Montag, 15. Oktober 2007

Mir wëlle bleiwe wat mir sinn

Im weltweit einzigen Großherzogtum Luxemburg kann man sich nicht so recht entscheiden. Spricht man jetzt Französisch, Deutsch oder den Dialekt Lëtzebuergesch. Schon durch seine Historie begründet versuchte sich der zweitkleinste Staat Europas von den großen Nachbarn Frankreich und Deutschland abzugrenzen, was sich vor allem im Leitspruch der Monarchie äußert: Mir wëlle bleiwe wat mir sinn.

Im Fußball ist die Abgrenzung für die Luxenburger dagegen etwas einfacher. Das zeigt sich für die Roten Löwen speziell durch ihre Erfolglosigkeit. Bis zum vergangenen Samstag waren die krallenlosen Raubtiere aus dem Großherzogtum beispielsweise in über 50 Pflichtspielen ohne Sieg und diente seinen Gegnern in den dunklen WM- und EM-Qualifikationen zumeist als Kanonenfutter. Daran konnte auch nicht das energische Auftreten des einzigen luxemburgischen Vollprofis Jeff Strasser etwas ändern.

Anno 1995 hatten die Roten Löwen auf Malta letztmals einen Pflichtsieg gelandet. Im weißrussischen Gomel sollte nun jedoch an diesen Triumph angeknüpft werden. Trotz der Abwesenheit von Idol Strasser errangen die tapferen Luxemburger im Regen von Gomel den nächsten Sieg und beendeten damit dank des Kopfballtreffers von ihre Alphonse Leweck zwölf Jahre andauernde Durststrecke, was für einen wahren luxemburgischen Freudentaumel an diesem denkwürdigen Abend sorgen sollte.

Nur zur Fußballgroßmacht wird es für das kleine Luxemburg wohl nicht reichen. Aber vielleicht wollen die stolzen Roten Löwen das ja auch gar nicht. Da heißt es womöglich wieder: Mir wëlle bleiwe wat mir sinn. Obschon es zum nächsten Sieg ja nicht unbedingt noch mal zwölf Jahre dauern muss. Mit oder ohne Jeff Strasser.

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