Freitag, 20. Juli 2007

Hearts@Cloppenburg

Welch ein Tag im niedersächsischen Cloppenburg. Am Freitag, den 13. Juli, schaute Heart of Midlothian, Vierter der ersten schottischen Liga, für ein Gastspiel im Stadion an der Friesoyther Straße beim deutschen Oberligisten BV Cloppenburg vorbei .


Die Herzen sollten deshalb beim BVC an diesem lauen Sommerabend etwas höher schlagen. Mit „Bags and Pipes“ begrüßte man in der niedersächsischen Provinz zunächst seinen schottischen Gast, in dessen Gefolgschaft sechs Schlachtenbummler mitgereist waren, die auf einer kleinen Anhöhe direkt hinter einem Tor thronten und es sich damit nahe der Getränke- und Imbissbude gemütlich gemacht hatten.

Nur was die Kicker aus der schottischen Hauptstadt Edinburgh ihrem treuen Anhang an diesem Abend so boten, sollte dem halben Dutzend ganz und gar nicht gefallen. Einigen Hearts-Anhänger schmeckte angesichts des überaus einfallslosen Gekickes ihres Lieblingsklubs sogar das Cloppenburger Bier nicht mehr, was mitunter zur Folge hatte, dass dieses in der Halbzeitpause gegen eine kühle Fanta getauscht wurde.


Ohnehin war von großartigem britischem Kampfgeist oder gar Kick and Rush an diesem ominösen Freitag, den 13., von den Hearts nicht viel zu sehen. Vielleicht war das mit zwei bis drei Routniers gespickte Nachwuchsteam, das der vermeintlich ambitionierte Traditionsverein aus dem Land der Kilts und Dudelsäcke in die Friesoyther Straße zur Saisoneröffnung des BVC schickte, auch mit dem körperbetonten Spiel des deutschen Viertligisten schlichtweg überfordert, der die jungen Hearts mit einem 2:1 letztendlich in die Knie zwang. Ein „großartiger Sieg des BVC“ war es gewesen, wenn man den Worten des gut aufgelegten Cloppenburger Stadionsprechers Glauben schenken wollte, der zudem herausstellte, dass der BVC zuvor den Vierten der ersten schottischen Liga bezwungen habe.

Man kann den Verlauf dieses Abends damit auf Seiten der Gastgeber sicherlich als historisch einstufen, zumal vor der Partie das kleine Stadion mal eben in Arena Oldenburger Münsterland umbenannte wurde und man obendrein Mitte der zweiten Spielhälfte den BVC-Haudegen Jörg-Uwe Klütz mit Standing Ovations sowie Bocellis Abschiedsarie Lebe wohl sagte. Kurzum: der BVC war an diesem Freitag, den 13., in Hochform.


Nur konnte sich keiner in der neugeborenen Arena Oldenburger Münsterland erklären, wo Hearts-Manager und Ex-HSV-Torjäger Valdas Ivanauskas während der 90 Minuten eigentlich steckte. Auf der Bank der Hearts saß er nicht, auf der Tribüne ward er ebenso nicht gesehen. „Ivan, dem Schrecklichen“ wird im Laufe des Tages doch wohl keine schwarze Katze über den Weg gelaufen sein...

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