Sonntag, 30. Dezember 2007

Skipper

That's football! Da haben sich die Fußballjournalisten in aller Welt und insbesondere auf der Insel seit Michael Ballacks Ankunft in London im Sommer 2006 die Finger wund geschrieben und mitunter recht hanebüchne Gründe aus dem Rasen der ehrwürdigen Stamford Bridge ausgegraben, um dem zurückhaltenden Sachsen aufzuzeigen, dass Chelsea mit einem Ballack in seinem Mittelfeld keinen Blumentopf gewinnen kann.

Wie gut, dass Jose Mourinho, der liebe Fußball-Gott habe ihn selig, Ballack seinerzeit unter Artenschutz stellte. Den hob der extravagante Portugiese jedoch in diesem Sommer nach einer durchschnittlichen Saison Ballacks und Chelseas wieder auf. Der deutsche Nationalmannschaftskapitän, der stets die Dreizehn trägt, wurde damit den besonders im Mutterland des Fußballs bereits Messer wetzenden und zumeist gnadenlosen Tabloids quasi zum Fraß vorgeworfen.

Kaum ein Hahn krähte mehr im Londoner Westen nach dem seit April am Knöchel verletzten Ballack - bis zum sogenannten Boxing Day, an dem Ballack für die Blues in der Premier League ein beeindruckendes Comeback gab und beim Stand von 3:3 in einem berauschenden Match gegen Aston Villa wenige Minuten vor dem Abpfiff mit seinem Treffer beinahe zum Held dieses Boxing Days avancierte. Beinahe, weil Villa doch noch ausglich. Aber nun, Ballack war wieder da.

Und durfte drei Tage später überraschenderweise den Chelsea Football Club wegen der verletzungsbedingten Abwesenheit der etatmäßigen Spielführer John Terry und Frank Lampard gegen Newcastle erstmals als Kapitän aufs Feld führen. That's football! Mit einem überzeugenden "Skipper" Ballack schlug Chelsea die Nordengländer mit 2:1. Michael Ballack hat sich damit, wie THOR WATERSCHEI meint, in der 52. und letzten Woche diesen Jahres wohl ausreichend profiliert, um zum T(h)or der Woche ernannt zu werden.