Sonntag, 21. Oktober 2007

Mensch Meyer

Dass Hans Meyer, Nürnbergs weitgereister Fußballtrainer aus dem Thüringischen, dem gemeinen Bla Bla nach Spielschluss am Spielfeldrand eine etwas intelligentere und hintergründige Note verlieh, lässt sich nicht bestreiten. Denn ein eloquenter Satz Augenzwinkern gegenüber einem bissigen Reporter wirkt dabei schon beinah wie ein gelungener Hackentrick.Doch weder von seinem „Club“ noch von ihm selbst gab er in letzter Zeit kaum Hackentricks jeglicher Art zu bewundern.

Als Hüter der Trainerbank des amtierenden Pokalsiegers musste Meyer zuletzt mitansehen, wie seine Schützlinge nach ihrer grandiosen und stimmungsvollen Vorsaison einfach nicht mehr gewinnen wollten. Der (noch)64-Jährige, als Trainer von Carl-Zeiss Jena anno 1981 schon einmal im Finale des Europapokals der Pokalsieger unterlegen, behielt jedoch die Ruhe und verfiel ebenso wie Nürnbergs einstiger Patriarch Michael A. Roth, früher auch als Trainerkiller bekannt, nicht in Panik.

Musste Herr Roth ja auch nicht. Hat ja den Hans Meyer auf der Bank sitzen, der entgegen der kritischsten Stimmen geradeaus seinen eingeschlagenen Weg weiterging. Zu dem zählte auch der schlaksige Grieche Angelos Charisteas, immerhin Europameister 2004, der zuletzt noch nicht einmal einen Blumenwagen traf. Das änderte sich gestern im Frankenstadion. Charisteas erzielte für Nürnberg gegen Frankfurt den Ausgleich, Nürnberg spielte sich danach wahrlich in einen Rausch und durchschlug mit seinem 5:1-Triumph über Charly Körbels Nachfahren den dicken Knoten des dürftigen Saisonstarts.

Wie gut, dass der Club Hans Meyer als Trainer hat. Zur Belohung ernennt THOR WATERSCHEI den Trainerhaudegen zum T(h)or der Woche...

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