Sonntag, 9. Dezember 2007

Super, Pippo!

Wie gut Filippo Inzaghi tatsächlich Fußball spielen kann, da kann man sich trefflich drüber streiten. Zungenschnalzer wie Ballvirtuosen a la Zinedine Zidane hinterlässt der kleine italienische Weltmeister nicht allzu oft. Die Bühne des schlitzohrigen 34-jährigen Angreifers, dem man schmeichelnd das Prädikat "mit allen Wasser gewaschen" verleihen dürfte, ist wohl eher der Strafraum, den der Vollblutstürmer des AC Mailand wirklich sehr oft in Jubelpose mit offenem Mund und wedelndem Arm verlässt.

So auch in der 70. Minute der Champions League-Partie seiner Rossonerie gegen die kessen Schotten von Celtic Glasgow am vergangenen Dienstag. Der große Cafu legte den Ball von der rechten Seitenlinie aus zurück zum völlig ungedeckten Inzaghi, den die Tifosi Superpippo nennen, der ausgerechnet im heimischen San Siro keine Mühe hatte zu vollenden. Ein Moment mit historischer Dimension, wie es tags darauf die WELT formulierte. Denn Inzaghi holte sich in typisch kaltschnäuziger Abstaubermanier mit seinem nunmehr 63. Europapokaltor den von Gerd Müller schon scheinbar ewig bestehenden Europapokaltorrekord von 62 Treffern und gab zu danach, eine Träne vergossen und sich nicht dafür geschämt zu haben.

Seinen ersten Treffer auf europäischer Bühne erzielte der wuselige Sognore Inzaghi übrigens schon am 28. September 1995 im Dress des AC Parma gegen den albanischen Klub KS Teuta und gab jüngst keines seiner Europapokaltore vergessen zu haben. Spätestens jetzt hat Inzaghi sich als Torjäger unsterblich gemacht. Auch wenn kritische Zeitgenossen mitunter meinen, dass er den deutschen Bomber der Nation zwar überholt habe, aber niemals übertreffen werde. THOR WATERSCHEI ehrt den neuen Rekordhalter allen Unkenrufen zum Trotze zum neuen T(h)or der Woche.

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