Sonntag, 25. November 2007

Trottel mit dem Regenschirm

Woran Steve McClaren bei seinem fast zweijährigen Intermezzo als englischer Nationaltrainer tatsächlich gescheitert ist, das ist eine mehrdimensionale Frage. Waren die Trainerfähigkeiten des Rotschopfs, der vor nicht allzu langer Zeit das Durchschnittsteam des FC Middlesbrough ins UEFA-Pokalfinale geführt hatte, etwa nicht ausreichend für die Three Lions. Warum hatte Mister McClaren nicht eingesehen, sich einen der nicht allzu prächtigen, aber zumindest erfahrenen englischer Torsteher für die entscheidenden Partien in der EM-Qualifikation herauszupicken.

Oder haben Gerrard, Rooney, Lampard & Co. etwa ihre Gruppengegner, allen voran Kroatien auf die leichte Schulter genommen? Englands gnadenlosen Tabloids schäumten jedenfalls nach dem EM-Aus am vergangenen Mittwoch gegen Kroatien und hatten den Schuldigen eigentlich sofort ausgemacht. Den blassen McClaren, der sich während der schmerzhaften 90 Minuten im Londoner Regen unter seinem Schirm versteckt hatte, hatte sich Englands Presse ausgeguckt. Obschon sie ihn, der verächtlich McClown genannt wurde, eigentlich schon im Laufe seiner Amtszeit von 15 Monaten auf dem Kieker gehabt hatten.

The Telegraph: „Zum Frühstück wird McClaren getoastet. Niemand wird seinen Abschied bedauern. Vergesst die 25 Millionen Menschen, deren Identität in der Post verloren gegangen ist. Ein ganzes Land hat seine Identität im durchnässten Wembley verloren. Das Symbol einer Nacht der tausend Tränen war McClaren, der hilflos an seiner Bank stand und sich mit einem Schirm vor dem Regen schützte, wohlwissend, dass ihn der nicht vor dem niederprasselnden Groll und letztendlich dem fallenden Vorhang bewahren würde.

Daily Mail: „Große Anführer inspirieren ihre Männer zum Ruhm. Steve McClaren wird in Erinnerung bleiben als der Trottel mit dem Regenschirm. Er schien 'Singing in the rain' vorzusingen. Hat er versucht, nach der Leichtigkeit von Fred Astaire zu rufen? Der Schirm, unter dem Steve McClaren letzte Nacht stand, mag ihn vor dem Regen geschützt haben, aber vor nichts anderem. Nicht vor der Flut von Beschimpfungen des verärgerten Wembley-Publikums. Nicht vor dem Urteil, dass ihn als schlechtesten England-Coach der Geschichte ausweist. Und sicher nicht vor der Entlassung.

Am Donnerstag wurde McClaren dann vom englischen Fußballverband entlassen. Am heutigen Sonntag wird der Rotschopf nunmehr von THOR WATERSCHEI zum neuen T(h)or der Woche ernannt...mal sehen, wann er künftig wieder eine Ehrung erhält...

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