Freitag, 24. August 2007

Norbert-Hönnscheidt-Kampfbahn

Das mit der Stadionromantik ist für das Genre der Groundhopper eine besondere Sache. Herzen schlagen dabei auch noch höher, wenn der Verein, bei dem man zu Gast ist, sympathisch ist. Fast schon zu sympathisch ist in dieser Hinsicht der Bundesligaabsteiger Mainz 05, der sich nicht nur selbst augenzwinkernd Karnevalsverein nennt und sich mittlerweile als Absteiger der Herzen verkleidet in der deutschen Liga Zwo wiederfindet. Die 05er besetzen mit ihrem altehrwürdigen Stadion am Bruchweg ferner einen neuralgischen Punkt auf der Landkarte der stadionromantischen Groundhopper.

Bei aller sogenannten Altehrwürdigkeit ist natürlich durchaus legitim, eine neues Stadion zu bauen, was auch für die Mainzer gilt. Deren neue Spielstätte soll in einem Jahr fertig sein. Wer jetzt aber gedacht hat, in der Karnevalshochburg würde man einfach den Namen des Auf- und Abstiegstrainers für das neue Stadion verwenden und es „Jürgen-Klopp-Stadion“ nennen. Mitnichten. Ebenso nicht in der Verlosung waren „Norbert-Hönnscheidt-Kampfbahn“ oder gar „Stephan-Kuhnert-Park“. Die neue Mainzer Arena wird künftig statt desseb den Namen eines großen Mainzer Kreditunternehmens tragen und sich „Coface-Arena“ schimpfen. Das mit der Stadionromantik geht dem Namen natürlich etwas ab. Aber Mainz bleibt Mainz, heißt es ja so schön...

Donnerstag, 23. August 2007

Zum Dinner in Wembley

Es war gestern ein feiner Abend für Jogis junge Löwen im niegelnagelneuen Wembley-Stadion in London. Sogar die Kanzlerin nahm extra neben Britanniens neuem Premier Gordon Brown auf der Ehrentribüne, unweit vom Kaiser, Platz. Im ewigjungen Prestigeduell siegte Löws Notelf bei den zahnlosen drei englischen Löwen nach großen Kampf mit 2:1. Zugleich war es in gewisser Hinsicht im abendlichen Londoner Nieselregen auch ein „Schalker Abend“, nachdem der deutsche Sturmführer Kevin Kuranyi den Ausgleich nach der Lampard-Führung erzielte und Debütant Christian Pander seine Länderspielpremiere mit einem satten Linksschuss krönte.

Angesichts dieses feinen Abends für Jogis Löwen überschlug sich heute die englische Presse, von der Beckham & Co. nach der Pleite im Klassiker ihr Fett abbekam. Während der Independant noch von einer „Nacht des Horros“ schrieb, nahm die Sun in gewohnter Manier kein Blatt vor den (Zeitungs-)Mund:

„Was für ein Haufen Sch....!, unglaublich beschämend. Eine weitere widerwärtige Niederlage gegen eine Mannschaft, die alle Topstars - die
Ballacks, die Kloses und die Podolskis - zu Hause gelassen hat. () England flößt keinem mehr Angst ein - abgesehen von Fußball-Zwergen wie Andorra und Estland.“

Der Daily Mirror fragte hingegen Englands Torhüter Paul Robinson, der sich vor dem Ausgleich bei einer Schneider-Flanke gehörig verschätzte, in Anspielung auf die beiden Patzer seines deutschen Torhüterkollegen in Arsenals Auftaktpartien in der Premier League hämisch: „Hast Du Dich als Lehmann verkleidet?“

Besser als geschmeckt als den Gastgebern hat das Dinner in Wembley somit deren deutschen Gästen, die sich dank des Abschiedsgrußes von Didi Hamann zum einen letzte Sieger im alten Wembley und zugleich erste Sieger im neuen nennen dürfen. Es scheint, als war das Wembley-Tor von 1966 eine Art Büchse der Pandora für das Mutterland des Fussballs, sofern jedenfalls die deutsches Nationalelf in Wembley zu Gast ist.

Dienstag, 21. August 2007

Linksaußen?

Beinahe jedes Kind kennt Diego Armando Maradona. Ob er jetzt der beste Fußballer aller Zeiten ist, sei mal hier dahingestellt. Was nicht jedes Kind auf den ersten Blick im Angesicht seiner einstigen Spielkunst realisieren konnte: der gute Diego, war mit einem zwinkernden Auge gesagt, der „linke Fußballspieler“ schlechthin.

Ebenso wie Maradonas kunstvolle Gewandtheit im Umgang mit Ball und Gegner für alle da war, nicht nur für ausgewählte Pro- und Antagonisten seiner Zeit, die ihm auf den Tribünen und vor den Fernsehschirmen der Welt bei seinem Tun auf dem Rasenrechteck zusahen, unterhielt der 165 Zentimeter kleine „Pibe de oro“ (Goldjunge), auch nachdem seine Stiefel und seine Rolle als Spielmacher zugleich an den Nagel gehängt hatte, mit seinen Torheiten außerhalb des Rasens.

Insofern lässt sich Maradonas ästhetisches Spiel recht gut unter die Theorie seines Landsmannes César Luis Menotti vom „linken und rechten Fußball“ subsumieren. „El Flaco“ (der Dürre), der Maradona Ende der Siebziger erstmals in die „Albiceleste“ berief, sinnierte in diesem Zusammenhang, das der linke Fußball der Ästhetik zugewandt sein, der rechte hingegen vielmehr der Gewinnmaximierung. Maradona stand insofern im Zentrum der Theorie des vom intellektuellen Menotti hergeleiteten linken Fußballs.

Gleichwohl ist Maradona jedoch die theorieimmanente Antithese, was er am Sonntagabend in der TV-Show „Alo presidente“ (Hallo Präsident) des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez offensichtlich darlegte. Zum einen bestätigte der Ex-Spielmacher seine politische Grundhaltung als politischer Linksaußen, indem er jenen Chavez und Fidel Castro bedeutungsschwer zu seinen politischen Idolen ausrief und sogleich seinen Ressentiments gegenüber George Bush Ausdruck verlieh.

Zum anderen vergaß Maradona ebenfalls nicht, sich selbst zu huldigen, indem gegenüber seinem Gastgeber gemäß dem „Guardian“ von seinem Handtor im WM-Viertelfinale 1986 gegen England schwelgte und gemeinsam mit Chavez über seine „Tat“ spottete. Er habe nach dem Treffer seine Mitspieler zum ausgelassenen Jubel aufgefordert, damit der Schiedsrichter das Tor nicht aberkennt, erklärte Maradona dabei sichtlich zufrieden.

Dadurch hat sich der wortgewaltige politische Linksaußen allerdings selbst als „rechter Fußballer“ entlarvt. Frei nach Menotti geht es beim rechten Fußball viel um Opfern und Arbeit. Ferner wirft der rechte Fussball den Blick nur auf das Resultat, er degradiert die Spieler zu Söldnern des Punktgewinns. Durch sein „Handtor“ hat sich Maradona demgemäß schon vor 21 Jahren zu einem solchen Söldner degradiert. Zu Chavez’ verbalen Söldner hat es der gute Diego nun immerhin auch schon gebracht. Hand drauf, oder Diego?

Montag, 20. August 2007

Didis Abschiedsgruß

England und Deutschland treffen am Mittwochabend erstmals im neuen Londoner Wembleystadion aufeinander. Didi Hamann trägt zwar nicht mehr den deutschen Dress, ist aber dennoch auch im neuen Wembley allgegenwärtig, war der Mittelfeldakteur von Manchester City doch derjenige, der am besagten 7. Oktober 2000 das letzte Tor im alten Wembley erzielte und somit an die altehrwürdige Arena seinen „persönlichen Abschiedsgruß“ schickte…

England gegen Deutschland, das ist bei jedem Aufeinandertreffen ein prestigeträchtiger Klassiker, insbesondere wenn der Schauplatz des ewigjungen Duells das Londoner Wembleystadion ist.

Alter Mythos auch im neuen Wembley?

Das alte Wembley wurde bekanntermaßen durch einen schmucken Neubau ersetzt. Doch auch wenn die Steine von Englands Fußballpalast ausgetauscht wurde und die Arena mit dem charismatischen Bogen, „the Arch“, mittlerweile höchsten internationalen Standards genügt, von seinem Mythos scheint Wembley wenig verloren zu haben. Der alte Mythos wird sozusagen auch ins neue Wembley fortgetragen. „Wembley ist die Kirche des Fußballs. Es ist die Hauptstadt des Fußballs und es ist das Herz des Fußballs,“ sagte einst kein Geringerer als der große Pelé – und das soll auch so bleiben.

Das deutsche Fussballherz pulsiert beim Anblick des legendären „Wembley-Tores“ von Geoff Hurst auch heute noch, obschon inzwischen über 41 Jahre vergangen sind. Hursts Schuss in der Verlängerung des 66er-Finales, der dank einer folgenreichen optischen Täuschung des sowjetischen Linienrichters Tofik Bachramow zum Tor avancierte, ist noch heute unvergessen. Ebenso wie der Abgang des zutiefst betrübten Uwe Seeler nach diesem verlorenen Endspiel, der in Begleitung eines ihn aufmunternden englischen Bobbys mit gesenktem Haupt das Spielfeld des alten Wembleystadions verließ.

Gleichwohl brauchte die deutsche Fußballseele viele Jahre, um diesen „Wembley-Schock“ zu verdauen. Beinahe naturgemäß klappt das am besten mit epochalen Siegen an selbigem Schauplatz. Triumphe in Wembley beim englischen „Erzfeind“, wie jener erste Sieg auf englischem Boden überhaupt für eine deutsche Nationalmannschaft im April anno 1972 oder auch der Sieg im Elferkrimi des Halbfinales der Euro 1996 sowie Olli Bierhoffs historisches Golden Goal im anschließenden Endspiel dieser Euro gegen Tschechien taten ihr daher besonders gut.

Didi Hamann allgegenwärtig

Endgültig kuriert hat sich die deutsche Fußballseele aber wohl an jenem 7. Oktober 2000, als die von Rudi Völler trainierte deutsche Elf bei den „Three Lions“ in der Qualifikation für die WM 2002 antraten und bereits vorher feststand, dass das altehrwürdige Rund des Wembleystadion abgerissen würde und der englisch-deutsche Klassiker die finale Partie des alten Wembleys vor dem Abriss war.

Es war ausgerechnet England-Legionär Didi Hamann, der damals den roten Dress des FC Liverpool trug und mit seinem strammen Distanzschuss aus dreißig Metern nicht nur für das einzige Tor des Tages an diesem verregneten Bilderbuchoktobertag sorgte. Hamann erzielte damit sogleich das allerletzte Tor im alten Wembleystadion, welches sozusagen den deutschen Abschiedsgruß an die „Kathedrale des englischen Fußballs“ darstellte.

Die Tage des inzwischen 34-jährigen Didi Hamann, der auf der Insel für Manchester City dem runden Leder noch immer hinterher jagt, in der deutschen Nationalelf sind nach 59 Länderspielen zwar mittlerweile gezählt. Doch jedes Mal, wenn sich nun Wembleys neue Pforten für die DFB-Elf gegen England abermals zum Klassiker öffnen, ist Didi Hamann in gewisser Hinsicht doch mit dabei.

Denn sein historischer Abschiedsgruß gehört irgendwie genauso zum alten wie auch zum neuen Wembley und der Klang des Hamannschen Grußes dürfte künftig vor deutschen Gastspielen in der neuen hochmodernen Arena regelmäßig ertönen.

Der Artikel ist ebenfalls auf Goal.com veröffentlicht.

Sonntag, 19. August 2007

Flavio geht fremd

Flavio Briatore geht fremd. Der italienische Lebemann und Formel 1-Teamchef wird den hochverschuldeten englischen Traditionsverein Queens Park Rangers nach einem Artikel der Sun unter seine Fittiche nehmen. Der 57-Jährige soll demnach bereit sein, die Schulden des Zweitligisten in Höhe von 25 Millionen Euro zu begleichen. Das Gesamtpaket QPR soll den Milliardär rund 32 Millionen Euro kosten. Briatore, eigentlich Sympathisant des FC Chelsea, will dem Anschein nach ebenso wie sein Kumpel Bernie Ecclestone, dessen fussballerisches Objekt der Begierde kein geringerer Klub als Arsenal London ist, den englischen Fussball aufmischen.

„Für die Fans von 'QPR' wird ein Traum wahr, der Club wird vor dem sicheren Aus gerettet. Mister Briatore will für 'QPR' das tun, was Mohamed Fayed für Fulham getan hat und uns in die Premier League bringen“, sagte der bisherige Rangers-Eigner Gianni Paladini über den Deal. In der kommenden Transferperiode werden sich die bislang so klammen Rangers wahrscheinlich etliche Großeinkäufe dank Briatores Zuwendungen genehmigen können, um ihre angestrebte Rückkehr in die Premier League so schnell wie möglich zu verwirklichen. Briatores kürzlich gesprochene Worte dürfen in Englands zweiter Liga daher wohl als Kampfansage gewertet werden:

„Queens Park Rangers ist ein Klub mit einer wunderbaren Vergangenheit - und jetzt auch mit einer tollen Zukunft!“

Letztmals atmetete der an der Londoner Loftus Road ansässige Klub Mitte der neunziger Jahre Premier League-Luft. Mit einer Rückkehr in den Schoß der englischen Eliteliga könnte sicherlich auch ein gewisser Pete Doherty anfreunden, der ein großer Anhänger der Super Hoops ist, und sogar schon zum Vorstand des 1882 gegründeten Vereins gehörte. Allerdings war Dohertys dortige Mitgliedschaft nur ein Intermezzo, da ihn seine Vorstandskollegen entließen, nachdem er auf dem Stadion-Klo dem Crack-Rauchen gefrönt hatte.

Liga-Telegramm # 2

Der 2. Spieltag im deutschen Fußball-Oberhaus ist vorüber. Das Telegramm des Spieltags flatterte bereits um 19:35 Uhr ins THOR WATERSCHEI-Klubhaus…

BUNDESLIGA-ERGEBNISDIENST
+++ Hankes Köpfchen macht 96 munter+++ Eintracht-Adler landet Last-Minute auf der Alm+++ Meyers Meute erobert Hansa-Kogge+++ Wölfe beißen Zebras+++ Alte Dame bändigt Junge Wilde+++ Werder wenig wunderbar+++ Dollhaus-Dortmund+++ Kurzschluss bei Weidenfeller+++ Bechmann Bochums Bester+++ HSVan der Vaart schlägt Werkself+++

Der 2. Spieltag
KSC – Hannover 96 1:2 (1:0)
Bielefeld – Frankfurt 2:2 (0:0)
MSV Duisburg – Wolfsburg 1:3 (0:1)
Hansa Rostock – Nürnberg 1:2 (0:0)
Hertha BSC – VfB Stuttgart 3:1 (0:1)
Werder Bremen – FC Bayern 0:4 (0:1)
Schalke 04 – BVB 4:1 (2:0)
Energie Cottbus – VfL Bochum 1:2 (0:2)
HSV – Bayer 04 Leverkusen 1:0 (0:0)


Kopflos

Marco Materazzi, der italienische Weltmeister und seit dem Berliner WM-Endspiel ein wahrer Antiheld, hat heute Geburtstag. Materazzi vollendet sein 34. Lebensjahr. Gegenüber dem Fernsehsender „TV Sorrisi e Canzoni“ bestritt Materazzi nun, Zinedine Zidane in dem Finale rassistisch beleidigt zu haben und erklärte die Situation mit eigenen Worten.

Nachdem der italienische Nationalspieler Zidane mehrmals am Trikot gezogen hatte, sagte dieser: „Wenn du wirklich mein Trikot haben möchtest, kannst du es nach dem Match haben.“ Materazzi antwortete: „Ich würde deine Schlampe von Schwester bevorzugen.“ Zidanes kopflose Reaktion auf die verbale Blutgrätsche des rustikalen Innenverteidigers von Inter Mailand ist seitdem allseits bekannt. Zum Anlass seines „Ehrentages“ erinnert sich THOR WATERSCHEI daher an eine weitere sogenannte verbale Grätsche aus Materazzis Laufbahn.

Nach dem dritten Platzverweis innerhalb weniger Monate im Laufe eines einjährigen Abstechers von Signore Materazzi beim FC Everton beklagte dieser sich darüber, dass die Engländer sehr nationalistisch seien und er wegen seiner italienischen Herkunft speziell behandelt und nur deshalb so oft vom Platz gestellt werde. Ein Wolf im Schafspelz, wenn man so will.



Ob „Zizou“ dem Geburtstagskind wohl sein Endspieltrikot heute als Geschenk übersandt hat?

Daumen runter


Lars Hirschfeld ist kanadischer Nationaltorwart und hütet eigentlich den Kasten des norwegischen Abonnementmeister Rosenborg Trondheim. Unter der Woche bereitete sich der 27-Jährige mit seinen Nationalmannschaftskollegen in Reykjavik auf ein Länderspiel gegen Island vor.

Den fest eingeplanten Einsatz vereitelte Hirschfeld sich allerdings selbst, indem er sich beim Frühstück mit einem Käsehobel am Daumen verletzte. „Er hat sich ein Stück der Daumenkuppe abgeschnitten und musste von unserem Arzt behandelt werden. So wie seine Hand im Moment aussieht, kann er unmöglich Fußball spielen,“ gab Rosenborgs Physiotherapeut Wilhelm Stoltz bekannt. Welch ein fatales Frühstück! Gute Besserung, Herr Hirschfeld!

Freitag, 17. August 2007

Rafael hatte Rücken

Der Fußballromantik waren gestern in der Budapester Abendsonne keine Grenzen gesetzt. Der Hamburger SV gastierte im Hinspiel der 2. Runde der UEFA-Cup-Qualifikation beim Puskas-Klub Honved. Wegen dieser Konstellation ging dem einen oder anderen Betrachter schon allein das Herz auf. Obendrein kann der HSV sein abgelaufenes Seuchenjahr wiedergutmachen und den durch seine Rumpelspiele in der verkorksten Hinrunde verlorenen Boden zurückerobern.

Doch Männer des Abends waren in Ungarns Metropole nicht etwa Van der Vaart, Rost, Zidan oder neuer ungarischer Puskas-Stern. Es war Eurosport-Kommentator Rudi Brückner dessen Wortwitz das zähe fußballerische Vorbringen der beiden Kontrahenten schnell in den Schatten stellte. Rafael van der Vaart lief übrigens erst gar nicht auf. Er hatte überraschend Rücken... Darf sich sein Traumverein FC Valencia nach dem ganzen Wechseltheater nun doch bald auf einen neuen Spielmacher freuen? Tot ziens, Rafael Abwandervaart!

Donnerstag, 16. August 2007

Superscholly spielt sich frei

Wenn man so will, ist Bayern-Legende Mehmet Scholl jetzt frei. Klar, hält man es mit dem ollen Sartre, ist der Mensch ohnehin verurteilt, frei zu sein. Die WELT betitelte den mittlerweile 36-Jährigen als „Sonderling des deutschen Fussballs“. Und der gab gestern seinen rauschenden Abschied vom grünen Rasen, kein Geringerer als der FC Barcelona stand für „Scholli“ Spalier. Sein größter Erfolg seien nach eigenem Befinden: „15 Jahre Bayern München. Sich in diesem Zirkus, in diesem Haifischbecken zu behaupten.“

Der Fussball-Feingeist, dem ARD-Kommentator Reinhold Beckmann attestierte Spiel- und Wortwitz vereinigt zu haben, ist künftig einzig in deutschen Lichtspielhäusern anstatt auf dem Spielfeld zu bewundern. Der Streifen über die Ikone heißt: „Frei: Gespielt - Mehmet Scholl: Über das Spiel hinaus“. Auch THOR WATERSCHEI lässt eine kleine Reminiszenz an Mehmet Scholl nicht entgehen und gibt Willy Astors Zeilen zum Besten, die der Kabarettist und Liedersänger vor Schollis Abschiedsspiel gegen Barca vortrug:

Superscholly

Welchen Münchner Fußballspielerkennt man auf der ganzen Welt...?Wie heißt dieser Dribbler, der nun ab sofort im Mittel fehlt?Wer war achtmal deutscher Meister und hält damit den Rekord? Wer fährt in der Freizeit heimlich einen alten Ford Escort?

Superscholly, Stern des Südens,bist ein Lausbub und Rebell,manchmal warst du auch verletzt und lange in der Reha, gell!?Superscholly, unvergessen, deine Flanken, dein Humor.Schieß uns nochmal einen Freistoß durch das Kreuzeck rein ins Tor...

Wer ist seit dem 2. Weltkrieg in der Bravo Mädchenschwarm?Wer fragte Boris Becker, wird man eigentlich beim Tennis arm? Wer sah manchmal im Spielertrikot ziemlich abgemagath aus? Wer zieht jetzt als Avon-Berater in die weite Welt hinaus?

Superscholly, Stern des Südens,du wirst niemals untergehn,und wir, die Fans des FC Bayernsingen dir hier dankeschön.Lieber Mehmet, unvergessen, deine Flanken, dein Humor. Schieß uns nochmal einen Freistoß durch das Kreuzeck rein ins Tor...

Wir werden dich vermissen, Scholli, weil du hattest schon n' Schuss! Und heute gegen Barcelona ist mit Fußball Schluss... Ach du lieber Scholli, es war eine schöne Zeit...und wir werdn oft an dich denken, bis in alle Ewigkeit...

Superscholly, Stern des Südens, du wirst niemals untergehn,und wir, die Fans des FC Bayernsingen dir hier dankeschön...Lieber Mehmet, du warst super und der FC Bayern pur. Um dich habn wir keine sorgen, weil du hast ja Abitur...


PS.: Wenn man Uli Hoeneß heutigen Worten Glauben schenken mag, wird Superscholly beim FC Bayern sogar eines Tages mehr als ein Greenkeeper.

Mittwoch, 15. August 2007

Ein Hamburgisches Wechseltheater


Prolog
Jahr ein Jahr aus die gleiche Geschicht. Neigen sich die Tage des Transfermarktes im August ihrem Ende zu, so kehrt das Wechseltheater wieder ein. Besonders im Hamburgischen treibt es überaus ungewöhnliche Blüten.

Akt I: Das Buhlen
Rafael van der Vaart ist im hamburgischen Fußballland der wichtigste Mann. Das ist längst bis weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Der Spielmann aus dem Niederländischen besaß durch seine Treue und Loyalität in der Hansestadt stets eine hohe Reputation. Der Wind drehte sich jedoch für unseren Hauptdarsteller aus dem Land der Windmühlen, als ein ernstgemeinter Ruf aus dem fernen Valencia die Elbe hinauf ertönte. 14 Millionen Euro boten die Iberer für den berühmten Hamburgischen Spielmann.

Akt II: Der Verrat
Die Bürger der Hansestadt, die die Raute im Herzen tragen, witterten in diesen unruhigen Tagen Verrat. Denn der einst so treue Spielmann wurde wankelmütig und lebte im „Hamburger Abendblatt“ spanische Träume:„ Ich will unbedingt weg, Valencia ist ein Traum.“ Doch dem nicht genug. Der Spielmann bekannte obendrein: „Wenn ich in Hamburg bleiben müsste, dann hätte ich Schmerzen.“ Wohin geht sein Weg? Des wankelmütigen Spielmanns Herren fochten gegen Windmühlen. „In diesem Fall spielt Geld keine Rolle. Wir planen die gesamte Saison mit Rafael“, proklamierte man öffentlich.

Akt III: Das Ende
Doch nun wiederholte sich die Geschicht im Hamburgischen des vergangenen Jahres, die des Spielmanns früheren Gefährten, der ebenfalls aus dem Niederländischen stammt. Der Hamburger Sportverein stand einst vor dem Tor in die Königsklasse des Kontinents. Und der bisweilen so burschikose Landsmann verletzte sich derart überraschend am Knöchel, dass ihn man ihn seinem Verlangen nachgebend für viele ausländische Taler in die Ferne schweifen ließ. Nun steht der Hamburger Sportverein erneut vor Europas Toren. Die Folge?

Der Wankelmut des Spielmanns schlug sich in dessen Rücken nieder und brachte ihm gerade dort Schmerzen, als er seinen Sproß emporhob. Wie die kleine Geschicht endet? „Audi, vide, tace, so tu vis vivere in pace*“, hallt es derweil aus dem Hamburgischen in Richtung Budapest, wo der wankelmütige Spielmann gemeinsam mit seinem Hamburger Sportverein vor Europas Toren steht.

*Höre, sieh und schweige, falls du in Frieden leben willst!

Montag, 13. August 2007

Keine Boston Tea Party

Armer Lars Ricken! Auf der Osnabrücker Nordtribüne fragte man sich am vergangenen Freitagabend noch, was eigentlich aus Lars Ricken geworden ist. Die sich seit langem auf dem traurigen BVB-Abstellglas befindliche Dortmunder Legende hatte noch im Frühjahr in der Regionalliga mit der Zweiten des BVB ein Gastspiel an der Bremer Brücke gegeben und sich sowohl einen Punkt beim VfL Osnabrück als auch einige Sympathien für sein großes Engagement in der „Bauernliga “, wie die dritte deutsche Liga auf den Rängen des VfL auch gerne großspurig genannt wird, erkämpft.

Nun wurde bekannt, dass der gute Lars Ricken, dem BVB-Coach Thomas Doll das Bundesliganiveau nach über 300 Spielen im deutschen Oberhaus absprach, beinahe zu neuen Ufern aufgebrochen und in der amerikanischen Profiliga Major League Soccer gelandet wäre. Am heutigen Montag hätte der 31-jährige Ex-Nationalspieler eigentlich beim in Boston ansässigen Klub New England Revolution vorgestellt werden sollen. Doch ein nicht ausgeheilter Muskelfaserriß verhinderte den Sprung über den großen Teich, da der Klub auf den Fitnesstest, den Ricken infolge dieser Blessur nicht absolvieren konnte, bestanden. Die Boston Tea Party fiel insofern für Ricken ins Wasser. Beim BVB heißt es vermutlich zunächst: abwarten und Tee trinken...

Sonntag, 12. August 2007

My Arsenal # 3: Blackout

Arsenals gibt es in der weiten Welt des Fussballs viele. Unter anderem Arsenal Kiew, Arsenal Tula, Arsenal Berekum aus Ghana oder Arsenal de Sarandì aus Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires entstanden in Gefolgschaft des ehrwürdigen Arsenal Football Clubs aus London, der allerdings und das weiß nicht nur Nick Hornby das einzig wahre Arsenal ist…

Nach den Verlautbarungen der Wikipedia bezeichnet der Begriff Blackout* ursprünglich das schlagartige, komplette Verlöschen der Scheinwerfer als Ende einer Szene beim Kabarett, später auch beim Theater.

Wenn man so will, erlebte heute ebenfalls Jens Lehmann das Ende einer solchen Szene. Diese spielte sich beim heutigen Auftaktspiel seines FC Arsenal gegen den Londoner Nachbarn Fulham nach rund 50 gespielten Sekunden ab, als Lehmann nach einem Rückpass seines Mitspielers Clichy den Ball nicht wie geplant traf und sich das runde Leder mit seinem rechten Fuß an sein linkes Knie spielte. Der Ball prallte ab und Fulhams aufmerksamer Angreifer Healy war schnell zur Stelle und danach jubelnder Nutznießer von Lehmanns Blackout.

„Mad Jens“ kann sich allerdings trösten, seine „Gunners“ schossen in den letzten Spielminuten doch noch einen Sieg für Arsenal heraus, so dass der neue T(h)or der Woche heute Nacht dennoch gut schlafen kann.

*Ein Synonym für Blackout ist übrigens Aussetzer.

Liga-Telegramm #1

Der Bundesligazug rollt bekanntlich seit diesem Wochenende wieder. Noch an diesem warmen Sonntagabend im August flatterte das Telegramm des 1. Spieltags ins THOR WATERSCHEI-Klubshaus...

+++ Knappen knapsen Meister im Daimler-Stadion Punkt ab +++ Bayern versenkt mit drei Schüssen Hansa-Kogge+++96 verliert Nordderby gegen HSV +++ Werkself hadert mit Energie bei Nullnummer +++ Wurm bei Werder in Bochum drin +++ Keine Siegeseintracht bei Alter Dame +++ Magath Wölfe heulen laut +++ KSC überrascht beim Club +++ Zebras galoppieren doll+++


Samstag, 11. August 2007

My Arsenal # 2: Bernie macht Ernst

Arsenals gibt es in der weiten Welt des Fussballs viele. Unter anderem Arsenal Kiew, Arsenal Tula, Arsenal Berekum aus Ghana oder Arsenal de Sarandì aus Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires entstanden in Gefolgschaft des ehrwürdigen Arsenal Football Clubs aus London, der allerdings und das weiß nicht nur Nick Hornby das einzig wahre Arsenal ist…

Bernie Ecclestone hat bereits kürzlich vollmundig sein Interesse an dem Kauf des FC Arsenal angekündigt. Nun will der Formel 1-Mogul seinen Worten dem Anschein nach Taten folgen lassen. Ecclestone erklärte in einem Interview mit der altehrwürdigen Times:

„Wenn der Klub auf dem Markt wäre, wäre ich noch heute an einem Kauf interessiert.“

Der Klub soll angeblich erst im April 2008 zum Verkauf stehen. Bis zu diesem Zeitpunkt wollen die fünf Arsenal-Direktoren, die Anteile an dem Klub von 45 Prozent haben, etwaigen Kaufangeboten widerstehen. Zurzeit wird der Wert von Arsenal London auf ca. 430 Millionen Pfund, was etwa 630 Millionen Euro entspricht, geschätzt.

Einen auf den Dutt

Da stand er nun gestern, an diesem ausgesprochen sonnigen Freitagabend, vor seiner Trainerbank im guten alten und beinahe pittoresk anmutenden Stadion an der Bremer Brücke in Osnabrück, das eigentlich osnatel-Arena heißt. Bundestrainer Jogi Löw von Habitus, Antlitz und Auftreten doch so ähnlich. Er, der nach der auslaufenden Finkekratie in Freiburg auf den Stuhl des seines streitbaren Vorgänger folgte, hatte bei dem Zweitligaaufsteiger, der seinerseits mit Claus-Dieter Wollitz sogar einen eigenen „Pele“ an seiner Linie hat, nicht viel Erquickliches zu bieten.


Seine ideenlosen Freiburger Spieler versprühten bei den hochmotivierten Lila-Weißen aus Osnabrück überaus wenig Esprit und bekamen von den tapferen Gastgebern gleich zwei Mal einen auf den Dutt. Da stand er nun gestern, an diesem ausgesprochen sonnigen Freitagabend, vor seiner Trainerbank in guten alten und beinahe pittoresk anmutenden Stadion an der Bremer Brücke in Osnabrück, das eigentlich osnatel-Arena heißt. Bundestrainer Jogi Löw von Habitus, Antlitz und Auftreten doch so ähnlich. Robin Dutt, er, der mit seinem SC Freiburg 2:1 in Osnabrück verloren hat.

Freitag, 10. August 2007

Neuer Puskas?

Real Madrid wildert weiter in der Bundesliga. Demnach sollen die Königlichen den Ungaren Szabolcs Huszti von Hannover 96 auf dem Transferzettel haben. Der flinke Magyar war Bernd Schuster im Laufe der 0:3-Klatsche, die sich Real kürzlich bei seinem Gastspiel in Hannover abholte, besonders ins Auge gefallen.

Die Fußstapfen, in die Huszti dann bei Real treten würde, sind jedoch überaus groß. Denn bekanntlich wird ein gewisser Ferenc Puskas im Bernabeu noch heute besonders verehrt...

Alles Einsteigen, bitte!

Nachdem in Deutschland in diesen Tagen beinahe die Lokomotivführer in den Streit getreten sind, begibt sich heute Abend nichtsdestotrotz wieder der Bundesligazug auf seine 34 Spieltage andauernde Reise. Seinen ersten Halt macht die Bundesliga heute in Stuttgart, wo beim amtierenden Meister der amtierende Vizemeister Schalke 04 zu Gast. Wie sagt man so schön: schon am 1. Spieltag werden die Weichen für die gesamte Saison gestellt...

Dienstag, 7. August 2007

Pokal-Telegramm # 1

Leicht verspätet, aber noch pünktlich genug vor dem Start der 2. DFB-Pokalrunde ist das Pokal-Telegramm ins Klubhaus von THOR WATERSCHEI hineingeflattert…

+++Kahn hält Bayerns Duselsieg in Burghausen fest+++ Pauli-Kommissar Boll nimmt Werkself hopp+++ Pauli-Coach Trulsen dann Michi Skibbe auf die Schippe+++ Ober-Geißbock Daum nach Köln-Desaster bei Werder II wieder verschnupft+++ Werder I auch weiter+++ HSV rupft Kieler Störche+++ Schalke schlachtet Trier +++ Club hält Pott fest+++ Stuttgart ohne Worte +++ Runde 2 ist am 12. Oktober+++ Finale wie immer im Berliner Olympiastadion+++

Join George Best!

Es ist zurzeit ne Menge los in England: Maul- und Klauenseuche oder die schrecklichen Überschwemmungen...Fussball hält die Engländer ja bekanntermaßen auch stets auf Trab. Ganz besonders die Fans von Manchester United sind derweil, in einem für Briten nach dem Falkland-Krieg Anfang der Achtziger eher ungewöhnlichen Argentinien-Fieber. Einerseits wedelt ManU schon seit Wochen mit seinen Pfundscheinen Carlos Tevez entgegen, was angesichts dessen überaus undurchsichtigen Eigentumsverhältnissen nicht wirklich erfolgreich ist.

Zum anderen will Tevez' heißsporniger Landsmann und Noch-ManU-Abwehrrecke Gabriel Heinze ausgerechnet zu Manchesters verhassten Nachbarn mit den roten Trikots aus der Beatles-Stadt wechseln, womit er sich in Old Trafford natürlich ganz und gar keine Freunde macht. Thor Waterschei hat wegen des Ärgers mit den beiden Argentiniern etwas Mitleid mit den Red Devils und möchte dem großen Sir Alex Ferguson daher aus dem THOR WATERSCHEI-Klubhaus zum Trost einfach nur zurufen: „Join George Best!“

Die ManU-Legende mit den goldenen Beinen ist zwar keineswegs wiederauferstanden, hat auf der Insel aber zumindest namentlich einen würdigen Nachfolger gefunden. Er heißt David Rhys George Best Cotterill un dribbelt beim englischen Premier League-Klub Wigan Athletic den runden Leder hinterher. Der 19-jährige Rechtsaußen aus Wales ist dem Anschein nach freilich nicht ganz so talentiert wie sein berühmter Namensgeber und besitzt auch nicht Georgies pechschwarze Haare. Doch vielleicht würde ManU, wenn es mit dem 45 Millionen Euro-Mann tatsächlich Carlos Tevez nicht klappen sollte, ein neuer George Best ja wieder ganz gut zu Gesicht stehen. Und wenn es nur der alten Zeiten wegen wäre...

Montag, 6. August 2007

Eisige Zeiten für Winterpause?

Puh, da wird es der Winterpause in deutschen Landen frösteln. Angeblich ist seitens der Deutschen Fussballliga (DFL) geplant, die gute alte Winterpause abzuschaffen und stattdessen die geliebten roten Bälle für Bundesligapartien auf schneebedeckten Spielfeldern in knackig kalten Stadien wieder herauszuholen.

Borussia Dortmunds Präsident Reinhard Rauball, zugleich einziger Kandidat für den Posten des Präsidenten des Ligaverbandes machte einen solchen Vorschlag. Mit dieser Reform soll die Bundesliga noch attraktiver werden und die eigene Vermarktung forcieren. Bayerns Vorstandsvorsitzender Kalle Rummenigge wies diese und weitere Gerüchte allerdings heute zurück. „Es ist Quatsch, wenn behauptet wird, dass wir in Berlin (Generalversammlung der DFL d. Rede) über diese Themen reden. Das steht überhaupt nicht auf dem Programm“, verwies Kalle sämtliche Berichte in das Reich der Wintermärchen.

Thor Waterschei hat mit der Winterpause angesichts der bisweilen eisigen Stimmung ihr gegenüber Mitleid und überreicht ihr zum Trost für einen warmen Hals den nicht im Handel erhältlichen THOR WATERSCHEI-Fanschal...

Mottenkiste?

Wohin mit der Sportschau? Die gute alte Sportschau ringt derzeit heftig mit seinem Konkurrenten Premiere um die so wichtige Sendezeit. Premiere-Boss Kofler will dem Anschein nach die „Heimat des Fussballs“ von ihrem bisherigen Sendeplatz am Vorabend lieber heute als morgen in die Mottenkiste des späten Samstagabends verbannen möchte. Dorthin, wo die ARD bisher doch so gerne Roger Moore als juvenilen 007 aus der Konserve springen lässt.

Sportchef Steffen Simon verteidigt den 18.30-Sendeplatz des Fussball-Schlachtschiffes jedoch nun in einem Interview mit der „Westfälischen Rundschau“ vehement gegen die verbalen Enterungsversuche des bösen Pay TV-Senders: „Wenn Sie auf Fußball um 18.30 Uhr verzichten, egal ob die Sendung „Sportschau“, „Anpfiff“ oder „ran“ heißt, verlieren Sie eine ganze Generation. Die D- und C-Jugend schaut nicht mehr hin. Die muss man als Erwachsene mühsam woanders einsammeln.“ Wöchentlich würde die Sportschau damit laut Simon rund 240.000 ihrer jungen Zuschauer verlieren.

Es handelt sich im Übrigen nur um ein Gerücht, dass Premiere für den Fall der Verbannung der Sportschau zur weiteren Rekrutierung von Abonnenten dem Sportstudio die Torwand samt Dieter Kürten abluchsen will...

Sonntag, 5. August 2007

Wasser marsch!

Nach einem Trainingslager 2005 mit seinem Klub FC St. Pauli auf Kuba rief der ehemalige Fussballprofi Benjamin Adrion, der zurzeit noch in der Zweiten der Paulianer kickt, in Zusammenarbeit mit der Welthungerhilfe die Hilfsorganisation Viva con Agua de Sankt Pauli ins Leben. Ziel von Viva con Agua ist es, durch den Bau von Brunnen nachhaltig die Trinkwasserversorgung in Entwicklungsländern zu verbessern.

Nachdem Adrion anno 2006 keinen neuen Profivertrag bei dem Kiezklub erhielt, lehnte der gebürtige Schwabe Angebote anderer Profivereine ab und widmete sich voll und ganz seinen Projekten mit Viva con Agua. Dabei sammelte Adrion in 18 Monaten bereits 100.000 Euro für den Brunnenbau auf Kuba und in Äthiopien. Gestern erhielt die Initiative zur Anerkennung des bislang geleisteten Engagements die Auszeichnung „Ausgewählter Ort im Land der Ideen“.

Den Anpfiff zum nächsten Projekt hat es bei Viva con Agua übrigens auch schon gegegeben. In Manigri, einem Dorf im westafrikanischen Staat Benin, soll ein Brunnen gebaut werden. Finanziert werden soll dieses Unterfangen durch den Erlös der Viva con Agua Wassertage.

Bei diesem zweiwöchigen von Adrion und seinem Team initiierten Event, mit eigenem Kulturprogramm, Musik-Gigs undsoweiter, geht es bei den Wassertagen vom 22. August bis 3. September in Hamburg rund um das Thema Wasser für die Dritte Welt. Thor Waterschei kürt Benny Adrion daher stellvertretend für das tolle Viva con Agua-Projekt zum neuen T(h)or der Woche. Dann mal Wasser marsch, Herr Adrion!

Samstag, 4. August 2007

Minus Fünfzehn

Als wenn sie es die Anhängerschaft von Leeds United nicht schon schwer genug hätte mit ihrem Lieblingsverein. Zunächst sackte der Traditionsklub von der Elland Road, wo einst auch schon einmal Europapokalsiege oder englische Meisterschaften und Pokalsiege gefeiert wurden, in Englands dritte Liga. Dann kollabierten die klammen Whites beinah völlig und retteten sich nach einer finanziellen Rettungstat ihres Klubchefs Ken Bates erst letzter Minute vor dem Konkurs.

Nachdem den Fans ihr Ale und Lager in den Pubs in Leeds also kurzfristig wieder schmeckte, muss Leeds nun mit einer Hypothek von minus fünfzehn Zählern in die kommende Saison der Coca Cola League One starten. Die anvisierte Premier League oder gar Europas Königsklasse, in der Leeds anno 2001 noch im Halbfinale gegen Valencia ausschied, sind damit erneut in weite Ferne gerückt. Das dürfte in den Pubs in Leeds ein langer Abend mit tiefen schmerzvollen Blicken ins Bierglas werden. Glory, glory Leeds United...

Königstransfer

Gönnen sich die „Königlichen“ noch einen „Königstransfer“? Der FC Chelsea ist laut übereinstimmenden spanischen und englischen Meldungen angeblich dabei, ein mit Arjen Robben und einem gewissen Michael Ballack gefülltes Paket für Real versandfertig zu machen.

Der Schuster-Klub soll für dieses schmucke Paket rund 40 Millionen Euro per Vorkasse überweisen. Seitdem im Übrigen Bernd Schuster Ballack für Real als ideal angepries, sollen die Preise für Michael Ballack-Schweißbänder im Chelsea Fanshop exorbitant gesunken sein...

Freitag, 3. August 2007

Treu, treuer, Theo

Leyton Orient ist einer von vielen Profivereinen aus London. Thor Waterschei-Blogchef Björn Hoeftmann schreibt auf Goal.com regelmäßig über das Geschehen bei dem englischen Drittligisten und letzten Club des früheren englischen Weltklassetorwarts Peter Shilton und fragt sich auch künftig im Thor Waterschei-Klubhaus: „Wo steht Leyton Orient?“


Ein Hauch Premier League-Luft wehte kürzlich zweimal durch Leytons Orients Matchroom Stadium an der Brisbane Road im Osten Londons. Tottenham und West Ham United statteten ihrem drittklassigen Nachbarn aus dem East End jeweils einen 90-minütigen Testspielbesuch ab.

Ein Hauch Premier League-Luft...

Während Tottenham Leyton Orient mit einem 4:2-Erfolg recht standesgemäß in die Knie zwang, taten sich die Nachfahren des legendären Bobby Moore bei einem 1:1-Remis ungleich schwerer. Gleichwohl hat Leyton jedoch insbesondere mit den „Hammers“ bis auf die Tatsache, dass beide aus Londons berüchtigtem East End stammen, derzeit allerdings recht wenig gemeinsam. Trotz des 1:1-Remis trennen Orient und West Ham nicht nur wegen ihrer Klassenzugehörigkeit Welten.

Während West Ham, auch dank seines finanziell überaus potenten isländischen Klubchefs Magnusson, ohne große Umschweife für seine millionenschweren Transfers Freddie Ljungberg von Arsenal, den Waliser Craig Bellamy oder Newcastles Ex-Kapitän Scott Parker gewaltig sein pralles Portemonnaie öffnen konnte, muss Leyton Orient hingegen für neue Spieler jeden Penny gleich mehrmals umdrehen.

Die Aufgabe erneut eine schlagkräftige Mannschaft auf die Beine zu stellen, die ebenso wie im Vorjahr in Englands dritter Profiliga, der Coca Cola League One, zumindest Rang 20 und damit abermals den Klassenerhalt nach den 46 Punktspielen erreicht, wurde an der Brisbane Road jedoch erheblich erschwert. Denn für Orients Verhältnisse musste der Klub einen gewaltigen Spielerexodus über sich ergehen lassen, obschon bei dem Klang nachfolgender sechs Kicker im Mutterland des Fussballs wohl einzig die hartgesottenen Orient-Fans so wirklich aufhorchen.

Orient mit Spielerexodus

Aber für Londons zweitältesten Klub, der nach elf Jahren in der vierten englischen Liga über jeden Ballkontakt in der Coca Cola League One froh ist, waren Kicker wie John Mackie (FC Brentford), seines Zeichens Ex-Kapitän und kopf- und zweikampfstarke Abwehrrecke, Glyn Garner (Shrewsbury Town), einmaliger walisischer Nationalkeeper und reaktionsschneller Elfmetertöter in Personalunion, Gary Alexander (FC Millwall), die nicht mit John Hartson zu verwechselnde torgefährliche Sturmkante, sowie Craig Easton, der gebürtige Schotte mit den zuweilen für britische Verhältnisse durch filigranen Spielmacherzügen, wenn man so will Gold wert!

Nicht zu vergessen in dieser Reihe ist ferner Leytons ehemaliger linker Außenverteidiger Matt Lockwood, der mit einem guten Dutzend Toren gar in der letzten Saison zum Torjäger der O’s avancierte und sich trotz gerade erst verlängerten Vertrags von Nottingham Forest, dem in die dritte Liga abgerutschten Ex-Europapokalsieger, unter Vertrag nehmen ließ. Kein Wunder, dass die treuen Anhänger der O’s angesichts dieses Aderlasses zunächst einmal schlucken mussten.

Da war es schon in gewisser Hinsicht überaus nebensächlich, dass beinah täglich in der Londoner Nachbarschaft nicht nur bei West Ham, sondern auch bei Chelsea, Arsenal oder Tottenham das Echo klingelnder Transferkassen bis in die Brisbane Road hallte. Denn mit seinen großen Nachbarn kann sich Leyton Orient finanziell eh nicht messen. Aber so ist er nun einmal, der schnelllebige Profi-Fussball. Ein einziges Kommen und Gehen. Treu ergeben ist Orient jedoch „Theo“.

Treu, treuer, Theo

Wessen Herz nun etwas schneller pocht, weil er denkt, Leyton Orient hätte sich (zumindest leihweise) einen gewissen Theo Walcott von Arsenal geangelt, der darf sich schnell wieder beruhigen. Denn soweit im Leyton Orient die Rede von „Theo“ ist, handelt es sich um einen sympathischen roten Drachen, der sozusagen Jahr ein Jahr aus seinen „Dienst“ als Leytons Maskottchen schiebt. In dem schmucken Wappen der O’s ist zwar noch ein zweiter „Artgenosse“ zu finden, im Innenraum des Matchroom Stadiums darf es hingegen nur einen geben - „Theo“.

Da kann es vor einem Heimspiel sogar durchaus vorkommen, dass Leytons treuer Talisman zunächst penibel den Rasen inspiziert und danach zur Freude der Zuschauer vor der altehrwürdigen Sitzplatztribüne East Stand auf dem Rasen sitzend den Ball jongliert. Leytons Coach Martin Ling hat die Fähigkeiten von „Theo“ freilich noch nicht für seine O’s in Anspruch genommen. Dafür lotste er indessen mit Paul Terry keinen Geringeren als den älteren Bruder von John Terry, dem berühmt-berüchtigten Kapitän der „Three Lions“ und vom FC Chelsea, zu Leyton Orient.

Terry-Bruder Orients „Königstransfer“

Der Wochenlohn des guten Paul, der vom Ligakonkurrenten Yeovil Town kommt und im defensiven Mittelfeld Leytons klare Pässe spielen, rackern und bisweilen die Grätsche auspacken soll, ist natürlich ungleich geringer als der seines erheblich talentierteren Bruders. Dennoch stellt seine Verpflichtung insofern Leytons „Königstransfer“ unter den bislang sechs getätigten Neuverpflichtungen dar, soll Terry doch der neue Kopf des Orient-Mittelfelds werden. Das könnte natürlich obendrein einen angenehmen Nebeneffekt haben, wenn sich das eine oder andere Mal sein Bruder John auf der Tribüne des Matchrooms Stadium blicken lässt. Man stelle sich hier einmal vor, Leyton hätte im Januar zudem den Bruder von Didier Drogba nach dessen Probetraining unter Vertrag genommen.

Wie dem auch sei, vielleicht unterstützt der gute John Terry ja gelegentlich den sympathischen „Theo“ in seiner Funktion als Talisman der O’s. Mehr denn je wird man wahrscheinlich künftig an der Brisbane Road diese Unterstützung brauchen. Denn bereits die Erfahrungen der vergangenen Saison lehren, wie schnell der Orient-Express in Englands unberechenbarer dritter Liga, in der neben Nottingham Forest demnächst auch nicht unbekannter Klub namens Leeds United sein Unwesen treiben wird, in Richtung Tabellenende und womöglich zurück in den Bahnhof der vierten Liga rauschen kann. Aber eines wäre selbst im Falle des Abstiegs gewiss: „Theo“ wird auch dann seinen O’s die Treue halten…let’s go Leyton Orient!

Der Artikel ist ebenfalls auf Goal.com zu finden.

Mittwoch, 1. August 2007

Rauchöfen

Thor Waterschei legt anlässlich des in Deutschland ab heute in Kraft getretenen (zumindest teilweisen) Rauchverbots in öffentlichen Behörden und Kneipen eine Schweigeminute für die legendären Rauchöfen auf den Trainerbänken dieser Welt ein. Den Happels, den Lorants, den Menottis, den Toppmöllers, den Neururers und wie sie auch alle heißen mögen. Im Thor Waterschei-Klubhaus ist übrigens das Rauchen noch erlaubt...

Böser Boromir

Die Welt kennt den kernigen britischen Schaupspieler Sean Bean vor allem seit seiner Rolle als kühner Krieger Boromir in der Tolkien-Saga Herr der Ringe oder unter anderem als James Bond-Bösewicht. Im wahren Leben ist Bean jedoch vor allem unerbittlicher Anhänger vom englischen Erstligaabsteiger Sheffield United und soll nach dem letzten Spieltag der vergangenen Saison, als Sheffields Abstieg besiegelt wurde, seinen Frust nach Sheffields entscheidender Heimpleite gegen Konkurrent Wigan an der Frau von Ex-United-Trainer Neil Warnock abgelassen haben.


Im Zuge seiner verbalen Foulspiele gegenüber der guten und später in Tränen aufgelösten Sharon Warnock soll Bean deren Gatten unmissverständlich die Schuld für den erneuten Absturz seiner Blades (Klingen), wie der Klub aus der nordenglischen Industriestadt mit Spitznamen heißt, in Englands zweite Liga in die Schuhe geschoben haben. „It’s your f****** husband that got us relegated!“ Da hat der böse Boromir verbal ja ganz schön ins Horn geblasen. Mister Bean ist augenscheinlich kein Gentleman...