Freitag, 14. Dezember 2007

My Arsenal # 10: Boden der Tatsachen

Arsenals gibt es in der weiten Welt des Fussballs viele. Unter anderem Arsenal Kiew, Arsenal Tula, Arsenal Berekum aus Ghana oder Arsenal de Sarandì aus Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires entstanden in Gefolgschaft des ehrwürdigen Arsenal Football Clubs aus London, der allerdings und das weiß nicht nur Nick Hornby das einzig wahre Arsenal ist…

Im Nordlondoner Stadtteil Islington, wo der FC Arsenal bekanntlich seine Heimat hat, ist man wieder auf den vielgerühmten Boden der Tatsachen angelangt. Nach dem sensationellen Saisonstart der Gunners, inklusive 15 Ligaspielen ohne Niederlage und der Eroberung der englischen Tabellenspitze, war es am vergangenen Sonntag das Middles-Class-Team des FC Middlesbrough, das den Verein von Arsenals verhinderten Torsteher Jens Lehmann mit seinem 2:1-Triumph zurück auf den Boden der Tatsachen holte.

Dort angekommen ist jener Lehmann schon lange, nachdem ihn Arsene Wenger seit 4 Monaten den Verve von Arsenals zumeist so erfrischendem Offensivspiel von der harten Ersatzbank verfolgen lässt. Die Spekulationen um Lehmanns Zukunft im Arsenal-Tor wuchsen daher in den letzten Woche quasi gen Himmel, da Lehmanns gefährdete EM-Teilnahme wie ein Damoklesschwert über den Herbsttagen im Londoner Norden schwebte. Anstatt sich auf jedwede Spekulationen einzulassen, ob ihn sein Weg kurzfristig nach Wolfsburg oder zu Manchester City führen könnte, schob Lehmann selbst in einem sehr lesenswerten Interview mit der ZEIT nun einen Riegel vor.

Unabhängig davon, ob ihm Jogi Löw einen Einsatz bei der bevorstehenden Euro zusichere, werde Lehmann wegen seiner Familie bis zum Sommer 2008 in London bleiben. Selbst wenn er bei Arsenal nicht spiele. Diese Konstellation könnte aber leider für Lehmann durchaus wahr werden, wenn man zumindest nach den Abgesängen der englischen Tabloids geht. Denn Arsene Wenger dankte Lehmann am vorgestrigen Mittwoch dessen "professionelle Einstellung" in Arsenals unbedeutenden und finalen Spiel der Champions League-Grunppenphase gegen Steaua Bukarest, bei der der ansonsten beschäftigungslose Lehmann in der 68. Minute den 1:2-Ehrentreffer der Rumänen kassierte.

Die gnadenlose englische Presse wertete diesen Einsatz als Lehmanns so genanntes Abschiedsspiel und schrieb Lehmann einen Fehler bei dem Gegentor zu. Der sonst so seriöse Guardian schrieb beispielsweise, dass er sich den Spielberichtsbogen er sich als Souvenier aufheben solle. Der Daily Mirror befand weiter, dass Lehmann viel zu langsam, schwerfällig und bleifüßig sei. THOR WATERSCHEI dagegen erinnert sich noch gut an die letzten Generationen englischer Torhüter, die mit einem zwinkernden Auge gesagt, bisweilen sogar Probleme hatten, Fliegen zu fangen. Ob auf auch auf der Insel das Sprichwort gilt, dass man im Glashaus sitzend, nicht mit Steinen schmeißen sollte?

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