Mittwoch, 15. August 2007

Ein Hamburgisches Wechseltheater


Prolog
Jahr ein Jahr aus die gleiche Geschicht. Neigen sich die Tage des Transfermarktes im August ihrem Ende zu, so kehrt das Wechseltheater wieder ein. Besonders im Hamburgischen treibt es überaus ungewöhnliche Blüten.

Akt I: Das Buhlen
Rafael van der Vaart ist im hamburgischen Fußballland der wichtigste Mann. Das ist längst bis weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Der Spielmann aus dem Niederländischen besaß durch seine Treue und Loyalität in der Hansestadt stets eine hohe Reputation. Der Wind drehte sich jedoch für unseren Hauptdarsteller aus dem Land der Windmühlen, als ein ernstgemeinter Ruf aus dem fernen Valencia die Elbe hinauf ertönte. 14 Millionen Euro boten die Iberer für den berühmten Hamburgischen Spielmann.

Akt II: Der Verrat
Die Bürger der Hansestadt, die die Raute im Herzen tragen, witterten in diesen unruhigen Tagen Verrat. Denn der einst so treue Spielmann wurde wankelmütig und lebte im „Hamburger Abendblatt“ spanische Träume:„ Ich will unbedingt weg, Valencia ist ein Traum.“ Doch dem nicht genug. Der Spielmann bekannte obendrein: „Wenn ich in Hamburg bleiben müsste, dann hätte ich Schmerzen.“ Wohin geht sein Weg? Des wankelmütigen Spielmanns Herren fochten gegen Windmühlen. „In diesem Fall spielt Geld keine Rolle. Wir planen die gesamte Saison mit Rafael“, proklamierte man öffentlich.

Akt III: Das Ende
Doch nun wiederholte sich die Geschicht im Hamburgischen des vergangenen Jahres, die des Spielmanns früheren Gefährten, der ebenfalls aus dem Niederländischen stammt. Der Hamburger Sportverein stand einst vor dem Tor in die Königsklasse des Kontinents. Und der bisweilen so burschikose Landsmann verletzte sich derart überraschend am Knöchel, dass ihn man ihn seinem Verlangen nachgebend für viele ausländische Taler in die Ferne schweifen ließ. Nun steht der Hamburger Sportverein erneut vor Europas Toren. Die Folge?

Der Wankelmut des Spielmanns schlug sich in dessen Rücken nieder und brachte ihm gerade dort Schmerzen, als er seinen Sproß emporhob. Wie die kleine Geschicht endet? „Audi, vide, tace, so tu vis vivere in pace*“, hallt es derweil aus dem Hamburgischen in Richtung Budapest, wo der wankelmütige Spielmann gemeinsam mit seinem Hamburger Sportverein vor Europas Toren steht.

*Höre, sieh und schweige, falls du in Frieden leben willst!

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