Donnerstag, 25. Oktober 2007

Der 1000-Tore-Trainer

Der große Romário, mittlerweile 41 Jahre alt, hat in seiner ach so langen Karriere (hat er eigentlich noch mit Pele zusammengespielt?) drei Dinge bewiesen, die er besonders gut kann. Herr de Souza Faria kann ziemlich gut rechnen. So zimmerte er eigenständig seine in seinen 22 Profijahren geschossenen Treffer zu einer gewaltigen Summe von 1000 Toren zusammen, wobei Schlitzohr Romario auch nicht halt davor machte, Treffer aus seiner Jugendzeit sowie aus Benefizspielen und Freundschaftskicks mitzuzählen.

Die Addition seiner Treffer und das kaltschnäuzige Erzielen selbiger sind somit zwei Fähigkeiten. Fähigkeit Nummer drei ist diejenige, sich schnell an den unterschiedlichen Orten der Welt in den jeweils ortsansässigen Fußballklubs zu integrieren. Demnach ging Romário unter anderem für mehrere brasilianische Vereine wie Vasco da Gama, Flamengo und Fluminense Rio de Janeiro, den PSV Eindhoven, den FC Barcelona oder auch Klubs in Asien, Australien und in den USA auf Torejagd.

Wie es das Schicksal so wollte, kehrte Romario mit gräulich melierten Schläfen bekanntermaßen zu seinem Stammverein Vasco da Gama nach Rio zurück, um am 20. Mai diesen Jahres nach einem verwandelten Strafstoß den nach seiner Rechnung 1.000 Torjubel gen Himmel zu schreien.

Seine Torjägerstiefel hat der gute Romário deshalb aber noch lange nicht an den berühmten Haken gehängt. Vielmehr trägt er weiter Vasco da Gamas weißen Dress mit der chicken schwarzen Schärpe und darf sich inzwischen in einer weiteren Funktion bewähren. Nach dem Rücktritt von Vascos Cheftrainer Celso Roth, unter dessen Regentschaft Vasco in Brasiliens erster Liga in die Abstiegszone gerutscht war, darf sich Romário interimsweise als Spielertrainer versuchen und soll mit seinen Entscheidungen als Verantwortlicher seines Leib- und Magenvereins seit vergangenen Montag etliche Treffer landen.

Der erste sogenannte Treffer auf der Trainerbank blieb dem großen Romário, ansonsten eher von kleiner Gestalt, bei seinem Debüt in der südamerikanischen Ausgabe des UEFA-Cups, der Copa Sudamericana, jedoch trotz eines 1:0-Sieges im Viertelfinalrückspiel gegen den mexikanischen Klub America verwehrt. Hatte America das Hinspiel noch mit 2:0 gewonnen und zog nun glücklich ins Halbfinale der Copa Sudamericana ein. Wenn man so will, hat der sonst so treffsichere Romário somit zumindest bei seiner Trainerpremiere nur den Pfosten getroffen...

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