Wechseltheater, was sich Ende August in der Hansestadt abspielte, ist schon wie vergessen. Rafael van der Vaart, den Hauptakteur dieser Posse, haben die HSV-Anhänger nun wieder in ihr empfindsames rautenartiges Herz geschlossen.

Haben sie auch allen Grund zu. Gestern brach VdV zum Beispiel beim 1:0-Sieg in Bielefeld den Uraltrekord von HSV-Idol Uwe Seeler und traf ebenso wie „Uns Uwe“ im siebten Bundesligaspiel in Folge. Wo van der Vaart sein Lebensweg wohl noch hinführt?

Freitag, 5. Oktober 2007

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Willkommen im Club

Dass die treuen Anhänger des amtierenden deutschen Pokalsiegers Leidenszeiten angesichts der turbulenten und überaus wechselhaften Vereinsgeschichte gewohnt sind, kann man nachvollziehen. Nach dem euphorisch gefeierten Pokalsieg von Berlin, waren die Jubelarien allerdings nach dem durchweg mäßigen Saisonstart verstummt. Jubel nach über eineinhalb Monaten ohne Sieg kommt da eben nicht gerade auf.

Erst recht nicht, wenn Nürnbergs so unterhaltsam wie eloquenter Trainer Hänschen Meyer nach Partien seines „Clubs“ etwas zerknirscht gegenüber neugierigen ZDF-Reportern kaum seinen Zynismus ob der glücklosen Vorstellungen seiner Kicker zurückhalten kann. Daher dürfte der gebürtige Thüringer heute über das 2:2-Remis seines „Clubs“ im Rückspiel der 1. Uefa-Pokalrunde bei Rapid Bukarest durchaus erfreut gewesen sein. Es war zwar kein Sieg, aber zumindest nach dem torlosen Hinspiel das Ticket in die Uefa-Pokal-Gruppenphase. Also „Club“, willkommen im Club....

Dienstag, 2. Oktober 2007

Lothar Leichtsinnthäus?

Wie es einem hochverehrten Ehrenspielführer wie Lothar Matthäus gebührt, hat THOR WATERSCHEI "LM" in seinem Klubhauseine gemütliche Loge eingerichtet und lässt den einstigen Weltmeister und Weltfußballer dort seine Bonmots zum Besten geben...

In Deutschland, jenem fußballverrückten Land, dem der gute Lothar Matthäus als Ehrenspielführer der Fußball-Nationalmannschaft vorsteht, existiert ein etwas krudes Bild von dem einst auf dem Rasenrechteck so dynamischen wie erfolgreichen gebürtigen Franken.

Dieses Bild besagt, dass der frühere deutsche Zehner als Cheftrainer nicht wirklich entgegen der vorhandenen Fakten, unter anderem serbischer und österreichischer Meister geworden zu sein, an seine alten Erfolge als Aktiver nicht anzuknüpfen vermag. Schlimmer ist jedoch, dass er den streitbaren Leumund besitzt,sich für etwaige Trainerstellen öffentlich feilzubieten. Was solche Anbiederungen angeht, dürften sogar in gewissen konservativeren Kreisen Vergleiche mit Matthäus fränkischer Landsfrau Gabriele Pauli angestellt werden.

Von solchen hanebüchenen Vergleichen erhält Matthäus aber natürlich auch keinen Trainerjob, was sich allerdings womöglich schon kurzfristig ändern könnte. Der ehemalige Coach der ungarischen Nationalmannschaft steht angeblich beim israelischen Spitzenklub Maccabi Tel Aviv auf dem Liste, der dem deutschen Rekordinternationalen ein Angebot unterbreitet haben soll.

Nur leider schlägt der gute Lothar Matthäus, sofern er sich auf Stellensuche befindet, offenbar stets die gleichen Verhaltensmuster an. Leichtsinnigerweise dreht er bei möglichem Interesse diverser Klubs (oder zumindest dortigen vakanten Trainerposten) jeweils den Spieß einfach um. Hierbei läßt er es sich nicht nehmen, seinen öffentlichen Senf zu solchen Gerüchten hinzuzugeben und sich dadurch, wie nun in Tel Aviv, anzubieten.

"Ich bin privat in Israel. Aber es wäre eine Ehre für mich, Tel Aviv zu trainieren", ließ er gestern Morgen die wackeren Leser der Bild-Zeitung noch wissen. Ob ihn sein Leichtsinn wohl auch diesen Job kostet? Als Spieler hätte Matthäus voraussichtlich nicht für Tel Aviv die Stifel geschnürt, mithin spricht ein Lothar Matthäus bekanntermaßen ja auch kein Französisch...

Montag, 1. Oktober 2007

Tatort Turin

Wenn der FC Turin, der früher lange Jahre AC Torino oder dann Torino Calcio hieß,auf seinen Lokalrivalen Juventus Turin trifft, geht es bisweilen überaus hoch her. So übrigens auch gestern, als schon vor dem Derby sich sogenannte Schlachtenbummler beider Klubs heißblütige Straßenschlachten mit der italienischen Polizei, die sogar Tränengas einsetzen musste, lieferten.

Laut La Gazzetta dello Sport seien neben 40 von der Polizei vorläufig in Gewahrsam genommenen Personen drei weitere festgenommen worden. Zwei Personen wurden zudem verletzt. Ein Angriff von Juve-Anhängern auf den Mannschaftsbus des ungeliebten Nachbarn sei überdies unter anderem in letzer Minute vor dem Stadion verhindert worden. Jubeln konnte am Ende des Derbys übrigens Juve. Juve-Stürmer David Trezeguet gelang für die ungestüme Alte Dame der goldene Treffer.

Wohin mit Ronaldinho?

Wohin mit Ronaldinho ist derweil die große Frage. Gerüchte über die Zukunft des brillanten Barca-Kickers mit den vorstehenden Zähnen fallen zurzeit der Jahreszeit entsprechend wie die goldgelben Blätter von den Bäumen. Ist der Künstler vom Zuckerhut etwa schon im Herbst seiner Karriere angelangt? Die Affinität von Milan-Boss Berlusconi oder von Chelsea-Chef Abramowitsch zu Ronaldinho sind lange bekannt.
Nur, in welche Himmelsrichtung zieht es Ronaldo de Assis Moreira, der zuletzt nur noch ein Schatten früherer Tage war. „Ein Fußballer kann nicht von dem leben, was er war. Rijkaard sollte die Spieler aufstellen, die am besten in Form sind“, fordert gar Barca-Legende John Cruyff, dessen Aussagen im Camp Nou beinahe Gesetzescharakter besitzen.

THOR WATERSCHEI ist sich ebenso unschlüssig, welchen Dress Ronaldinho künftig tragen soll. Vielleicht den des FC Chelsea oder doch vom AC Milan. Mit in der Verlosung sind allerdings noch weitere Klubs. Stimmt ab - in der (kleinen) Ronaldinho-Umfrage! Das letzte Wort soll an dieser Stelle der Brasilianer selbst erhalten, der in der spanischen Sportzeitung El Mundo Deportivo erklärte:
„Ich gehe weder zum FC Chelsea noch zum AC Mailand. Ich will bei Barça bleiben!“