Dienstag, 11. Dezember 2007

Über ein echtes Arminenherz

Verschwörerische Zeitgeister behaupten ja tatsächlich standhaft, dass es das Städtchen Bielefeld im Ostwestfälischen gar nicht gibt. Das würde einerseits bedeuten, dass weder die Bielfelder Alm, die heute im Fußballmarketingsprech schlicht Schüco Arena heißt, noch das Fahrstuhlcharisma der Bielefelder Arminia existieren würde. Ferner hätte dies zur Folge, dass der aus dem Emsland stammende Pädagoge Ernst Middendorp niemals von dem Anhang der Arminia zum Bielefelder Jahrhunderttrainer gekürt worden wäre.

Doch dem ist ja Gott sei Dank nicht so. Dann hätte der werte 11 Freunde-Chefredakteur Philipp Köster in seinem ostwestfälischen Heimatlandstrich ja noch etwa dem Nachbarn aus Paderborn, wo nicht nur Roggenmischbrot gebacken werden, sondern auch dem TuS Schloß-Neuhaus und seinen im Hermann-Löns-Stadion ansässigen Nachfolgevereinen, die Daumen drücken müssen. Arminia-Edelfan Köster musste dieser leidigen Tage bekanntlich hinnehmen, dass sein DSC wieder einmal (s)einen Trainer vor die Tür gesetzt hat. Das haben die Spatzen zwar in Bielefeld nach der satten 1:6-Packung vom letzten Freitag beim eigentlich kriselnden BVB aus Dortmund irgendwie von den Dächern gepfiffen.

Seinen eigenen Jahrhunderttrainer entlässt ein Verein aber wohl auch nicht alle Tage. So kam es also, dass der gestrenge Ernst Middendorp und sein resolutes Power Ernst-Prinzip nach hart erkämpftem Klassenerhalt zum Ende der Saison 06/07, kurzzeitigem FC Bayern-Verfolger-Status zuletzt nach insbesondere in der Fremde erlittenen derben Pleiten ausgedient hatte. „Das Jahrhundert ist zu Ende“, titelte da gleich etwas hämisch der Tagesspiegel, kann sich des Wahrheitsgehalts seiner prophetischen Anwandlungen jedoch nicht gänzlich sicher sein, als der just vor die Tür gesetzte Middendorp ungewohnt lächelnd gegenüber einem Lokalschreiberling drohte, sich vorstellen zu können, auch noch ein viertes Mal auf der Alm Station machen zu wollen.

Ganz von der Arminia Abschied zu nehmen fällt da wohl recht schwer, zumal Middendorp ja für sich im Gegensatz zu seinem ihm nicht wohlgesonnenen Geschäftsführer Sport der Arminia, Reinhard Saftig, beansprucht, ein richtiges Arminenherz zu haben. „Wer hat denn das Arminenherz? Herr Saftig? Frank Geideck hat es, ich habe es, Kauf, Böhme auch - und die anderen verpissen sich“, sprach Middendorp nach dem Dortmund-Debakel und kündigte nach seiner Entlassung nun an, bei Bielefelds letztem Heimspiel des Jahres seine Arminia aus dem Bielefelder Fanblock heraus anfeuern zu wollen. Die Arminia werde immer in meiner Brust eintätowiert bleiben. Daran werde sich laut Middendorp nie etwas ändern. Das riecht also wirklich nach einem echten Arminenherz...

Der Eintrag ist ebenfalls auf Soccerboards, der offenen Fußballzeitung, zu finden.

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