Mittwoch, 25. Juli 2007

„Albert, du sollst nicht streiten...“

Der SV Meppen, der kleine Klub aus der gleichnamigen emsländischen Kreisstadt, der ehemals fast über eine Dekade seinen Gegnern im deutschen Fussball-Unterhaus das Fürchten lehrte und dabei im Gegensatz zu einem wohlbekannten gallischen Dorf gänzlich ohne Zaubertrank auskam, empfing gestern Abend hohen Besuch. Bundesligist Eintracht Frankfurt spielte zu einem Testspiel in der niedersächsischen Provinz nahe der niederländischen Grenze vor.

Gern erinnerten sich zu diesem Anlass nicht wenige der etwa 2.000 Besucher an den glorreichen 6:1-Triumph des SVM vor zehn Jahren gegen die Erben Charly Körbels, als die Zeiten in Liga Zwo für den SVM noch ein bißchen rosiger waren. Dieses Kapitel ist in Meppen aber schon lange Geschichte. Um allerdings der mit einigen Stammspielern gespickten Reserveelf des guten Friedhelm Funkel einen kleinen Schrecken einzujagen - dafür war die Oberligaelf, die in ihren neuen Trikots antrat, die der Kluft von Aston Villa verdächtig ähnelt, jedoch auf jeden Fall noch gut genug.


Mit einer 0:2-Pleite im Gepäck, nach Treffern von Meppens flinkem Linksaußen Wessels und Mittelstürmerschlaks Weermann, beides Mitglieder der den SVM bereichernden kleinen niederländischen Kolonie, wurden antriebslos wirkende Gäste aus Hessen von den hochmotiviert auftretenden Hausherren schließlich wieder in ihr Trainingslager ins nahe Herzlake geschickt. Einer der besten Frankfurter an diesem verregneten Dienstagabend war noch der zuletzt beinah zu Schalke 04 transferierte Albert Streit, den Meppens aufgeweckte „Schlachterbummler“ auf den überdachten Stehrängen der Alten Tribüne daher im Laufe der ersten Hälfte kombinationssicher als „verkappten Schalker“ entlarven sollten.

Streit quittierte diese Kombinationssicherheits des Meppener Anhangs zwar schnell mit bösen Blicken und erhobenem Daumen. Die Fans des SVM wollten in diesem Freundschaftsspiel aber offenkundig und sprichwörtlich keinen Streit vom Zaun brechen und wussten den etwas angestochenen Eintracht-Star mit mütterlichen „Albert, du sollst nicht streiten...“-Zurufen schnell wieder zu beruhigen. Denn für beide Klubs gilt bekanntlich: Unnötigen Kräfteverschleiß vermeiden, die kommende Saison wird lang.

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