Samstag, 15. September 2007

Haudrauf

Ja, das sind dem guten Felipe Scolari im umkämpften EM-Qualifikationsspiel seiner Portugiesen gegen Serbien offensichtlich etwas die Gäule durchgegangen. Brasiliens Weltmeistertrainer von 2002 schlug dem Serben Dragutinovic, nachdem dieser nach dem umstrittenen serbischen Ausgleich bei einem Einwuf Zeit schinden wollte und Scolari verbal beleidigt hatte, mit der Faust ins Gesicht.

Der 58-Jährige tat seinen Schlag zwar zunächst beschwichtigend ab, dass er Dragutinovic lediglich etwas an den Haaren berührt hätte, gestand tags darauf jedoch seinen Faustschlag ein und entschuldigte sich für diesen. Gleichwohl spaltet Scolaris Schlag Portugal. Verband und Team stehen hinter dem Trainerhaudegen, während in der portugiesischen Öffentlichkeit Stimmer immer lauter werden, die seine Entlassung fordern.

In einer Internet-Umfrage der Sportzeitung Record sprachen sich 35,9 Prozent für eine Entlassung Scolaris, 31, 6 Prozent für eine andere Bestrafung und 23,4 Prozent für Straffreiheit aus. Scolari, der einen autoritären Stil pflegt, selbst will seinen Job anscheinend nicht an den Nagel hängen und sagte: „Ich will hier mein Projekt zu Ende bringen, und das heißt EM-Qualifikation.“