Montag, 26. November 2007

Steine auf Ewald

Ewald Lienen, der Gegenentwurf zu den Friedel Rauschs dieser Fußballwelt, hat in seiner langen Karriere schon so manches mitgemacht. Anfang der achtziger Jahre packte der Bremer Eisenfuß Norbert Siegmann eine Blutgrätsche gegen den damaligen Bielefelder Linksaußen aus und schlitzte Lienen mit seinen Stollen den Oberschenkel auf. Dass Lienen den ehrwürdigen Otto Rehhagel im Nachhinein als Anstifter für die Siegmannsche Stollenattacke ausmachte, vergessen wir hier einfach mal.

Unvergesslich hat sich Diplom-Pädagoge Lienen ebenfalls durch seine akribischen Notizen auf seinen Trainerbänken gemacht und ist seither unter dem Pseudonym "Zettel-Ewald", augenzwinkernd gesagt, nicht nur in seiner ostwestfälischen Heimat ein Begriff. Die hanebüchenen Klischees über den verhinderten Ökotrophologen Lienen sowie die Anekdoten über seine Trainerentlassungen sparen wir uns daher an dieser Stelle. Denn mittlerweile hat der ehemalige Friedensaktivist seinen Frieden in Griechenland gefunden. Von wegen also, da wurde eine Eule sprichwörtlich nach Athen getragen...

Führte der bald 55-Jährige, der in jüngeren Jahren neben seinem unermüdlichem Kampfgeist mit Ziegenbärtchen anzutreffen war, doch zuletzt den drittgrößten Verein aus Athen, Panionos, überraschend in den UEFA-Cup. Mit dem Frieden in Athen war es aber leider insbesondere gestern für den guten Ewald kurzweilig vorbei. Nach Athens erfolglosem Gastspiel in Griechenlands Super League bei PAOK Saloniki stoppten unbekannte Hooligans den Panionos-Bus und bewarfen ihn mit Steinen.

Lienen selbst wurde von einem Stein, der durch die Windschutzscheibe des Busses geflogen kam, an der Brust getroffen worden. Eine ärztliche Behandlung lehnte Lienen aber ab - er ist ja nicht zuletzt seit Norbert Siegmanns Grätsche Schlimmers gewohnt, Mal sehen, ob für Lienen der Friede wieder nach Athen zurückkehrt...

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