Montag, 31. Dezember 2007

Siebziger

Die englische Torwart-Legende Gordon Banks feierte gestern seinen 70. Geburtstag. THOR WATERSCHEI-Blogchef Björn Hoeftmann gratuliert dem bescheidenen Torwart der englischen Weltmeistermannschaft von 1966 nachträglich, der sich selbst kein besonders großes Talent bescheinigte: „Ich kam nicht als guter Torwart auf die Welt. Ich wurde das durch harte Arbeit.“

Der gelernte aus einfachen Verhältnissen stammende Maurer gilt als der beste englische Torhüter aller Zeiten. Das englische Tor mit Banks zwischen den Pfosten galt dabei als ebenso sicher wie die Bank of England, was insbesondere sein Spitzname „Banks of England“ treffend beschreibt.

Gelber Sweater als Markenzeichen

Zwischen 1963 und 1972 bestritt Banks, dessen Markenzeichen der unverkennbare gelbe Sweater war, 73 Länderspiele, in denen er lediglich 57 Tore kassierte, und stand ebenso im legendären Wembley-Finale 1966 zwischen den englischen Pfosten. In diesem triumphierte England bekanntlich mit 4:2 nach Verlängerung über Deutschland und holte zum bisher ersten und einzigen Mal den Weltmeisterpokal.

Verpasst hat Banks hingegen wegen einer Magenverstimmung die sogenannte deutsche Revanche im Viertelfinale der WM 1970 in Mexiko, bei der Beckenbauer, Seeler, Müller & Co. den englischen Titelverteidiger mit einer denkwürdigen 2:3-Niederlage im Gepäck zurück auf die Insel schickten.

Banks ohne Meistertitel

Der Jubilar, der seit einem tragischen Autounfall 1972 auf dem rechten Auge blind ist, wurde während seiner für Chesterfield, Leicester City und Stoke City absolvierten 487 Erstligaspiele zwar nie englischer Meister, gewann aber zumindest zweimal (1964 und 1972) den englischen Ligapokal.

Zweitbester Torhüter des 20. Jahrhunderts

Hinter dem legendären russischen Torsteher Lew Jaschin wurde Banks, der nach seinem 60. Länderspiel von der Queen zum Officer of the Britisch Empire ernannt wurde und den Deutschen Bert Trautmann als sein Vorbild bezeichnet, übrigens zum zweitbesten Torhüter des 20. Jahrhunderts gekürt. Einer Ehre, von der seine englischen Nachfolger derweil doch weit entfernt sind.

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