Dienstag, 31. Juli 2007

Viktoria für Viktoria

Man wähnte sich dieser Tage beinahe im Viktorianischen Zeitalter, in jener Epoche, der die unerbittliche Monarchin Viktoria I., Königin von Großbritannien und Irland und Kaiserin von Indien, Ende des 19. Jahrhunderts ihren Namen gab. Die beiden Viktorias, um die es jüngst ging, haben mit der Monarchin indes außer demselben Namen wenig gemein.

Viktoria ist nicht nur die römische Göttin des Sieges, sondern stellt ebenso die ehrwürdige Trophäe dar, mit der im auslaufenden 19. Jahrhundert die Deutschen Fussballmeister geehrt wurden. Ausgerechnet der Berliner Klub Viktoria durfte sich nun des Glanzes der „Alten Dame“ erfreuen. Denn nachdem das Endspiel um die Fussballmeisterschaft anno 1894 am grünen Tisch zu Gunsten der Tempelhofer entschieden wurde, da der damalige Endspielgegner FC Hanau 1893 die Reise nach Berlin nicht bewerkstelligen konnte, einigten die heute unterklassigen Vereine das Endspiel von 1894 erneut auszutragen.

Und tatsächlich, die gute Viktoria aus Berlin bestätigte ihren Sieg vom grünen Tisch 113 Jahre später auch auf dem grünen Rasen nach einem 3:0-Triumph im Hinspiel beim ältesten Klub Hessens reichte ein 1:1-Remis auf heimischen Berliner Boden. Der Pokal ging nach der Überreichung zerbrach zwar unmittelbar nach der Überreichung. Doch ansonsten meinte es die römische Siegesgöttin bekanntlich gut mit ihrer Berliner Namensvetterin…

Neben der Berliner Viktoria erfreuten sich 1894 überdies in Europa Celtic Glasgow oder Aston Villa der Gunst der holden Viktoria. Der AC Mailand, FC Barcelona oder Ajax Amsterdam waren zu dieser Zeit noch nicht einmal gegründet...

Sonntag, 29. Juli 2007

HSVoll in Fahrt

Kaum aufzuhalten war heute der altehrwürdige Hamburger Sportverein in seiner 83er-Retrokluft gegen den moldawischen Klub Dacia Chisinau im Rückspiel der 3. UI-Cup-Runde. Gelang Van der Vaart, Rost, Kompany & Co. vor einer Woche nur ein schlappes 1:1-Remis in der moldawischen Metropole, ließen Seelers Erben heute Nachmittag den tapferen Kickern von der Moldau, denen laut NDR-Kommentator Matze Cammann beim Einzug in den UEFA-Cup jeweils eine schmucke Eigentumswohnung in Aussicht gestellt wurde, nicht den Hauch einer Chance (siehe Steno) und starten nun in der 2. Runde der UEFA-Cup-Qualifikation.

Nichts verlernt

Donnerstag, 28. Juli - Tannadice Park in Dundee. Der FC Barcelona befindet sich auf einer Vorbereitungstournee in Schottland. Wir schreiben die Schlussminute im Testkick zwischen den Katalanen und den Gastgebern von Dundee United: Thierry Henry tritt für seinen neuen Klub in der Neunzigsten zum Strafstoß an. Es passiert zunäcst Unerklärliches. Ist es etwa die Aufregung beim Barca-Debüt? Oder der Beweis dafür, dass die ehemalige Arsenal-Tormaschine doch nur ein Mensch ist? Denn Dundees polnischer Torsteher, der auf den wohlklingenden Namen Grzegorz Szamotulski hört, kann Henrys Strafstoß parieren.

Henry ist also ein Mensch, aber eben doch Thierry Henry. Der Ball prallt nämlich zu ihm zurück. Und in alter Kanonier-Manier versenkt der Franzose, den Barca sich 24 Millionen Euro kosten ließ, die Kugel schließlich doch im Netz. Henry reckt so wie einst in London seinen rechten Arm mit zugleich erhobenem Zeigefinger zum Jubel in Dundees Abendhimmel. Es war das Tor des Tages in seinem Debüt, wie die internationale Presse tags darauf schreiben wird. Thierry Henry hat dem Anschein nach also nichts verlernt. Arsenal hin, Barca her. Ein reiner T(h)or der Woche!

Vier zu Vier

Zum Anlass seines 50. Geburtstages hatte Hansi Müller am Freitag in Stuttgart zur Neuauflage des 82er WM-Finales zwischen Deutschland und Italien gebeten. Eine neuerliche Schmach von Gijon oder ein Elfmeterkrimi mit anschliessender Jacketkronenerstattung waren somit zuvor nicht nötig. Die inzwischen ergrauten Ex-Welt- und Vizeweltmeister um das deutsche Duo Breitnigge, das Geburtstagskind, Kopfballungeheuer Hrubesch sowie Italiener wie Paolo Rossi oder Fabrizio Graziani schenkten sich schließlich bei einem spektatulären 4:4-Remis nichts und bewiesen, dass sie doch noch nicht völlig zum alten Eisen gehören...

Freitag, 27. Juli 2007

Rovers ready to Roque 'n roll

Das wohl ewigste Talent der Bundesliga, Roque Santa Cruz vom FC Bayern, ist anscheinend reif für die Insel. Das vehemente Interesse der Blackburn Rovers verwurstete die Sun daher zu einem ihrer beinahe formvollendeten Wortspiele: Rovers ready to Roque 'n roll. Der zarte Santa Cruz soll demnach künftig die toughen Premier League-Abwehrrecken auf den verregneten Spielfeldern Englands naß machen. Wenn die Damen und Herren der Sun nur wüssten, dass Santa Cruz tatsächlich ein richtiger Rock'n'Roller ist...

Falscher Fuffziger?

Der schöne Hansi Müller, früher begabter Mittelfeldstratege unter anderem des VfB Stuttgart und von Inter Mailand, vollendet heute sein 50. Lebensjahr. 42 Mal schnürte der smarte Schwabe, der 1980 unter Jupp Derwall mit Europameister wurde, die Stiefel für die deutsche Nationalelf. Aus der Bravo wurde Hans-Peter Müllers Konterfei freilich im Laufe der Jahre verdrängt. Dafür feiert er heute seinen 50. Geburtstag mit der Neuauflage des WM-Finales von 1982 im Stuttgarter Daimler-Stadion: Deutschland gegen Italien. Auf einen schönen Abend, Hansi!

Falscher Idealismus?

Dass Thor Waterschei dereinst ein durchaus erfolgreicher belgischer Fussballklub war, wird in diesem kleinen Fussball-Blog demnächst noch ausreichende Würdigung finden. Vornehmlich will Thor Waterschei auch als bloggender Bote von Neuigkeiten aus dem kleinen Kosmos Fussball dienen. Aus diesem Grund ist eine frühe Metamorphose zu einem unterklassigen Verkündungsorgan von Real Madrid im Netz eigentlich nicht geplant gewesen, zumal Bernd Schusters reale Rückkehr, Metzes „königliche“ Ankunft in Madrid und die Verpflichtung des designierten Stiefschwiegersohnes eines Berliner Barbiers an diesem Ort schon gebührende Erwähnung fanden.

Nur, dass der „blonde Engel“ nun im Interview mit Sportschau-Onkel Jürgen Bergener verbal seine Flügel schlackern ließ und dem Ballack Michael quasi den ersten Schubser zum Absprung von der (ungeliebten?) Londoner Stamford Bridge Richtung Madrid gab - so etwas kann Thor Waterschei wahrlich nicht unerwähnt lassen. Drei Worte sprach Schuster zum guten Herrn Bergener:„Ballack wäre ideal.“ Die Botschaft dürfte klar sein. Fragen: Frönt Schuster etwa „falschem Idealismus“? Ist Ballack überhaupt „königlich“ genug für Real Madrid? Antwort: Ballack besitzt jedenfalls nun ein „königliches“ Hintertürchen.

Donnerstag, 26. Juli 2007

Bad Boy?

Jonathan Woodgate darf sich ab heute eines zweifelhaften Titels rühmen. Der langmähnige Abwehrrecke und Kapitän des FC Middlesbrough wurde zur „schlechtesten Verpflichtung in Spanien im 21. Jahrhundert“ gekürt. Den Grund dafür sahen rund 37,11 Prozent der Teilnehmer einer Online-Umfrage der spanischen Zeitung Marca wohl darin, dass der 2004 für gut 20 Millionen Euro von Newcastle United zu Real Madrid gewechselte Woodgate in zwei Dienstjahren bei den „Königlichen“ wegen langwieriger Verletzungen lediglich 14 Partien absolvierte.

Zum Trost Mister Woodgate: Die Rückkehr ins Rudel der „Three Lions“ ist Ihnen ja mittlerweile zumindest wieder gelungen. Und dem 21. Jahrhundert hat ja bekanntermaßen auch noch ein paar Jährchen bevor. Mehr jedenfalls als sie Einsätze für Real hatten...

Barbier vom Bernabéu?

Wer ist Christopher Schorch fragte man sich am gestrigen Abend. Schnell machte die Nachricht die Runde, dass der 18-jährige Innenverteidiger, nachdem er sich zuvor an 18 Minuten Bundesligaluft im Dress von Hertha BSC nicht verschluckt hatte, nun künftig das glänzend weisse Trikot von Real Madrid tragen wird. Das wird er zwar zunächst in der Zweiten des Schuster-Klubs in der dritten spanischen Liga, der berühmt-berüchtigten Segunda Division B tun, in der sich in Reals Farmteam Castilla mit Klubs wie UD Fuerteventura oder UD Lanzarote messen darf.

Obschon eine ganz weisse Weste soll der talentierte Youngster angeblich aber nicht mehr haben. Der junge Mann, dessen Namen laut Recherchen des Kölner Stadt-Anzeigers nach spanischer Phonetik „Tschorrrtsch“ ausgesprochen werden soll, was in gewisser Hinsicht nach russischem Eintopf klingt, hat vor nicht allzu langer Zeit Herthas Manager Dieter Hoeneß doch recht stark verärgert. „Tschorrrtsch“ brachte zu Vertragsverhandlungen den Steifvater seiner Freundin mit. Jener, angehender Friseur im Hauptberuf´, soll vor Hoeneß jedoch derart verbal die Messer gewetzt haben, dass ihn Ulis Bruder rigoros, um im Bild zu bleiben, aus dem Raum rasiert hat.

Nun hat der angeblich auch von Arsenal und Chelsea begehrte ehemalige Hertha-Bubi also mit Real das vermeintlich große Los gezogen, womit die Weste eigentlich beinahe wieder völlig reingewaschen ist. Fraglich ist indessen, ob er den Stiefvater seiner Freundin tatsächlich auch ins Santiago de Bernabéu mitnehmen wird. Doch den Beckhamschen Hahnenkamm wird der Barbier dort wohl nicht finden...

Mittwoch, 25. Juli 2007

„Albert, du sollst nicht streiten...“

Der SV Meppen, der kleine Klub aus der gleichnamigen emsländischen Kreisstadt, der ehemals fast über eine Dekade seinen Gegnern im deutschen Fussball-Unterhaus das Fürchten lehrte und dabei im Gegensatz zu einem wohlbekannten gallischen Dorf gänzlich ohne Zaubertrank auskam, empfing gestern Abend hohen Besuch. Bundesligist Eintracht Frankfurt spielte zu einem Testspiel in der niedersächsischen Provinz nahe der niederländischen Grenze vor.

Gern erinnerten sich zu diesem Anlass nicht wenige der etwa 2.000 Besucher an den glorreichen 6:1-Triumph des SVM vor zehn Jahren gegen die Erben Charly Körbels, als die Zeiten in Liga Zwo für den SVM noch ein bißchen rosiger waren. Dieses Kapitel ist in Meppen aber schon lange Geschichte. Um allerdings der mit einigen Stammspielern gespickten Reserveelf des guten Friedhelm Funkel einen kleinen Schrecken einzujagen - dafür war die Oberligaelf, die in ihren neuen Trikots antrat, die der Kluft von Aston Villa verdächtig ähnelt, jedoch auf jeden Fall noch gut genug.


Mit einer 0:2-Pleite im Gepäck, nach Treffern von Meppens flinkem Linksaußen Wessels und Mittelstürmerschlaks Weermann, beides Mitglieder der den SVM bereichernden kleinen niederländischen Kolonie, wurden antriebslos wirkende Gäste aus Hessen von den hochmotiviert auftretenden Hausherren schließlich wieder in ihr Trainingslager ins nahe Herzlake geschickt. Einer der besten Frankfurter an diesem verregneten Dienstagabend war noch der zuletzt beinah zu Schalke 04 transferierte Albert Streit, den Meppens aufgeweckte „Schlachterbummler“ auf den überdachten Stehrängen der Alten Tribüne daher im Laufe der ersten Hälfte kombinationssicher als „verkappten Schalker“ entlarven sollten.

Streit quittierte diese Kombinationssicherheits des Meppener Anhangs zwar schnell mit bösen Blicken und erhobenem Daumen. Die Fans des SVM wollten in diesem Freundschaftsspiel aber offenkundig und sprichwörtlich keinen Streit vom Zaun brechen und wussten den etwas angestochenen Eintracht-Star mit mütterlichen „Albert, du sollst nicht streiten...“-Zurufen schnell wieder zu beruhigen. Denn für beide Klubs gilt bekanntlich: Unnötigen Kräfteverschleiß vermeiden, die kommende Saison wird lang.

Montag, 23. Juli 2007

Ausgelascht

Dass selbst ein früher ach so toller Stürmer wie Patrick Kluivert eines Tages in die Jahre kommt, liegt wohl in der Natur der Sache. Es soll jetzt hier überhaupt nicht aufgezählt werden, dass er mal die Stiefel für Ajax, Milan, Barca und wie die glamourösen Klubs auch sonst noch so hießen, die dem Niederländer mit der Neigung zum unsteten Lebenswandel eine lebhafte Vita verliehen.

Nachdem „Patje“, wie Kluivert bei den Untertanen von Königin Beatrix liebevoll genannt wird, seine einst so passenden Fussballtreter in den letzten Jahren in Newcastle, Valencia und Eindhoven richtig auslatschte, wurde er nun zum Probetraining vom englischen Traditionsklub und Zweitligisten Sheffield Wednesday eingeladen. Welch Chuzpe gegenüber „Patje“, die Einladung kam tatsächlich an einem Montag. Zudem sollen dort dem Vereinswappen entsprechend Eulen durch das altehrwürdige Hillsbrough-Stadion flattern. Also wirklich, wir sind doch nicht in Helsinki. Good luck, „Patje“!

Sonntag, 22. Juli 2007

My Arsenal # 1: Bernie und die Handysocke

Arsenals gibt es in der weiten Welt des Fussballs viele. Unter anderem Arsenal Kiew, Arsenal Tula, Arsenal Berekum aus Ghana oder Arsenal de Sarandì aus Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires entstanden in Gefolgschaft des ehrwürdigen Arsenal Football Clubs aus London, der allerdings und das weiß nicht nur Nick Hornby das einzig wahre Arsenal ist…

Die offizielle Ebay-Zeit ist 20:40 und 14 Sekunden. Thierry Henry stand dort freilich nicht zum Verkauf, Arsenal erhielt für seinen Rekordtorschützen von Barca auch so gute 24 Millionen Euro. Bei Ebay gibt es zurzeit unter anderem ein altes blaues Gunners-Trikot (wohl aus den früheren Neunzigern) mit JVC-Werbeaufschrift zu erwerben, dessen aktuelles Gebot bei 10,50 € plus 3,50 € Versandzulage liegt.

Etwas günstiger ist dagegen schon die Arsenal-Handysocke - für 4,50 € im Sofortkauf zu haben. Nach einem schnöden Arsenal-Wimpel muss man zwischen den ganzen Arsenal-Devotionalien jedoch lange suchen. Es gibt einfach keinen. Wimpel sind anscheinend irgendwie aus der Mode gekommen. Sind sie wirklich nicht mehr en Vogue? Also ich hab einen.

En Vogue ist es vielmehr, sich zumindest Anteile an englischen Fussball-Klubs zu leisten. Formel 1-Mogul Bernie Ecclestone hat wahrscheinlich auch keinen Arsenal-Wimpel. Würde nach einem solchen sicherlich auch nicht bei Ebay suchen, da der schwerreiche Brite ebenso wie sein Kumpel Flavio Briatore bekennender Chelsea-Fan ist.
„Ich gehe zu Chelsea. Flav und ich sehen uns Spiele an. Ich gehe hin, wenn sonst nichts zu tun ist.“
Wie schön für ihn. Doch womöglich macht Ecclestone demnächst einen längeren Boxenstopp bei den „Gunners“. Einen Bericht des „Mirror“, wonach zwischen ihm und Arsenal bereits Gespräche gelaufen seien, dementierte der Milliardär zwar, tat aber grundsätzlich sein Interesse an einem Einstieg bei Arsenal kund:
„Denn dann kommt man vielleicht auf mich zu und es wird womöglich billig. Ich kaufe alles, wenn es ausreichend günstig ist.“
Übrigens die Arsenal-Handysocke ist in diesem Moment noch zu haben. Anfangsgebot 1,99 € - Sofortkauf 4,50 € plus Versand in Höhe 2,80 €. Wäre doch ein gutes Angebot oder, Bernie? Den darfst Du dann nur nicht mit zu Chelsea nehmen ;-)

Im Juli

Über „einen Meilenstein für Santa Coloma und den andorranischen Fussball“ jubelte die Internetseite der UEFA, als sie in prägnanten Worten über den ersten Triumph einer Mannschaft aus Andorra im Europapokal berichtete. Der Futbol Club Santa Coloma, seines Zeichens amtierender andorranischer Pokalsieger trug sich mit seinem 1:0-Sieg über die Israelis von Maccabi Tel Aviv in der 1. Runde der UEFA-Cup-Qualifikation in die Geschichtsbücher ein.

Verantwortlicher Torschütze für den andorranischen Rekordmeister (drei Titel) war Santa Colomas 32-jährige Verteidiger Juli Fernandez. Das Rückspiel in Israel steht zwar noch aus, aber für die Amateure ist dieser Sieg im Juli 2007 sicherlich so viel wert wie für den FC Bayern der Gewinn des „Cup der Verlierer“. Keinen Geringeren als Juli Fernandez kürt THOR WATERSCHEI zum T(hor) der Woche!

Halbstarke

HSV-Legende Uwe Seeler prophezeite seinen Erben mit der Raute auf der Brust vor deren Drittrundenhinspiel im UI-Cup im moldawischen Chisinau einen heißen Tanz. „Nur echte Männer werden die Hölle von Chisinau überstehen,“ unkte „Uns Uwe“ daher ehrfürchtig mit erhobenem Zeigefinger vor dem Trip in Moldawiens Kapitale. Wollte der von zahlreichen Europapokalabenden gestählte „Seher“ Seeler nur seine Erfahrung weitergeben oder hatte er sich gar mit der Chronik der Stadt befasst, die sich laut allwissendem Wikipedia eingedeutscht Kischinau und auf russisch Kischinjow schimpft?

Dereinst besaß die Stadt im großen Russischen Reich nämlich gar keinen guten Ruf und diente vielmehr als Strafversetzungslager für Unzufriedene und Aufmüpfige. Einer von ihnen der russische Nationaldichter Alexander Puschkin nörgelte etwa nach seiner Verbannung an die Stadt am Bik Anfang des 19. Jahrhunderts: „Verfluchte Stadt Kischinjow, die Zunge wird nicht müde, Dich zu beschimpfen.“ Der nach seiner
„Katastrophensaison mit Happy-End“ (HSV-Boss Hoffmann) in den Strohhalm-Cup strafversetzte HSV hätte also auf seinen „Seher“ Uwe Seeler hören sollen.

Denn dessen Vorhersagen sollten sich zumindest teilweise bewahrheiten. Es ging hoch her in der Zimbru-Kampfbahn, vor allem nachdem die Hausherren von Underdog Dacia dem HSV in der achten Minute eine ganz kalte Dusche verpassten und plötzlich in Führung gingen. HSV-Kapitän Van der Vaart war es dann schließlich, der den Rothosen im weiteren Spielverlauf mit seinem Elfmetertreffer eine komplette Blamage ersparte. Waren das also die echten Männer, die „Uns Uwe“ zuvor gefordert hatte? Die Ausgangsposition fürs Rückspiel stimmt immerhin. Huubs HSVer dürften damit zumindest als Halbstarke durchgehen...

Freitag, 20. Juli 2007

Hearts@Cloppenburg

Welch ein Tag im niedersächsischen Cloppenburg. Am Freitag, den 13. Juli, schaute Heart of Midlothian, Vierter der ersten schottischen Liga, für ein Gastspiel im Stadion an der Friesoyther Straße beim deutschen Oberligisten BV Cloppenburg vorbei .


Die Herzen sollten deshalb beim BVC an diesem lauen Sommerabend etwas höher schlagen. Mit „Bags and Pipes“ begrüßte man in der niedersächsischen Provinz zunächst seinen schottischen Gast, in dessen Gefolgschaft sechs Schlachtenbummler mitgereist waren, die auf einer kleinen Anhöhe direkt hinter einem Tor thronten und es sich damit nahe der Getränke- und Imbissbude gemütlich gemacht hatten.

Nur was die Kicker aus der schottischen Hauptstadt Edinburgh ihrem treuen Anhang an diesem Abend so boten, sollte dem halben Dutzend ganz und gar nicht gefallen. Einigen Hearts-Anhänger schmeckte angesichts des überaus einfallslosen Gekickes ihres Lieblingsklubs sogar das Cloppenburger Bier nicht mehr, was mitunter zur Folge hatte, dass dieses in der Halbzeitpause gegen eine kühle Fanta getauscht wurde.


Ohnehin war von großartigem britischem Kampfgeist oder gar Kick and Rush an diesem ominösen Freitag, den 13., von den Hearts nicht viel zu sehen. Vielleicht war das mit zwei bis drei Routniers gespickte Nachwuchsteam, das der vermeintlich ambitionierte Traditionsverein aus dem Land der Kilts und Dudelsäcke in die Friesoyther Straße zur Saisoneröffnung des BVC schickte, auch mit dem körperbetonten Spiel des deutschen Viertligisten schlichtweg überfordert, der die jungen Hearts mit einem 2:1 letztendlich in die Knie zwang. Ein „großartiger Sieg des BVC“ war es gewesen, wenn man den Worten des gut aufgelegten Cloppenburger Stadionsprechers Glauben schenken wollte, der zudem herausstellte, dass der BVC zuvor den Vierten der ersten schottischen Liga bezwungen habe.

Man kann den Verlauf dieses Abends damit auf Seiten der Gastgeber sicherlich als historisch einstufen, zumal vor der Partie das kleine Stadion mal eben in Arena Oldenburger Münsterland umbenannte wurde und man obendrein Mitte der zweiten Spielhälfte den BVC-Haudegen Jörg-Uwe Klütz mit Standing Ovations sowie Bocellis Abschiedsarie Lebe wohl sagte. Kurzum: der BVC war an diesem Freitag, den 13., in Hochform.


Nur konnte sich keiner in der neugeborenen Arena Oldenburger Münsterland erklären, wo Hearts-Manager und Ex-HSV-Torjäger Valdas Ivanauskas während der 90 Minuten eigentlich steckte. Auf der Bank der Hearts saß er nicht, auf der Tribüne ward er ebenso nicht gesehen. „Ivan, dem Schrecklichen“ wird im Laufe des Tages doch wohl keine schwarze Katze über den Weg gelaufen sein...

Triumph der „neuen Heiligen“

Was ein feiner Europapokalabend! Gut 648 euphorisierte Zuschauer feierten im walisischen Llansantffraid-ym-Machain, einem Dorf nahe der englischen Grenze, schon am Dienstagabend den ersten Sieg in der Europokalgeschichte ihrer „Saints“.

The New Saints, kurz TNS, Llansantffraid, wie der Serienmeister der walisischen Premier League mit ganzem oder abgekürzten Namen heißt, triumphierte im Hinspiel der ersten Qualifikationsrunde der Champions League über den lettischen Vertreter Ventspils nach dramatischem Finish und dem Siegtor eines gewissen Barry Hogan in der Schlußminute mit 3:2.

Einer der insgesamt 649 Zuschauer im verregneten Latham Park in Llansantffraid-ym-Machain war im Übrigen Giovanni Trapattoni, der in seiner Funktion als Coach von Red Bull Salzburg, den potentiellen Gegner der „Bullen“ in der nächsten Quali-Runde beobachtete.

Auf dem Parkett von Europas Königsklasse ist TNS Llansantffraid allerdings keine gänzlich Unbekannte. Der erst im Jahr 2003 aus einer Fusion hervorgegangene Klub, bot 2005 als walisischer Meister dem damaligen Champions League-Sieger Liverpool, der sich zuvor in der Premier League nicht erneut für die Champions League qualifiziert hatte, ein Entscheidungsspiel um den zu vergebenen Platz in der Qualifikation für die Königsklasse an.

Die UEFA lehnte diesen Vorschlag zwar zunächst strikt ab, war aber im Nachhinein machtlos, als es Titelverteidiger Liverpool doch einen Platz im Quali-Feld zusprach und den „Reds“ ausgerechnet der walisische Dorfklub doch in der 1. Runde der Qualifikation zugelost wurde. Liverpool gewann freilich zweimal und war den tapferen Walisern damals haushoch überlegen. Doch der Fussball-Gott hatte mit seinen „neuen Heiligen“, die in einer der von Celtic Glasgow sehr ähnlichen Kluft spielen, von der walisisch-englischen Grenze offensichtlich ein Einsehen gehabt...

Dieser Artikel ist ebenfalls auf Goal.com zu finden.

Donnerstag, 19. Juli 2007

Ein „Becks“ für eine Thekentruppe?

Spielt David Beckham künftig nur noch in einer Thekentruppe? THOR WATERSCHEI-Blogchef Björn Hoeftmann blickt besorgt über den großen Teich...

Das Brimborium seiner Präsentation vom vergangenen Freitag in Los Angeles ist für David Beckham ja nun schon ein paar Tage her und wahrscheinlich hat er inzwischen auch wohl den letzten der vielen Konfettischnipsel der für ihn ausgerichteten typisch-amerikanischen Begrüßungsfeiern von seinem kurzgeschorenen Haupt gekämmt.

Am Dienstag wollte der noch verletzte „Becks“ nun eine Partie seiner künftigen Mannschaftskollegen gegen die UANL Tigres bewundern und muss sich bei dieser jedoch gefragt haben, auf was hat er sich mit seinem Engagement in L. A. bloß eingelassen hat.

„Mein Gott, Becks' neues Team ist eine Sonntagmorgen-Thekentruppe.“

Sein neuer Klub L. A, Galaxy erwischte vor knapp 2.000 Zuschauern, gelinde gesagt, einen derart schlechten Tag, dass die mitunter allwissend anmutende englische Boulevardzeitung „The Sun“ tags darauf nach der herben 0:3-Schlappe des Beckham-Klubs gegen die mexikanischen Underdogs spottete: „Mein Gott, Becks' neues Team ist eine Sonntagmorgen-Thekentruppe. Diese Mannschaft auf ein besseres Level zu heben, würde einem Wunder gleichen.“ Der „Daily Star“ schlug in die gleiche Kerbe und höhnte:„Seine größte Herausforderung ist, dieses Team zu irgendetwas zu formen, dass dann annähernd wie eine Fußball-Mannschaft aussieht.“

Beckham, auf der Tribüne flankiert von Galaxy-Präsident Alexi Lalas, beschäftigte sich gar im Laufe der Partie emsiger mit dem Galaxy-Stadionheft als mit dem bunten Treiben seiner künftigen Mitstreiter auf dem Rasenrechteck. Wann „Becks“ wohl seine Verletzung überstanden und bei der „Thekentruppe“ seinen Einstand geben wird? Die Beckhamisierung von L. A. Galaxy sollte scheinbar eher heute als morgen beginnen. Immerhin lässt Beckham sich bekanntermaßen die „Zeche“ von L. A. Galaxy richtig gut bezahlen...

Dieser Artikel ist ebenfalls auf Goal.com veröffentlicht.

Mittwoch, 18. Juli 2007

Die Profis

Was soll das bloß beim FC Bayern in diesem Jahr werden? Da prognostizierte Uli Hoeneß noch im Winter kühn die Muskeln spielen zu lassen. Gut, am Verhandlungstisch hat er im Transferarmdrücken haushoch gegen seine Mitstreiter gewonnen und sagen wir mal Franck Ribèry, Luca Toni und Miro Klose und Konsorten von einem zumindest mittelfristigen Engagment beim deutschen Rekordmeister überzeugt.

Als wenn der gute Ottmar Hitzfeld da künftig nicht schon genug Trümpfe in Händen hielte, fanden auch die Herren Jansen, Sosa, Altintop, Roberto und ein gewisser Calle del'Haye, äh Jan Schlaudraff den Weg an die Isar. Die Mission Meisterschale sollte der FCB damit wohl beruhigt in Angriff genommen werden können, zumal jetzt obendrein Paule Breitner beratend hinter den Kulissen mitmischen wird.

Da kann also eigentlich nicht mehr viel schief gehen, oder? Apropos, der gute Lothar Matthäus hat sich im Übrigen die Tage ebenfalls für eine Anstellung bei den Roten feilgeboten. Als was? Als Assistent von Ottmar Hitzfeld. Ob Uli Hoeneß bei dem Charme des deutschen Rekordinternationalen aus Herzogenaurach schwach wird? Schloß Uli doch dereinst gar aus, dass Matthäus unter seiner Regentschaft nicht einmal Greenkeeper werde. Da ist nun guter Rat teuer.

Aber wieso sollte Paule Breitner seinem neuen und alten Intimus Uli denn gerade nicht vorschlagen, dass Lothar sich über die Stationen Greenkeeper im Stadion an der Grünwalder Straße, im Olympiastadion und schließlich in der neuen Bayern-Kampfbahn zum Bayern-Assitenztrainer hocharbeiten soll. Paul Breitner und Uli Hoeneß sind doch Profis, wie in einer tollen DVD zu bewundern, und Lothar Matthäus wäre dann auch endlich geholfen.

Händchen

Michael Laudrup, einst zum besten dänischen Kicker aller Zeiten gekürt, ist zum neuen Trainer des Madrider Vorortklubs FC Getafe ernannt worden. Der Däne tritt damit in die Fußstapfen von Bernd Schuster, den es bekanntermaßen auf die königliche Trainerbank von Real Madrid gezogen hat.

Der diesjährige spanische Pokalfinalist scheint damit ein Händchen dafür zu haben, gerade solche Trainer auf seine Bank zu lotsen, die den Ball in ihrer aktiven Laufbahn mehr als nur zum Freund hatten.

Wenn man so will, wäre Ex-Weltklasseakteur Laudrup gar der passgenaue Nachfolger für Schuster bei Real, falls Schuster beispielsweise trotz Champions League-Triumph anno 2008 aus dem Estadio Santiago de Bernabeu gejagt wird. Ebenso wie der „blonde Engel“ kickte Laudrup einmal für Real und den FC Barcelona und ist mit dortigen Stallgeruch mehr als vertraut. Aber nun, ist auch erst einmal Schluß mit der ganzen Laudrupschen Huldigung. Zunächst einmal muss Schuster Real ja die Trophäe in der Königsklasse bescheren...

Dienstag, 17. Juli 2007

Einschenker # 3

Der sogenannte „Einschenkerwettbewerb“ Copa America in Venezuela ging in der Nacht von Sonntag und Montag mit dem Endspiel der beiden Turnierfavoriten Argentinien und Brasilien in seine letzte Runde. Wer allerdings in Maracaibo zuvor glaubte, dass die Gauchos im „Clasico“ mit den ach so defensiven Kickern vom Zuckerhut mal eben ne Runde Tango tanzen und dann den 15. Copa-Erfolg nach Buenos Aires tragen würden, sah sich doch gewaltig getäuscht.

Brasilien deklassierte die favorisierten Erzrivalen in dem Finale der 42. Copa-Auflage am Ende mit 3:0 und legte wie in den Partien zuvor Effektivität statt Kunstfertigkeit an den Tag. Der Dungaismus trägt also seine ersten Früchte.

Platz an der Sonne?

Die Tage von Hans-Jörg Butt, dem Torwart, der einst so viele Elfmetertore schoß, im Kasten von Bayer 04 Leverkusen sind schon lange gezählt. Daher kündigte der 33-jährige Großenknetener kurzerhand seinen laufenden Kontrakt bei der Werkself. Nun schoß allerdings eine etwas unerwartete Meldung über den Nachrichtenticker.

Der vierfache deutsche Nationaltorhüter hütet in den kommenden zwei Jahren die Pfosten von Portugals Rekordmeister Benfica Lissabon. Butt wechselt damit also nicht nur den Verein, sondern wohl mit leicht blumigen Worten gesagt insofern aus dem Schatten (des Bayer-Kreuzes?) in das Licht - tragen Eusebios Erben doch im Estadio de la Luz (Stadion des Lichts) ihre Heimspiele aus. Butt ist nun auch so ein Erbe Eusebios. BUTT - BUTT - BUTT!

Sonntag, 15. Juli 2007

Rhythm of my Heart

Rod Stewart aus dem Radio zu verbannen, erscheint genauso unmöglich wie ihm sein Trikot und Fanschal von Celtic Glasgow, seinem Lieblingsklub, wegzunehmen. Der kleine Brite, schottischer Herkunft, mit der „Reibeisenstimme“, die wohl nur noch Bonny Tyler toppen könnte, wurde am Freitag, den 13. Juli, zum Commander of the Order of the British Empire ernannt. Welch Ehre, Roddies Verdienste um die Musik wurden hiermit honoriert.

Diese Ehrung will THOR WATERSCHEI nicht unbeachtet lassen und kürt den 62-Jährigen, der sich zu Gunsten seiner Sängerkarriere einst gegen eine Laufbahn als Profikicker beim Londoner Klub FC Brentford entschied, zum ersten T(h)or der Woche. Auch wenn David Beckham am selben Tag überaus pompös in die USA einwanderte.
Commander of the Order of the British Empire Stewart trug immerhin schon seinen bis heute unverwüstlichen Hahnenkammhaarschnitt, als Officer of the Order of the British Empire Beckham, bekanntlich ebenfalls zeitweiser Hahnenkammträger, noch nicht einmal das Licht der Welt erblickt hatte. Die Ernennung scheint also ausreichend gerechtfertigt. Die gute Maggie May lebte im Übrigen in Beckhams Geburtsjahr anno 1975 auch schon...

Immer wieder sonntags. Der T(h)or der Woche wird ab sofort jeden Sonntag ernannt .

Auf nach Chisinau!

Der Hamburger Sportverein hat sich für die kommende Saison etwas ganz Besonderes ausgedacht. Im Frühling 2008 jährt sich der Europapokaltriumph der Hanseaten von Athen im Landesmeisterfinale über Juventus Turin nun zum 25. Mal und wie der Zufall es so will, gleicht die neue Kluft des Bundesligadinos anno 2007 derjenigen des Jahres 1983 mit seinen feinen Nadelstreifen auch dem Trikot mit den drei Strefen doch sehr stark.


Als wollten die Erben der Felix Magaths, Horst Hrubeschs und so weiter suggerieren, dass der HSV mit seinen 83er-Retrohemden nach dem letztjährigen unglücklichen Champions League-Abstecher wieder bereit ist, zu neuen internationalen Ufern aufzubrechen. Das kann die Stevens-Bande übrigens auch schon in gut einer Woche im Hinspiel der dritten Runde des berühmt-berüchtigten Strohhalm-Cups machen, wenn sie bei Moldawiens Haupstadtklub Dacia Chisinau antreten muss. HUUB HSV!

Tri Dritter

Mexiko ist nach einem 2:1-Sieg im kleinen Finale bei der Copa America in Venezuela über Uruguay Dritter der Südamerikameisterschaft.

Das Finale des ältesten Kontinentalwettbewerbs der Welt bestreiten heute Nacht die beiden Turnierfavoriten Argentinien und Brasilien.

Samstag, 14. Juli 2007

Einmal Becks bitte!

Die Beckhamisierung Amerikas hat begonnen. David Beckham trat in L.A. bei seinem neuen Klub Los Angeles Galaxy seinen Dienst an. 5.000 Fans und etwa 2.000 Journalisten säumten seine Präsentation, bei der Becks erneut das Trikot mit der 23 erhielt. Seiner Gattin Victoria schwoll sicherlich stolz die zarte Brust.

Beckham soll bekanntermaßen die in den Vereinigten Staaten für den Soccer doch sehr hoch hängenden Trauben pflücken. Das versuchten ja in den Siebzigern unter anderem auch schon Balltreter wie Pele, der Kaiser, Johan Cruyff, Bobby Moore oder ein gewisser George Best. Der Ergebnis war jedoch eher dürftig. Der Kosmos Soccer blieb den meisten Amis bis heute verborgen. Ja ja, die wilden Siebzigern...

Freitag, 13. Juli 2007

Aílton wird ein Zebra

Aílton Gonçalves da Silva, kurz Aílton, seines Zeichens Ex-Bundesligatorschützenkönig hat seine Europa-Tournee nach Stationen bei Besiktas Istanbul, Roter Stern Belgrad und Grasshoppers Zürich beendet und kehrt in die Bundesliga zurück.

Während Hansa Rostock vor einer Verpflichtung des sich doch arg feilbietenden Aílton noch scheute, machte der MSV Duisburg Nägel mit Köpfen und Pferdeliebhaber Aílton zum Zebra. Der Brasilianer unterschrieb an der Wedau einen Einjahresvertrag und soll MSV-Boss Walter Hellmich bereits kurz nach dem die Tinte auf seinem Vertrag trocken war, gefragt haben, ob er sein eigenes Zebra demnächst nicht schon einreiten könne...das ist Aílton!

Von geworfenen Hüten und teuren Zechen

Chiles Nationalcoach Nelson Acosta ist zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres von seinem Amt zurückgetreten. Nach seinem ersten Rücktritt Ende 2006 und der kurzfristigen Rückkehr, nahm der Uruguayer nach dem 1:6-Debakel Chiles im Viertelfinale der Copa America gegen Brasilien erneut seinen Hut.

Vorausgegangen war dem Schützenfest ein Trinkgelage fünf seiner Spieler, die daraufhin mehr oder minder wacker gegen die Selecao über den grünen Rasen „torkelten“. Acosta zahlt insofern die Zeche seiner trinkfesten Schützlinge, denen gegenüber der chilenische Verband nun verfügte, dass diese niemals die Binde des Kapitäns überstreifen dürfen...

Ins Endspiel der Copa sich übrigens die beiden Turnierfavoriten Argentinien und Brasilien vorgepirscht.

Donnerstag, 12. Juli 2007

Ein weiterer Prinz für das Königreich?

Der hochtalentierte Berliner Kevin-Prince Boateng steht vor einem Wechsel zu den Tottenham Hotspurs. Für den 20-jährigen deutschen Junioren-Nationalspieler wäre der Transfer die Erfüllung eines Traums. THOR WATERSCHEI-Blogchef Björn Hoeftmann hat den Wechsel des designierten Tottenham Heißsporns in seiner Kick and Rush-Kolumne auf Goal.com unter die Lupe genommen…

„Can I say you to you?“ Mit dieser kühnen Frage trumpfte der frühere deutsche Bundespräsident Heinrich Lübke dereinst vor Queen Elizabeth II. auf. Dieser kleine Verstoß gegen das höfische Protokoll durch den gebürtigen Sauerländer hat die britische Monarchie aber nicht weiter erschüttert. Gleichwohl könnten im Vereinten Königreich demnächst womöglich kleinere Irritationen bevorstehen.

Ein weiterer Prinz neben den Charles, Andrews, Williams und Harrys ist drauf und dran den Ärmelkanal in Richtung London zu überqueren, peilt jedoch nicht den Buckingham Palace in der Themse-Metropole an - sondern vielmehr die White Hart Lane im Nordlondoner Stadtteil Tottenham.

Die Rede ist von Kevin-Prince Boateng, dem ebenso heißblütigen wie hochveranlagten Mittelfeldtalent von Hertha BSC Berlin. Boateng ist zwar nicht von adeligem Geschlecht, wodurch vorgenannte Prinzen mit einem zwinkernden Auge gesagt, hinsichtlich der Thronfolge wieder aufatmen können. Viel wichtiger ist allerdings, dass in Boatengs Adern damit zwar kein blaues Blut, dafür indessen das Blut des höchsten deutschen Fussball-Adels fließt.

Helmut Rahns Großneffe hochveranlagt...

Boateng ist der Großneffe des deutschen Fussball-Idols Helmut Rahn, der einst Deutschland mit seinen zwei Treffern anno 1954 entscheidenden Anteil am deutschen Endspielsieg im WM-Finale gegen Ungarn in Bern hatte. Das Talent, liegt dem Sohn eines Ghanaers, der in der Lage ist seine filigrane Ballbehandlung mit seiner Dynamik und beeindruckender Schusstechnik zu vereinen, also quasi in den Genen. Zumal sein ghanaischer Onkel gar den ghanaischen Nationaldress trug.

Groß geworden ist Boateng im Berliner Problemviertel Wedding und feierte schon mit 18 Jahren sein Debüt in Herthas erster Elf. Der 20-Jährige, der im Sommer 2006 die Fritz-Walter-Medaille als Nachwuchsspieler der Saison erhielt, ist also ein weiteres Produkt aus Herthas guter Jugendförderung. Nicht von ungefähr sagte Hertha-Manager Dieter Hoeneß ihm seinerzeit eine rosige Zukunft voraus: „Er hat alle Voraussetzungen für eine große Karriere.“

Zuviel Hacke, Spitze – eins, zwei, drei?

Gleichwohl ist Boatengs Karriere ungeachtet aller Vorschlusslorbeeren im vergangenen halben Jahr vorläufig etwas ins Stocken geraten. Einerseits verhinderten Knieprobleme das mögliche Debüt in der deutschen Nationalmannschaft im März gegen Dänemark. Andererseits eckte der robuste Boateng an, wo er nur konnte. Eigensinn und der übertriebene Einschub so genannter Kabinettstückchen der Kategorie „Hacke, Spitze – eins, zwei, drei“ legte man ihm zur Last.

Solch einen narzisstischen Habitus wird man bei Ausnahmekönnern auf dem Rasenrechteck zwar immer wieder finden. Doch stimmte bei Boateng zuweilen nicht die Relation zwischen Kunst und Effektivität. Kurzum: der „Alten Dame“ aus der Hauptstadt brachte die brotlose Kunst ihres Toptalents nicht viel, da dieser sich auch außerhalb des grünen Rasens bisweilen mit einer sehr lockeren Einstellung als „Berliner Prinz“, wie Boulevard-Medien ihn tätschelten, gefiel.

Probleme in Berlin...

Boateng brachte Hertha nicht die erhofften Tore und Punkte und geriet obendrein mit seinen Mannschaftskollegen aneinander. Nach einer abfälligen Bemerkung Boatengs im Hertha-Training in Richtung seines Mitspielers Joe Simunic, nahm sich der ansonsten doch eher zurückhaltend anmutende Berliner Kapitän Arne Friedrich seinen jungen Kollegen wenig moderat verbal zur Brust: „Es kann nicht sein, dass ein 20-Jähriger, der gerade einmal 4 Bundesligaspiele oder so hat, hier die Fresse aufreißt.“ Bewahrheitete sich hier etwa ein altes Sprichwort? Große Klappe, nichts dahinter?

Jedenfalls scheint das Hertha-Eigengewächs bei dem ambitionierten Hauptstadtklub trotz laufenden Vertrages bis 2009 ausgespielt zu haben, zumal Herthas neuer Trainer Lucien Favre exzentrischen Ausflüchten sehr kritisch gegenüberstehen soll. Die Karriere des in Europa heißbegehrten Boatengs soll nun also anderswo wieder Spur aufnehmen.

...in Europa heißbegehrt

Ein Transfer zu UEFA-Pokalsieger Sevilla war fast schon perfekt. Da sich die Spanier allerdings mit den Berlinern nicht auf eine Ablösesumme einigen konnten, hat nun Premier League-Klub Tottenham das schwierige Talent an der Angel und sich inzwischen mit Hertha BSC auf die satte Ablösesumme von 7,4 Millionen Euro verständigt. Nun ist lediglich noch die Einigung von Boateng mit den „Spurs“ offen, bei denen der Ur-Berliner indes gut aufgehoben scheint .

Und dies nicht nur, weil Boatengs mitunter auftretende Heißspornigkeit gut zum Vereinsnamen des Klubs passt. Vor allem aber, weil Tottenhams niederländischer Coach Martin Jol vornehmlich auf die Jugend setzt und ein hoffnungsvolles Team aufgebaut hat, in dem sich zum einen hochbegabte Kicker wie den englischen Jungnationalspielern Aaron Lennon, Jermaine Jenas und dem erst jüngst für fast 25 Millionen verpflichteten Darren Bent neben erfahreneren Spielern wie dem früheren Leverkusener Dimitar Berbatow, Robbie Keane oder „Spurs-Skipper“ Ledley King tummeln.

Rückbesinnung auf die Stärken?

Der zweimalige englische Meister fand mit dieser Mischung nach jahrelangem Dasein im Mittelmaß der Premier League wieder zurück in die Top Five der Liga. Falls Boateng den Weg an die White Hart Lane nun tatsächlich einschlagen sollte, wird er dort denselben wohl zunächst zurück zu sich selbst finden müssen. Denn der „Berliner Prinz“ ist er zwar schon, zum „Prinzen von der White Hart Lane“ wird es für ihn wohl noch ein überaus langer und vor allem steiniger Pfad werden. Diesen Titel würde dann übrigens wohl auch die Queen dulden, obschon der Monarchin Tottenham ja angeblich recht gleichgültig sein soll. Gilt die mittlerweile 81-Jährige doch als große Sympathisantin von Tottenhams Erzrivalen Arsenal…

Der Artikel wurde ebenfalls auf Goal.com veröffentlicht.

Gradis „Dinner for One“ gegessen

Mit Dario Gradi, der beim englischen Drittligisten Crewe Alexandra über 24 Jahre als Trainer auf der Bank saß, ist Englands dienstältester Trainer von der Seitenlinie abgetreten. Stattdessen fungiert der 65-Jährige künftig in dem englischen Traditionsverein als technischer Direktor. In dieser Hinsicht ist die Bahn nun sozusagen frei für einen gewissen Sir Alex Ferguson, der bei Manchester United in sein 21. Dienstjahr geht und von seiner Pension bekanntermaßen noch nicht allzu viel wissen will…

Das Drehbuch zu dieser Geschichte schrieb nicht Freddie Frinton. Wohl vielmehr das Leben oder zumindest der Fussball-Gott. Beim englischen Drittligisten Crewe Alexandra, Anfang der achtziger Jahre als einer der schlechtesten englischen Fussball-Clubs verschrieen, der sich lediglich dank Ausnahmegenehmigungen in Englands vierter und damit untersten Profiliga halten konnte, ist das so genannte „Dinner for One“ auf der Trainerbank gegessen.

Dario Gradi, seit sage und schreibe 24 Jahren auf der Trainerbank von Crewe Alexandra aus der nordwestenglischen Grafschaft Cheshire sitzend, ist dort als Coach des Clubs abgetreten. Der italienischstämmige und mittlerweile 65-Jährige hatte im Juni 1983 seinen Dienst angetreten und sich nicht nur als exzellenter Taktikfuchs sowie vor allem als Förderer auch zuweilen verkannter britischer Talente auf der Insel einen Namen gemacht.

Ferner er führte er Crewe in Englands unteren Ligen zu ungeahnten Höhenflügen. Statt stets am Abgrund von Englands vierter Liga zu stehen, wusch Crewe in der Ära Gradi seinen Ruf rein, schaffte es bis in die zweite englische Liga und imponierte landesweit mit seiner guten Jugendarbeit.

Namhafte Kicker wie Englands Ex-Kapitän David Platt, Geoff Thomas, die nordirische Celtic-Legende Neil Lennen, der giftige Waliser Robbie Savage oder auch zuletzt West Hams ebenso bulliger wie talentierter Mittelstürmer Dean Ashton gingen zudem aus Gradis Schule hervor. Die von Gradi angetriebene Nachwuchsförderung stand dabei stets im Zeichen seiner Philosophie, schnellen attraktiven und passorientierten Fussball zu spielen. „High up“ würde Arsenals Coach Arsène Wenger diese Strategie wohl nennen.

Gradis Äquivalent in Deutschland als Verfechter des modernen und gepflegten Fussballs ist insofern der ehemalige Freiburger Trainer Volker Finke, der seinem SC Freiburg ebenfalls seinerzeit das Prädikat „Ausbildungsverein“ auf die Fahnen schrieb. Gleichwohl ist der Generationenwechsel an der Gresty Road in Crewe doch etwas sanfter geglückt als im Südbadischen.

Während Finke kürzlich doch reichlich verbittert Abschied nahm und dieser eine ganze Region in zwei Lager spaltete, stellten die „Railwaymen“ (Eisenbahner) gemeinsam mit Gradi die Weichen für eine Zeitenwende an der Seitenlinie ungleich geschickter. Dario Gradi machte freiwillig Platz für seinen Nachfolger und langjährigen Vertrauten Steven Holland, dem Leiter von Crewes so erfolgreicher Jugendakademie. Holland selbst ist schon seit 1992 in dem Club und soll die Gradi-Philosphie wie ein Schwamm aufgesogen haben.

Der einst von der Queen aufgrund seiner Verdienste zum Mitglied des britischen Ritterordens Erkorene wird Crewe Alexandra aber nicht völlig verlassen und stattdessen in seinem Karriereherbst den etwas ruhigeren Posten des technischen Direktors besetzen. Gradi begründete seinen Rückzug damit, dass er halt nicht noch als 75-Jähriger rund 52 Wochen im Jahr als Trainer arbeiten wolle.

Ganz wird der Club, der angeblich nach der früheren englischen Prinzessin Alexandra benannt ist, somit nicht auf seinen Dario Gradi verzichten müssen. Kann man sich dort allerdings auch nicht so wirklich vorstellen. Denn immerhin soll Gradi in den achtziger Jahren schon einmal für seine „Eisenbahner“ ein Angebot von Benfica Lissabon ausgeschlagen haben. Gradi weiß halt, wie man Weichen für die Zukunft stellt…

Dieser Artikel wurde ebenfalls auf Goal.com veröffentlicht.

Mittwoch, 11. Juli 2007

Von Münster nach Madrid

Die deutsche Woche bei Real Madrid geht weiter. Zunächst trat Bernd Schuster Montag bei den „Königlichen“ seinen Dienst als Trainer an und erfüllte sich dadurch einen „Lebenstraum“. Heute wurde zudem Christoph Metzelder wie erwartet bei Real als Neuzugang vorgestellt und soll im Santiago Bernabeu in die Fußstapfen seiner erfolgreichen deutschen Vorgänger wie Schuster, Günter Netzer, Paule Breitner, Ulli Stielike oder auch Bodo Illgner treten.

Bei seiner Präsentation parlierte der Ex-Dortmunder, der einst von Preußen Münster zum BVB gekommen war, sogleich schon fast perfekt auf Spanisch und wurde dort von Real-Präsident Ramón Calderón sogar auf Deutsch begrüsst, der den Manndecker mit warmen Worten empfing: „Lieber Christoph, viel Glück und alles Gute miteinander“. Obendrein lobte Senor Calderón Metzelder als einen „der solidesten und intelligentesten Innenverteidiger der Welt“. Also, bienvenidos Metze!

Stützen der Gesellschaft

Schon der norwegische Dichter Henrik Ibsen wusste worauf es ankommt im Leben, auf die Stützen der Gesellschaft. Was Herr Ibsen und Schalke-Stürmer Kevin Kuranyi grundsätzlich gemein haben, darüber kann man sich gewiss trefflich streiten. Indes kombinierte der deutsche Nationalkicker jüngst nach dem Verkauf von Schalkes Spielmacher Lincoln schnell und befand, dass seine Schalker ohne Lincolns mitunter auftretende Gedankenblitze in der Bundesliga und in Europas Königsklasse nur eine geringe oder sogar keine Rolle spielen werden.

Kurzum der gute Kevin forderte Verstärkung für seine stolzen „Knappen“. Es hat halt nicht jeder Lust, jedes Jahr nur Vizemeister zu werden anstatt Titel zu holen. Das ist richtig. Ebenso richtig ist aber auch, dass S 04 auch mit Lincoln keinen Titel geholt hat und im Europapokal überhaupt keine Bäume ausgerissen hat. Von wegen also Lincoln = Stütze der Schalker Gesellschaft. Aber vielleicht schießt Kevin ja auch ohne Lincoln seine Tore. Immerhin geht es um Kanonen und Salatschüsseln. Wie dem auch sei, es knattert im Schalker Stollen...

Dienstag, 10. Juli 2007

THOR-Abschlusstabelle

Zweite belgische Division (Saison 1987/88)

1. KRC Mechelen
2. KSC Eendracht Aalst
3. K.Patro Eisden
4. RC Harelbeke
5. SK Lierse
6. KSK Tongeren
7. FC Eeklo
8. K.Berchem Sport
9. FC Verbroedering Geel
10. KSC Hasselt
11. KFC Lommelse SK
12. RFC Sérésien
13. K.Boom FC
14. FC Assent
15. Thor Waterschei*
16. FC Beringen

*Aus Thor Waterschei und dem FC Winterslag ging 1988 der KRC Genk hervor.

HSVan der Vaart

HSV-Spielmacher Rafael van der Vaart behält beim Bundesligadino auch in der Saison 2007/2008 die Binde. Van der Vaarts Mannschaftskollegen stimmten einem Vorschlag von HSV-Trainer Stevens zu. Der beste Kicker der Rothosen steht allerdings nach Meinung seines Landsmannes und Kollegen Joris Matthijsen vor seiner letzten Saison in der Hansestadt. Matthijsen glaubt: „Wenn er noch so eine gute Saison spielt und dann noch eine gute EM, ist er weg.“ Gut, dass der Dirigent sein Orchester nicht vor dem Konzert verlässt.

Au Backe!

Wenn der englische Traditionsverein Manchester City seinen Kader künftig ebenso hochkarätig verstärkt wie seine Trainerbank, sollten die Citizens wohl im Nu dem Erzrivalen aus Old Trafford den Rang ablaufen. Als Assistenten von Sven-Göran Eriksson fungiert demnächst dessen Landsmann Hans Backe. Der 52-Jährige führte den FC Kopenhagen vor wenigen Jahren zu zwei Meisterschaften und war zuletzt, als Chefcoach wohlgemerkt, für den griechischen Spitzenverein Panathinaikos Athen tätig.

Exil in Århus

Das Danish Dynamit zündet in der EM-Qualifikation künftig zweimal in Århus. Am 2. Juni brach der deutsche Referee Herbert Fandel die Partie der Mannen von Morten Olsen im skandinavischen Prestigeduell gegen Schweden bekanntermaßen zwei Minuten vor dem Schlusspfiff beim Stand von 3:3 ab, nachdem der Pianist von eine dänischen Schlachtenbummler auf dem Spielfeld des Kopenhagener Parken attackiert worden war.




Das Exil in Århus hat die Dansk Boldspil Union der UEFA zu verdanken. Diese spielte auf der Klaviatur der Gnade und reduzierte die zunächst ausgesprochene Strafe. Demnach hätte Dänemark seine nächsten beiden Heimspiele in einer Entfernung von mindestens 250 km zu Kopenhagen austrägt, was bedeutet hätte, dass der Europameister von 1992 seine Heimspiele im Ausland - möglicherweise in Deutschland - hätte austragen müssen. Århus ist dagegen nur 140 km von Kopenhagen entfernt und freut sich gemeinsam mit der Olsen-Bande auf Liechtenstein und Spanien. TAK, UEFA!

Montag, 9. Juli 2007

Prügel im Strohhalm-Cup

Das Zweitrundenmatch im UI-Cup im litauischen Vilnius zwischen den Lokalmatadoren von Vetra Vilnius und dem polnischen Traditionsverein musste am Sonntag nach 45 Minuten beim Stand von 2:0 für die Gastgeber abgebrochen werden, nachdem so genannte polnische „Fans“ das Spielfeld gestürmt und mit Eisenstangen und Steinen auf die Polizei losgegangen waren.

Etwa hundert Randalierer wurden letztendlich festgenommen. 2012 richtet Polen gemeinsam mit der Ukraine die Euro aus.

Einschenker # 2

Die Copa America in Venezuela geht weiter und damit auch das muntere Scheibenschießen. Wenn man so will - ein wahrer „Einschenkerwettbewerb“ die gute alte Copa, . Erst schickte bekanntlich die Robinho-cao, sprich Brasilien, wankende Chilenen mit 6:1 zurück in die Heimat und zog ins Halbfinale ein. Dann stolzierte Uruguay mit einem locker und leichten 4:1 über den Gastgeber ebenfalls in Halbfinale.
Nicht lumpen ließen sich auch erneut überragende Argentinier im Copa-Viertelfinale und ließen den Anden-Express aus Peru mit Lokführer Claudio Pizarro bei der 42. Copa entgleisen, ehe zuvor Mexiko der Überraschungsequipe aus Paraguay um das(ausgemusterte) Bayern-Starlet Roque Santa Cruz genau wie Brasilien den Chilenen sechs Tore eingeschenkt hatte.

Schuster zurück zu seinen Leisten


Er hat sich wahrlich königlich gefreut! Bernd Schuster wurde heute als neuer Trainer von Real Madrid vorgestellt und erfüllt sich nach eigenen Angaben einen „Lebenstraum“. Der „blonde Engel“ schwebt also ins Santiago Bernabeu ein und soll Real in neue (Champions League-)Galaxien führen.

Für den ehemaligen deutschen Weltklassespieler, der zu aktiven Zeiten neben dem Dress von Real auch das Trikot des FC Barcelona und von Atletico Madrid trug, zahlen die „Königlichen“ eine Ablösesumme von rund 480.000 Euro an seinen Ex-Club Getafe. Dort wird übrigens ein gewisser Michael Laudrup Schusters Nachfolger, der zu aktiven Zeiten nicht minder genial auf dem Spielfeld brillierte und ebenfalls bei dereinst bei Real und Barca Regie führte.

Sonntag, 8. Juli 2007

Felix Austria?

Österreich ist wie gemeinhin bekannt neben der Schweiz Co-Gastgeber der Euro 2008. Während mit Teamchef Josef Hickersberger und seinem Assistenten Andreas Herzog, immerhin mit 103 Einsätzen österreichischer Rekordinternationaler, die geballte Fussball.Kompetenz auf der österreichischen Trainerbank sitzt, tun sich die rot-weiss-roten Alpenkicker rund ein Jahr vor der EM auf dem Rasen bedeutend schwerer und wollen einfach nicht in Form kommen.

Nicht einmal wollte anno 2007 in sechs Anläufen ein Sieg gelingen. Da Alpen-Maradona Herzogs Tage auf dem grünen Feld beileibe gezählt sind und die Auswahl an international erstklassigen Talenten zwischen Wien, Graz, Linz und Salzburg derweil nicht allzu groß ist, droht dem Team Austria im Sommer 2008 im eigenen Land ein Fiasko. Und das zum 30-jährigen Jubiläum des Wunder von Cordobas. Seit gestern gibt es für den zuletzt arg gebeutelten österreichischen Fussball allerdings neue Hoffnung.

Der Hoffnungsträger heißt Besian Idrizaj, ist ein 19-jähriger österreichischer Juniorennationalspieler und spielt ansonsten in der Reservemannschaft des FC Liverpool, hat aber bei einem Testkick der ersten Garnitur der „Reds“ im walisischen Wrexham alle drei Treffer Liverpools erzielt und die „Scouser“ durch seinen Hattrick innerhalb von 22 Minuten zum 3:2-Sieg geschossen. Drei Tore in einem Spiel würden dem östrreichischen Nationalteam sicherlich auch mal wieder gut zu Gesicht stehen...

The Heart of Cloppenburg

Der schottische Beinahe-Spitzenklub Heart of Midlothian reist am Freitag, den 13. (Juli), zum Testspiel ins niedersächsische Cloppenburg, wo die „Hearts“ von dem dort heimischen BVC (4. Liga) empfangen werden, der im Stadion an der Friesoyther Straße seinen Saisonauftakt feiert.

THOR WATERSCHEI wird dort zugegen sein und verspricht schon vorab einen Erlebnisbericht und ein Foto von „Hearts“-Manager Valdas Ivanauskas...

Alter Schwede

Sven-Göran Erikssons Spitzname „Geiler Sven“ ist ja in gewisser Hinsicht durchaus selbstredend. Seine Affäre mit der guten Faria Alam, seinerzeit eine hingebungsvolle Sekretärin des englischen Fussballverbandes FA, ist aber inzwischen genauso Geschichte wie seine sechsjährige Amtszeit als englischer Nationaltrainer. Vor der WM in Deutschland war der redselige Eriksson über den Enthüllungsreporter von News of the World Mazher Mahmood gestolpert, vor dem Sven sich mit seinem bevorstehenden aber noch streng geheimen Abschied als Nationalcoach und einer Menge mehr brüstete...

Der Skandal war perfekt, die englischen Tabloids schäumten und zwangen Eriksson damals in die Knie, der zu allem Überfluß bei seiner Abschiedsvorstellung beim World Cup 06 in Germany auch noch mit seinen 3 Lions erneut im Elfmeterschießen strandete. Nun steht der 59-Jährige mit der Brille und der hohen Stirn, der als Vereinscoach schon so viele Erfolge mit den Römer Clubs, Sampdoria Genua und auch Benfica Lissabon gefeiert hatte, wieder in Lohn und Brot. Traditionsverein Manchester City nahm sich des Schweden für die kommenden drei Jahre an und lässt sich diese drei Jahre rund 13,3 Mio. Euro kosten. Alter Schwede...

Über den T(h)or der Woche

Sonntag für Sonntag den T(h)or der Woche zu ernennen, ist eigentlich ein kleines Vergnügen. Zum einen würdigt THOR WATERSCHEI mit jener kleinen Auszeichnung solche Protagonisten des grünen Rasens oder aus dem Umfeld des Rasenrechtecks, die sich im positiven Sinne in einem Moment um den Fußball verdient gemacht haben oder die eine Aufmunterung benötigen.

Andererseits sollen, gelinde gesagt, kleinere und größere Unverfrorenheiten einzelner Akteure aus der weiten Welt des Fußballs selbstredend nicht „ungesühnt“ bleiben und mit diesem Titelchen gewürdigt werden.

Impressum

THOR WATERSCHEI war einst ein traditionsreicher belgischer Fußballklub und bloggt nun Neuigkeiten und Anekdoten aus der weiten Welt des Fußballs. Denn Fußball ist Kultur und schreibt die schönsten Geschichten.

Verantwortlicher:

Björn Hoeftmann

E-Mail: thor-waterschei[at]web.de

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Einschenker

Brasilien spielte bei der Copa America in Venezuela bislang angesichts seiner etwas nüchternden Darbietung nur eine Nebenrolle, so dass die 42. Copa beinahe zur „Copa Argentina“ verkam. Denn der Erzrivale mit seinem Spielmacher Juan Riquelme eilte bislang von Sieg zu Sieg, so dass Diego Maradona sicherlich nicht mehr aus dem Jubeln und Feiern herauskam.

Gefeiert haben übrigens auch die Kicker aus Chile vor ihrem Viertelfinalmatch gegen jene bisher so blasse Brasilianer. Ein richtiges Trinkgelage sollen die Andenkicker vor der Partie in ihrem Hotel veranstaltet haben. Dungas Mannen brachten ihnen dann in der vergangenen Nacht in Puerto La Cruz die Rechnung und feierten gegen verkaterte Chilenen seinerseits ein 6:1-Schützenfest. Zwei Treffer schenkte den Chilenen übrigens ein gewisser Robinho von Real Madrid ein, der inzwischen in den vier Spielen schon sechsmal getroffen hat und der die abwesenden Stars Ronaldinho und Kaka langsam vergessen lässt.

Dass er eine Frohnatur sei, so beschrieb der aus Santos stammende Dribbelkönig übrigens jüngst seinen Charakter. Aber das ist anscheinend nicht nur er, dass sind auch wohl die Kicker aus Chile...Ole!

Kugelblitz an der Ostsee?

Was ist denn da los? Es wird in dem mecklenburgisch-brasilianischen Flirt ordentlich Süßholz geraspelt. Hansa Rostock möchte „kleines dickes Ailton“ verpflichten und der früherer Bremer, Schalker, Hamburger, Istanbuler, Belgrader und zürcher Grasshopper möchte auch auf der Hansa-Kogge anheuern. Also proklamierte der Torschützenkönig von 2004 sogleich heute in der Bams, wie groß Hansa als Klub und wie schön das Ostsee-Stadion sei. Gleichermaßen könne sich Hansa obendrein auch für den UEFA-Pokal qualifizieren. Na, hoppla! Das hat doch schon vor Jahren nicht mit einem gewissen Jari Litmanen geklappt...

Richtige Informationen und hehre Ziele sind im Haifischbecken Bundesliga halt alles. Ailton ist jedoch nach eigenem Ermessen zweiffellos bereit für ein Gastspiel an der Ostsee bei dem wackeren Bundesligaaufsteiger und sprach: „Das gibt viele Toni-Tore. Die Torjäger-Kanone kann zurück zu Papa kommen.“ Und ist sich auch für einen Nachschuss nicht zu schade: „ Die Stürmer in der Bundesliga sind doch zurzeit alle nur langweilig. Alles die gleichen Typen. Hier muss mal wieder Feuer rein. Caramba! Ailton ist zehn Jahre Garantie für gute Laune gewesen. Für Show!“ Caramba, das ist Ailton!

Hört, hört! Lauth trifft wieder!

Unlaut(h)erer Wettbewerb? Beim HSV Bankdrücker und vom bösen Huub Stevens weggeschickt, in Stuttgart trotz Meisterschale ebensowenig glücklich. Aber Benjamin Lauth, immerhin fünfmal mit dem deutschen Adler auf der Brust, kanns doch noch! Der smarte Benny geht nun für Hannover 96 auf Torejagd und lässts wie beim 5:2-Testspieltriumph über den niedersächsischen Fünftligisten SV Ramlingen-Ehlershausen richtig krachen. Lauth kam, sah und traf.

Ob Jogi Löw Lauths Startschuss in die Saison auch bemerkt hat? Nicht vergessen im kommenden Juni ist in Österreich und der Schweiz EM!

Zehn

Der Arbeiterjunge Wayne Rooney hat es geschafft, er wurde geadelt. Das zwar nicht von der Queen herself. Nein, dafür aber von einem richtigen Sir, zugleich zufälligerweise sein Trainer bei Manchester United. Mister Sir Alex Ferguson hat verfügt, dass „Wazza“ ab sofort der neue Zehner von ManU wird. Überreicht wurde Rooney sein neues Hemd übrigens von einem gewissen Denis Law, ebenso wie Ferguson Schotte und wohl der beste Zehner, den ManU je hatte.