Freitag, 12. Oktober 2007

Aus der Welt der Lokomotiven

Die deutschen Lokomotivführer haben heute den Leitspruch der deutschen Bahn „Die Bahn kommt“ eindrucksvoll ad absurdum geführt. Kurzum: sie haben gestreikt. Von wegen also „Tut, tut.“ oder „Alles einsteigen!“. Doch THOR WATERSCHEI kann gegen den Lokführerstreik natürlich wenig ausrichten und will hier auch keine unnötigen Parolen herausposauen.

Vielmehr hat THOR WATERSCHEI sich aber in der Welt des Fußballs mal genauer umgesehen und eine beeindruckende Entdeckung gemacht. In der weiten Welt des Fußballs wimmelt es nur so vor Lokomotiven, aber auch nur an bestimmten Ecken und Enden. Vorwiegend in Osteuropa war dem Anschein zu Zeiten des Eisernen Vorhangs durchaus en Vogue sogenannte Betriebsmannschaften fußballspielender Eisenbahner schnörkellos mit den Vornamen Lokomotive zu versehen.

Ein wahrer Klassiker in der Lokomotive-Familie ist dabei der russische Traditionsklub Lokomotive Moskau, einst als Klub der Oktoberrevolution hervorgegangen und in die freiwillige Sportlergemeinschaft der Eisenbahner „Lokomotive“ umbenannt. Doch dem Lokomotivdasein nicht genug, trägt sogleich das Stadion des Vereins den Namen „Lokomotive“. Und der Verein selbst hört zudem auf den Spitznamen „Parowos“, was nicht weniger als Dampflok bedeutet. Ein gewisser Jim Knopf hätte an dem zweimaligen russischen Meister sicher seine wahre Freude.

Nicht nachstehen würde da grundsätzlich der russische Lokomotivengenosse FC Lokomotive Nizhny Novgorod wollen, der vom Ural kommend zumeist in seiner 90-jährigen Klubsgeschichte durch die unteren russischen bzw. sowjetischen Ligen rauschte. Doch die Lok aus Nizhny Novgorod steht seit 2006 auf dem Abstellgleis, da der Verein sich aufgelöst hat. Beinahe dort gelandet wäre auch der 1. FC Lokomotive Leipzig, der sich nach der Auflösung des VfB Leipzig den guten alten Namen zugelegt hat. Vom Glanz früherer Tage ist bei der Leipziger Lokomotive jedoch nicht viel übrig geblieben, zuckelt sie nunmehr durch Sachsens Amateurligen.

Deshalb sollen im Weiteren nicht die bulgarischen und georgischen Lokomotiven unterschlagen werden, die ihre Hauptgleise in Sofia, Plowdiw und Tiflis besitzen und insbesondere in Bulgarien ihre Stadien der Einfachheit halber ebenso benannt haben wie ihr Pendant in Moskau. Etwas einfallsreicher sind die beiden bulgarischen Lokomotive unterdessen im Hinblick auf ihren Spitznamen. Während sich die Lokomotive aus Sofia allerdings fnoch schlicht die „Eisernen“ nennen lässt, zettelt diejenige aus Plowdiw mit ihrem sozusagen beinah eine Revolution auf dem Bahnsteig an. Wagt es der Klub wegen seiner Spielkleidung doch glatt sich „das Plowdiwer Juve“ zu nennen.

Keine Kommentare: