Donnerstag, 27. Dezember 2007

Albanischer Haan

Nach opulenten Festtagen mit Puten, Gänsebraten oder sonstigen Geflügeldelikatessen zeigte sich doch heute in den medialen Schlagzeilen ein Haan unverwüstlich. Genauer gesagt, Arie Haan, der so kultiviert anmutende Trainer-Weltenbummler aus dem nord-niederländischen Örtchen Finsterwolde .

Auf niederländischen Internetseiten war dabei schlichte und Vollzug meldende Headline zu lesen: Arie Haan bondscoach Albanië! Der 59-Jährige hat also wieder eine Anstellung auf einer Trainerbank in der weiten Welt des Fußballs gefunden. Im Februar des noch frühen 2007 kündigte der joviale Arie, der eigentlich Arendt heißt und bei Ajax Amsterdam (in Gefolgschaft des großen Johan Cruyff), dem RSC Anderlecht und Standard Lüttich auf eine famose Spielerkarriere mit insgesamt fünf Europapokalsiegen zurückblicken kann, bekanntlich seinen letzten Job als Nationaltrainer Kameruns schlichtweg per E-Mail.

Doch der auf seinen 14 Trainerstationen weitgereiste frühere niederländische Nationalspieler, der mit der Elftal zweimal Vizeweltmeister wurde, sagte nun dem albanischen Fußballverband als Nachfolger des glücklosen Kroaten Otto Baric seine Dienste für die kommenden zwei Jahre zu. In dem Land der Skipetaren war jener Verband zwar ausgerechnet vom albanischen Ministerpräsidenten nach der jüngsten Blamage in der Quali für die Euro 2008 wegen angeblicher Spielschiebereien als Mafia bezeichnet worden. Das Krähen des niederländischen Haans auf Tiranas Trainingsplätzen soll derlei Gerüchte nunmehr übertönen und die Kuq e zinjtë, die Rot-Schwarzen, am besten zur WM-Endrunde nach Südafrika lotsen.