Sonntag, 30. September 2007

Auf die Hörner genommen

Wenn man mitunter nach Österreich hinüberschielt, überkommt den neutralen Betrachter durchaus das Grausen. Zum einen gewinnt die östereichische Nationalmannschaft, kommenden Sommer bekanntlich mit der Schweiz EM-Gastgeber, zurzeit kaum einen Blumentopf. Die Rufe nach einer Ablösung von Teamchef Hickersberger sind in der Alpenrepublik beinahe ein Evergreen und zu allem Überfluß forderten sogenannte östereichische Fußballästheten den Ausschluss des Austria-Teams bei der Euro. Österreichs Fußball wird zurzeit somit ganz schön auf die Hörne genommen,

Zum anderen wurden Red Bull Salzburg, dem finanzstarken Emporkömmling und amtierenden Meister mit den Großklub-Avancen, international abermals schnell die Flügel gestutzt. Was irgendwie die Klagen der kritischen österreichischen Geister bestätigte, die ihre T-Mobile Liga lediglich als Operettenliga einstufen.

Trotz allem fußballerischem Verdrusses in Österreich ereignete sich heute in Salzburg zwischen Trapattonis Bullen und der Wiener Austria das Schlagerspiel der 13. Runde, welches die Austria nach einem Lucky Punch, wie der zuständige Redakteur der Onlineseite des Kuriers schrieb, des eingewechselten Sulimani in der Schlußminute überraschend gewann. Austria führt damit weiter in Austria und nahm die roten Bullen aus Salzburg erfolgreich auf die Hörner. Der Spielbetrieb wird in Österreich also offenbar zumindest aufrechterhalten.

Von Pele und Franz

Am Freitagabend war in der osnatel-Arena in Osnabrück, vormals Bremer Brücke, alles angerichtet für einen feinen Fußballabend. Die Wolken verzogen sich allmählich über der Stadt des Westfälischen Friedens und mit dem FC St. Pauli und seinen zahlreichen Schlachtenbummlern gastierte dort an diesem 8. Spieltag des deutschen Unterhauses ein überaus attraktiver Gegner.

Dabei hatten die tapferen wie wortgewaltigen VfL-Anhänger schon zuvor etwas zu Feiern gehabt. Aufstiegstrainer Claus-Dieter Wollitz, den man nicht nur in Osnabrück Pele ruft, hatte seinen auslaufenden Kontrakt weniger Tage zuvor gleich bis ins Jahr 2011 verlängert und ist damit der Trainer, der am längsten beim Verein für Leibesübungen von 1899 im Sattel sitzt. An diesem lauen Freitagabend im September machte allerdings nicht nur Pele dem lila-weißen Anhang Freude.

In dem spektakulären Nord-Derby ging die Post ab und davon ließ sich speziell VfL-Abwehrchef Thomas Cichon, dessen burschikosem Spielstil ein gewisser Manuel Andrack einst in einem Büchlein ein ganzes Kapitel widmete, anstecken. Cichon, der angeblich auf den Spitznamen Franz hören soll, ließ in jener 36. Spielminute, als das Spiel für den VfL auf der Kippe stand, einen Franz Beckenbaueresken Außenristschuss ab, dem Paulis Pfostenwächter Borger nur hinterherschauen konnte. Das sehenswerte Tor von „Franz“ Cichon war insofern der Schlüssel für den späteren 3:1-Erfolg der Lila-Weißen über die kampfstarken Hamburger.

Bei aller Euphorie lag nach 90 Minuten jedoch ein Wermutstropfen in der Luft. Denn nachdem Paulis beinharter schottischer Linksverteidiger Ian Joy Osnabrücks unschuldiger Leverkusener Leihgabe Assimou Toure in Höhe des Mittelkreises im Stile eines Roy Keane in seinen besten Tagen in die Parade fuhr, musste der 19-jährige togolesische WM-Teilnehmer nach fünfminütiger Behandlungszeit schon zu Beginn des Spiels verletzt ausgewechselt werden. Wie sich nun im Nachhinein herausstellte, erlitt Toure einen Schien- und Wadenbeinbruch.

„2. Liga is halt kein Kindergeburtstag“, konnte angesichts dieses Vorfalls ein unerschrockener Pauli-Fan mittleren Alters auf der Nord-Tribüne die um ihn aufkommende Aufregung nicht begreifen. Ganz unrecht hatte der Paulianer mit seiner klaren Analyse aber wohl doch nicht.

Quittung

Ronald Koeman. Als Akteur stets mit der Nummer vier auf dem Rücken weit gereist. Schoss Barcelona '92 im alten Wembley zum Landesmeistertriumph, triumphierte mit Holland bei der Euro 88 in Deutschland. An dieser Stelle vergisst THOR WATERSCHEI mal, was der böse Ronald damals nach dem Halbfinalsieg von Hamburg mit dem Trikot von Olaf Thon angestellt hat.

Viele Jahre später, Ronald Koeman sitzt inzwischen beim PSV Eindhoven auf der Trainerbank, legte sich einstige Weltklasselibero nun ein gewaltiges Ei ins PSV-Nest. Der blonde Ronald setzt in der 1. Runde des holändischen Pokals einen gesperrten Spieler ein. Und da auch dem große Ronald Koeman so etwas nicht gestattet ist, bekamen er und der PSV trotz des 3:0-Sieges in Heerenveen die Quittung vom holländischen Fußballverband. Dem PSV wurde der Sieg sofort aberkannt und er für dieses Jahr sozusagen aus dem Pokal verbannt.

Das war dann also ein Schuss ins Leere des ehemaligen Weltklasseliberos Ronald Koeman, dem neuen T(h)hor der Woche...

Donnerstag, 27. September 2007

Der kopflose Hahn

In den vergangenen Tagen ist in London schon wieder eine Menge Wasser durch die Themse geflossen. Der Abschied José Mourinhos von seinem FC Chelsea hat die fest im Londoner Boden verankerte Stamford Bridge an jenem 20. September und den Tagen darauf, bildlich gesprochen, doch ganz schön wackeln lassen.

Mission Impossible für Mr. Mourinho?

Doch ob der erfolgreiche Mourinho, der mit den „Blues“ in seiner dreijährigen Ära jeweils zwei englische Meistertitel und Ligapokalsiege nebst eines FA Cup-Triumphes feierte, nun selbst das Handtuch Roman Abramowitsch sozusagen ins Gesicht warf oder der erfolgsverwöhnte Russe die Reißleine zog. Diese Information ist noch nicht wirklich über den Ärmelkanal geschwappt.

Eines steht jedoch fest, der Portugiese hat seinen einstigen Auftrag neben zahlreicher englischer Silberware, mit Chelsea ebenso die Champions League zu gewinnen, nicht erfüllt. Fürwahr sind zwei Halbfinalteilnahmen in drei Jahren nicht von schlechten Eltern.

Aber wenn Liverpool unter anderem zweimal, gebündelt mit der für die „Reds“ so beschwingenden Anfield-Folklore, für Mourinhos ehemals zumeist kühl auftretenden „Blues“ Schicksal spielt, riecht das trotz des millionenschweren aus aller Welt angeheuerten Personals schon beinahe nach „Mission Impossible“. Auch für solch einen Motivationskünstler und Taktikfuchs wie Mr. Mourinho, der etwas entgegen seinen Geflogenheiten nicht nur positive Resultate erzielen und anstelle des von ihm mitunter perfektionierten Ergebnisfußball mit Chelsea auch noch glanzvollen Fußball spielen sollte.

„Blues“ profitierten von Mourinhos Charisma

Wirkte die königsblaue Kluft des Londoner Traditionsvereins vor seiner Inobhutnahme durch Mourinho und dessen Charisma mitunter grau, stelzte der Chelsea Football Club unter der Ägide des Portugiesen seit 2004 wie ein majestätischer Hahn mit stolz geschwellter blauer Brust durch die Premier League, etliche Pokalspiele auf der Insel sowie zahlreiche heiße Duelle auf dem Champions League-Parkett.

Dass die Stärke des manchmal überheblich anmutenden Mourinhos, der bekanntermaßen keinem öffentlich ausgetragenen Disput mit Arsene Wenger oder Sir Alex Ferguson aus dem Weg ging, sich allmählich auf seine jährlich hochgradig verstärkte Equipe übertrug, war unverkennbar. Schon bei seinem Amtsantritt ließ der zweimalige Welt-Klubtrainer die Journalisten auf der obligatorischen Pressekonferenz wissen, was er von sich und seinem neuen Klub hielt:„ Chelsea hat eine Topmannschaft, und entschuldigen Sie, wenn das arrogant klingt: Chelsea hat jetzt vor allem einen Toptrainer.“ „The Special One“ war schnell auf der Insel angekommen.

Er sollte mit seiner Einschätzung Recht behalten. Obendrein pflegte er zu seinen Spielern, allen voran „Skipper“ John Terry, Didier Drogba und Frank Lampard, eine besondere Beziehung und stellte sich nach schlechteren oder nicht erfolgreich verlaufenden Spielen, die es in Sphären von 85 Siegen in 120 Ligapartien nicht allzu oft gab, stets schützend vor seine Schützlinge. Die Tage, an denen Mourinho mit Lampard Arm in Arm diese und weitere Triumphe feierte, sind unterdessen gezählt.

Schewtschenko, Büchse der Pandora?

Man kann es da beinah als Ironie des Schicksals beschreiben, dass ausgerechnet der von Chelsea-Chef Abramowitsch stets goutierte und von Mourinho ungeliebte Andreij Schewtschenko, den Abramowitsch gegen den Willen des Portugiesen anno 2006 für rund 60 Millionen Euro vom AC Milan loseiste, gegen Rosenborg Trondheim den letzten Treffer in der Ära Mourinho erzielte. Schewtschenko hatte zuvor unter Mourinho bekanntlich wenig zu lachen, scheint jedoch trotz seiner sportlich eher geringen Bedeutung für Mourinho die sogenannte Büchse der Pandora gewesen zu sein.

Denn es gab wohl kaum Tage, außer vielleicht an kalten Januarabenden im englischen Ligapokal gegen Dritt- oder Viertligisten wie die Wycombe Wanderers, an denen der so hochgelobte „Schewa“ seine Klasse in England tatsächlich nachwies. Dass Mourinho weitgehend auf die bislang auf der Insel verborgen gebliebenen Ballkünste des Ukrainers verzichtete hatte, dürfte seine Gunst bei Chelsea Klubchef daher im Laufe der Zeit nicht gerade erhöht haben. An dem Tag, als Mourinhos sich offiziell von seiner ihm zum großen Teil ergebenden ehemaligen Mannschaft auf Chelseas Trainingsgelände in Cobham verabschiedete, sprach der kurze und frostige Handshake zwischen Mourinho und Schewtschenko Bände.

Ganz anders auf den Weggang ihres Trainers reagierten Frank Lampard und Didier Drogba, die sich ihre Tränen nicht verkneifen konnten. Neuzugang Florent Malouda und Abwehrrecke Ricardo Carvalho, die gaben gar zu, dass ihr einziger Grund für Chelsea zu spielen, „Mourinho“ hieß. Mitunter wurde zwar bereits medial ein Spielerexodus befürchtet. Diesen in der nächsten Transferperiode zu verhindern, obliegt jetzt Mourinhos Nachfolger Grant, Avraham nicht Hugh.

Grant, Abramowitsch-Erfüllungsgehilfe?

Inwiefern der Intimus von Roman Abramowitsch, der Mourinho den ehemaligen israelischen Nationaltrainer vor der Saison als Sportdirektor in den Nacken setzte, sich jedoch die Gunst von Terry, Drogba, Lampard & Co. sichern kann, bleibt abzuwarten. Wird doch mitunter etwas ketzerisch vermutet, dass der im Gegensatz zu Mourinho farblos wirkende Grant einzig ein vom großen Roman installierter Vasall ist, der womöglich nach Weisung des Russen die Trikots in der Kabine verteilt.

Jedenfalls wirkt der Chelsea Football Club derweil, ob mit Grant oder gerade wegen ihm, anstelle des seinerzeit so majestätisch durch den englischen Fußball schreitenden Hahnes wie einer, dem der Kopf abgehackt wurde. Denn eine derart dürftige Vorstellung gegen Konkurrent Manchester United wie am vergangenen Sonntag lieferte Chelsea schon lange nicht mehr ab. Daran konnte auch Avraham Grant nicht viel ändern.

„Good luck in the rest of your career”, tippte José Mourinho bekanntermaßen in der Nacht seines Abschieds in sein Handy, weclhes die SMS an seine sogenannten „Vertrauensspieler“ Terry, Drogba und Lampard übersandte. Dieses Glück wird sicherlich auch sein als „Dauerlösung“ gepriesener Nachfolger gut gebrauchen können. Übrigens, ebenso wie ein richtige Trainerlizenz. Wann der Chelsea-Hahn wohl endlich wieder richtig laut kräht?

Dieser Artikel ist ebenfalls auf Goal.com zu finden.

Mittwoch, 26. September 2007

Frösche gegen Franco

Wer weiß es? Für welchen spanischen Klub jagte der große Johan Cruyff in seiner Laufbahn neben dem FC Barcelona noch dem runden Leder hinterher? Na? Dass das niederländische Fußballidol 1981 für zehn Spiele lang beim valencianischen Vorstadtvereine UD Levante sein Können versprühte, da wäre wohl kaum einer darauf gekommen. Gut, kann man behaupten, in Valencia, im Osten Spaniens nahe des Mittelmeers, spielt ja bekanntermaßen der Valencia Club de Fútbol die erste Geige.

Jener Klub, dessen Kasten ein gewisser Timo Hildebrand seit Beginn der laufenden Saison hütet und der ebenso wie Levante mit einer irritierenden Fledermaus über seinem Vereinswappen aufwartet. Die erste Geige spielt Valencia CF auch gerade deshalb, weil man gegenüber dem Erzrivalen Levante im Laufe der Jahre doch ein paar Pokale mehr eingeheimst hat. Sechs Meistertitel und Pokalsiege, vier Europapokalsiege nebst zweimaligen Gewinn des europäischen Supercups. Da lässt sich wirklich ein beachtlicher Briefkopf formatieren.

Solche Erfolge sind beim kleinen Nachbarn Levante Unión Deportiva indes nicht auf dessen Briefpapier zu finden, was auch ein Intermezzo von Bernd Schuster vor wenigen Jahren auf der Trainerbank des Vereins, dessen Fans sich pikanterweise Granotes (Frösche) nennen. Denn derweil könnte man denken, dass UD Levante selbst ein Frosch wäre. Denn nun fuhr der beinahe titellose Klub, bildlich gesprochen, seine Zunge nach dem bisher nicht offiziell anerkannten Pokalsieg von 1937 aus.

In dieser Zeit des spanischen Bürgerkriegs wurde in dem vom faschistischen Franco freien und von den Francophoben republikanischen Truppen kontrollierten Teil Spaniens die Copa de España Libre (Pokal des Freien Spanien) ausgespielt. Jenen Pokal des Freien Spanien sollte damals UD Levante durch seinen 1:0-Finaltriumph, ausgerechnet gegen seinen ewigen Stadtrivalen Valencia CF, gewinnen.

Diesen Pokalsieg verwehrte der spanische Fußballverband allerdings lange die offizielle Anerkennung, was der spanische Senat nun heute, rund 70 Jahre, änderte. Die „Frösche“ von UD Levante dürfen laut quaken und die Nacht dieses historischen Tags tatsächlich zum Tag machen. Pokalsieger 1937, THOR WATERSCHEI quakt heiter mit...

Dienstag, 25. September 2007

Trainersuche

Der FC Chelsea ist dem Anschein nach auf Trainersuche. Und THOR WATERSCHEI sucht mit. Da wäre zum Beispiel Lothar Matthäus zu haben, der sich freilich merkwürdigerweise noch nicht beim Ballack-Klub, ins Gespräch gebracht. Andererseits wären da Peter Neururer und Jörg Berger, die wohl erst beim endgültigen Abdriften des Klubs aus der Champions League nahen Tabellenzone als Feuerwehrleute in Frage kämen.

Ein Feuerwehrmann ist Deutschlands Ex-Teamchef Jürgen Klinsmann dagegen zwar nicht, wurde angeblich aber bereits im Sommer von Roman Abramowitsch hinsichtlich eines Engagements bei Chelsea befragt. In einer Online-Umfrage der Daily Mail wurde Klinsmann zudem zum Favoriten der User des Internetportals der englischen Tageszeitung als Favorit auf die Mourinho-Nachfolge auserkoren und erlangte glatte 31 % der abgegebenen Stimmen.

Klinsi brenne auf eine Rückkehr auf die Trainerbank, verkündete der in Kalifornien lebende Schwabe unlängst gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Also was tun, wenns brennt? Klinsi in California anrufen oder ihm ne E-Mail schreiben. Macht er bekanntlich ja auch gerne. Für richtige Feuerwehrmänner wie die Neururers und Bergers hat Chelsea wohl noch etwas Zeit...

Montag, 24. September 2007

Surfergrüße im Regen

Ist der Ruf erst goutiert, lebt's sich dann wirklich ungeniert? Diese Frage könnte man einem gewissen Ronaldinho dem Anschein nach mit Fug und Recht gerade stellen. Machte der Brasilianer mit dem Überbiss in letzter Zeit doch eher von selbst aufgestellten Bestenlisten als von Tricks, Toren und Titeln von sich reden, treten dieser Tage obendrein Gerüchte auf, nach denen Barcas Nummero Zehn vor allem im Nachtleben von Barcelona ausschweifend sein Unwesen anstelle von gegnerischen Strafräumen treibt.

Ob der gute und sonnenverwöhnte Ronaldinho weiß, das alles im (Fussballer-)Leben seinen Preis hat? Denn nachdem ihn Frank Rikjkaard zu seinem Leidwesen zuletzt öfters auswechselte und kürzlich gegen Sevilla gar nicht erst in den Barca-Kader berief, soll Ronaldinho sich angeblich mit dem amtierenden T(h)or der Woche, Roman Abramowitsch, über einen Wechsel nach London einig sein. Dort würde er sicherlich gut bezahlt für Surfergrüße im blauen Chelsea-Dress. Doch ist Londons Regen für Ronaldinho tatsächlich diesen Preis wert?

Kein Pilserlebnis

Verflixter 7. Spieltag in der Jubiler League, der ersten belgischen Liga. Dort freuten sich die THOR WATERSCHEI-Nachfahren vom Koninklijke Racing Club Genk am gestrigen Sonntag auf Belgiens Abonnementmeister RSC Anderlecht, der ein 90-minütiges Gastspiel in der limburgischen Fussballhochburg gab. Zunächst konnten sich die zahlreichen Fans des KRC Genk in der Cristal Arena, die zu THOR WATERSCHEI-Tagen noch Fenix Stadion hieß, nach 78 Minuten stilecht ein zünftiges Cristal Alken gönnen, nachdem Genk mit 1:0 aussichtsreich gegen den Rekordmeister aus Brüssel in Front ging.

Nach neunzig Minuten brauchte es allerdings ein weiteres Pils der ortsansässigen Brauerrei, weil der Ex-Kölner Akin drei Minuten zuvor den THOR WATERSCHEI-Nachfahren das zünftige Pilserlebnis auf den Rängen doch irgendwie mit seinem Ausgleichstreffer verdorben hatte. Verflixter 7. Spieltag halt...

Sonntag, 23. September 2007

Der Stärkere gewinnt

Oliver Kahn, dereinst blonder Torwart-Titan, dem nicht nur der gute Dittsche im Dritten des WDR mehrmals huldigte, befindet sich mittlerweile in der seiner letzten Saison bei seinem FC Bayern. Die Degradierung zum Ersatzkeeper bei der WM im eigenen Land hat Kahn scheinbar endgültig verdaut. Am heutigen Sonntagabend kehrte der gebürtiger Badener nun in seine badische Heimat zurück und gastierte mit seinen Bayern (wohl zum letzten Mal in seiner Karriere) beim gerade aufgestiegenen Karlsruher SC, dessen Tor Kahn 138 mal hütete.

Aus diesem Anlass möchste THOR WATERSCHEI nun einem gewissen Alexander Famulla gedenken. Dem schnappte Kahn im November 1990 als 21-Jähriger den Platz zwischen den KSC-Pfosten weg. Der Pole, der zuvor vier Jahre Stammtorhüter beim KSC war, fiel damals dem jungen Kahn, den die Zeit einmal als Darwinisten bezeichnete, zum Opfer.

Noch heute kursiert die Geschichte, dass Famulla seinerzeit aus Angst, dass Kahn ihm nachts das Kopfkissen aufs Gesicht drücke, nicht mit Kahn auf einem Zimmer schlafen wollte. „Olli hat jeden, der Handschuhe anhatte, als Feind betrachtet“, sagte einmal der damalige dritte Karlsruher Torhüter Stefan Wimmer dem Spiegel. Den Zweikampf gegen Famulla gewann Kahn damals schließlich, nachdem Famulla nach einem folgenschweren Fehlgriff an jenem Novembertag gegen Köln von Winnie Schäfer ausgewechselt wurde.

Auch heute gewann Kahn, seine Bayern schossen im altehrwürdigen Wildparkstadion gleich vier Tore, der KSC nur eines. Der Stärkere gewinnt halt, das war bei Oliver Kahn offenbar schon immer so. Ihm bleiben noch 28 Spiele im deutschen Oberhaus...

Zu wenig Output

Zwei englische Meistertitel, zwei Ligapokalsiege sowie ein Triumph im ehrwürdigen FA Cup sprechen eigentlich eine deutliche Sprache. Nur für Chelsea-Chef Roman Abramowitsch, der den Rubel in den vergangenen Jahren an der Londoner Stamford Bridge, den Wünschen seines einstigen Wunsch-trainers Jose Mourinho entsprechend gewaltig rollen ließ, stimmte letztendlich nicht die Kosten-Nutzen-Relation der Arbeit des streitbaren Portugiesen. Kurzum: der Output Champions League-Sieg fehlte.

Zweimal im Halbfinale und einmal im Achtelfinale der Champions League auszuscheiden und dabei trotz dieser Schewtschenkos, Lampards, Ballacks und wie sie alle bei Chelsea heißen zusätzlich keinen glanzvollen Fußball zu bieten und einzig nationale Titel zu erringen, das war Abramowitsch schlichtweg zu wenig. Ebenso wie Chelseas Chancenauslassungsoper am vergangenen Mittwoch gegen das norwegische Königsklassengespenst Trondheim.
Roman ließ bekanntermaßen den erfolgreichen Jose von der Leine. Fraglich bleibt, ob der neue T(h)or der Woche nochmals solch einen für Chelsea adäquaten Trainer findet. Champions League-Sieger werden kann schließlich nur ein Klub und in Schönheit gestorben sind bekanntlich auch schon eine Reihe von Mannschaften. Das können auch Guus Hiddink oder Jürgen Klinsmann nicht ändern...

Samstag, 22. September 2007

Fiesta im Camp Nou

Das Estadi del Futbol Club Barcelona, gemeinhin bekannt als Camp Nou oder in umgekehrter Fassung Nou Camp, feiert heute seinen 50. Geburtstag. Die katalanische Fußballkathedrale wurde am 24. September 1957 mit der Partie des FC Barcelona gegen Legia Warschau eingeweiht.

Bei der damaligen rauschenden Eröffnungsfeier wurden 10.000 Tauben freigelassen und 1.800 Fans bildeten einen Kreis um den katalanischen Nationaltanz Serdana zu tanzen. Zum 50. Jubiläum bitte die Hausherren den FC Sevilla am heutigen Samstagabend zum Tanz. Es riecht nach einer erneuten Fiesta Katalan.

Rückgrat?

Arme Austria! Eine schöne Weise besagt, dass man sich Mitleid im Leben umsonst erhalte, sich Neid indessen hart erarbeiten müsse. Anders geht es derweil in der Alpenrepublik zu, die gemeinsam mit ihrem Schweizer Nachbarn, im kommenden Sommer die EM-Endrunde ausrichten wird.

Angesichts der in den vergangenen Monaten gezeigten desaströsen Darbietungen der österreichischen Eleven fordert eine Fan-Initiative mit dem Slogan „Österreich zeigt Rückgrat“ nun sogar den österreichischen Verband auf, gar nicht erst bei der Euro im eigenen Land anzutreten. Untermauert wird das Unterfangen dabei von einer Petition, die die Besucher der zu der Initiative zugehörigen Webseite online „dem Fußball zuliebe“ unterzeichnen sollen.


„Ich unterstütze mit meiner Unterschrift die Forderung der Initiative „Österreich zeigt Rückgrat“, nach der der Österreichische Fußballbund freiwillig auf die Entsendung seiner Nationalmannschaft zur EURO 2008 verzichten soll. Ich tue das aus freien Stücken und weil ich der Überzeugung bin, für meinen geliebten Fußballsport das Beste zu tun.“

Michael Kriess, der Sohn der österreichischen Altinternationalen Walter Kriess und Initiator dieser Aktion sagte: „Wir waren immer eine Kulturnation, ein Volk von Schöngeistern. [...] In unserer Hymne heißt es ja auch: ...Volk begnadet für das Schöne! Unter diesen Aspekten verletzt die Teilnahme der österreichischen Mannschaft an der EM unser ästhetisches Empfinden. Wir wollen blinde Pässe sehen, tolle Dribblings, Schüsse ins Lattenkreuz.“

Österreich scheint nun gar an der Stufe angekommen zu sein, an der selbst kein Mitleid mehr angebracht erscheint. Der einstige „Grantler“ Ernst Happel wird sich wohl im Grabe umdrehen. Nur ist halt fraglich, ob wegen der wenig ästhetischen Vorstellungen der Aufhausers, Stranzls und Wallners oder wegen seiner allzu bohemenhaften Nachfahren...

Freitag, 21. September 2007

Wachwechsel


Die Londoner Stamford Bridge bebt derweil. Grant kommt, Mourinho geht...

Offene Pforten

Solch ein Auftaktspieltag in der Champions League bringt schon beinah naturgemäß ne Menge Aufregung und Spannung mit sich. Nur, dass gleich nach dieser ersten Runde gleich drei Klubs einen neuen Trainer suchen, erlebt auch nicht jeden September.

Nun als chronologisch Letzter in der Dreierriege wurde mit Anatoli Demjanenko der Coach von Dynamo Kiew geschasst, der nach den Vorstellungen der Klubverantwortlichen Kiews Dynamo weder in der Königsklasse noch in der ukrainschen Liga (nur Rang 3...) Triumphe zugetraut wurden. Zuvor nahm bei Steaua Bukarest Rumäniens Fußballidol Gheorghe Hagi seinen Hut. Nach eigenem Bekunden fühlte er sich bei dem Klub, dessen rot-blauen Dress er in den Achtzigern lange trug, "regelrecht gefoltert".

Und last but not least: ein gewisser Jose Mourinho einigte sich im beiderseitigen Einvernehmen mit einem gewissen Roman Abramowitsch nach Chelseas Blamage gegen Trondheim darauf, künftig nicht mehr den FC Chelsea zu trainieren. Diese Eingung wird dem streitbaren, aber überaus erfolgreichen Portugiesen voraussichtlich laut der Daily Mail eine hübsche Abfindung in Höhe von 20 Millionen Euro einbringen. Dann mal bye bye Mr. Mourinho...

Mittwoch, 19. September 2007

Trondheim

Die noch so junge Champions League-Saison hat ein erstes Synonym für den David im großen Kreis der Goliaths. Man kann annehmen, dass FC Chelsea beim Klang des Namens Trondheim heute Morgen Kopfschmerzen bekommen hat.

Obschon über 25.000 Aspirin für die gestern anwesenden Zuschauer zu erwerben für den guten Roman Abramowitsch sicherlich kein besonderes Problem darstellen würde, ließ es sich nicht verleugnen das der hochfavorisierte Ballack-Klub gestern in seinem Bollwerk Stamford Bridge gegen den norwegischen Serienmeister, der mit vollem Namen Rosenborg BK Trondheim heißt, trotz der hochgelobten Qualitäten seiner millionenschweren Akteure nicht über ein schnödes 1:1 hinauskam.

THOR WATERSCHEI wird für die Phrase, dass Geld allein nun einmal keine Tore schießt, sicherlich 3 Euro ins Phrasenschwein des THOR WATERSCHEI-Klubhauses werfen. Die Wiederholung des für Chelsea den kopfschmerzbringenden Namen lässt sich dieser kleine Blog nicht nehmen: T-R-O-N-D-H-E-I-M

Auf den Bügel?

Alessandro del Piero hat in seiner Vita schon so manches erlebt. Ein Leben lang im Trikot von Juventus Turin, das ihm u. a. den Champions League-Titel oder auch mehrmals die Krone in der Serie A brachte. Mit der Alten Dame trat Del Piero, einst von den Tifosi als Nachfolger des großen Roberto Baggio gefeiert, sogar in Zeiten, als sich Juves schwarz-weisser Dress plötzlich vor Scham infolge des Manipulationsskandals und des Zwangsabstiegs in die Serie B, den Gang in das berühtigte Unterhaus des Stiefellandes an.

Eigentlich keine Gegend, in der sich eine Dame dieses Ranges aufhalten sollte. Del Piero, zuvor gerade mit Italien im Sommer 2006 Weltmeister geworden, stand indes zur „La Vecchia Signora“ und sagte seinerzeit: „Ein Kavalier verlässt seine Dame nicht.“ Den Dress der „Squadra Azzurra“ behielt er dennoch an, scheint nun aber kurz davor, das azurblaue Trikot auf den Bügel zu hängen. Grund: Unstimmigkeiten mit Italiens Trainer Roberto Donadoni, der den introvertierten Del Piero nicht auf seiner angestammten Position im Angriff spielen lässt. Del Piero kündigte in Richtung Donadoni an:

„Donadoni kann mich anrufen, wenn er einen Stürmer braucht, ansonsten soll er mich zu Hause lassen.“
Der Juve-Kapitän war nach seinem enttäuschenden Auftritt im italienischen Mittelfeld in der EM-Quali gegen Frankreich von der Presse in seiner Heimat harsch kritisiert worden: „Ihm gelang nichts, aber auch gar nichts“, urteilte La Gazzetta dello Sport. Beim anschließenden 2:1- Sieg in der Ukraine saß der Turiner daraufhin nicht einmal auf der Bank, sondern schmorte auf der Tribüne. Das will der 33-Jährige nun nicht auf sich sitzen lassen und unterstrich:

„Ich habe einige Male akzeptiert, auf Positionen zu spielen, die eigentlich nicht meine Sache sind. Aber damit ist es jetzt vorbei.“ Ganz Italiens Nationaltrikot auf nen schnöden Holzbügel hängen, will die Juve-Legende aber offenbar auch nicht: „Ich hänge sehr an der Nationalelf und würde diese Ära gerne mit der Europameisterschaft beenden.“

Dienstag, 18. September 2007

My Arsenal # 6: Wie die Made im Speck

Arsenals gibt es in der weiten Welt des Fussballs viele. Unter anderem Arsenal Kiew, Arsenal Tula, Arsenal Berekum aus Ghana oder Arsenal de Sarandì aus Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires entstanden in Gefolgschaft des ehrwürdigen Arsenal Football Clubs aus London, der allerdings und das weiß nicht nur Nick Hornby das einzig wahre Arsenal ist…

Außer für den armen Jens Lehmann lässt es sich bei Arsenal London zurzeit ganz gut leben. In der Premier League geniesst man im englischen Spätsommer den Platz an der Sonne, Arsene Wenger hat sich den Gunners für weitere drei Jahre verschrieben und obendrein mischen die jungen Kanoniere aus dem Norden Londons auch wieder in Champions League mit. Im Zuge dieser ganzen schönen Ereignisse wächst und gedeiht wieder der Name des Arsenal Football Clubs, der zudem im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Rekordumsatz von 263 Millionen Euro machte, weiter und weiter.

Mit Arsenals Namen schmückt sich dem Anschein nach ebenfalls gerne der Russe Alisher Usmanow, der seinen seinen Aktienanteil an Arsenal aufgestockt hat. Nach einer Mitteilung an die Londoner Börse am Dienstag besitzt Usmanows Holding Red and White nun 21 Prozent der Aktien des Vereins aus London. Eine Übernahme des Premier-League-Clubs steht laut Präsident Peter Hill-Wood aber nicht bevor.

Usmanow, ist nach Danny Fiszman (24 %), einem in Genf beheimateten Diamantenhändler, zweitgrößter Aktionär des Klubs und scheint sich in London nicht nur wegen seines erworbenen Arsenal-Anteils mittlerweile wie die Made im Speck zu fühlen. Beim Auktionshaus Sotheby's erstand er die Kunstsammlung des verstorbenen Cellisten Rostropowitsch, bevor die Meisterwerke unter den Hammer kamen.

Ewige Bindung

HSV-Fan bis ins Grab? Dieser Wunsch könnte demnächst in Erfüllung gehen. Denn der Hamburgers Sportverein legte am Sonntag den Grundstein für einen eigenen Friedhof und ist damit der erste deutsche Klub, der seinen Anhänger die Gelegenheit bietet, tatsächlich bis ins Grab mit seinem angebeteten HSV verbunden zu bleiben. Das Areal, auf dem Platz für 300 bis 500 Gräber sein soll, ist 5.000 Quadratmeter groß und befindet sich neben der Westtribüne der Uwe-Seeler-Kampfbahn in HH-Stellingen, die zurzeit den Namen einer Hamburgischen Bank trägt.

Die Kosten für das in Deutschland beispiellose Projekt bezifferte HSV-Vorstandsmitglied Christian Reichert auf rund 100.000 Euro. Den Eingang zu der Anlage soll ein steinernes Fußballtor bilden. Obwohl der Friedhof erst in einem Jahr eröffnet werden soll, gibt es bereits die ersten Interessenten, die auch über den Tod hinaus mit ihrem Verein verbunden bleiben wollen, wie Reichert sagte. Auch HSV-Prominenz habe bereits Interesse bekundet. „Die Fans, die sich hier bestatten lassen, bleiben dem Verein auf ewig verbunden,“ erläuterte Reichert, vergaß indes zu erwähnen, dass wenn der Friedhof tatsächlich im nächsten Jahr fertiggestellt sein wird, man mit Fug und Recht behaupten kann, dass der HSV sich selbst beerdigt...

Zum Hamburgischen Wechseltheater, das so manchen HSVer tatsächlich beinah bis ins Grab gebracht hätte...

Montag, 17. September 2007

Beinahe wie James Blunt

Dass in Köln der Dom steht, braucht man wohl kaum einem zu erklären. Wieso im Kölner Tor ein gewisser Stefan Wessels plötzlich wegen eines dicklichen Kolumbianers mit einem recht eingängigen Namen, der aus der Türkei kam, nach ein paar Jahren Platz machen musste, ist da schon etwas erklärungswürdiger.

Nun gut, Ex-Bayern-Keeper Wessels, der zufällig ebenso wie Bayerns jetziger Ersatztorsteher Michael Rensing aus dem schmucken emsländischen Städtchen Lingen stammt, machte jüngst einen kleinen Karrieresprung und heuerte zunächst für ein Jahr beim ruhmreichen FC Everton an. Zunächst schien es so, als wenn der 28-Jährige, der dem britischen Sänger doch verdächtig ähnlich sieht, auch bei dem Verein, für den Wayne Rooney einst seine ersten Tore schoß, die harte Ersatzbank drücken.

Das Verletzungspech von Evertons (noch) etatmäßigen Stammkeeper Tim Howard verhalf Wessels zu einem Debüt im heimischen Goodison Park gegen keinen geringeren Klub als Englands amtierenden Meister Manchester United. Wessels hechtete gegen die Millionenelf wie in besten Tagen durch den Strafraum, ließ sich wohl kurz vor Schluß durch den Serben Vidic das Tor des Tages einschenken. Allerdings konnte Evertons James Blunt-Verschnitt nicht viel gegen dessen Kopfstoß ausrichten. Vielleicht darf er ja demnächst wieder ran. Morgen zum Beispiel, dann spielt Everton im UEFA-Pokal...

Russisches Roulette?

Wie die ehrwürdige Süddeutsche Zeitung berichtet, sind immer mehr Vereine aus dem Osten Deutschlands auf der Suche nach zahlungskräftigen Investoren. Die zumeist vor Tradition nur so strotzenden und finanziell überaus dürren Ost-Vereine wollen sich dadurch offenbar den nötigen monetären Speckgürtel zulegen, um künftig im Profifußball endlich die herbeigesehnten blühenden Landschaften geniessen zu können.

Anders als Cottbus und Rostock, die in der Bundesliga als einzige Vertreter aus dem Wilden Osten in jeglicher Hinsicht nur kleine Lichter sind finden Ex-Europapokalsieger Magdeburg, Dresden oder Leipzig nicht mal den Weg in den bezahlten Fußball. Einen neuen Weg eingeschlagen hat übrigens der FC Carl-Zeiss Jena, der nicht nur seinen erfolglosen Coach Frank Neubarth den Laufpass, sondern derzeit mit einer russischen Investorengruppe anbandelt, die Jena finanziell erst einmal richtig aufpäppeln soll.

Der Einstieg bei den Jenensern wird zurzeit von DFB und DFL noch rechtlich geprüft, könnte aber maßgebend für die Zukunft der ostdeutschen Vereine und deren Umlaufbahn in den kommenden Dekaden werden. Dank der guten Zeiss-Gläser sollte Jena jedenfalls genau hinschauen, mit wem man sich nun einlässt. Wer spielt schon gerne russisches Roulette...

Sonntag, 16. September 2007

Liga-Telegramm # 5

Auch Spieltag 5 im deutschen Fussball-Oberhaus ist Geschichte. Das Telegramm des 5. Spieltags ist bereits im THOR WATERSCHEI-Klubhaus eingetroffen…

BUNDESLIGA-ERGEBNISDIENST
+++ BVB schlachtet Werder-Schaafe ab+++ Alles Meier oder was in Frankfurt+++ Club erkämpft Punkt gegen 96+++ S 04 punkten in der Allianz+++ Meister mit viel Energie gegen Cottbus+++ Hansa-Kogge auch auf der Alm versenkt+++ Manndecker-Tor-Festival bei Werkselfsieg+++ Zebras von Alter Dame gesattelt+++ Wölfe-Rudel erneut zahnlos+++

Der 5. Spieltag
Borussia Dortmund – Werder Bremen 3:0 (3:0)
Eintracht Frankfurt HSV 2:1 (1:0)
Nürnberg - Hannover 96 2:2 (0:2)
VfB Stuttgart - Energie Cottbus 3:0 (0:0)
Leverkusen – Bochum 2:0 (0:0)
Arminia Bielefeld - Hansa Rostock 4:2 (1:0)
Bayern München – FC Schalke 04 1:1 (0:1)
VfL Wolfsburg - KSC –1:2 (1:0)
MSV Duisburg – Hertha BSC 1:2 (0:0)

Niederlage für den FC Gothia

Die Verantwortlichen der drei Göteborger Klubs GAIS, BK Häcken und von Örgyrte IS hatten da einen feinen Plan ausgeheckt. Sie wollten gemeinsam zum FC Gothia fusionieren, um dem Göteborger Großklub IFK endlich einmal in der Zukunft sportlich wie auch finanziell Paroli bieten zu können.

Nach einer turbulenten Pressekonferenz von Vertretern der drei Vereine, in deren Verlauf aufgebrachte Anhänger der Klubs die Verfechter der Fusion lautstark als „Fußballmörder“ betitelten und weiteren heftigen Protesten verwarfen das Trio seine ambitionierten Fusionspläne und legte diese ad acta. Der Bestand von Schwedens ältestem Verein Örgyrte IS, der am 4. Dezember 120 Jahre alt wird, ist damit gesichert. Wie auch wohl künftig die Stadtmeisterschaft in der zweitgrößten schwedischen Stadt für Ex-Europapokalsieger IFK...

Tatort Euston Station

Dass Sir Alex Ferguson ein harter Hund ist, dürfte spätestens nach seinem Schuhwurf in früheren Jahren seiner Ära bei Manchester United an den Kopf von David Beckham allseits bekannt sein.

„Fergie“ ist allerdings nicht nur unerbittlich zu anderen, sondern ebenso zu sich selbst. Wurde der 65-jährige Schotte doch am vergangenen Mittwoch vor dem Londoner Bahnhof Euston Opfer eines „Attentats“. Ferguson war gerade aus seinem aus dem englischen Nordwesten gekommenen Zug gestiegen und auf dem Weg zu einer Wohltätigkeitsveranstaltung. Da beleidigte und attackierte ihn ein 43-jähriger betrunkener Obdachloser und verletzte Ferguson in der Leistengegend.

Nach seiner Attacke schien der Angreifer indes, im Übrigen wie Ferguson schottischer Herkunft,seinen Landsmann zu erkennen und sagte zu diesem: „Entschuldige „Fergie“, ich wusste nicht, dass du es bist.“ Der Mann wurde verhaftet und muss nun wegen Körperverletzung, Beleidigung und Verstoßes gegen die öffentliche Ordnung mit einer mehrmonatigen Gefängnisstrafe rechnen, derzeit befindet er sich in Untersuchungshaft.

Seinen Angriff auf die Trainerlegende von Manchester United verteidigte der Angreifer im Übrigen damit, dass Ferguson ihm beim Schattenboxen in die Quere gekommen sei... Nach einem kurzen Aufenthalt in einem nahen Krankenhaus setzte der tapfere Sir Alex seinen Weg zur anvisierten Wohltätigkeitsveranstaltung übrigens fort. Ferguson kann also nicht nur austeilen, sondern auch einstecken - ein wahrer T(h)or der Woche...

Samstag, 15. September 2007

Haudrauf

Ja, das sind dem guten Felipe Scolari im umkämpften EM-Qualifikationsspiel seiner Portugiesen gegen Serbien offensichtlich etwas die Gäule durchgegangen. Brasiliens Weltmeistertrainer von 2002 schlug dem Serben Dragutinovic, nachdem dieser nach dem umstrittenen serbischen Ausgleich bei einem Einwuf Zeit schinden wollte und Scolari verbal beleidigt hatte, mit der Faust ins Gesicht.

Der 58-Jährige tat seinen Schlag zwar zunächst beschwichtigend ab, dass er Dragutinovic lediglich etwas an den Haaren berührt hätte, gestand tags darauf jedoch seinen Faustschlag ein und entschuldigte sich für diesen. Gleichwohl spaltet Scolaris Schlag Portugal. Verband und Team stehen hinter dem Trainerhaudegen, während in der portugiesischen Öffentlichkeit Stimmer immer lauter werden, die seine Entlassung fordern.

In einer Internet-Umfrage der Sportzeitung Record sprachen sich 35,9 Prozent für eine Entlassung Scolaris, 31, 6 Prozent für eine andere Bestrafung und 23,4 Prozent für Straffreiheit aus. Scolari, der einen autoritären Stil pflegt, selbst will seinen Job anscheinend nicht an den Nagel hängen und sagte: „Ich will hier mein Projekt zu Ende bringen, und das heißt EM-Qualifikation.“

Donnerstag, 13. September 2007

Viva Colonia

Jogis Löwen gelang gestern Abend in Köln gegen, den Worten Günter Netzer folgend, „selbstherrliche“ Rumänen ein schöner 3:1-Heimsieg. Jedoch nicht nur der Bundestrainer selbst war anschließend im Interview mit der schicken Monika Lierhaus gut drauf. Auch Lokalmatador Lukas Podolski war guter Dinge. „Poldi“ feierte in Köln-Müngersdorf eine erfolgreiche Rückkehr in seine rheinländische Heimat und genoss besonders die kölschen Ovationen nach seinem ansehnlichen Törchen zum 3:1-Endstand.

Nach einem wahrlich nicht besonders prallen Premierenjahr in seiner neuen fußballerischen Heimat bim bajuwarischen Rekordmeister bekamen die heimatlichen Gefühle unserem Poldi sichtlich gut. Rückenwind nennt man sowas wohl. Also Poldi, viva Colonia. Weil es so schön ist...

Mittwoch, 12. September 2007

Es gibt nur einen Maradona

Diego Armando Maradona, der im Laufe seines weiteren Lebens vom Regisseur aus dem zentralen Mittelfeld zum politischen Linksaußen entwickelt hat, schwebt seit seiner fußballerischen Demission bekanntermaßen wie ein Damoklesschwert über den Spielmachern der ihm nachfolgenden argentinischen Kickergenerationen. Gleichgültig welcher Protagonist der Albiceleste Diegos Dress mit der Nummer zehn trug oder dem annähernd filigran der Ball am Schlappen klebte, wurde mit dem großen Diego in dem südamerikanischen Land verglichen.

Das ging den inzwischen in der Versenkung verschwundenen Ariel Ortega, den man in Argentinien übrigens Eselchen nennt, Sebastian Veron oder auch Juan Riquelme, dem Ecken- und Freistoßspezialisten, so. Kaum einer der Gauchos konnte natürlich Vergleichen standhalten, bis der gute Lionel Messi mit seinen 18 Lenzen beim FC Barcelona auf der Bildfläche auftauchte und auch er mit seinen Qualitäten in den zarten Füßchen an Diego erinnerte.

Maradona selbst erkor das wohl größte argentinische Talent der vergangenen Jahre sogar als seinen Erben. Messi schlägt das Erbe zwar nicht aus, stellte nun aber im australischen Melbourne klar:

„Ich bin noch jung und entwickle mich, aber es gibt nur einen Maradona!“

Es gibt nur einen Maradona, dieser Satz wird dem großen Diego sicherlich gefallen haben. Dennoch wird sich der mittlerweile 47-Jährige um sein Erbe wohl keine Sorgen machen müssen, wenn sich Messi, wie angekündigt, tatsächlich noch weiterentwickelt.

Dienstag, 11. September 2007

Kayamba

Wie negativ das heutige Datum historisch belegt ist, ist wohl allgegenwärtig. Positiv wirkt dagegen der heutige Tag für einen gewissen Mister Keith Gumbs, der in seiner Laufbahn als Profikicker schon für rund ein Dutzend Vereine dem runden Leder hinterhergelaufen ist, aber es nicht wirklich zu einer Berühmtheit in der Welt des Fußballs geschafft hat. Wie dem auch sei, Mister Gumbs, der von der Karibikinsel St. Kitts & Nevis stammt, vollendet heute sein 35. Lebensjahr und hat es immerhin mit 131 Einsätzen und 47 Toren zum Rekordnationalspieler und Rekordtorschützen des kleinen Inselstaats gebracht.

Und ein populär ist Mister Gumbs, der auf den wohlklingenden Spitznamen Kayamba hört, nun doch bißchen. Seine Ankunft in diesem Sommer beim Sriwijaya FC, einem in der Stadt Palembang auf der Insel Sumatra ansässigen indonesischen Erstligisten, wurde derart enthusiastisch gefeiert, dass manche lokale Medien natürlich etwas übertreibend, an die Empfang von David Beckham in L. A. erinnert fühlten. Karamba, Kayamba!

Eine Ode auf Gigi Riva

Die Kluft zwischen arm und reich wird auch in der weiten Welt des Fußballs gerne beschrien. Vor allem die reicheren Klubs würden immer reicher, wohingegen die ärmeren Vereine zumeist ums finanzielle Überleben kämpfen müssen. Das ist im Übrigen auch im Land des Weltmeisters so, in dem die berüchtigte Schere stets weiter auseinandergeht. Ein blasser Brasilianer namens Kaka kassiert beispielsweise mit seinem jährlichen Salär von sechs Millionen Euro netto bei Milan mehr als der gesamte Kader des sardischen Traditionsvereins und Liganachbarn US Cagliari, der rund elf Millionen Euro, brutto wohlgemerkt, an Gagen in seinen Kader investiert.

So wird der nicht besonders reiche Verein von der Insel Sardinien zwar über die finanziellen Ungerechtigkeiten des Fußballlebens wehklagen und im gleichen Atemzug sicherlich auch in diesem Jahr eine Ode auf den legendären Gigi Riva, den wohl größten Kicker in der Geschichte des Klubs, anstimmen. Denn der gute Gigi verirrte sich zu seinen besten Zeiten nie in die Fänge der reichen und im italienischen Süden nicht gerade heißblütig geliebten Vereine aus Italiens Norden.

Sonntag, 9. September 2007

Ladehemmung

In den Tagen vor dem deutschen Gastspiel in der EM-Quali in Wales machte ein Waliser besonders von sich reden. Freddie Eastwood hieß dieser mit bürgerlichen Namen und gehört,wie wir seit gestern wissen, den profunden ethnischen Kenntnissen von ZDF-Kommentator Bela Rethy sei Dank, der Volksgruppe der Roma an.

Eastwood, nicht verwandt und nicht verschwägert mit dem großen Clint ist und einmal für seinen alten Klub Southend Manchester United mit einem satten Schuss aus dem englischen Ligapokal schoß, tönte in den Tagen vor dem deutsch-walisischen Duell in Cardiff, dass er Jens Lehmann, der stets für einen Aussetzer gut sei, ein Ei ins Nest legen wolle.
„Wenn man meine Form und seine Form vergleicht, dann freue ich mich definitiv jetzt schon auf meine Chancen“.
„Wenn ein Torwart Fehler macht, dann kann das enorme Auswirkungen auf ihn haben. Deswegen müssen wir ihn unter Druck setzen. Lehmann ist zwar ein guter Torwart, aber er hat immer wieder Aussetzer.“
Während des müden 2:0-Siegs der Deutschen verlebte Lehmann allerdings einen überaus ruhigen Abend. Von dem guten Freddie war eigentlich kaum was zu sehen. Vielleicht sollte Freddie es seinem Namensvetter Clint gleichtun, der als „Dirty Harry“ die Klappe hielt, ruhigen Blute seines Schüsse abgab und dann sogar seine anvisierten Ziele traf. Freddie Eastwood, der neue T(h)or der Woche...

Samstag, 8. September 2007

My Arsenal # 5: Lang, länger, Wenger

Arsenals gibt es in der weiten Welt des Fussballs viele. Unter anderem Arsenal Kiew, Arsenal Tula, Arsenal Berekum aus Ghana oder Arsenal de Sarandì aus Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires entstanden in Gefolgschaft des ehrwürdigen Arsenal Football Clubs aus London, der allerdings und das weiß nicht nur Nick Hornby das einzig wahre Arsenal ist…

Arsene Wenger hat seinen auslaufenden Kontrakt beim FC Arsenal um drei weitere Jahre bis 2011 verlängert. Zugleich erhält der Elsässer bei der künftigen Kaderzusammenstellung wie gehabt alle erdenklichen Freiheiten. „Mein Herz ist dem FC Arsenal verbunden. Er ist der Verein meines Lebens,“erläuterte Wenger zu seiner für nicht unmöglich gehaltenen Vertragsverlängerung bei dem Klub aus dem Norden Londons. Mithin betreut Wenger bereits seit 1996 den Arsenal Football Club.

Hitparade do Brazil

Der britischen Fußball-Postille FourFourTwo ist einem Interview mit einem in der Welt des Fußballs nicht gänzlich unbekannten Ronaldinho etwas gelungen, was nicht aller Tage an die offenbar nach Neuigkeiten lechzende Öffentlichkeit drang. Der Zehner vom FC Barcelona mit dem Überbiss gab gegenüber dem britischen Maganzin Nick Hornbyesk seine persönliche Top Five der zurzeit weltbesten Kicker preis.

Sich selbst nahm Ronaldinho auf seiner Liste ebenso wie seinen kamerunischen Barca-Teamkollegen Eto'o zwar aus, berief mit Lionel Messi, Deco und Thierry Henry sogleich drei seiner katalanischen Mannschaftkollegen in den illustrustren Fünferkreis, den ein gewisser Kaka vom AC Milan und Cristiano Ronaldo von Manchester United Ronaldinhos Nominierungen zufolge schlossen.

Solche Hitparaden beziehungsweise Bestenlisten der noch lebenden Fußballspieler sind dem Anschein nach in Brasilien durchaus beliebt, gab Pele erst vor ein paar Jahren seine Hunderterliste der weltbesten noch lebenden Balltreter bekannt.

Freitag, 7. September 2007

Ein Platz an der Sonne

Fußballklubs denken ebenso wie der treue Anhänger in Spielzeiten und nicht in Kalenderjahren. So eine Fußballsaison dauert außer beispielsweise in einigen skandinavischen oder osteuropäischen Ländern zumeist von August bis Mai.

Wenn es „historisch“ wird...

In diesen „heiligen“ Monaten der Saison oder spätestens am Ende einer jeden Spielzeit ereignen sich regelmäßig insbesondere für die Fans der Vereine aus aller Welt zumindest gefühlte „historische“ Dinge. Das ist im Fußball-Olymp bei den Real Madrids, Barcas, Liverpools oder Arsenals genauso wie bei Leyton Orient, dem englischen Drittligisten aus dem Osten Londons.

So durften sich die Anhänger der O’s beispielsweise Mitte der Neunziger darüber freuen, dass mit Peter Shilton der englische Rekordnationalspieler in neun Partien im Orient-Dress seine lange Karriere ausklingen ließ und obendrein sein 1.000 Profispiel für Leyton absolvierte. In der jüngeren Vergangenheit, vor ungefähr einem Jahr, jubelten Orients Anhänger nach elf teilweise düsteren Jahren der Zugehörigkeit zur vierten englischen Division, der Coca Cola League Two, über den Aufstieg Orients in die dritte englische Profiliga, der Coca Cola League One. Im Frühling diesen Jahres bejubelte Leytons Anhängerschar dann hingegen den gerade eben errungenen Klassenerhalt in der 24er-Liga.

Orient und seine Klubbiographen

Da es im schnelllebigen Fußballgeschäft Jahr ein Jahr aus bei diesem Sammelsurium an „historischen“ Ereignissen schwierig bleibt, den Überblick zu behalten, ist es nützlich, wenn es jemanden gibt, der sich diesen Episoden der lebhaften Klubgeschichte annimmt und diese niederschreibt. Für Leyton Orient macht dies der Historiker Neilson N. Kaufman, für den Orient offensichtlich eine Leidenschaft ist und der diese auslebend bereits in einer Vielzahl von Büchern unter anderem Leytons wohl besten Mittelstürmer aller Zeiten Peter Kitchen porträtierte oder auch anlässlich des Vereinsjubiläums alle möglichen Daten und Anekdoten zur Vereinsgeschichte des zweiältesten Klubs Londons zusammentrug.

Über Leyton Orients einjährigen Abstecher in die erste englische Liga hat der gute Mister Kaufman zwar keine Zeilen in seine Tastatur getippt. Über die Saison 1962/63 ließ sich vielmehr ein gewisser Kevin Palmer auf gut 160 Seiten aus und sorgte dafür, dass diese Saison, die Palmer seinem Buchtitel entsprechend „A Season in the Sun“ nannte, im Laufe der Jahre bei alt und jung an der Brisbane Road nicht in Vergessenheit gerät.

Dieses Intermezzo der Erstklassigkeit, damals hieß die heutige Barclays English Premier League noch schnöde First Division, soll den Träumen der Verantwortlichen und Fans der O’s gerecht werdend natürlich so schnell wie möglich wiederholt werden. Denn am Ende der gut vier Spieltage alten Saison, im Mai 2008, ist eben beschriebenes Kapitel mittlerweile 45 Jahre her. Eine überaus lange Zeit, wenngleich es dann bei einer sich tatsächlich ereignenden Rückkehr auf die Bühne des englischen Fußball-Oberhauses dort sicherlich nicht bei einem einjährigen „Zwischenspiel“ bleiben sollte.

Daher könnte angesichts des überraschend guten Saisonstarts von Leyton Orient die jünsgt gestartete Drittligasaison 2007/2008 nach den vier Auftaktspielen auch schon gleich wieder beendet sein. Leyton Orient musste zwar vor dem Saisonbeginn einen personellen Umbruch über sich ergehen lassen, über den in der letzten Ausgabe dieser Kolumne eingehend berichtet wurde, hat diesen jedoch scheinbar überaus gut verkraftet.

Platz an der Sonne

Rang eins und damit der Platz an der Sonne in der League One zeugen davon, dass der Orient-Express schnell auf Touren gekommen und sofort in die Erfolgsspur gefahren ist. Gut, Zwangsabsteiger und Traditionsklub Leeds United gelangen zwar vier Erfolge, dass das mit minus 15 Punkten in die Saison gestartete Leeds aber mit minus drei Zählern weiter am Tabellenende rumdümpelt, hat man im Leyton Orient nicht zu vertreten.

Vielmehr werden sich Orients Fans sich noch gut dara nerinnern , wie schlecht ihr Lieblingsklub im vergangenen Jahr aus den Startlöchern kam und erst im Dezember beim früheren Europapokalsieger Nottingham Forest sein erstes Auswärtsspiel gewann. Das Fremdeln in der Fremde stellten die O’s allerdings bereits am 1. Spieltag der neuen Spielzeit beim Zweitligaabsteiger Southend United sofort ein und triumphierten bei dem Klub, der im letztjährigen Ligapokal Manchester United an selber Stelle noch überraschend geschlagen hatte, mit 2:1.


Eine Woche später wollten die O’s auch in der Heimspielpremiere in ihrem Matchroom Stadium an der Brisbane Road dem Auswärtsieg in nichts nachstehen und bezwangen Walsall mit 1:0, um wieder eine Woche darauf bei Crewe Alexandra, wiederum auf fremden Terrain, glatt mit 2:0 zu siegen. Dass es am ersten Septembertag daheim gegen Northampton in Anführungsstrichen nur zu einem 2:2-Remis reichte, konnte daher verschmerzt werden. Denn Orient-Coach Martin Ling musste nach den ganzen Erfolgserlebnissen, die zusätzlich von einem Ligapokaltriumph bei den zweitklassigen Queens Park Rangers getoppt wurden, gar den Zeigefinger heben, dass alle O’s auch mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben.

Das sollten sie auch tun, sofern der Orient-Express tatsächlich auf dem Platz an der Sonne liegend 42 Spieltage später ein Stückchen näher in Richtung des Sonnenscheins der Premier League rauschen will. Vielleicht schreiben die Herren Kaufman oder Palmer am Ende tatsächlich noch ein Buch über diese möglicherweise „historischen“ Monate…let’s go Leyton Orient!

Dieser Artikel ist ebenso auf Goal.com veröffentlicht.

Wales bleibt Wales

Wenn Deutschland auf die Britischen Inseln reist, um eines der vier britischen Landesteile auf dem Rasenrechteck einzunehmen, sind die Erinnerungen zwiespältig. Ein Remis aus Schottland und dem Hampden Park in Glasgow mitzunehmen ist ebenso ein Erfolg wie im Windsor Park in Belfast bei den Nordiren zu siegen.

Über die historische Bedeutung von Triumphen in England, insbesondere wenn wie zuletzt im Wembleystadion in London errungen werden, sei es das alte oder halt nun im hochmodernen Neubau des Fußballs-Tempels, braucht man nicht lange zu diskutieren. Muss die deutsche Nationalelf indes nach Cardiff, in die Hauptstadt der walisischen Provinz, reisen, weicht die Euphorie errungener Triumphe auf englischen Boden schnell.

In Wales ist nicht leicht Kirschen essen

In diesen Zusammenhang zu konstatieren ist schlicht und einfach: In Wales war für Deutschland, den dreimaligen Welt- und Europameister, in beinahe jeder so genannten Bundestrainer-Ära, in der der Beckenbauers, der Vogts und Völlers, nicht leicht Kirschen zu essen. In Wales zu gewinnen, das heißt, etwas martialisch ausgedrückt, das kampfstarke Wales zu erobern, war stets recht schwer.

Damit haben die Waliser insoweit bereits allein aus ihrer Landesgeschichte bezüglich ihrer englischen Nachbarn Erfahrung. Ein Überbleibsel davon ist sicherlich die im walisischem Volk weitgehend gesprochene kymrische Sprache, die aus dem Millenium Stadium, das von der UEFA seinerzeit mit fünf Sternen ausgezeichnete walisische Wembley, das Stadiwm y Mileniwm macht.

Im historischen Rückblick angelangt waren die DFB-Kicker bislang siebenmal in ihrer Länderspielgeschichte in Wales und bei fast jedem außer einem ihrer Gastspiele im Westen der britischen Insel in Cardiff zu Gast. Bis 1989 war Deutschland auf walisischem Boden nach einem Remis 1968, zwei Siegen in den Siebzigern sowie einem torlosen Unentschieden in der WM-Qualifikation für die später erfolgversprechende Endrunde in Italien sogar noch ungeschlagen.

Als Berthold Rot sah und Effenberg debütierte...

Das änderte sich jedoch an jenem Abend des 5. Juni 1991 im altehrwürdigen Ninian Park, der Heimat des in der zweiten englischen Liga ansässigen walisischen Klubs Cardiff City, bei dem namhafte Sturmveteranen wie Robbie Fowler und Jimmy Floyd Hasselbaink mittlerweile auf Torejagd gehen.

An diesem warmen Juniabend in der nach dem im Ersten Weltkrieg gefallenen walisischen Kriegshelden Lord Ninian benannten Arena, wo die schottische Trainer-Legende Jock Stein anno 1985 infolge eines Herzinfarkts als schottischer Nationalcoach auf der Trainerbank tragisch verstarb, wusste nicht nur Thomas Berthold sich 1991 die zweite Rote Karte seiner Nationalmannschaftskarriere und damit eine beinahe dreijährige Verbannung durch den seinerzeit gestrengen Bundestrainer Hans-Hubert Vogts aus dem Trikot mit dem Bundesadler einzuhandeln.

Neben Bertholds Roter Karte setzte es für die Vogts-Schützlinge an diesem Abend, als ein gewisser Stefan Effenberg sein Nationalmannschaftsdebüt „feierte“, durch die vom walisischem Goalgetter vom FC Liverpool, Ian Rush, herausgeschossene 0:1-Pleite in Wales die erste Niederlage seit dem WM-Triumph anno 1990 in Rom. Im nächsten Schlagabtausch vier Jahre später sollte sich eine von Jürgen Klinsmann angeführte DFB-Elf indessen für diese Niederlage zwar revanchieren und gar einen Rückstand in einen Sieg umwandeln.

Robbie Earnshaws Premierenfeier

Kurz vor der WM-Endrunde 2002 in Japan und Südkorea ließ es jedoch eine mittlerweile von Teamchef Rudi Völler trainierte deutsche Elf gegen das kampfstarke walisische Ensemble um ihren Star Ryan Giggs sowohl an Einsatz und Gefährlichkeit im neugebauten Millenium Stadium vermissen, mit der ernüchternde Folge, dass ein gewisser Günter Netzer für eine deutsche Equipe in derartiger Verfassung kaum Perspektiven für die anstehenden WM-Partien in Asien erkennen wollte.

Den Siegtreffer an jenem regnerischen Maitag in Cardiff erzielte im Übrigen der gute Robert Earnshaw, der damals seine Länderspielpremiere mit diesem von Ryan Giggs aufgelegtem Tor kurz nach der Halbzeit krönte. Im Gegensatz zu dem aus Wales‘ Nationalmannschaft inzwischen zurückgetretenen Giggs ist Earnshaw am Samstag abermals mit von der Partie gegen Deutschland.

Mit Torwart Jens Lehmann und Innenverteidiger Christoph Metzelder wird Earnshaw sich aber ausgerechnet mit den beiden Übriggebliebenen jenes 14. Mai 2002 auseinandersetzen müssen. Aber selbst wenn der flinke und schussgewaltige Earnshaw von Derby County wirkungslos bleiben sollte, der walisische Boden wird für die Deutschen wohl erneut schwerlich zu erobern sein. Wales bleibt halt Wales…

Dieser Artikel ist ebenfalls auf Goal.com veröffenlicht.

Donnerstag, 6. September 2007

Artenschutz aufgehoben?

Um die Zukunft von Michael Ballack beim FC Chelsea gibt es zurzeit wilde Spekulationen, seitdem die Fußball-Welt Ballacks Namen auf der von dem englischen Pokalsieger auf dessen Homepage veröffentlichen Nominierungsliste für die Champions League nicht wiederfand. Speziell dem gemeinen deutschen Fußballfreund stand entweder die Sorge um den seit Februar verletzten deutschen Nationalmannschaftskapitän oder die Schadenfreude ob der Nichtberücksichtigung ins Gesicht geschrieben. Letztere fühlen sich bei ihren stets wiederaufkeimenden Anfällen vor allem in ihrer Gesinnung bestätigt, dass Chelsea für den feschen Ballack ohnehin eine Nummer zu groß und er sowieso überbezahlt sei.

Die Gerüchteküche qualmt wegen Ballack schon beinah in diesen Septembertagen. Warum hatte Jose Mourinho, der ihn einst als seinen Wunschspieler gegenüber der aus allen Rohren gegen Ballack schießenden englischen Presse „unter Artenschutz“ stellte, ihn nicht auf seinem Königsklassenzettel? Ist Ballacks rechter Knöchel schwerer lädiert als bekannt oder will Chelsea seinen Dreizehner aus Germany im Winter inklusive der Spielberechtigung für das Achtelfinale der Königsklasse gewinnbringender verkaufen. Bundestrainer Jogi Löw ist jedenfalls aufgeschreckt, hält nach Informationen der WELT stetigen Kontakt zu Ballack.

„Kaiser“ Franz Beckenbauer meldete sich übrigens auch bereits in seinem Verkündungsblatt zu Wort und proklamierte in Richtung Ballack, mit seinem Wechsel einen Fehler begangen zu haben. Wenn es künftig derart wild weitergeht, wird die Gerüchteküche noch explodieren. Wie wäre es mit abwarten und Tee trinken? Denn Chelsea kann unbekannterweise auch noch drei Akteure für die laufende Champions League-Runde nachnominieren...

Javier auf Achse

Man kann sich gut ub Plattitüden suhlen und behaupten, dass Basken ein ungewöhnliches Völkchen sind. Dass Javier Clemente, Baske vom Scheitel bis zur Sohle, früherer spanischer Nationaltrainer und heute Teamchef des serbischen Auswahl, vor dem EM-Qualifikationsspiel die 2.300 Kilometer lange Strecke aus seiner Heimatstadt Bilbao nach Finnland mit dem eigenen Auto angereist ist, begründet sich indes in keinem folkloristischen baskischen Ritus. Wäre ja ehrlich gesagt richtig behämmert, oder?

Ebenso leidet Senor Clemente nicht an der Bergkampschen Flugangst. Der kleine Mann mit dem Napoleon-Habitus musste die zwei Tage lange Reise aus medizinischen Gründen mit dem Auto auf sich nehmen, nachdem er mit einem Fahrrad auf der Schulter so unglücklich auf einer Treppe gestürzt war, dass er sich das Schlüsselbein und vier Rippen brach sowie eine Rippe seine Lunge durchbohrte. Man fühlt sich schnell an den jungen Marius Müller-Westernhagen erinnert, der Anfang der Achtziger als Brummifahrer Theo aus dem Ruhrgebiet die Straßen Europas unsicher machte.

Mittwoch, 5. September 2007

56


Kurz bevor der Tag geht, möchte THOR WATERSCHEI noch einen kurzen Geburtsgruß loswerden. Paule Breitner alias einziger deutscher Torschütze in zwei WM-Finals alias Potatoe-Fritz alias knallharter BILD-Kolumnist alias ehemals bester Freund von Uli Hoeneß alias neuerdings Berater des Fußballclubs Bayern München e. V. hat heute sein 56. Lebensjahr vollendet.

Nachdem THOR WATERSCHEI-Blogchef Björn Hoeftmann einst Breitners Konterfei auf dem Latz seiner ersten Treter mit den drei Streifen entgegenlächelte, soll der Gruß nicht unausgesprochen bleiben. Glückwunsch.

Kick it like Giggs

Es war ein sonniger Abschied für Ryan Giggs an jenem 2. Juni diesen Jahres, als Giggs zum 64. und letzten Mal stolz den walisischen Drachen auf der Brust des roten Nationaltrikots seines Heimatlandes trug.

Giggs: Standing Ovations zum Abschied

Die Sonne von Cardiff, seiner Geburtstagsstadt, brannte unentwegt aus das Spielfeld des Millenium Stadiums, in dem Wales den favorisierten Tschechen an diesem Tage in der EM-Qualifikation immerhin ein Remis abknöpfte und in dem sich die Zuschauer Mitte der zweiten Hälfte von ihren Sitzen erhoben und ihn mit Ovationen würdevoll verabschiedeten, als der mittlerweile 33-jährige Veteran langsamen Schrittes vom Rasen von Cardiff schritt.

In jenem Moment, als der gute „Giggsy“ seine Kapitänsbinde an Craig Bellamy, den ebenso streitbaren wie wieselflinken und inzwischen für West Ham stürmenden Angreifer, weiterreichte, da verdrückte der Filigrantechniker nicht nur eine Träne. Ob es allerdings einzig Tränen des Abschieds waren oder im Verborgenen möglicherweise Trauer mitschwang, dass Wales ohne seinen einzigen wirklichen Star künftig auf Europas Spielfeldern eine noch dürftigere Rolle spielen wird, lässt sich hier wohl nicht gänzlich aufklären.

Keine walisischen Himmelsstürmer

Letzteres könnte aber durchaus der Fall sein angesichts der in der westlichen Provinz des britischen Königreichs gelinde gesagt nicht gerade vorherrschenden Talentflut. Als Giggs einst bei einer 1:4-Niederlage im November 1991 in Deutschland 17-jährig für Wales debütierte, schien das damalige Wunderkind mit dem wunderbaren linken Füßchen der walisische Meilenstein für eine bessere Zukunft des walisischen Fussballs zu werden.

Er allein trat das Erbe der Anfang der Neunziger so langsam in die Jahre kommende große walisische Fussballergarde um Regisseur Mark Hughes von Manchester United, den mit einem besonderen Torinstinkt versehenen Ian Rush vom FC Liverpool und Evertons Torwarthünen Neville Southall. Allerdings, Tore schießen, dribbeln, eine Mannschaft anführen und womöglich noch Tore verhindern. Das war selbst für einen Ryan Giggs zu viel.

Kurzum: seinen Landsleuten gelang es nicht, mit ihrem Aushängeschild auf dem Rasenrechteck mitzuhalten. Kampf und Krampf und lange Bälle sind zumeist im walisischen angesagt, in dem in vorderster Front dem John Hartson eine Sturmkante auf lange Bälle wartete. Die Folge: in seiner 16-jährigen Nationalmannschaftkarriere mühte sich Giggs vergeblich im Dress seines Heimatlandes durch die Mühlen der WM- und EM-Qualifikationen. Am Ende eint Giggs mit den großen Alfredo di Stefano und George Best, ebenso wie sie nie in seiner langen Karriere an einer Weltmeisterschaftsendrunde teilgenommen zu haben.

Denn auch in der aktuellen Qualifikationsrunde ist der Euro-Endrundenzug für die Mannschaft des weitgereisten walisischen Nationaltrainers John Toshack, in besseren Tagen unter anderem Coach von Real Madrid, schon längst abgefahren. Zu groß war die Lücke innerhalb des walisischen Kaders, in dem Giggs und Bellamy für ManU und Liverpool zwar die Spielfelder Champions League unsicher machten. Im gleichen Atemzug sind allerdings Kicker an ihrer Seite zu finden, die mit ihren Klubs oftmals lediglich in der zweiten oder dritten englischen Liga beheimatet sind. Da scheint es schwer nach Giggs’ Abdankung einen Nachfolger für das Idol zu finden. Der aktuelle walisische Torhüter ist beispielsweise Ersatzmann bei dem Zweiligisten Wolverhampton Wanderers, während Stürmer Freddie Eastwood sogar gerade erst aus Englands vierter Division zu einem englischen Drittligisten gewechselt ist.

Gareth Bale Giggs-Nachfolger?

Hoffnungsträger? Einer, der Giggs Rekord als jüngster walisischer Nationalspieler seinerzeit brach, ist der mittlerweile 19-jährige Lewin Nyatanga. Der Sohn eines simbabwischen Vaters und einer walisischen Mutter gab im Alter von 17 Jahren und 195 Tagen sein Debüt bei den „Dragons“ und gilt im walisischen Fussball freilich als großes Talent. Gleichwohl hat der Abwehrspieler seinen Weg auf die Spielfelder der großen britischen Fussballbühne, der englischen Premier League, bislang noch nicht gefunden.

Eigentlich steht Nyatanga bei Aufsteiger Derby County unter Vertrag, der ihn jedoch als noch nicht reif für das englische Fussball-Oberhaus befand und nun zum wiederholten Mal an den Zweitligisten Barnsley verlieh. Allein schon wegen seiner defensiven Position dürfte Youngster somit lediglich der mitunter unbeweglichen walisischen Abwehrreihe neuen Glanz verleihen.

Den Weg in die Fußstapfen von Ryan Giggs eher finden dürfte dagegen mit Gareth Bale, das größte walisische Talent dieser Tage. Bale, der sowohl defensiv als auch offensiv wie Giggs auf dem linken Flügel zu Hause ist, zeichnet sich nicht nur seine abstehenden Ohren, sondern besonders durch seine exzellente Ballbehandlung und seine enorme Schusskraft aus. Vergleiche mit dem „altehrwürdigen“ Giggs waren daher schnell geschlossen. Denn überdies jagte Bale Nyatanga auch noch den Rekord als jüngster walisischer Internationaler aller Zeiten ab. „Teenie“ Bale absolvierte seine Länderspielpremiere mit 16 Jahren und 315 Tagen und krönte diese damals gleich mit einer Torvorlage zum 2:1-Siegtor über WM-Teilnehmer Trinidad und Tobago.

Kein Wunder, dass sich schnell die großen Klubs aus der Premier League die Hände wegen des hochtalentierten Bale rieben, der nur einen Monat vor seinem Länderspieldebüt für den englischen Zweitligisten FC Southampton erstmals Luft im Profifussball schnupperte und dort insofern die Fährte seines dortigen ehemaligen Zimmerkollegen, eines gewissen Theo Walcott, aufnahm. Unterdessen entschied sich Bale übrigens gegen die Offerten von Manchester United und Arsenal und schloss sich den Tottenham Hotspurs an, die nicht weniger als satte zehn Millionen Pfund für das walisische „Juwel“ hinbätterten.

Dadurch avancierte der Jüngling mit den Segelohren und dem starken linken Fuß sogleich zum teuersten walisischen Fussballer aller Zeiten. Diese „Ehre“ war selbst nicht einmal Ryan Giggs vergönnt, was wohl eher darin begründet ist, dass der sein bisheriges Fussballerleben lang bekanntlich die Stiefel einzig für Manchester United schnürte.

Die walisische Ausgabe von George Best...

Neben Lewin Nyatanga und Gareth Bale hat im Übrigen noch ein weiterer Stern am walisischen Fussballhimmel zu glühen begonnen. Ob man es glaub oder nicht. Dank dieses jungen Stürmers des englischen Erstligisten Wigan Athletic hat der walisische Fussball sogar seinen eigenen George Best. Der war offenbar für den Vater des 19-Jährigen David Cotterill ein dermaßen großes Idol, dass Georgie Best ebenfalls mit seinem vollen Namen im selben des unschuldigen David Rhys George Best Cotterill verewigt wurde.

Der gute David hat zwar weder bei Wigan noch im walisischen Team bisher Bäume ausgerissen, hat aber aufgrund seines jungen Alters wohl noch genügend Zeit, um seinem Namen im wahrsten Sinne des Worte gerecht zu werden. Ansonsten gilt sowohl für ihn als auch für die beiden anderen überaus talentierten Sprösslinge des walisischen Fussballs: Kick it like Giggs!

Dieser Artikel ist ebenfalls auf Goal.com veröffentlicht.

Dienstag, 4. September 2007

Pokalsieger ABC

THOR WATERSCHEI hat einen Appell an Michel Platini, den Präsidenten der UEFA, gerichtet und fordert die Wiedereinführung des Europapokals der Pokalsieger. Um diese Initiative zu untermauern veröffentlicht THOR WATERSCHEI demnächst das ABC des Europapokals der Pokalsieger, das von A wie Aberdeen bis Z wie Zola reicht.

Hereinspaziert

Michel Platini trat seinerzeit als Präsident der Europäischen Fussball-Union UEFA mit dem Versprechen an, den so genannten „Kleinen“ im Fussball ein wenig mehr Platz im Rampenlicht zu verschaffen. Dass der frühere Balljongleur Platini diese Worte vor seiner Wahl im walisischen Cardiff nicht nur aus wahltaktischen Gründen entsendete, offenbarte Monsieur Platini nun vor der Auslosung der Gruppen der Champions League.

Demnach beabsichtigt Platini, der nach eigenen Angaben auf Europas Fussballbühne eine Evolution und keine Revolution will, auf Kosten der Großen mehr Landesmeistern Zugang in Europas Königklasse zu verschaffen. Ab 2009 sollen sich von den 32 Startern gleich 18 bis 19 Landesmeister befinden. Die Zeiten, in denen gleich vier italienische, spanische oder englische Mannschaften die Champions League-Hymne durch ihre Arenen rauschen lassen, wären folglich vorbei.

Obendrein will Platini die nationalen Pokalwettbewerbe aufwerten. Seinen Reformplänen zufolge sollen künftig die Pokalsieger der 16 im UEFA-Ranking führenden Nationen in zwei Qualifikationsrunden um vier weitere Tickets für die Champions League kämpfen. Der Philosophie des Europameisters von 1984 folgend wäre dies „kleines Comeback des abgeschafften Cup-Sieger-Cups“. Gleichwohl fragt sich THOR WATERSCHEI, wieso die gute alte UEFA den abgeschafften Europapokal der Pokalsieger nicht wieder einführt?

Gebt uns den Pokalsiegerwettbewerb zurück!

Sind nicht alle 53 Mitglieder der so genannten UEFA-Familie und deren Pokalsieger gleich zu bewerten? Warum langweilige Gruppenspiele an dunklen Novemberabenden im überfüllten UEFA-Cup austragen, wenn fünf Runden im Pokalsiegerwettbewerb schon früher eine Menge Spannung versprachen. THOR WATERSCHEI selbst stand immerhin im Frühling 1983 im Halbfinale des Europapokal der Pokalsieger und scheiterte am späteren Cupsieger FC Aberdeen.

Also Monsieur Platini, setzen Sie sich für ein Revival des guten alten Europapokals der Pokalsieger ein! Dort hätten die Kleinen tatsächlich die gleichen Chancen wie die Großen. THOR WATERSCHEI lässt seinem Appell künftig Taten folgen und wird sukzessive das Pokalsieger ABC veröffentlichen.

Prost

War es Magie oder einfach eine Fusion, als sich am 1. Juli 1988 die beiden belgischen Traditionsvereine KFC Winterslag oder diesem Blog namensgebende Klub THOR WATERSCHEI zum Koninklijke Racing Club Genk zusammenschlossen? Klar, eine Fusion. Nachdem THOR WATERSCHEI die wenig schmeichelhafte Platzierung des Namenspatrons in der Abschlusstabelle der Saison 1987/88 schnell präsentiert hat, wird THOR WATERSCHEI künftig regelmäßig einen strengen Blick nach Belgien, in die Heimat dieses nicht mehr existierenden Klubs richten.

Der trägt seine Heimspiele ebenso in der guten alten THOR WATERSCHEI-Kampfbahn Fenix Stadion in Genk, das in der westbelgischen Provinz Limburg liegt, aus. Die alte „Heimat“ gibt es allerdings vom Namen her seit Anfang diesen Jahres nicht mehr. Benannte der K. R. C. Genk das Stadion am 1. Juni dem Zeitgeist der Stadionumtaufungen entsprechend in Cristal Arena. Cristal Alken ist ein von der limburgischen Brauerei Alken-Maes seit 1923 gebrautes Pils. Na dann, prost K. R. C. Genk!

Montag, 3. September 2007

Brøndby nicht Schmeichelhaft

Der ehemalige dänische Serienmeister Brøndby IF Kopenhagen hat sich gegen eine Übernahme seines einstigen Torstehers, der dänischen Torwartlegende, Peter Schmeichel entschieden. Schmeichel hatte ein Übernahmeangebot von 250 Millionen Kronen (33 Millionen Euro) an seinen Ex-Verein abgegeben, den der Europameister von 1992 mit seinem eigenem Geld und dem einiger Investoren nach sportlicher Talfahrt und in der Funktion als Sportdirektor wieder auf Vordermann bringen wollte.

Schmeichel, der unter anderem mit Manchester United auch die Champions League gewann, verkündete indes nach einer Unterredung mit Brøndby-Boss Bjerregaard ohne Angabe von Gründen, dass sich die Sache aber nicht machen lassen könne. Brøndbys Verantwortlicher verwehrte sich dem Anschein nach gegen die Metarmophose des Fussball-Vereins in ein Unternehmen. Zum Trost für Peter Schmeichel präsentiert THOR WATERSCHEI ein paar bewegte Bilder aus Schmeichels bewegter Laufbahn.

Formel QPR?

Die beiden milliardenschweren Formel 1-Größen Bernie Ecclestone und Flavio Briatore haben am Fussball offenbar ihre große Freude. Ecclestone flirtete jüngst desöfteren mit einem Kauf des FC Arsenal London, während sein italienischer Kumpel „Flav“, mit dem er nach eigenem Bekunden gerne mal bei Chelsea vorbeischaut, sich mit einem Einstieg bei den Queens Park Rangers stark anfreunden konnte.

Dass Briatore und Ecclestone entgegen der Entwicklung der vergangenen Wochen bei Traditionsverein „QPR“ gemeinsame Sache, war nicht wirklich zu erwarten. Doch beide übernehmen nun zunächst die Schulden von QPR in Höhe von 19,2 Millionen Euro und werden zusätzlich Aktien des englischen Zweitligisten mit einem Wert von 1,5 Millionen Euro erwerben. Weiterhin wird die Mannschaft in der kommenden Transferperiode im Januar für gut sieben Millionen Euro aufgerüstet, damit die hartgesottenen QPR-Anhänger künftig an ihrer Loftus Road wieder Arsenal und Chelsea bewundern können.

Wäre für die beiden neuen QPR-Besitzer ja ebenfalls recht praktisch, müssten sie für „ihre“ Blues nicht auch noch extra an die Stamford Bridge reisen…

Liga-Telegramm # 4

Spieltag 4 im deutschen Fussball-Oberhaus ist Geschichte. Nachdem das Telegramm zum 3. Spieltag im THOR WATERSCHEI-Klubhaus nicht ankam, flatterte das entsprechende zur 4, Runde heute Morgen leicht verspätet ein…

BUNDESLIGA-ERGEBNISDIENST
+++ Gekas sichert Werkself Punkt auf Schalke+++ Werder wieder wunderbar+++ Alte Dame nimmt Magaths Wölfe an die Leine+++ 96-Hubschrauber entscheidet Krimi gegen Bochum+++ Club punktet in der Lausitz+++ Hansa-Kogge auch von BVB versenkt+++ Zebras überrennen Bielefeld+++ Bayern lassen wegen Zidan in Uwe-Seeler-Kampfbahn Federn+++ KSC triumphiert im Derby gegen den Meister+++

Der 4. Spieltag
FC Schalke 04 – Bayer Leverkusen 1:1 (1:0)
Werder Bremen – Eintracht Frankfurt 2:1 (1:0)
Hertha BSC – VfL Wolfsburg 2:1 (1:0)
Hannover 96 – VfL Bochum 3:2 (2:1)
Energie Cottbus – 1. FC Nürnberg 1:1 (1:0)
Hansa Rostock – BVB 0:1 (0:0)
MSV Duisburg – Arminia Bielefeld 3:0 (0:0)
HSV – Bayern München 1:1 (0:0)
KSC – VfB Stuttgart 1:0 (0:0)

Sonntag, 2. September 2007

My Arsenal # 4: Dein Arsenal

Arsenals gibt es in der weiten Welt des Fussballs viele. Unter anderem Arsenal Kiew, Arsenal Tula, Arsenal Berekum aus Ghana oder Arsenal de Sarandì aus Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires entstanden in Gefolgschaft des ehrwürdigen Arsenal Football Clubs aus London, der allerdings und das weiß nicht nur Nick Hornby das einzig wahre Arsenal ist…

Der FC Arsenal ist weiter ein glitzerndes Objekt der Begierde auf der Spielwiese der milliardenschweren Investoren, die bekanntlich seit geraumer Zeit die englische Premier League für sich entdeckt haben. Der Russe Alisher Usmanov kaufte dabei am Donnerstag mit seiner Firma Red and White die Anteile am FC Arsenal von Arsenals früherem Vizepräsidenten David Dein von 14,58 Prozent für umgerechnet 110,75 Millionen Euro.

Zugleich stellte Usmanov, der Generaldirektor der Gazprom Tochterfirma Gazprominvestholding ist, in einem TV-Interview in den Raum, seine Anteile weiter zu erhöhen.

„Das sind Investitionen, als das Angenehme mit dem Nützlichen zusammenkam. Es erlaubt einerseits, Freude am Spiel zu bekommen, andererseits möglicherweise den Wert der eigenen Aktiva zu erhöhen. Wenn die Marktbedingungen stimmen und der Preis annehmbar ist, werden wir vielleicht unseren Anteil erhöhen!“

Inzwischen wurde im Übrigen bekannt, dass ausgerechnet Dein zum Geschäftsführer der eigens für die Anteilsübernahme gegründeten Firma Red and White Holdings Ltd. ernannt wurde. Dein war im April aus dem Arsenal-Vorstand ausgeschieden, nachdem es Unstimmigkeiten über das Investment des US-Milliardärs Stan Kroenke gegeben hatte, der sich düsteren Visionen von Arsenal-Insidern zufolge nun mit der Red and White zusammenschließen könnte.

Damit hätten beide Anteilseigner gemeinsam 27 Prozent der Anteile an den „Gunners“ inne, womit lediglich 2,9 Prozent fehlten, um ein komplettes Übernahmeangebot abzugeben. Auch der britische Formel 1-Mogul Bernie Ecclestone hatte kürzlich sein Interesse an dem Erwerb des Traditionsklubs angemeldet.

Die Besitzverhältnisse des FC Arsenal (Quelle: BBC):

Danny Fiszman: 24,11%
Nina Bracewell-Smith: 15,9%
Red and White: 14,58%
Stanley Kroenke: 12,19%
Richard Carr: 4,3%
Lansdowne Holdings: 2,7%
Peter Hill-Wood: 0,8%
Sonstige: 0,2%

Keine Thekenmannschaft

Fussballikone David Beckham klebt weiter das Verletzungspech an den Füßen und kommt bei seinem neuen Klub Los Angeles Galaxy einfach nicht auf die Beine. Der ehemalige Spielführer der englischen Nationalmannschaft fällt aufgrund einer Knieverletzung mindestens bis Oktober aus und kann damit ebenfalls nicht an den für die „Three Lions“ wichtigen Partien in der WM-Quali teilnehmen.

Gegenüber dem Observer stellte Beckham nun zudem klar, dass er seinen neuen Klub nicht wie auf der Insel gerne kolportiert keineswegs als „Thekenmannschaft“ ansieht.

„Das Niveau ist nicht einmal annähernd so schlecht wie immer behauptet wird!“
„Ich weiß nicht, ob es Ignoranz oder Überheblichkeit ist, oder ob die Kritiker nie Fußball gespielt haben, aber sie sollten sehen, wie wir ein Team geschlagen haben, das zwei Jahre in Folge die mexikanische Liga gewonnen hat,“ fügte der 32-Jährige hinzu, der seit seinem Wechsel über den großen Teich mit dem Spott seiner Landsleute leben muss.

Letzte Ehre

UEFA-Pokalsieger FC Sevilla wird nach dem dramatischen Tod von Antonio Puerta dessen Rückennummer 16 künftig nicht mehr vergeben. Der 22-Jährige war am vergangenen Dienstag an den Folgen eines Herzstillstand, den er beim spanischen Ligaauftakt gegen Getafe erlitten hatte, in einem Krankenhaus gestorben. Puerta wurde bereits am Mittwoch im engsten Familienkreis beigesetzt. Rund 30.000 Anhänger der Sevillaner erwiesen Puerta, dessen Leichnam vor der Beerdigung im Stadion des spanischen Traditionsvereins aufgebahrt wurde, die letzte Ehre. Er hinterlässt eine hochschwangere Frau.

Zweiundzwanzig

Gewiss, der Rumäne Ioan Viorel Ganea ist in seinem bisherigen Fussballerleben weit herumgekommen. Der mittlerweile 34-jährige Stürmer schoss dabei nicht nur in seiner rumänischen Heimat,in der Türkei, beim VfB Stuttgart in Deutschland oder bei seinem Abstecher nach England das eine oder andere Tor. Den Ruf eines absoluten Torjägers hat sich Ganea in den ganzen Jahren zwar nicht herausgeschossen, dennoch ist er in Rumänien auch als sogenannter Veteran noch hochgefragt.

Aufruhr sorgte Ganea erst vergangenen Dezember, als er seinen laufenden Vertrag bei Dinamo Bukarest brach, um für ein paar Euros mehr beim Stadtrivalen Rapid anzuheuern. Bis 2009 sollte dieses Intermezzo eigentlich andauern, bis Ganea dort in diesem Sommer seine Zelte wieder abbrach und nunmehr beim beliebten rumänischen Erstligisten FCU Politehnica Timişoara seiner unentwegten Jagd nach Toren nachgeht. Statt wegen seiner Tore machte Ganea, der einst in einem Länderspiel gegen Schottland dem Schotten John Kennedy durch ein brutales Tackling eine derart schwere Knieverletzung zufügte , dass dieser rund drei Jahre pausieren musste, insbesondere mit seiner Würg-Attacke gegen Linienrichter Dorin Buzura im Ligaspiel gegen seinen Ex-Klub Rapid auf sich aufmerksam. Die Bilder dieser Attacke gingen um die Welt.

Zuvor hatte ihn Referee Erdei bereits wegen eines Faustschlags gegen Ganeas Gegenspieler mit Rot des Feldes verwiesen. Ganea stürmte danach wutentbrannt auf den Linienrichter zu und ging diesem im wahrsten Sinne des Wortes an die Kehle. Mithin brauchte es fast ein halbes Dutzend Spieler, um Madura aus den "Klauen" Ganeas zu befreien. Einer richtigen Entschuldigung war Ganea, der von vier Polizisten abgeführt wurde, übrigens abgeneigt und beliess es bei einem knappen: „Es tut mir leid. Aber ich habe ihn doch nicht getötet.“ Zudem kündigte er an, das Foto der Attacke in seinem Spind aufzuhängen: „Es kriegt einen Ehrenplatz.“ Rumäniens Verband belegte den nicht einsichtigen Ganea inzwischen mit einer Sperre von 22 Spielen! So viele Tore hat Ganea im Übrigen bei keinem seiner vielen Stationen in einer Saison erzielt...

Aufgetankt!

Zurück! Das THOR WATERSCHEI-Klubhaus ist nach einer Woche „Spätsommerpause“ wieder geöffnet.